Dienstag, 10. Mai 2016

Rezension: Ein Sommer wie damals


Buona vacanza!, wünscht uns Claudio Del Principe schon auf der Titelseite seines neuen Buches Ein Sommer wie damals und tatsächlich ist die Reise durch sein Italien eine gute, eine wunderbare. Kein Bild lässt er aus, das Nostalgiker wie ich in sich tragen, wenn sie an dieses stolze Land denken, es gibt Sonne, Strand und Meer, Fischerboote und Meeresfrüchte, Oden an die Frauen, flirrende Luft und Olivenhaine, Pasta, Tomaten und Eis. Und während ich blättere, möchte ich dorthin, jede Seite macht die Sehnsucht größer, ich will nach Italien, jetzt!

Ein Sommer wie damals ist Claudios Liebeserklärung an das schöne, süchtig machende Italien und eine Sammlung seiner liebsten italienischen Sommergerichte. Dass dabei immer ein wenig Nostalgie mitschwingt, sei gut, meint er, denn: Sie lässt uns träumen und schärft den Blick für die guten und schönen Dinge. Und weiter: In gutem italienischem Essen steckt ein Geheimnis; es sind die kleinen Zubereitungstricks für das gewisse Etwas. Das ist keine Zauberei. Aber wenn alles stimmt, ist es reine Magie. Was für eine Ankündigung!

Wie der Sommer klingt, erfahren wir gleich zu Beginn in Claudios Playlist seiner liebsten italienischen canzoni. Danach geht es ganz klassisch weiter mit:

* Antipasti – Pizze und Focaccie
* Primi – Pasta und Risotto
* Secondi - Fisch
* Secondi – Fleisch
* Dolci

Was mir besonders gut gefällt

* Wieder einmal sind es die Bilder, die mich gefangen nehmen, weil in ihnen so viel mitschwingt. Amore, würde Claudio sagen, und ja, vermutlich trifft dieses eine Wort den Nagel auf den Kopf. Es ist die Liebe zu Italien und seinen kulinarischen Schätzen.
* Claudios Geschichten und Erinnerungen sind wunderbar zu lesen, unterhaltsam und kurzweilig – und sie verstärken den Sehnsuchts-Effekt noch mehr.
* Ich liebe das Kurzkapitel Tomate total: 10 Inspirationen, um frischen Tomaten den großen Sommerauftritt zu bereiten. 10 teils klassische und teils (für mich) neue Kurzrezepte auf einer Seite zusammengefasst, von denen ich jedes einzelne ausprobieren möchte.

Was mir nicht so gut gefällt

* Viele Rezepte verlangen nach typischen italienischen Zutaten, die hier nur schwer zu bekommen sind. Nicht immer gibt der Autor brauchbare Alternativen an.
* Das Dolci-Kapitel ist für meinen persönlichen Geschmack mit nur 6 Rezepten auf jeden Fall ausbaufähig.

Nachgekocht


Carratelli mit wildem Spinat

Wilden Spinat, in Italien Orapi, bei uns auch Guter Heinrich genannt, habe ich in meiner unmittelbaren Umgebung bis jetzt noch nicht gefunden. Ich habe mir daher mit meinem Lieblings-Unkraut, der Brennnessel, geholfen, was in diesem Gericht auf jeden Fall seine Berechtigung hat. Die Carratelli selbst sind ganz leicht zu machen und sehr gut gelungen.

Zutaten für 4 Portionen

Für den Teig
200 g Weizenmehl Type 00
100 g Hartweizenmehl, fein (ich habe Hartweizengrieß verwendet)
Feines Meersalz
150 g lauwarmes Wasser

Für den Spinat
500 g frischer Orapi (ich habe Brennnesselspitzen gesammelt, eine große Schüssel voll)
1 Knoblauchzehe
1 Peperoncinoschote
8 EL Olivenöl extra vergine

Zum Bestreuen
Pecorino
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

1. Beide Mehlsorten sieben und mit einer Prise Salz auf der Arbeitsfläche anhäufen. In der Mitte eine Mulde formen. Nach und nach Wasser in die Mulde geben und das Mehl mit einer Gabel daruntermischen.

2. Während 10 Minuten mit den Händen zu einem geschmeidigen Teig kneten. Falls der Teig zu hart wird, wenig Wasser dazugeben. Teig 10 Minuten unter einem Küchentuch ruhen lassen.

3. Aus kleinen Teigstücken Rollen von 8 mm Durchmesser formen. Davon 2 cm lange Stückchen abschneiden. Die einzelnen Nudeln formen, indem man den Zeigefinger daraufdrückt und sie mit einer halben Umdrehung über die Arbeitsfläche zieht. So bekommen sie ihre typische Delle. Bemehlen, damit sie nicht zusammenkleben, und mit einem Küchentuch abdecken.

4. Orapi (ich: Brennnesseln) säubern, 5 Minuten in siedendem Salzwasser blanchieren, abseihen. Knoblauch schälen und fein schneiden. Peperoncino waschen und in feine Ringe schneiden.

5. In einer Pfanne Olivenöl erhitzen und 5 Minuten bei schwacher Hitze mit Knoblauch und Peperoncino aromatisieren. Wilden Spinat dazugeben, durchschwenken. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und 5 Minuten zugedeckt ziehen lassen.

6. Carratelli ca. 4 Minuten in reichlich siedendem Salzwasser kochen, bis sie oben schwimmen. Mit einem Schaumlöffel abschöpfen, zum Spinat geben, mit geriebenem Pecorino bestreuen und gut vermengen. Nach Bedarf etwas Pastawasser dazugeben, damit die Nudeln nicht aneinander kleben und schön geschmeidig bleiben.

7. Auf Tellern anrichten und mit weiterem Pecorino und schwarzem Pfeffer bestreuen.


To Cook-Liste

Focaccia mit Zucchiniblüten
Pasta alla Norma
Scialatielli mit Zitrone
Pannacotta mit Sauerkirschen

Fazit: Es passt so gut wie alles an Ein Sommer wie damals – und die Sehnsucht, die beim Lesen und Nachkochen entsteht, ist schwer zu kontrollieren. Es ist wahrlich ein schönes Buch, das man hier in Händen hält – obwohl es mir persönlich fast ein wenig zu fleisch- und fischlastig ist*. Trotzdem und alles in allem: Bravo, Claudio, bravo!

Ein Sommer wie damals
von Claudio Del Principe
Gebundene Ausgabe, 224 Seiten
Brandstätter Verlag, 1. Auflage 2016
ISBN: 978-3850339681
Preis: € 29,90

Ein herzliches Dankeschön an den Brandstätter Verlag, der mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

*Das liegt vielleicht /vermutlich auch daran, dass Claudio Del Principe bereits ein (sehr empfehlenswertes) rein vegetarisches Werk zur italienischen Küche vorgelegt hat, nämlich Italien vegetarisch!

Montag, 2. Mai 2016

Hallo Mai!


Ein ewiges Rätsel wird es mir bleiben, das Maibaum-Aufstellen in unserem Ort. Warum die starken Männer der Freiwilligen Feuerwehr komische Wörter schreien, während sie stemmen und heben, während sich die Adern an ihren Hälsen blähen und sich ihre Gesichter vor Anstrengung zu Grimassen verziehen?



Howasewa!, ruft der eine, Huuuiiiise!, keuchen die anderen. Nun, ich als Zuag’roaste darf es mir wohl erlauben, es nicht zu wissen. Aber erklären konnte es mir bis jetzt auch noch keiner, nicht einmal die Dasigen. Egal: Der Maibaum steht.


Vollkornbriochekipferl

Diese Kipferl schmecken (und sind) sehr buttrig und fein. Sie sind auch am nächsten Tag noch ausgesprochen köstlich und gar nicht trocken. Außerdem lassen sie sich super auf Vorrat backen und einfrieren.

Zutaten für 16 Kipferl

200 g glattes Mehl
200 g Weizenvollkornmehl
1 Prise Salz
75 g feiner Zucker
1 EL Vanillezucker
1 TL Zitronenschale
30 g frische Germ
200 g weiche Butter
2 zimmerwarme Eier
1/8 l lauwarme Milch
1 Schuss Rum

Zum Bestreichen
1 versprudeltes Ei

Zum Bestreuen
Hagelzucker

1. Die beiden Mehlsorten, Salz, Zucker, Vanillezucker und Zitronenschale in eine Rührschüssel geben und mit einem Kochlöffel vermischen.

2. Frische Germ hineinbröseln.

3. Butter, Eier, Milch und Rum hinzugeben und alle Zutaten zuerst kurz auf langsamer Stufe miteinander vermengen, dann auf mittlerer Stufe 5 – 8 Minuten kneten, bis ein glatter und geschmeidiger Teig entstanden ist.

4. Den Teig zudecken und an einem warmen Ort 1 – 2 Stunden reifen lassen, bis er gut aufgegangen ist. Durch die hohe Buttermenge geht der Teig etwas schwerer auf als anderer Germteig, doch keine Sorge – dies holt er dann beim Backen wieder auf.

5. Teig kurz durchkneten und in zwei Teile teilen.

6. Ein Teigstück auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einem Durchmesser von etwa 30 cm rund ausrollen. Den Teigkreis wie eine Torte in 8 Stücke (Keile) teilen.

7. Jeden Teigkeil mit den Fingern etwas auseinanderziehen und von unten nach oben (also von der breiten Seite her zur Spitze hin) zu einem Kipferl einrollen.

8. Kipferl auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen und mit einem Geschirrtuch abdecken. Nochmals etwa 30 Minuten gehen lassen.

9. In der Zwischenzeit aus dem zweiten Teigstück weitere 8 Kipferl formen, auf ein zweites Blech setzen und abdecken.

10. Den Backofen auf 180 °C vorheizen.

11. Nach Ende der Gare die Kipferl mit Ei bestreichen und mit Hagelzucker bestreuen.

12. Im vorgeheizten Rohr etwa 20 Minuten goldbraun backen.

Dienstag, 26. April 2016

Rezension: Zisch - Soda, Limonaden und Snacks selbst gemacht


Spätestens seit der Sommergetränke-Rettung bin ich hausgemachten Limonaden und Drinks irgendwie verfallen. Vor allem die Möglichkeit, aromatisierte Flüssigkeiten durch natürliche Fermentation zu vergären und so Kohlensäure zu erzeugen (wie etwa hier beim Hollersekt), begeistert mich total. Und selbst angesetzter Ribiselwein steht sowieso schon ewig auf meiner Liste.

Zisch - Soda, Limonaden und Snacks selbst gemacht ist ein brandneues Buch zum Thema Homebrewing. Es stammt von der schwedischen Food-Autorin und Sommelière Tove Nilsson. Die Autorin erklärt in einem ausführlichen Einleitungsteil  alle Herstellungsverfahren für Sodas (hiermit sind Erfrischungsgetränke mit Kohlensäure und maximal 0,5 % Alkohol gemeint) und Limonaden – vom Versetzen selbst gemachter Sirups mit Sprudelwasser über die Hefegärung bis zur natürlichen Fermentation. Im Anschluss stellt sie für jede Variante eine Vielzahl von Rezepturen vor. Kleine, knackige Snackrezepte runden das Buch sehr schön ab.

Nach dem Einleitungsteil gibt es folgende Rezeptkapitel im Buch:

* Sodasirup
* Limonaden & Eistees
* Vergorene & natürlich fermentierte Getränke
* Floats, Egg Cream, Eiskaffee & Bubble Tea

Was mir besonders gut gefällt

* Die Aufmachung! Die Fotografien sind im Hintergrund allesamt in Blau- und Grautönen gehalten, Kondenswasser perlt von den Gläsern, es gibt Crushed Ice in rauen Mengen: Das Buch macht richtig Durst!
* Immer wieder eingestreut sind Zusatzinfos zur Craft-Kultur, Begriffserklärungen und weitere Rezeptideen mit den vorgestellten Sirups und Limonaden, wie etwa Cocktails.

Was mir nicht so gut gefällt

* Schwierig. Mich stören nicht einmal die drei Bubble Tea-Rezepte …

Nachgekocht


Ginger Ale-Sirup

Ich liebe Ginger Ale! Deshalb war es ein Muss, genau dieses Rezept aus dem Buch auszuprobieren und euch vorzustellen. Zugegebenermaßen bin ich nach der Verkostung allerdings ein wenig hin und her gerissen. Hausgemacht schmeckt natürlich besser als gekauft, allein schon aus Prinzip. Allerdings werde ich beim nächsten Mal doch eine Adaption des Rezeptes vornehmen, nämlich die Ingwermenge um die Hälfte reduzieren. Mir ist bei dieser Rezeptur der Ingwergeschmack einfach zu dominant und zu scharf. Ansonsten schmeckt das Getränk aber sehr fein und erfrischend.
Beim Zucker wollte ich nicht extra einkaufen gehen und habe daher eine Mischung dessen genommen, was gerade im Vorratsschrank war: Braunzucker, normaler Kristallzucker und etwas Kokosblütenzucker.

Zutaten für etwa 800 ml

200 g Ingwer
500 ml Wasser
abgeriebene Schale von 1 Bio-Zitrone
1 TL Zitronensäure
1 ½ Prisen Salz
160 g heller Muscovadozucker
180 g Rohrohrzucker

1. Ingwer gut waschen oder dünn schälen.

2. Im Mixer gemeinsam mit einem Teil des Wassers fein pürieren.

3. Ingwerpüree mit dem restlichen Wasser, Zitronenschale, Zitronensäure und Salz in einen Topf geben und aufkochen. Etwa 5 Minuten köcheln lassen.

4. Den Zucker zugeben und erhitzen, bis er sich aufgelöst hat.

5. Topf vom Herd ziehen und den Sirup abgedeckt abkühlen lassen.

6. Sirup durch ein feines Sieb oder Tuch abseihen. In saubere Glasflaschen abfüllen und gut verschließen.

7. Zum Servieren den Sirup nach Geschmack mit eiskaltem Sodawasser aufgießen und Eiswürfel zugeben.


To Cook-Liste

Cream Soda
Colasirup
Barley Water
Chai-Eistee
„Campari“ – Grapefruitsoda mit Kräutern

Fazit: Ich hab schon wieder Durst! Abhilfe schafft Zisch - Soda, Limonaden und Snacks selbst gemacht von Tove Nilsson auf jeden Fall. Überhaupt habe ich das Gefühl, dass hier jeder auf seine Kosten kommt. Tonicsirup, Agua Fresca, Kombucha, Root Beer, Eiskaffee „Cold Brew“ – es ist wirklich alles da.

Zisch - Soda, Limonaden und Snacks selbst gemacht
von Tove Nilsson
Gebundene Ausgabe, 120 Seiten
Neuer Umschau Buchverlag, 1. Auflage 2016
ISBN: 978-3865287939
Preis: € 16,95

Ein herzliches Dankeschön an den Neuen Umschau Buchverlag, der mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Dienstag, 19. April 2016

Die Familie in der Küche


Oh Gott, was habe ich gelacht. Mich ertappt gefühlt. Und danach gedacht: Kind, du hast so recht. Im hektischen Alltag ziehe ja auch ich es meist vor, allein zu kochen. Keiner steht mir im Weg, keiner fragt mir ein Loch in den Bauch, keiner stiftet Chaos. Dabei ist es so wichtig, nicht nur gemeinsam zu essen, sondern auch gemeinsam zu kochen und zu backen. Und so schön. Es macht Spaß! Na gut, zumindest dann, wenn man es schafft, seinen eigenen Perfektionismus großzügig auszublenden. Dann wird die Küche plötzlich zu einem Ort voller Kreativität, Freude, Neugier, Wildheit und Genuss. Deshalb: 5 Regeln für das Kochen mit Kindern


1. Don’t correct me all the time. That just makes me want to run out and never come back.

2. Don’t get mad if I fail. A smart guy once said, “We learn from our mistakes.” … I believe that guy.

3. Don’t rush me! Learning takes time. Try to relax for a minute.

4. And what’s wrong with being messy?! It’s actually more fun. You guys need to work with your control issues.

5. It’s OK to get tired or lose interest.

Daumen hoch!


Family Ciabatta

Das Rezept für die Ciabatta-Familie stammt aus einem meiner Lieblingskochbücher des vergangenen Jahres: Making bread together von Emmanuel Hadjiandreou. Es ist ein wenig aufwändig, weil der Teig stündlich bearbeitet werden muss – aber die Mühe lohnt sich: Das Brot ist knusprig und aromatisch und schmeckt wirklich sehr fein.
Ich habe die doppelte Menge verarbeitet, ansonsten hätte ich nicht alle Familienmitglieder untergebracht J. Wie ihr seht, stammen die Bilder aus der Zeit, als mein Spike noch am Leben war – sie sind heute einmal mehr eine schöne Erinnerung. Auch ihm hat das Brot geschmeckt.
Übrigens habe ich das Rezept auch schon mit 50 % Vollkornmehl und 50 % Auszugsmehl ausprobiert – das ist ebenfalls einen Versuch wert! Es macht das Brot etwas rustikaler und sorgt für mehr Biss.

Zutaten für einen großen Laib (im Original wird nur die Hälfte der Mengen verwendet)

400 g Mehl (vorzugsweise Type 00)
1,5 TL Salz (Originalrezept: 2 TL)
2 g bzw. ½ TL Trockenhefe oder 4 g frische Hefe
320 g lauwarmes Wasser
30 g bzw. 2 EL Olivenöl

1. Mehl mit Salz, Hefe und Wasser in eine Schüssel geben und mit dem Knethaken der Küchenmaschine zu einem sehr klebrigen Teig verkneten.

2. Olivenöl in eine große Schüssel geben, den Teig hinein geben und die Schüssel mit Plastikfolie oder einer umgedrehten kleineren Schüssel abdecken.

3. Den Teig 1 Stunde rasten lassen.

4. Nach einer Stunde Gehzeit den Teig falten: Dabei immer mit den Händen den oberen Teil der Teigkugel zur Mitte ziehen und dort andrücken. Dann die Schüssel etwas drehen und wieder falten. Das macht man einige Male, bis er rundherum gefaltet wurde. Anschließend wird der ganze Teig mit Hilfe einer Teigkarte umgedreht und wieder in die Schüssel gelegt. Es liegt nun eine schöne, gleichmäßig geformte Teigkugel in der Schüssel.

5. Punkt 3 und 4 wird nun dreimal wiederholt. Der Teig geht also weitere 3 Stunden und wird nach jeder Stunde gefaltet und umgedreht.

6. Das Backrohr auf 250 °C vorheizen.

7. Ein Stück Backpapier in der Größe des Backbleches auf die Arbeitsfläche legen. Das Backpapier großzügig mit Mehl bestäuben.

8. Die Teigkugel auf das bemehlte Backpapier geben und ebenfalls großzügig mit Mehl bestreuen. Nun wird der Teig mit den Fingern vorsichtig auseinander und flach gedrückt und gezogen, bis er die gewünschte Größe hat und alle Familienmitglieder Platz haben.

9. Teig mitsamt dem Backpapier auf ein Blech ziehen.


10. Menschen und Tiere mit geeigneten Keksausstechern ausstechen und auf ein separates mit Backpapier ausgelegtes Blech legen.

11. Die beiden Bleche nacheinander ins vorgeheizte Rohr schieben und das Brot in etwa 15 Minuten goldbraun backen. Auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.


Das Rezept stammt aus dem Buch Making bread together von Emmanuel Hadjiandreou, erschienen bei Ryland Peters & Small.

Dienstag, 12. April 2016

Rezension: Das Mixer Kochbuch


Vor etlichen Jahren wäre das das absolute Gehtgarnicht gewesen. Vielleicht kein wahrer Trennungsgrund, aber zumindest Anlass, einmal ordentlich über meine Beziehung nachzudenken: Ein Mixer zu Weihnachten. So was von spießig nämlich, so klischeebehaftet, so unvorstellbar anti. Tja, ich kann euch sagen, die Zeiten ändern sich. Ich hab mich sehr über meinen Mixer zu Weihnachten gefreut. Spießer, ich.

Der Mixer ist mittlerweile im Dauereinsatz und die ganze Familie ist begeistert. Plötzlich liebt das Minimädel Smoothies und kreiert ihre eigenen Rezepte. Der kleine Mann kann sich nicht an den vielen blinkenden Tasten satt sehen. Und ich probiere natürlich grade sehr viel aus. Braucht es aber dafür ein eigenes Kochbuch*? Ein Mixer-Kochbuch? DAS Mixer-Kochbuch?

Tess Masters, die Autorin von Das Mixer Kochbuch, bezeichnet sich selbst als Mixoholic. Auf ihrem bekannten Blog the blender girl stellt sie gesunde Rezepte vor, ihr wichtigstes Küchengerät ist dabei der Mixer. Ihr Buch folgt diesem Konzept. Neben Suppen, Drinks und Smoothies, die klarerweise in ein Mixer-Kochbuch gehören, finden sich viele weitere Kapitel und Rezepte, die immer zumindest eine gemixte Komponente enthalten.

Nach einem Grundlagen-Teil gibt es folgende Rezeptkapitel im Buch:

* Smoothies & Shakes
* Appetithäppchen, Snacks, Dips & Aufstriche
* Salate
* Suppen
* Hauptgerichte
* Desserts
* Drinks, Säfte & Tonics
* Würzmittel, Saucen & Cremes

Was mir besonders gut gefällt

* Die Fotografien im Buch sind ebenso wie die Rezepte selbst bunt und farbenfroh und machen wirklich Appetit auf frisches, pflanzliches Essen – genau, wie ich es mag.
* Die Kapitel über Pflanzenmilch- und Smoothie-Basics sind übersichtlich und sehr interessant geschrieben.

Was mir nicht so gut gefällt

* Leider geht es auch hier nicht ohne Superfoods.
* Grünkohl mit magischer Mango-Massage, Rendezvous mit Chia, Linsen-Liebe, Spinat-Traum, Butternuss-Wonne – ach, manchmal ist weniger einfach mehr.

Nachgekocht


Raffinierte Veggie-Sauce für Pasta und Pizza

Diese Veggie-Sauce ist eine tolle Alternative zur herkömmlichen Tomatensauce. Sie lässt sich sehr schnell zubereiten, weil die Zutaten durch das nachfolgende Mixen nur grob geschnitten werden müssen (das hab zumindest ich so gemacht). Die Sauce schmeckt etwas gemüsiger und deshalb etwas anders als Tomatensauce, gerade deshalb aber sehr interessant. Ich habe sie mittlerweile für Pasta, Pizza und Lasagne ausprobiert und sie funktioniert in allen Gerichten sehr gut. Das heikle Mini-Mädel war von der Sauce zu Pasta nicht ganz so überzeugt, auf Pizza und in Lasagne hat sie jedoch gemundet. Ich habe die Sauce portionsweise eingefroren, was ich sehr praktisch finde. Sie hält sich aber auch gut verschlossen im Kühlschrank erstaunlich lange.

Zutaten für 2,5 Liter (ich habe nur die Hälfte davon gemacht)

1 EL Oliven- oder Traubenkernöl
4 Knoblauchzehen, gehackt
1 rote Zwiebel, grob gehackt
¼ TL Natursalz und 1/8 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
2 Stangen Sellerie, gewürfelt
1 Karotte, geraspelt
je 1 grüne und 1 gelbe Zucchini, geraspelt oder gehackt
1 große rote Paprika, entkernt und gewürfelt
10 mittelreife Tomaten, grob gehackt
2 Dosen stückige Tomaten (je 400 g)
2 EL Tomatenmark
1 EL frischer oder 1 TL getrockneter Oregano, gehackt
1 EL frischer oder 1 TL getrockneter Thymian, gehackt
1 Bund glatte Petersilie, gehackt
½ Bund Basilikum, gehackt
360 ml Gemüsebrühe

1. Das Öl in einem großen Topf bei mittlerer Temperatur erhitzen. Knoblauch, Zwiebel, Salz und Pfeffer dazu geben und etwa 5 Minuten dünsten, bis die Zwiebelwürfel weich und glasig sind.

2. Sellerie, Karotte, Zucchini und Paprika hinzufügen und weitere 5 Minuten dünsten, dabei gelegentlich umrühren.

3. Frische Tomaten, Dosentomaten mit Saft, Tomatenpüree und Kräuter zugeben, die Gemüsebrühe zugießen.

4. Kurz aufkochen und dann bei mittlerer Hitze 15 Minuten ohne Deckel köcheln lassen.

5. Den Topf vom Herd ziehen und die Sauce etwas abkühlen lassen.

6. In mehreren Portionen im Mixer auf höchster Stufe 1 – 2 Minuten pürieren, bis eine glatte, cremige Konsistenz erreicht ist.

7. Nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Apfelkuchen im Glas

Probiert diesen Smoothie, er schmeckt als Alternative zu einem Dessert wirklich außergewöhnlich gut!

Zutaten für 2 Personen

240 ml ungesüßte Mandelmilch
270 g ungesüßtes Apfelmus oder gedünstete Äpfel
70 g Cashewkerne, eingeweicht (ich habe die Cashewkerne gemeinsam mit den Datteln für etwa 20 Minuten in heißem Wasser eingeweicht)
2 TL natürlicher Vanilleextrakt (ich habe 1 TL Vanillezucker verwendet)
½ TL Zimt, gemahlen
2 Datteln, entsteint und eingeweicht (siehe oben) oder 2 EL Ahornsirup
125 g Eiswürfel

1. Alle Zutaten in den Mixer geben und auf höchster Stufe 30 – 60 Sekunden pürieren, bis eine glatte, cremige Konsistenz erreicht ist.

2. Nach Belieben nochmals mit etwas Vanille, Zimt oder Süßungsmittel abschmecken.

To Cook-Liste

Cremiger Veggie-Käse
Fruchtleder
Rohe Himbeer-Blitzkonfitüre
Wassermelonen-Gazpacho
Mein Lieblings-Gemüseauflauf
Ananas-Vanille-Sangria
Traumhafter Schlummertrunk

Fazit: Ich muss sagen, das Buch gefällt mir - obwohl (oder gerade weil?) ich noch immer nicht restlos vom Konzept Mixer-Kochbuch überzeugt bin. Tess Masters hat es trotzdem geschafft, mich mit ihrem bunten, abwechslungsreichen Mixer Kochbuch für sich zu gewinnen.

Das Mixer Kochbuch
von Tess Masters
Broschiert, 224 Seiten
AT Verlag, 1. Auflage 2015
ISBN: 978-3038008392
Preis: € 19,90

Ein herzliches Dankeschön an den AT Verlag, der mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

*Diese Frage habe ich schon einmal versucht zu beantworten, nämlich hier.

Mittwoch, 6. April 2016

#Bärlauchliebe2016: Essen macht glücklich macht schön


Mein Lieblingsheld eines Buches? Die kleine Raupe Nimmersatt. Sie frisst dauernd und wird dadurch am Ende wunderschön.
Gelesen irgendwo (beim Friseur), vor kurzem (Gottseidank), Verfasser des Zitats (mir) unbekannt

Ja, Essen macht schön. Vielessen vielleicht nicht, aber Gutessen auf jeden Fall. Gutessen macht glücklich und glückliche Menschen strahlen von innen. Und wer von innen strahlt, ist schön.


Kommt noch dazu: Glücklich machen macht glücklich. Gepriesen seien also die KöchInnen unter uns, die, die täglich feine Gerichte auf die Tische ihrer Familien zaubern. Sie sind nämlich doppelt schön – sie genießen ihre frisch-bunte Küche und machen auch andere damit glücklich …


Karfiol-Fritter mit Curry und Bärlauch

Zutaten für 3 – 4 Personen

Für die Fritter (die Masse ergibt etwa 10 Stück)
1 mittelgroßer Karfiol
2 EL Olivenöl
½ TL Salz

30 g feines Knödelbrot
2 Eier
2 EL Vollkornmehl
2 EL Vollmilchjoghurt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt oder gepresst
1 ½ TL Currypulver
½ TL Kurkuma, gemahlen
1 große Handvoll frischer Bärlauch, grob gehackt
½ TL Salz

Zum Braten
Pflanzenöl (ich habe Rapsöl verwendet)

Für die Sauce
½ kleine weiße Zwiebel, sehr fein gehackt
125 g Vollmilchjoghurt
125 g Sauerrahm
1 TL Zitronensaft
Salz
etwas Senf

Zum Servieren
1 Handvoll frischer Bärlauch, grob gehackt

1. Für die Fritter den Backofen auf 200 °C vorheizen.

2. Karfiol in nicht zu kleine Röschen teilen und auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech verteilen. Mit Olivenöl beträufeln und mit Salz bestreuen. Im vorgeheizten Rohr etwa 20 Minuten backen, bis die Spitzen zu bräunen beginnen.

3. In der Zwischenzeit für die Sauce die Zwiebel schälen und sehr fein hacken. Mit den restlichen Saucenzutaten vermischen, würzig abschmecken.

4. In einer großen Schüssel Knödelbrot, Eier, Mehl, Joghurt, Knoblauch, Gewürze, Bärlauch und Salz vermischen. Abgedeckt durchziehen lassen, bis der Karfiol fertig ist.

5. Karfiol aus dem Ofen nehmen. Das Knödelbrotgemisch auf eine Seite der Schüssel schieben, den Karfiol ebenfalls in die Schüssel geben – nämlich dorthin, wo jetzt Platz ist. Den Karfiol mit dem Stabmixer grob pürieren, dann alles miteinander gut vermischen.

6. Die Schüssel wieder abdecken und für mindestens 3 Stunden zum Durchziehen in den Kühlschrank stellen.

7. Das Backrohr auf 100 °C vorheizen.

8. In einer Pfanne etwa 5 mm hoch Pflanzenöl erhitzen. Die Karfiolmasse aus dem Kühlschrank nehmen und mit Hilfe eines Eisportionierers Kugeln abstechen. Die Kugeln in das heiße Öl geben und mit dem Rücken eines nassen Esslöffels auf etwa 1 cm Höhe flach drücken.

8. Bei mittlerer Hitze pro Seite etwa 2 – 3 Minuten knusprig braten.

9. Fritter auf Küchenpapier abtropfen lassen und dann zum Warmhalten in den Ofen geben. Aus der restlichen Masse weitere Fritter braten.

10. Fritter mit der Sauce anrichten und mit Bärlauch bestreuen.

Tipp: Dazu passen gekochte Kartoffeln ganz hervorragend.


Quelle: Clara Persis


Das ist mein Beitrag zum Event Bärlauchliebe von Sina, der supertollen giftigenblonden!

Donnerstag, 17. März 2016

#wirrettenwaszurettenist: Wir gugeln uns zum Geburtstag!


Kinder, wie die Zeit vergeht! Die phantastische Truppe rund um #wirrettenwaszurettenist feiert doch tatsächlich schon ihren zweiten Geburtstag! Ich freue mich sehr, bei dieser tollen Aktion dabei sein zu dürfen und feiere natürlich ordentlich mit. Dieses Mal retten wir den guten alten Gugelhupf – und den braucht wirklich keiner kaufen, so einfach, wie das geht …


Schlagobers-Gugelhupf

Diesen köstlichen Gugelhupf backe ich besonders gerne – er ist flauschig, nicht allzu süß und einfach herzustellen. Wer keine Nüsse mag, ersetzt die angegebene Menge durch weiteres Mehl. Für den Gugelhupf auf dem Bild habe ich eine kleine Form verwendet und nur die Hälfte der Masse gemacht – dann reduziert sich die Backzeit um 5 Minuten auf etwa 45 Minuten.

Zutaten für 1 Gugelhupf

250 ml Schlagobers
5 Eier
150 g Zucker
1 Prise Salz
1 EL Vanillezucker
100 g gemahlene Haselnüsse
200 g Mehl
1 TL Backpulver
40 g Stärkemehl

Für die Gugelhupfform
Butter
Mehl

Zum Bestreuen
Staubzucker

1. Die Gugelhupfform mit Butter einfetten und mit Mehl ausstreuen. Überschüssiges Mehl gut abklopfen.

2. Das Backrohr auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

3. Das Schlagobers steif schlagen.

4. Eier trennen.

5. Eiklar mit 50 g Zucker und 1 Prise Salz steif schlagen.

6. Dotter mit den restlichen 100 g Zucker und Vanillezucker hell schaumig rühren.

7. Haselnüsse mit Mehl, Backpulver und Stärkemehl vermischen und unter die Dottermasse rühren.

8. Schlagobers unterrühren, zuletzt den Eischnee unterheben.

9. Kuchenteig in die vorbereitete Form füllen und in den vorgeheizten Ofen schieben.

10. Etwa 50 Minuten backen, Stäbchenprobe!

11. Kuchen aus dem Ofen nehmen, einige Minuten in der Form überkühlen lassen, auf ein Kuchengitter stürzen und vollständig auskühlen lassen.

12. Mit Staubzucker bestreuen.


Brillat-Savarin war der Auffassung, manch Köstlichkeit des guten Lebens mache einen „Wunderdinge sehen“. Und in der Tat – wenn man von der Schlagsahne kostet, legt sich ein angenehm kühlender, wohltemperierter Balsam über die Lippen, und schließt man in diesem Moment die Augen, fühlt man sich, als würde das Körperinnere von sanften Händen eingecremt.
Aus: Kaffeeklatsch – die Stunde der Frauen, Katja Mutschelknaus

Ein kraftvolles Happy Birthday kommt außerdem von:

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