Freitag, 17. März 2017

#wirrettenwaszurettenist: Drei Jahre und ein reich gedeckter Tisch


Der Rettungstrupp rund um Susi und Sina feiert Geburtstag, den dritten, ist das zu fassen? Ich rufe laut:

Danke Susi! Danke Sina! Schön, dass es euch und die Rettungen gibt! Auf die nächsten drei Jahre!


Und steuere zum Rettungs-Geburtstagsbrunch jene Vollkorn-Croissants bei, die ich vor kurzem erst zum Käferlein-Geburtstagsbrunch für zwei sehr liebe Freundinnen gebacken habe. Das passt doch wie die Faust auf’s Aug, nicht wahr?


Vollkorn-Croissants nach David Lebovitz

Mein erstes Mal: Croissants. Und ich muss sagen, das ist tatsächlich keine allzu große Hexerei. In der langzeitgeführten Vollkornvariante nach David Lebovitz und begleitet von einer Schale Milchkaffee – mehr brauch ich nicht für einen guten und genussvollen Start in den Tag. Wichtig ist allerdings: Vor dem Backen benötigen die Kipferl genügend Zeit zum Aufgehen, damit sie auch richtig schön hoch und splittrig werden. Meine hatten leider etwas zu wenig davon, was man ihnen auch ansieht. Geschmeckt haben sie aber trotzdem, und wie!

Zutaten für 6 Stück

Für die Croissants
175 g Universalmehl
105 g Weizenvollkornmehl
160 ml Vollmilch, ganz leicht erwärmt
2 TL Trockenhefe
2 EL Zucker
1 große Prise Salz
160 g kalte Butter in Würfeln

Zum Bestreichen
1 Ei
1 Prise Salz

Tag 1

1. Die beiden Mehlsorten vermischen.

2. Milch mit Hefe und Zucker in einer Schüssel vermischen, etwa 1 Drittel der Mehlmischung einrühren und etwa 15 Minuten ruhen lassen, bis sich erste Bläschen bilden.

3. Den Rest der Mehlmischung sowie das Salz mit dem Handmixer / Knethaken einarbeiten, dabei nur solange kneten, bis sich die Zutaten homogen zusammengefügt haben. Keinesfalls zu lange kneten.

4. Den Teig in der Schüssel mit Frischhaltefolie gut abdecken und über Nacht (mindestens jedoch 6 Stunden) im Kühlschrank rasten lassen.

Tag 2

5. Die kalte Butter mit dem Handmixer kurz verrühren, bis keine allzu großen Klumpen mehr vorhanden sind. Ein Stück Frischhaltefolie auf die Arbeitsfläche legen. Die Butter mittig darauf platzieren, etwas flach drücken und dann lose in die Folie einschlagen. In der Folie zu einem Rechteck von etwa 10 x 8 cm Größe formen. Für ungefähr 30 Minuten in den Kühlschrank geben.



6. Den Croissantteig aus dem Kühlschrank nehmen und auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einer Kugel formen. Die Kugel an der Oberseite kreuzförmig einschneiden und die vier entstandenen Spitzen nach außen drücken. So entsteht ein Quadrat. Dieses Quadrat zu einer Größe von etwa 30 x 30 cm ausrollen, dabei in der Mitte eine kleine Erhöhung lassen.


7. Die gekühlte Butter auspacken und in die Mitte des Teigquadrats legen. Die vier Ecken über die Butter legen, sodass sie komplett eingepackt ist.



8. Das Teigpaket vorsichtig, aber rasch zu einem Rechteck ausrollen, etwa 22 x 30 cm groß. Nun kommt die erste einfache Tour: Die Teigplatte gedanklich dritteln. Das linke Drittel über die Mitte einschlagen, dann das rechte. Mithilfe des Nudelholzes das Teigpaket zwei Mal von Ecke zu Ecke zusammenpressen, sodass ein „X“ im Teig erkennbar ist. Mit dem Finger einen Punkt markieren als Erinnerung daran, dass die erste Tour erledigt ist. In Frischhaltefolie einpacken und für 45 – 60 Minuten kühlen.



9. Es folgt eine doppelte Tour: Die Teigplatte gedanklich vierteln. Das linke Viertel zur Mitte einschlagen, ebenso das rechte. Dann alles nochmals zusammenklappen. Das Teigpaket wieder zusammenpressen und mit dem Finger zwei Punkte eindrücken. In Frischhaltefolie einpacken und wieder für 45 – 60 Minuten kühlen.


10. Ich habe nun nochmals eine doppelte sowie eine einfache Tour gemacht, jeweils gefolgt von etwa 1 Stunde Rastzeit im Kühlschrank. Rein rechnerisch ergibt das 144 Lagen! David Lebovitz macht bei seinem Teig übrigens „nur“ drei einfache Touren. [An dieser Stelle könnte der Teig gut verpackt über Nacht in den Kühlschrank gestellt oder auch tiefgefroren werden.]



11. Der Teig ist also fertig, nun werden die Croissants geformt: Teig auspacken und auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einer Größe von etwa 33 x 22 cm und einer Dicke von etwa 5 mm ausrollen. Die Teigplatte mit einem scharfen Messer in drei Rechtecke schneiden, jedes Rechteck wiederum diagonal in zwei Hälften teilen.

12. Ein Dreieck nehmen und die kurze Seite etwas zurechtformen, sodass sie gerade und nicht schräg verläuft. Nun mit einem Nudelholz zu einer Länge von etwa 28 cm ausrollen. An der kurzen Seite einen Schnitt von etwa 2 cm Länge setzen (ob dieser Schnitt einen wesentlichen Einfluss auf die Form der Croissants hat, hat sich mir noch nicht ganz erschlossen, ich vermute, er kann auch weggelassen werden). Von unten her nicht zu fest einrollen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen.


13. Mit den restlichen Dreiecken genauso verfahren. [An dieser Stelle könnten die Croissants gut gekühlt auf den Morgen warten.]

14. Die Croissants gut mit einer Plastikfolie oder einem Küchentuch abdecken und an einem warmen Ort bis zum doppelten Volumen aufgehen lassen. Dies dauert etwa 1,5 – 2 Stunden.

15. In der Zwischenzeit den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

16. Das Ei mit dem Salz gründlich verschlagen.

17. Die Croissants mit der Eistreiche rundherum einstreichen und in den Ofen schieben.

18. Nach 5 Minuten Backzeit die Hitze auf 180 °C reduzieren und weitere 25 – 30 Minuten backen, bis die Croissants goldbraun und knusprig sind.


Wichtig:
* Beim Tourieren das anhaftende Mehl immer wieder mit einem kleinen Besen oder auch vorsichtig mit einem Küchentuch vom Teig wischen.
* Das Ausrollen und Falten muss schnell gehen, damit die Butterschichten nicht zu weich werden.
* Fertig gebackene und ausgekühlte Croissants lassen sich prima einfrieren. Bei Bedarf gibt man sie einfach für einige Minuten in den nicht zu heißen Ofen, bis sie wieder durchgewärmt sind.

Und was gibt es sonst noch zum Geburtstagsbrunch? Puh, der Tisch, der biegt sich gewaltig unter der Last all dieser Köstlichkeiten ….

Dienstag, 14. März 2017

Wonne[prop]pen


Props, glorious props, las ich da und tatsächlich kann man sich als Foodbloggerin ganz schnell verlieren im Sammeln von … Kram. Kram, der Bilder atmosphärischer, ästhetischer, hübscher machen soll. Und ich muss zugeben, da findet sich auch in mir eine gewisse Affinität. Der Hang zu kitschigen Flohmarktschätzchen und verblichenen, verbogenen oder zerkratzten Erbstücken – er ist da, ganz definitiv. Mein Mann würde jetzt einwenden: Das ist kein Hang, das ist eine Sucht, eine verrückte. Ich sage: Es ist eine Leidenschaft. Eine Leidenschaft, die sich – zumindest meiner Ansicht nach – in Grenzen hält, denn: Es gibt da ja noch mehr.



Mindestens genauso wichtig wie Blümchenteller & Co. sind mir meine natural props. Attraktive eyecatcher, nach denen ich beim alltäglichen Spaziergang mit offenen Sinnen Ausschau halte. Ein bisschen frisches Grün, ein hübscher Zweig, wilde Früchte und Beeren – das sind props nach meinem Geschmack: Farbenfroh, lebendig und kostenfrei noch dazu.

Am allerliebsten aber sind mir meine living props – meine Kinder. Nur allzu gerne nutze ich sie als niedliche Fototapeten und gehe dafür bereitwillig (freche) Tauschgeschäfte ein. Ein Stück Schokolade pro Knips? Auch das hatten wir schon.

Wie gut, dass sich das Käferlein nicht wehren kann. Es ist ein prop, das sich – noch – platzieren lässt, wie es mir gefällt. Und ach, wie mir das gefällt …


Vollkorn-Linguine mit Parmesan-Nuss-Bröseln und geschmortem Fenchel

Kurz gesagt: Die Kombination aus bissfest gegarten Nudeln, knusprig-würzigen Bröseln und weichem, aromatischem Fenchel ist einfach umwerfend.

Zutaten für 4 Portionen

Für die Brösel
2 EL Walnüsse
½ Bund Petersilie
1 Knoblauchzehe
30 g Vollkorn-Semmelbrösel
50 g geriebener Parmesan
Salz
3 EL Olivenöl

Für den geschmorten Fenchel
2 Fenchelknollen
3 EL Olivenöl
½ TL Fenchelsamen, grob zerstoßen
Salz
Pfeffer
1 Prise Zucker
Schale von ½ Zitrone, abgerieben

Außerdem
500 g Vollkorn-Linguine
3 EL Olivenöl zum Schwenken

1. Für die Brösel die Walnüsse grob hacken, Petersilie und Knoblauch fein hacken. Alles mit Semmelbröseln und Parmesan vermischen, salzen. Das Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die Bröselmischung darin bei mittlerer Hitze und unter häufigem Wenden knusprig braten. Beiseite stellen.

2. Einen großen Topf mit Wasser aufkochen.

3. Die Fenchelknollen waschen und in etwa 7 mm dicke Scheiben schneiden – dabei den Strunk nicht entfernen, damit die Scheiben nicht auseinander fallen. Das Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die Fenchelsamen darin anrösten. Die Fenchelscheiben dazugeben, mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker würzen. Zudecken und die Fenchelscheiben bei mittlerer Hitze auf beiden Seiten etwa 10 – 15 Minuten lang schmoren. Sobald der Fenchel gar ist, die Zitronenschale zugeben und nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken.

4. Während der Fenchel schmort, die Pasta bissfest kochen.

5. Kurz vor dem Ende der Garzeit des Fenchels einen kleinen Schöpfer vom Nudelkochwasser abnehmen und den Fenchel damit aufgießen. Deckel wieder aufsetzen und bis zum Anrichten weiter schmoren.

6. Pasta abseihen und mit Olivenöl vermischen.

7. Nudeln auf Teller geben, mit den Bröseln bestreuen und mit dem geschmorten Fenchel servieren.


***
Hinweis am Rande: Felisa Schales ist Studentin an der Universität Bremen und hat mich gebeten, folgenden Aufruf an euch, meine geschätzten Leserinnen und Leser, zu veröffentlichen (was ich gerne mache):

Food-Blog-Sympathisanten gesucht!!!
Im Rahmen meiner Masterarbeit setze ich mich mit dem Feld der Food-Blogs und besonders deren Leser auseinander.
Deshalb suche ich Euch! In kurzen Gesprächen (gerne auch am Telefon) möchte ich herausfinden, was ihr an Foodblogs mögt und wie ihr sie benutzt. Selbstverständlich werden eure Daten anonymisiert und nur für meine Arbeit verwendet.
Lust zu helfen? Super, dann meldet euch: 
ichlesefoodblogs@web.de
Dienstag, 28. Februar 2017

Charakterköpfe


Ein kleines Gör' mit Taschengeld,
beim Bäcker Tag für Tag,
dort kauft sie viele Krapfen ein,
obwohl sie die nicht mag.

Die Kleine streicht sich Brote stolz,
an jedem Morgen fein,
die Füllung aus den Krapfen kommt,
die Füllung ganz allein.

Die Brote sie im Keller schlemmt,
die Mutter soll's nicht seh'n,
denn wenn sie all die Krapfen sieht,
wird sie am Rade dreh'n.

Doch eines Tages kommt sie doch,
die Kellertrepp' herab,
da sieht sie ihre Tochter dort,
und fällt vom Glauben ab.

Die Mutter sah den Berg von Krapf',
nein Kind, du machst mir Spass,
die Marmelade gibt es doch,
die gibt es auch im Glas.

(Friedhof der Krapfen von s.cornella)


Krapfen sind allerwichtigstes österreichisches Esskulturgut! Jeder liebt sie, doch kaum einer macht sie noch selbst. Wie wundervoll, dass sich da wieder eine kleine Runde österreichischer Foodies gefunden hat, die es sich zur Aufgabe machen will, genau solch kost-bares Kulturgut auf- und/oder hochleben zu lassen. Alles unter der Prämisse:


Die Idee stammt von meinen lieben Bloggerkolleginnen Susi und Sina, das Logo hat Christina für uns gestaltet.
Schön, dass ich dabei sein darf! Für Tradition und Brauchtum bin ich ja immer zu haben. Und unsere Krapfen, soviel trau ich mir jetzt schon zu sagen, werden bestimmt nicht am Friedhof landen …


Vollkornkrapfen aus dem Ofen mit Hagebuttenmarmelade

Die Idee für die Vollkornkrapfen mit Hagebuttenmarmelade entdeckte ich drüben bei Madam Rote Rübe und ich fand sie sofort nachahmenswert. Für das untenstehende Rezept habe ich mein Ofenkrapfenrezept entsprechend abgewandelt und mit Vollkornmehl und Honig gearbeitet. Und ja, die Krapfen haben eindeutig Charakter – sie haben Biss, sind aber trotzdem fluffig und leicht. Ich mag sie gern!

Zutaten für 12 Krapfen

Für den Teig
200 g Vollkornmehl
115 g glattes Mehl
20 g frische Hefe (oder 1 Packerl Trockengerm)
55 g Honig
160 ml lauwarme Milch
50 g weiche Butter
1 Ei (Gewichtsklasse L)

Zum Einstreichen und Wälzen
etwa 50 g Butter
Feinkristallzucker

Zum Füllen
etwa 12 TL Hagebuttenmarmelade oder andere Lieblingsmarmelade

Zum Bestreuen
Staubzucker

1. Aus den Teigzutaten in der Küchenmaschine einen glatten und geschmeidigen Germteig zubereiten.

2. Die Teigschüssel abdecken und den Teig etwa 1 Stunde an einem warmen Ort gehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat.

3. Den Teig auf der unbemehlten Arbeitsfläche kurz durchkneten und in 12 Teile teilen. Die Teigstücke zu Kugeln schleifen.

4. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen und die Teigkugeln mit genug Abstand darauf verteilen (sechs Kugeln pro Blech passen prima). Sie gehen beim Backen noch einmal gut auf!

5. Die Backbleche mit Geschirrtüchern abdecken und nochmals 1 Stunde gehen lassen.

6. Das Backrohr auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

7. Die Butter zum Einstreichen schmelzen.

8. Die Teigkugeln rundherum mit flüssiger Butter einpinseln, ins vorgeheizte Rohr schieben und in etwa 15 Minuten goldbraun backen.

9. Den Kristallzucker zum Wälzen in ein Suppenteller geben.

10. Ofenkrapfen aus dem Rohr nehmen und noch heiß nochmals mit Butter einstreichen. Oberseiten leicht in den Kristallzucker drücken, nicht anhaftende Reste abschütteln.

11. Krapfen auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.

12. Marmelade glatt rühren und in einen Spritzsack mit Fülltülle füllen. Die Tülle seitlich in die Krapfen stechen und ein wenig von der Marmelade in jeden Krapfen spritzen.

13. Die Krapfen kräftig mit Staubzucker bestreuen.


Ganz klassische Krapfen gefällig? Bitte hier entlang.

Und diese Mädels haben auch noch Krapfenrezepte für euch vorbereitet:


Zum Anbeißen, ich sag’s euch … Schaut vorbei, es lohnt sich!

Ich wünsche gutes Gelingen!
Dienstag, 21. Februar 2017

Drama, Baby!


Buhuuuu … Jetzt lachst du mich auch noch aus … Mama!!! … Meine Hände sind jetzt … buhuhu … so schmierig … buhuhu … dass ich nicht mal mehr … ehehe … SCHNIPSEN KANN!!! Das Minimädel kreischt hysterisch in meine Richtung, wirft mir ihre Hände entgegen, sieht mich so vorwurfsvoll an, als hätte ich ihre geliebte Hüpfpferde-Menagerie zum Altstoffsammelzentrum gefahren.


Ja ja, ich bin schuld. Aber der Reihe nach.

Alles hatte ganz harmonisch begonnen: Dem Minimädel kam beim Spaziergang im Wald die Idee, Baumharz von den Fichten zu sammeln, um daraus eine Salbe anzurühren. Ich fand ihren Einfall toll und bewunderte ihr scharfes Auge für die kleinen und mitunter gut versteckten Harzbröckelchen, die hier und da an den Bäumen zu finden waren. Schnell hatten wir eine kleine Handvoll zusammen und wir schlenderten heim. Kurz im Netz nach einem Rezept gestöbert und schon ging es los. Das Minimädel war voll bei der Sache und sehr begeistert. Als die Salbe fertig war, waren wir beide richtig stolz auf unser gemeinsames Werk.

Aber von da an, herrje, nahm das unbarmherzige Schicksal seinen Lauf.


Die Mama musste nämlich die Salbe fotografieren. Natürlich. Muss ja alles fotografieren, die. Da fasste sich das Minimädel ein Herz, dachte an das versprochene Stück Schokolade hinterdrein und tat, was die Mama wollte. Aber ach – einmal aufgetragen, wollte die Salbe nicht mehr so schnell weg. Und mein Vorschlag, sie vom Handrücken aus auf beide Hände zu verteilen, war folgenschwer: Schnipsen nunmehr unmöglich. Sofortige Wiederherstellung der Schnipsfähigkeit längst nicht in Sicht. Und das ihr, der Schnipsmeisterin.

Kreischanfälle vom Minimädel sind nicht ohne, das kann ich euch sagen. Ein mickriges Stück Schokolade hat da nicht gereicht. Mein Gott nein, ein Stück hat so was von nicht gereicht.



Baumharz-Salbe

Da denkt man, man ist im Wald. Diese Salbe duftet so herrlich! Ich verwende sie gerne bei Husten und Schnupfen und trage sie abends vor dem Schlafengehen auf die Brust auf. Offenbar hilft sie aber auch bei Knochen- und Gliederschmerzen, Sonnenbrand, unreiner Haut und als Zugsalbe bei eingezogenen Holzsplittern.
Wer mag, gibt vor dem Abfüllen noch einige Tropfen ätherisches Öl dazu. Bei der Wahl des Öls richtet man sich nach dem Zweck, für den die Salbe verwendet werden soll oder auch ganz einfach nach den persönlichen Vorlieben. Bei Erkältungskrankheiten passt zum Beispiel Thymianöl, bei unreiner Haut Teebaumöl, bei Sonnenbrand Pfefferminzöl, bei Verwendung als Zugsalbe Latschenkieferöl.

Zutaten

Baumharz (am schonendsten für den Baum ist es, nur bereits auskristallisiertes und hartes Harz abzunehmen)
Olivenöl
Bienenwachs (in Blättchenform)

1. Das heilsame Harz von Nadelbäumen wie Fichten oder Tannen sammeln und mit nach Hause nehmen.

2. Um es verarbeiten zu können, muss es zuerst von Pflanzenrückständen gereinigt werden. Dazu wiegt man es in eine saubere und trockene Aluminiumdose ein und gibt die gleiche Gewichtsmenge Olivenöl dazu. Die Dose stellt man nun in einen kleinen Topf mit Wasser und erhitzt Harz und Öl im köchelnden Wasserbad so lange, bis sich das Harz im Olivenöl gelöst hat. Das dauert seine Zeit, ich hatte das Harz etwa 2 Stunden im Wasserbad. Danach hatte sich noch immer nicht alles Harz von den Rindenstückchen gelöst, der Großteil aber schon.

3. Alles durch einen Kaffeefilter abseihen und das Öl abmessen.

4. Pro 100 ml Harz-Öl-Gemisch werden 20 g Bienenwachs verwendet. Beides gibt man in einen kleinen Topf und erwärmt es bei mittlerer Hitze vorsichtig, bis sich das Bienenwachs aufgelöst hat.

5. Wer möchte, gibt nun ätherisches Öl dazu und füllt die Mischung in Salbendosen ab. Ich habe meine Salbe ohne Zusatz von ätherischem Öl abgefüllt.


Sonntag, 29. Januar 2017

Buchtel-Challenge


Na, die Herausforderung nehm ich doch an! Weil, der Germteig und ich, wir sind so enge Freunde, dass da so gut wie selten was danebengeht. Außer natürlich, die Backform ist zu klein, aber das ist dann schon wieder eine ganz andere Geschichte. Die heutige Geschichte, die geht so:

Susi, die Turbohausfrau, hat Buchteln gemacht, fand aber, sie wären halt so ganz und gar nicht perfekt. Woraufhin Sina, die giftige blonde, natürlich vehement widersprochen, ein bisserl nachgedacht, eine Idee geboren und ein paar Leute zusammengetrommelt hat. Und so kommt es, dass euch mit heutigem Tage eine kleine, aber ganz wunderbare Auswahl an erprobten und bewährten Buchtelrezepten zur Verfügung steht, bei der es keine Gewinner und Verlierer gibt, sondern lediglich den gut und ernst gemeinten Rat: Nachbacken! Los!



Dukatenbuchteln mit Vanille-Safran-Sauce

Dukatenbuchteln sind kleine, ungefüllte Buchteln, die nicht größer als ein Hühnerei sein sollen. Sie werden aus einem sehr feinen und reichhaltigen Germteig gemacht, der üblicherweise mehr Butter, Dotter und Zucker enthält als der Teig für normale, also gefüllte Buchteln.
Für die Challenge habe ich mich für eine leicht abgewandelte Form das Dukatenbuchtelrezeptes der Frau Ziii entschieden und auch für den Safran in der Vanillesauce, wie sie es vorschlägt – und ich hab es nicht bereut (überhaupt ist ihr Exkurs über die Buchtel grandios verfasst und unbedingt lesenswert!). Hach, die Buchteln schmecken, so lauwarm und knusprig, zum Reinlegen gut …
Bei der Vanillesauce habe ich hingegen eine Abkürzung genommen und ohne Eidotter gearbeitet. Der Safran sorgt ohnehin für eine wunderbare Farbe.

Zutaten für 4 – 6 Portionen

Für die Vanillesauce
1 Messerspitze Safranfäden, trocken in einer kleinen Pfanne bei mittlerer Hitze geröstet, bis sie duften, und dann fein gemörsert
250 ml Milch
250 ml Schlagobers
20 g Speisestärke
2 EL Vanillezucker

Für den Germteig
300 – 350 g Universalmehl
60 g Zucker
1 EL Vanillezucker
1 große Prise Salz
½ Würfel frische Germ oder 1 Packerl Trockengerm
150 ml lauwarme Milch
80 g zimmerwarme Butter
6 Eidotter

Zum Eintauchen
50 g geschmolzene Butter

Zum Bestreuen
Staubzucker

1. 300 g Mehl, Zucker, Vanillezucker und Salz in die Schüssel der Küchenmaschine geben und vermischen. Germ, Milch, Butter und Dotter zugeben und bei mittlerer Geschwindigkeit mit dem Knethaken etwa 10 Minuten lang zu einem glatten Teig verrühren. Sollte dabei der Teig zu weich sein, weitere 50 g Mehl hinzufügen.

2. Die Teigschüssel abdecken und an einem warmen Ort etwa 1 Stunde gehen lassen, bis sich das Volumen des Teiges verdoppelt hat. Teig durchkneten und nach Wunsch nochmals bis zum doppelten Volumen gehen lassen, so wird er noch feinporiger und wattiger. Man kann aber auch gleich mit dem Buchtelformen beginnen.

3. Teig dritteln. Jedes Drittel zu einer Rolle formen und in 10 Stücke teilen. So erhält man 30 Teigstücke von der Größe einer (recht großen) Walnuss.

4. Eine flache, runde Form mit einem Durchmesser von etwa 30 cm mit etwas von der geschmolzenen Butter ausstreichen.

5. Jedes Teigstück etwas flach drücken und dann an vier Ecken hochziehen und zusammennehmen, sodass eine Art Beutel entsteht. Dieser wird in die zerlassene Butter getaucht und dann mit der glatten, runden Seite nach oben in die Form gesetzt. Auf diese Weise werden alle Teigstücke zu Dukatenbuchteln geformt und nebeneinander, nicht zu eng, in der Form platziert. Nun dürfen sie nochmals an einem warmen Ort etwa 30 Minuten gehen.

6. In der Zwischenzeit das Backrohr auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

7. Die Buchteln ins Backrohr geben und in etwa 35 Minuten goldbraun backen.

8. Während die Buchteln backen, wird die Vanillesauce zubereitet. Dafür alle Zutaten miteinander versprudeln und einmal aufkochen lassen.

9. Die Buchteln aus dem Ofen nehmen und lauwarm abkühlen lassen. Mit Staubzucker bestreuen und mit reichlich Vanillesauce und nach Belieben zusätzlich noch mit Kompott, Röster oder Marmelade servieren.



Und hier findet ihr die weiteren, superköstlichen Buchtelrezepte:




Also bitte, es soll ja Leute geben, die ein halbes Reindl ofenwarmer Buchteln auf einen Sitz verspeisen… Lasst es euch schmecken!

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