Samstag, 22. August 2015

The Beauty of the Beast


Die Brennnesselsamen-Erntezeit ist angebrochen! Das nehme ich zum Anlass für eine kleine, mit Sicherheit unvollständige hauswirtschaftliche Aufstellung, wie sich die Brennnessel, meine wunderschöne, duftende Wildpflanzenkönigin, bevorraten und für spätere kulinarische Herzensangelegenheiten aufheben lässt:

DAS KRAUT

Brennnesselblätter lassen sich vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst ernten, weil sie sofort wieder austreiben, wenn sie gemäht werden. Für kulinarische Zwecke eignen sich die obersten, jungen Triebspitzen am besten. Im Frühjahr schmeckt die Brennnessel zart, fein und edel. Später im Jahr verstärken sich Aroma und Charakter, sie wird erdiger und würziger im Geschmack. So wird sie zum harmonischen Partner saisonal verfügbarer Lebensmittel und der Gerichte, die der Jahreszeit entsprechend daraus zubereitet werden. Genial!
Wer mag, kann übrigens Brennnesselblätter (etwa 2 Drittel) mit Spinat (etwa 1 Drittel) mischen – so wird der Geschmack dezenter und die Farbe kräftiger.

Brennnesselkraut auf Vorrat

* Trocknen

Zum Trocknen binde ich die Brennnesseln zu Büscheln zusammen und hänge sie kopfüber an einem luftigen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung auf. Sie sind fertig getrocknet, wenn die Blätter beim Zerreiben zwischen den Fingern knuspern und rascheln und ganz leicht zerbrechen. Nun streife ich die Blätter vorsichtig von den Stängeln ab und achte dabei darauf, dass sie unversehrt bleiben, weil über jede Bruchstelle wertvolle Inhaltsstoffe wie etwa ätherische Öle verloren gehen.

Getrocknete Brennnesselblätter können auf vielerlei Art und Weise verwendet werden: Als Tee wirken sie stark entwässernd und werden deshalb gerne im Rahmen einer Frühjahrskur verwendet. Zu feinem Pulver vermahlen (am besten geht das mit einer elektrischen Kaffeemühle) werten sie alle Speisen und Getränke auf (Brennnesseln sind sehr reich an Eiweiß und Eisen) und können in dieser Form auch Nudelteig (Brennnesselpasta mit Knoblauch und Zitrone?), Topfenblätterteig (eine Quiche?), Mürbteig (eine Tarte?), Kartoffelteig (Gnocchi?), Palatschinkenteig oder anderen Teigen beigegeben werden. Es lassen sich natürlich auch Gewürzmischungen und Kräutersalze herstellen.

* Blanchieren und tiefkühlen

Die Brennnesselspitzen durchforste ich nach Ungeziefer und entferne gröbere Stängel. Dann kommen sie für einige Minuten in kochendes Salzwasser, bis sie zusammengefallen sind. Mit einem Siebschöpfer aus dem Wasser nehmen und in einem größeren Sieb abtropfen lassen. Kurz überkühlen lassen, dann fest ausdrücken.
Ich friere meine Brennnesselblätter immer portionsweise ein. Dazu richte ich mir ein Muffinsblech und befülle es mit den blanchierten und ausgedrückten Brennnesseln. Das Blech friere ich für einen Tag ein, dann fülle ich die Brennnesselportionen in einen Gefrierbeutel um und friere sie wieder ein. Beim Kochen verwende ich dann ein solches Zwutschkerl pro Person (ein Zwutschkerl entspricht etwa 30 g Frischgewicht, das habe ich mir sogar einmal ausgerechnet).
Aus den gefrorenen Brennnesselblättern mache ich Risotto, Suppe, Spinat (für Gnocchi, Pasta, Ravioli, gefüllte und überbackene Palatschinken) oder belege Pizza damit.

* Sirup

Meinen rosaroten Brennnesselsirup verwende ich in Getränken aller Art, in Salatmarinaden, zum Süßen von Desserts, Eis und Kompott.

* Pesto / Paste

Brennnesselpesto bzw. -paste habe ich bis dato noch nicht ausprobiert, schmeckt aber sicher ganz hervorragend. Als Einsteiger-Rezept für Pesto könnte ich mir das hier vorstellen, ebenso wie dieses Rezept für Brennnessel-Spinat-Paste.


DIE SAMEN

Brennnesselsamen schmecken knackig und nussig und werden vom August weg bis in den Oktober hinein geerntet. Wie das geht, steht hier. Sie wirken anregend und aufbauend und lassen sich lange und unproblematisch aufbewahren.

Brennnesselsamen auf Vorrat

* Trocknen
Die gesiebten Brennnesselsamen verteile ich auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech und stelle es an einen luftigen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung. Zwei Mal am Tag mische ich die Samen durch. Nach einigen Tagen fühlen sie sich leicht und trocken an – dann kommen sie in ein gut verschließbares Glas.
Getrocknete Brennnesselsamen können für Müslimischungen verwendet werden, für Knabbereien oder Müsliriegel, auf Butterbrot oder in Würzmischungen, für Käsegebäck oder Kekse. Sie können Brotteig oder anderen Teigen (siehe oben) beigegeben oder in Honig eingelegt werden.

* Pesto
Aus Brennnesselsamen lässt sich auch ein wunderbares Pesto herstellen – Rezept hier. Gut verschlossen und im Kühlschrank aufbewahrt ist es einige Wochen haltbar.


Danke, Brennnessel!

Mittwoch, 12. August 2015

In Yotam I trust


Oder: Das ist der richtig gute Stoff.

Selten gelingt es mir, Gerichte genau nach Rezept zu kochen. Hier ist mir die Zuckermenge zu hoch, da habe ich ein Gewürz nicht vorrätig und ersetze es durch ein anderes, dort lasse ich ungeliebte Zutaten einfach weg. Statt einer beschichteten Pfanne nehme ich einen normalen Topf, Zubereitungschritte, deren Sinn ich nicht (er)kenne, überspringe ich mit einem lässigen Pfff zwischen den Zähnen. Warum? Weil es funktioniert. Nur ganz selten gehen derart vermädelte Kochereien schief.

Manchmal aber eben doch. Als ich dieses Fladenbrot in den Ofen schob, waren da auch noch über Nacht eingeweichte Kichererbsen, die ich nach Yotam Ottolenghis Rezept zu Hummus verarbeiten wollte. Sehr, sehr locker und entspannt bin ich die Sache angegangen und habe das Abrösten der Kichererbsen mit Backnatron getrost überlesen. Nicht ahnend, dass dieser Schritt wesentlich für die Cremigkeit und Sämigkeit des Endproduktes sein würde. So entstand ein Hummus, das ich nur mit einiger Trickserei halbwegs streichfähig bekam und das zwar akzeptabel, aber ziemlich weit weg war vom wirklich guten Stoff.


Als der Aufruf der umtriebigen Rettungstruppe kam, die Grillfeste dieser Welt und ihre kulinarischen Fixsterne, nämlich Grillmarinaden, Saucen und Dips zu retten, habe ich mir noch einmal Ottolenghis Jerusalem in die Küche gelegt und Seite 114 aufgeschlagen. Um mich dann ganz akribisch an die Anleitung zu halten. Mit der Erkenntnis: Ottolenghi weiß, wovon er spricht. Ich gelobe Besserung!


Hummus nach Yotam Ottolenghi

Haltet euch an das Rezept! Das Abrösten mit Backnatron ist nämlich der optimale Weg, um die harten Strukturen der Kichererbsen aufzubrechen und sie superweich zu machen. So wird das Hummus ohne viel Kraft- und Zeitaufwand cremig und geschmeidig.

Zutaten für 6 Personen

250 g getrocknete Kichererbsen
1 TL Backnatron
270 g Tahini (Sesampaste)
4 EL Zitronensaft
4 zerdrückte Knoblauchzehen
1 ½ TL Salz
100 ml eiskaltes Wasser

1. Haltet euch ans Rezept!

2. Am Vortag die Kichererbsen gründlich waschen, abtropfen lassen, in eine große Schüssel geben und mit reichlich Wasser (mindestens die doppelte Menge) bedecken. Über Nacht stehen lassen.

3. Kichererbsen am nächsten Tag abgießen. In einen großen Topf geben und mit dem Backnatron vermischen. Bei starker Hitze etwa 3 Minuten unter ständigem Rühren erhitzen. Das Backnatron legt sich dabei am Boden an und verfärbt sich dunkel, das sollte nicht irritieren.

4. 1,5 Liter Wasser dazugießen und alles aufkochen lassen. Den Schaum, der dabei entsteht, mit einem Schaumlöffel entfernen.

5. Die Kichererbsen weich kochen. Je nach Sorte und Alter beträgt die Kochzeit 20 – 40 Minuten (ohne Backnatron würde die Kochzeit 1,5 – 2 Stunden betragen). Die Kichererbsen sollten jedenfalls nach Ende der Kochzeit sehr weich sein und sich mühelos zwischen Daumen und Zeigefinger zerdrücken lassen.

6. Kichererbsen abgießen und abwiegen – das Gewicht sollte etwa 600 g betragen.

7. Die Kichererbsen in der Küchenmaschine pürieren – das geht ganz leicht und ist auch mit einem Mixer, der kein Hochleistungsmixer ist, möglich.

8. Bei laufendem Motor Tahini, Zitronensaft, Knoblauch und Salz hinzufügen, zum Schluss das Eiswasser.

9. Etwa 5 Minuten mixen, bis eine glatte und cremige Paste entstanden ist.

10. Hummus in eine Schüssel umfüllen, mit Frischhaltefolie abdecken und mindestens 30 Minuten ruhen lassen, damit sich die Aromen gut entfalten können.

Das Rezept stammt aus dem Buch Jerusalem von Ottolenghi und Tamimi, erschienen bei Dorling Kindersley.


Meine MitretterInnen waren dieses Mal:

lecker macht laune: Senfmarinade
From-Snuggs-Kitchen: Orientalische Marinade
Cuisine Violette: Aprikosen-Ketchup
Greenway36: Aprikosen-Paprika-Sauce (Süßsauer-Sauce)
Katha-kocht!: Tomate-Senf Marinade mit Rosmarin
1x umrühren bitte aka kochtopf: Orangen-Senf-Chili-Marinade
Prostmahlzeit: Tkemali - Georgische Kriecherlsauce
Barbaras Spielwiese: Klassische BBQ-Sauce
Küchenliebelei: Honig-Chili-Marinade
Punkt Komma Text: Chermoula
Fliederbaum: Mango-Nektarinen-Minz-Sauce
our food creations: Ananas-Curry-Ketchup, Sweet-Chili-Sauce & Zitronen-Ajoli mit Schmand

Montag, 10. August 2015

Rezension: Gesund backen mit Veganpassion


Stina Spiegelbergs erstes Buch, Das große Veganbackbuch, habe ich im Buchladen vor nun schon längerer Zeit nach einigem Durchblättern wieder ins Regal zurückgestellt – zu margarinelastig war es mir, zu viel an Sojasahne und Cuisine wurde verwendet. Das Gefühl kam auf, veganes Backen bestünde lediglich aus dem simplen Ersetzen tierischer Zutaten durch die entsprechenden tierfreien Alternativen. Dafür brauche ich kein Kochbuch, dachte ich mir.
Ihr neues Buch hingegen, Gesund backen mit Veganpassion, hat mich aus zwei Gründen neugierig gemacht: Zum einen wegen dem Wörtchen Gesund im Titel – wenn vegane Küche an sich schon für eine gesunde Küche steht, was dürfte ich mir dann von einer gleich doppelten Betonung erwarten? Zum anderen erhoffte ich mir eine Weiterentwicklung von Stina Spiegelbergs Rezepturen – in Richtung einer kreativeren und vielfältigeren Herangehensweise an veganes Backen.

Tatsächlich bin ich jetzt, nachdem ich mir das Buch intensiv zu Gemüte führen durfte, etwas zwiegespalten. Dazu gleich mehr.

Das Buch

Stina Spiegelbergs Buch Gesund backen mit Veganpassion ist auf den ersten Blick genau wie die Autorin selbst: Hübsch, sehr hübsch. Mit pinkfarbenem Lesebändchen ausgestattet, farbenfroh und angefüllt mit lieblicher Deko. Das passt auch irgendwie, ja, ganz gut sogar. Spätestens mit den Einleitungsseiten verschwindet dieser oberflächliche Eindruck jedoch und weicht der Erkenntnis, dass die Autorin offenbar weiß, wovon sie redet, vor allem, wenn es ums Handwerk geht.

Die Rezepte im Buch sind mit verschiedenen Buchstaben gekennzeichnet, die auf spezielle Eigenschaften der Gerichte hinweisen: Glutenfrei, Vollwert, Zuckerreduziert, Fettreduziert, Sojafrei, Antioxidantien. Diese Kennzeichnungen erklärt Stina Spiegelberg zu Beginn. Dann folgt ein Warenkunde-Teil, dem ich einiges abgewinnen kann. Die Autorin liefert beispielsweise praktische Tipps, die im Backalltag gut umsetzbar scheinen, wie etwa die Umwandlung herkömmlicher Rezepturen in eine glutenfreie Variante mit der Faustregel, 4/5 des normalen Mehls durch glutenfreies Mehl und das restliche Fünftel durch Tapiokastärke oder Pfeilwurzelmehl zu ersetzen. Oder Stevia mit Agavendicksaft zu kombinieren, um dessen Eigengeschmack zu bremsen. Auch das Thema Backen ohne Ei wird sehr gut erklärt.

Stina Spiegelberg hat mich außerdem darüber aufgeklärt, dass es einen Unterschied gibt zwischen veganer Butter und Margarine. Vegane Butter enthält keine trans-Fettsäuren und ist demnach gesünder. Da frage ich mich jedoch, wie ich das als ganz normaler Konsument erkennen kann? Oder sind solche Produkte entsprechend gekennzeichnet? Hier wären Markenbeispiele hilfreich gewesen. Im Grunde spielt es aber eh keine Rolle – zumindest nicht für mich. Denn egal ob vegane Butter oder Margarine: Wir werden wohl nie gute Freunde werden.

Weiter geht es dann mit einer Top Ten-Liste der gesunden Lebensmittel, mit einer durchaus nützlichen und entstaubten Übersicht, wie sich Weißmehl, raffinierter Zucker, Butter / Margarine usw. auf kreative Art und Weise ersetzen lassen, mit Ideen, wie Gebäck bewusst verziert werden kann (plus einem Rezept für vegane Schokoglasur) sowie mit 10 schnellen Backtipps. Einer davon: Wenn Sahnetorten eine kurze Transportstrecke aushalten sollen, können sie zuvor etwa eine halbe Stunde in den Tiefkühler gestellt werden. Was für eine Idee! Wie oft ist mir schon ein solches Prachtstück zusammen gesunken oder auseinander gerutscht … So könnte es funktionieren.

Folgende Kapitel finden sich im Buch:

Einleitung
Teegebäck & Cookies
Kleines & Feines (Rezepte für Tartelettes, Madeleines, Minikuchen, Muffins, Riegel, Doughnuts, …)
Kuchen & Torten
Backen ohne Backen (Rezepte für rohes Gebäck wie Pralinen, Chia-Brownies, Energiekugeln, Tartelettes, Cakepops, Cupcakes, …)
Herzhaftes

Den Abschluss bildet ein Anhang mit Informationen zu Haltbarkeit und Verpacken, Vorlagen für Wimpelketten oder Cupcake-Toppers, einer Übersicht der Rezepte und der jeweiligen Kennzeichnungen, einem Glossar sowie einem alphabetisch geordneten Rezeptregister.


Die Rezepte

Die Rezepte im Buch (jedes davon bebildert) sind zuckersüß – im wahrsten Sinne des Wortes. Kein Backtrend fehlt, Cakepops, Cupcakes, Chia, Stevia, Pseudocerealien, Buchweizen, Hanf – alles vorhanden. Hier und da hätte ich mir eine kreativere Umsetzung der Rezepturen gewünscht (wie ich sie beispielsweise in Bernd Sieferts vegan & süß entdeckt habe), vor allem das Kapitel über Cookies und Teegebäck kommt leider nur selten ohne vegane Butter aus. Auf der anderen Seite verwendet Stina Spiegelberg eine große Auswahl an (Vollkorn-)Mehlsorten und alternativen Süßungsmitteln, was mir wiederum sehr gut gefällt.

Nachgekocht

Zwei Rezepte habe ich für eine Familien-Grillerei gebacken und mich dabei bewusst für Gebäck entschieden, das ohne Margarine und Sahneersatz auskommt. Beide sind, vor allem bei den Kindern, sehr gut angekommen: Die Chocolate-glazed Pumpkin-Doughnuts (sie hätten gerne auch als Kürbis-Doughnuts mit Schokoglasur bezeichnet werden können) habe ich in der Karotten-Variante gebacken:


Chocolate-glazed Pumpkin-Doughnuts

Zutaten für 12 Stück (ich habe die Doughnuts mit Hilfe einer Mini-Form gebacken und 18 Stück erhalten)

180 g Hokkaidokürbis (nach dem Entkernen und Schälen: 100 g)
2 EL Wasser
1 EL Zitronensaft

120 g Dinkelmehl Type 630
50 g Rohrohrzucker (ich: Rohrübenzucker)
1 TL Backpulver
je 1 Messerspitze Zimt, Vanille und Salz
Abrieb ½ unbehandelten Orange
30 ml Pflanzenöl (ich: Rapsöl)
50 ml prickelndes Mineralwasser
50 ml Orangensaft
30 g zartbittere Schokotropfen

Zum Verzieren
100 g Zartbitter-Kuvertüre
1 EL bunte Zuckerperlen

1. Den Kürbis klein schneiden und mit Wasser und Zitronensaft in einen Topf geben. Aufkochen, dann bei schwacher Hitze und geschlossenem Deckel etwa 15 Minuten garen, bis er weich ist. Mit der Gabel zerdrücken und auskühlen lassen. (Ich habe anstelle des Kürbispürees Karottenmus verwendet.)

2. Backofen auf 170 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

3. Mehl, Zucker, Backpulver, Gewürze und Orangenschale mischen.

4. Die Mehlmischung mit Öl, Wasser und Orangensaft glatt rühren, dann das Kürbispüree (ich: Karotte) und die Schokotropfen unterheben.

5. Den Teig in ein gefettetes Doughnuts-Backblech füllen und etwa 30 Minuten backen.

6. Die Doughnuts in der Form kurz überkühlen lassen, dann auf ein Kuchengitter stürzen und vollständig abkühlen lassen.

7. Für die Glasur die Schokolade im Wasserbad oder in der Mikrowelle schmelzen. Die Doughnuts damit überziehen und mit Zuckerperlen bestreuen.

Sollte kein Doughnuts-Backblech vorhanden sein, kann der Teig mit 30 ml weniger Flüssigkeit zubereitet werden. Dann den Teig in einen Spritzbeutel füllen, in Kreisen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech spritzen und backen.


Auch die Brownie Lover Cookies sind sehr gut gelungen, sie schmecken sehr knusprig und schokoladig, allerdings mir persönlich viel zu süß.

To Cook-Liste

Auf dieser Liste finden sich noch:

* Aprikosen-Riegel
* Melasse-Doughnuts mit Apfel
* Schoko-Kokos-Torte
* Aronia-Energiekugeln
* Kokos-Zitronen-Ecken
* Ratatouille im Quarkteigmantel
* Tahin-Spinat-Brezeln
* Linsen-Bolognese

Fazit: Gesund backen mit Veganpassion verspricht dem Leser Ein kleines Stück vom veganen Glück. Mit den zwei Rezepten im Blick, die ich bereits gebacken habe, könnte ich ihr vermutlich zustimmen. Nur wie gesagt: Ich bin etwas zwiegespalten. Mir gefällt Stina Spiegelbergs Devise: Selber backen statt kaufen. Ich mag die Vielfalt an Zutaten, die sie verwendet, wobei ich hier und da Schwierigkeiten mit der Verfügbarkeit orte (Amaranth- und Quinoamehl gibt es hier sogar, aber Hanfmehl? Hirsemehl?). Ihre Kreativität und ihr spielerischer Umgang mit veganem Backen spricht mich an. Aber nach wie vor verwendet sie für meinen Geschmack zu oft vegane Butter, die, so denke ich, nicht 100%ig zum Gesundheitsgedanken passt. Und hier und da wird mir auch die Sache mit Chia, Cakepops, Matcha & Co. eine Spur zu viel.
Wen das jedoch nicht stört und wer gerne nicht nur vegan, sondern auch hübsch backen möchte: Bittesehr!

Gesund backen mit Veganpassion
von Stina Spiegelberg
Gebundene Ausgabe, 216 Seiten
NeunZehn Verlag, 1. Auflage 2015
ISBN: 978-3942491570
Preis: € 19,95

Ein herzliches Dankeschön an den NeunZehn Verlag, der mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Freitag, 7. August 2015

Blumen für Erika


Welche Frau träumt nicht davon, es würde sich jemand für sie – und nur für sie – hinsetzen mit einem unbeschriebenen Blatt Papier, die Gedanken erst schweifen lassen und dann zu Worten, Sätzen und Reimen fügen, bis schließlich ein Gedicht entstünde, das ihr, dieser einen Frau, nun wirklich alle Ehre macht …

Diese Ehre ist mir kürzlich widerfahren und soweit ich mich erinnern kann: Zum ersten Mal in meinem Leben. Eine treue Leserin, Erika, die mir von Zeit zu Zeit ihre Sympathie für meinen Blog in sehr persönlichen und mittlerweile lieb gewordenen Zeilen zukommen lässt, hat anlässlich meiner grünen Knusperei diesen rosaroten Mädchentraum doch tatsächlich wahr gemacht:

Ha! Knusper knusper Häuschen,
Maria macht ein Päuschen.

Schaltet sich den Ofen ein,
und knuspert sich die Blätter fein.

Schreibt von Kale und den trendy Sachen,
die den Lesern Freude machen.

Beinwell hin und Beinwell her,
heut’ knusper ich zwar nimmermehr,

doch will ichs bald versuchen,
und meine Chips im Grünen suchen!

Erika Hirscher

Erika: Es ist schön, dich hier zu wissen. Und die virtuellen Blumen, die sind ganz allein für dich!

Mittwoch, 5. August 2015

Rezension: Junika beginnt zu essen


Junika beginnt zu essen: Ein Buch, das mir wie gerufen kommt – denn auch der kleine Mann hat ja vor nicht allzu langer Zeit mit dem richtigen Essen begonnen.
Ganz klassisch bin ich die Sache beim Minimädel angegangen: Nach und nach habe ich Breimahlzeiten mit fixen Grundkomponenten (Milch, Getreide, Obst, Gemüse, Fleisch) eingeführt und diese je nach Saison und Gusto variiert. Wir sind beide sehr gut damit zurecht gekommen und so ging, als ich mir die Beikosteinführung für den kleinen Mann überlegte, der derzeitige Riesen-Trend in Sachen Babyernährung, das so genannte Baby Led Weaning (BLW), relativ spurlos an mir vorüber. Beim Baby Led Weaning wird von Anfang an auf Brei verzichtet – Beikost wird erst eingeführt, wenn das Baby selbständig sitzen und essen kann. Das System ist flexibel und individuell, meinen die Befürworter, die Sache mit dem Brei dagegen starr und … naja, nicht gerade lustbetont. Es stimmt schon, Brei gemahnt in ziemlicher Deutlichkeit an Krankenkost, trotz allem hat er aber seine Vorteile – zumindest aus meiner Sicht:

1. Ich persönlich habe gerne Struktur in meinem Alltag, auch, was das Essen betrifft. Das Grundgerüst, an das ich mich bei den Breimahlzeiten halten kann, gibt mir Sicherheit.

2. Ich kann beim Füttern sehr gut abschätzen, wie viel mein Schatz gegessen hat. Das zu wissen ist mir wichtig.

3. Und zu guter Letzt ist da ja auch noch die Sache mit der Herumbatzerei … Wenn ich als Mama das Zepter den Löffel in der Hand halte, reduziert sie sich auf ein für mich erträgliches Maß.

Das sind, das gebe ich zu, allesamt Vorteile, die mich als Mutter betreffen. Würde ich die Sache mit den Augen meines Sohnes sehen: Wäre BLW die bessere Wahl?

Das Buch

Um das herauszufinden, habe ich Junika beginnt zu essen mit großer Neugier und Offenheit gelesen. Junika, das ist ein Mischwesen aus den beiden Töchtern der Autorinnen, Annika und Juni. Sie hat vom Start weg am Familientisch mitgegessen, nur wenige Regeln wurden dabei beachtet (kein Salz, kein Zucker, um zwei davon zu nennen). Aus den Erfahrungen, die sie und ihre Mütter dabei gesammelt haben, ist eine bunte Rezeptesammlung mit Gerichten geworden, die ich durchwegs auch für meine Kinder kochen würde. Sympathisch der Hinweis, die Fotografien im Buch wären immer im Zuge des gemeinsamen Essens entstanden, ohne Belichtung oder Verschlusszeiten allzu viel Wichtigkeit einzuräumen (ich finde die Bilder übrigens trotzdem sehr stimmig und appetitlich). Jedes Rezept ist auf einer Doppelseite vorgestellt, mit Fotos, Zubereitungshinweisen und Variationsmöglichkeiten.

Junika beginnt zu essen ist kein Grundlagenbuch für BLW, die Rezepte beginnen bereits nach wenigen Einführungsseiten. Der Rezeptteil gliedert sich – kurz und knackig – in folgende Kapitel:

* Hauptgerichte
* Zwischendurch & unterwegs
* Festliche Anlässe & Desserts

Den Abschluss bildet ein einfaches Inhaltsverzeichnis.

Die Rezepte

Bei der Rezeptauswahl wurde besonderer Wert auf Saisonalität, Frische und Unkompliziertheit gelegt. Die Zutatenlisten sind angenehm kurz, es wird viel Obst und Gemüse verarbeitet. Milch wird oft durch Getreide- oder Nussmilch ersetzt, Dinkel- und Kokosprodukte finden sich häufig, Süße kommt gerne aus Bananen. Auch Chia-Samen fehlen nicht J. Alles in allem mag ich die Rezepte. Sie sind kreativ, auf eine gewisse Art neu und durchaus sympathisch. Die Anleitungen selbst sind teilweise sehr knapp gehalten und könnten meiner Ansicht nach ruhig etwas ausführlicher und detaillierter sein.


Nachgekocht

Kokosnockerl mit Birnen-Zimt-Mus: Das habe ich mir als gelungene Kombination vorgestellt. Das Rezept hat gut funktioniert und ebenso geschmeckt – auch der kleinen Testperson. Einziges Manko, wieder einmal: Das Bild passt nicht zum Rezept. Auf dem Foto sehen die Nockerl angebraten und gebräunt aus, davon ist jedoch in der Anleitung keine Rede. So etwas stört mich, so etwas sollte nicht sein.

Zutaten für 7 kleine Knöderl (in etwa für 2 Personen)

100 g Topfen
10 g flüssige Butter (ich: weiche)
1 Ei
1 EL Kokosmehl
2 EL Semmelbrösel
1 EL Kokosraspel
Kokosraspeln zum Wälzen
1 Birne (ich: 1 Apfel)
etwas Ceylon-Zimt

1. Butter mit Topfen vermischen, Ei, Semmelbrösel, Kokosmehl und Kokosraspel unterheben. Alles gut durchmengen, am besten mit den Händen.

2. Die Nockerlmasse abdecken und im Kühlschrank mindestens 30 Minuten rasten lassen.

3. Aus der Masse kleine Knöderl formen (ich habe dafür 2 Teelöffel zu Hilfe genommen, bei mir wurden es 10 Stück) und in siedendes Wasser einlegen. Die Temperatur zurück schalten und in etwas 10 – 12 Minuten gar werden lassen.

4. Wenn die Nockerl an der Oberfläche schwimmen, mit einem Schaumlöffel herausheben, auskühlen lassen und in Kokosraspeln wälzen (ich habe die Nockerl warm serviert).

5. Für das Mus die Birne (ich: den Apfel) schälen, in kleine Stücke schneiden, in wenig Wasser dünsten und mit dem Pürierstab pürieren. Mit Zimt verfeinern.

Grießschmarren mit Honigmelone: Ein Volltreffer! Der Grießschmarren wird mit pflanzlicher Milch und Dinkelgrieß gemacht und in der Pfanne gebraten. Da der kleine Mann noch nicht reden kann, darf hier das Minimädel zu Wort kommen: Der ist viel, viel besser als sonst!  Das hätte ich mir auch nicht gedacht. (Ich bereite meinen Grießschmarren normalerweise im Rohr zu).

Hirselaibchen mit Gurken: Hirselaibchen sind ein Klassiker, diese Version mit Ei, Karotten, Käse und Petersilie hat allen geschmeckt.

To Cook-Liste

Da stehen unter anderem:

Ofengemüse
Hühnerlaibchen mit Tomatensalat
Dinkel-Crêpes mit Topfen und Kresse
Polenta-Muffins gefüllt mit Sauce Bolognese
Semmelauflauf mit Tomaten und Zucchini
Mini-Kräuterknödel mit frischer Kresse
Fischstäbchen mit Mango-Kokospanierung
Kakaogebäck mit Rosinen
Topfenzipfel mit Fruchtfülle
Blaubeerkügelchen
Müslisticks
Brioche
Butterkekse
Grießflammerie mit Zimt und Vanille
Schokopudding mit Bananen und Birnenmus
Geburtstagstorte mit Liebe und Wehmut

Garantiert NICHT kochen werde ich hingegen:

Faschierte Bällchen in Tomatensauce
Warum? Einzig und allein wegen folgendem Hinweis: Junika liebt das Gericht. Man muss sich aber auf eine riesige Sauerei einstellen – die Sauce klebt einfach an allem.
Nope, so weit muss das Ganze dann doch nicht gehen.

Fazit: Junika beginnt zu essen ist ein Buch für alle. BLW-Anhänger finden darin viele bunte Anregungen für den Familientisch, Breifütterer wie ich freuen sich an abwechslungsreichen und gesunden Rezepten für zwischendurch und werden das Buch spätestens beim Übergang zur Familienkost zu schätzen wissen. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung, die bald erscheinen wird!
Beim Durchblättern habe ich übrigens auch etwas über mich gelernt: Hätte ich früher bei Zutaten wie Getreide- oder Nussmilch mit verständnislosem Kopfschütteln reagiert, so empfinde ich deren Verwendung heute als Gewinn - im Sinne einer vielfältigen und lustvollen Ernährung.

Junika beginnt zu essen – Breifreie Beikost für Ihr Kind
von Eva Kamper-Grachegg & Manuela Christl
Gebundene Ausgabe, 106 Seiten
Carl Ueberreuter Verlag, 1. Auflage 2015
ISBN: 978-3800076246
Preis: € 19,99

Ein herzliches Dankeschön an den Carl Ueberreuter Verlag, der mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Montag, 3. August 2015

Verleiht keine Flügel


Weil nicht, dass da jemand auf die Idee kommt und mir eine Millionen-Euro-Klage um den Hals hängt. Dafür ist meine Portokassa definitiv zu schmal. Es ist ganz einfach so: Wer von diesem Cola trinkt, löscht seinen Durst, freut sich am Selbermachen – und am Geschmack. That’s it.

Die Idee, in einem simplen Sirupansatz-Verfahren ein Colagetränk aus der Kampfer-Eberraute (Artemisia camphorata), gemeinhin bekannt als Colakraut, herzustellen, ist nicht neu. Ich habe auch schon ein einfaches Siruprezept entwickelt und war mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Da tauchte allerdings plötzlich dieser Peda auf, ein Mühlviertler, der weißes Cola aus Kräutern und Gewürzen herstellt – sein Pedacola wird mittlerweile in vielen Gasthäusern der Umgebung angeboten und mit diesem Cola ist es so: Ich bin süchtig! Süchtig im Sinne von: Wenn es irgendwo Pedacola gibt, muss ich Pedacola haben. Sofort!!!

Ob es stimmt, was der Peda über das Colakraut (es stammt aus liebevoller Landwirtschaft, btw) zu erzählen hat? Dass sich früher die Bauersleute gerne einen Zweig davon hinters Ohr gesteckt haben, damit sie bei der Sonntagspredigt nicht einschlafen? Wenn das wahr wäre, dann … dann könnte es ja tatsächlich ein wenig beflügeln …

Hab ich das jetzt laut gesagt?


Coke white

Das Kindercola wird erwachsen: Im Coke white ist eine ganze Menge Gewürze und auch Minze mit dabei. Ich liiiiebe diesen Sirup, muss aber zugeben, dass das echte Pedacola noch ein bisserl mehr zischt als mein Me-too. Coke white schmeckt am besten aufgespritzt mit eiskaltem Mineralwasser und wird mit Eiswürfeln und einer Zitronenscheibe serviert.

Zutaten für etwa 1,5 Liter Sirup

1 Orange
1 Zitrone
1 Limette
1 Liter Wasser
2 Gewürznelken
1 kleine Stange Zimt (5 cm)
2 Kardamomkapseln
1 Messerspitze Galgantpulver
1 TL Vanillepulver
2 cm frische Ingwerwurzel, geschält und in Scheiben geschnitten
1 TL Kakaonibs
2 kg Zucker
1 dickes Bündel Colakraut – etwa 25 Zweige
1 kleiner Zweig Minze
30 g Zitronensäure

1. Orange, Zitrone und Limette heiß waschen. Die Schalen mit einem Sparschäler in Streifen von den Früchten ziehen. Zitrusfrüchte auspressen.

2. In einem ausreichend großen Topf das Wasser aufkochen.

3. Alle Gewürze (Nelken, Zimt, Kardamom, Galgant, Vanille, Ingwer, Kakaonibs) in einen Teeaufguss-Beutel füllen und den Beutel gut verschließen. Den Beutel gemeinsam mit den Zitrusschalen in das kochende Wasser geben und 10 Minuten bei geschlossenem Deckel leise köcheln lassen.

4. Den Gewürzbeutel und die Zitrusschalen entfernen und den Zucker zum Gewürzwasser geben. Im heißen Sud auflösen.

5. Die Flüssigkeit etwas überkühlen lassen, dann Colakraut, Minze, Zitrussaft und Zitronensäure hinzufügen. Den Topf mit dem Deckel verschließen und den Sirup 3 Tage bei Zimmertemperatur ziehen lassen. Dabei öfter umrühren.

6. Die Kräuter entfernen und den Sirup durch ein feines Sieb abseihen. In saubere Flaschen abfüllen.

Sonntag, 2. August 2015

Bücherglück für …

Der kleinen, feinen Leserrunde, die an meinem ebensolchen Gewinnspiel teilgenommen hat, zuerst einmal ein herzliches Dankeschön für’s Mitmachen. Ich habe mich über jeden einzelnen Kommentar gefreut!

Heute am Frühstückstisch hat das Minimädel die Glückslose gezogen:

Eine signierte Ausgabe des König Nesselbart wird zu Danii geschickt.

Die Blumenkinder in der Wiese freuen sich auf Ulrike.

Ilse darf bei ihrem nächsten Streifzug durch die Natur die Blätterwichtel mitnehmen.


Allen anderen schenke ich zum Trost diesen wunderbaren Blick ins Mühlviertel:

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