Dienstag, 25. September 2018

Eine Knolle ganz für mich allein


Stillen ist toll. Was hab ich es geliebt, meine Kinder zu stillen! Am meisten gefallen hat mir dabei wohl die Gewissheit, zu jeder Zeit für mein Baby sorgen zu können, egal wo, egal wann. Stets war die perfekte Nahrung verfügbar, in der gewünschten Menge, mit der genau richtigen Temperatur, ohne Zubereitungsaufwand, ohne Verpackungsmüll. Herrlich!


Wäre da nicht diese eine Sache. Die Sache mit den Zwiebeln und dem Knoblauch. Oder besser gesagt: die Sache ohne sie. Seit einem furchteinflößenden Sauerkraut-Schreibaby-Erlebnis mit dem Minimädel habe ich in meinen Stillphasen immer sehr genau darauf geachtet, was ich esse – und was nicht. Und da diese beiden absoluten Go-Tos der Aromaküche ganz oben auf der Liste der absoluten No-Gos für stillende Mamis stehen, habe ich sie tunlichst vermieden. Monatelang.


So, und jetzt malt euch einmal aus, was das heißt: Tomatensauce ohne Zwiebel und Knoblauch. Suppen ohne Zwiebel und Knoblauch. Ganze Sommer, ganze Winter, überhaupt alles ohne Zwiebel und Knoblauch. Ach, es war schrecklich. Schrecklich fad.

Ich habe also nicht das Abstillen gefeiert. Sondern den Neubeginn meiner innigen Zwiebel-Knoblauch-Beziehung. Und welches Gericht wäre dafür wohl besser geeignet gewesen als jenes von Micha, in dem eine ganze Knoblauchknolle steckt – pro Person! Was für ein grandioser Start – die Funken sind nicht geflogen, sie waren mit Lichtgeschwindigkeit im hell erleuchteten Kosmos unterwegs!



Kräuterschmarren mit Knoblauchcreme, Avocado & Rucola

Zutaten für 2 Portionen

Für die Knoblauchcreme
2 ganze Knoblauchknollen
1 EL Weißweinessig
1 TL Honig
½ TL Senf
etwa 30 ml Olivenöl
1 EL fein gehackte Thymianblättchen
Salz, Pfeffer

Für den Schmarren
110 ml Milch
1 große Handvoll frischer Kräuter
50 g Einkornvollkornmehl
50 g glattes Weizenmehl
3 Eier
1 Schuss Mineralwasser
Salz, Pfeffer
1 Messerspitze Backpulver

Zum Ausbacken
1 EL Butterschmalz oder Öl

Außerdem
1 reife Avocado
Rucola
pinke Blüten (Springkraut, Taubnessel, …)
weiße, braune und schwarze Springkrautsamen
frische Kräuter

1. Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

2. Die ganzen Knoblauchknollen jeweils in ein Stück Backpapier einwickeln und mit Küchengarn verschließen. Knoblauch in das vorgeheizte Rohr geben und etwa 25 Minuten backen. Abkühlen lassen und auswickeln. Die Knoblauchzehen auslösen und mit Essig, Honig und Senf zu einer feinen Paste pürieren.

3. Die Knoblauchpaste in ein hohes, schmales Gefäß geben. Unter konstantem Pürieren mit dem Pürierstab das Olivenöl in dünnem Strahl zur Paste gießen und pürieren, bis die Creme andickt. Mit Thymian und nach Geschmack noch mit Salz und Pfeffer abschmecken.

4. Für den Schmarren die Milch mit den Kräutern fein pürieren. Die Kräutermilch mit den anderen Zutaten glattrühren und 10 Minuten quellen lassen. (Noch fluffiger wird der Schmarren, wenn die Eier getrennt werden und aus dem Eiweiß Schnee geschlagen wird!)

5. In der Zwischenzeit den Rucola verlesen und die Avocado in Spalten schneiden.

6. Butterschmalz oder Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die Schmarrenmasse eingießen. Bei niedriger bis mittlerer Hitze backen, bis die Oberfläche anfängt fester zu werden und die Unterseite appetitlich gebräunt ist.

7. Dann die Schmarrenmasse mit etwas Schwung und mit Hilfe von zwei Teighebern umdrehen und auf der zweiten Seite fertig backen.

8. Mit zwei Gabeln in Stücke reißen, noch einmal durchschwenken und auf Tellern anrichten.

9. Die Knoblauchcreme in Tupfen auf dem Schmarren verteilen, Rucola und Avocado darauf arrangieren.

10. Mit Blüten, Springkrautsamen und frischen Kräutern garnieren.


Leicht abgewandelt nach einem Rezept von Micha.

Kommentare:

  1. Wäre Asafoetida (Teufelsdreck, Hing), als Ersatz für Knoblauch & Zwiebeln während der Stillzeit, keine Option gewesen?

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    1. Teufelsdreck für mein Kind? NIEMALS!
      ;-)
      Na, jetzt ohne Scherze ... davon hab ich noch NIE gehört ... Wäre aber vermutlich eine Option gewesen! Ich hätte früher meckern sollen ... :-)))

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  2. Ich oute mich als Knoblauch-Fetischistin! Es muß am Anbaugebiet liegen... oder, dass ich nicht stille ;-) Schon bewundernswert, was Mütter (wie du) alles leisten - teils mit Verzicht - um die kleinen Zöglinge so zufrieden wie möglich groß zu bekommen!

    Und dieses Essen, Maria, schreit förmlich: Soul-Food!

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    1. Die Knoblauchcreme ist ja aber auch sowas von gut ... Danke für dieses Rezept, liebe Micha! :-)

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  3. In meinen Vorstellungen duftet Frankreich nicht nach Lavendel, sondern hauptsächlich nach Knoblauch und Käse. Und diese Vorstellung ist immer sehr erfreulich!

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  4. Wow, zwei ganze Knoblauchknollen, du hattest wirklich viel nachzuholen und dafür hast du jetzt ein wundervolles Gericht kreiert. Aber ganz im Ernst, für mich wäre das auch unvorstellbar - so ganz ohne Knoblauch und Zwiebeln - oh weh.
    Liebe Grüße
    Sigrid

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  5. Hallo seit mein Mann Fructose intolerant würde,gibt's das bei uns auch nicht mehr..aber allein ein Käferbohnen Salat OHNE Zwiebel..also gut ist wirklich was anderes. LG Klaudia

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    1. Huch, oje ... Ich fühle SEHR mit dir, liebe Klaudia :-///

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