Sonntag, 24. Juli 2016

Blumen für die Welt


Die Welt braucht mehr Blumen, ganz definitiv. Ein interessantes Exemplar hätte ich dieser Tage im Angebot: Die Aistblume. Der Legende nach soll sie im 17. Jahrhundert von einem Schwertberger Adeligen aus Nordamerika ins Mühlviertel gebracht worden sein, wo sie zunächst die Gärten zierte, bis sie schließlich verwilderte. Nun ist sie an vielen Gewässern hier heimisch und mit ihrem üppigen, strahlenden Gelb säumt sie gerade mannshoch die sommerliche Aist, einen der bedeutendsten Flüsse des unteren Mühlviertels. Ihr folgt sie fast überall hin.


Die Aistblume ist ein Neophyt, eine Einwanderin. Eine Pflanze mit Migrationshintergrund, wenn man so will. Ein Problem in den Augen so mancher Menschen - denn ebenso wie die Kanadische Goldrute oder das Indische Springkraut verdränge sie die einheimische Vegetation, wird gezetert. Sie lasse sich nicht kontrollieren, ausgerottet müsse sie werden. Doch ist das wirklich so? Hat tatsächlich schon einmal ein Neophyt eine einheimische Pflanze zum Verschwinden gebracht? Ich denke nicht.


Es gibt mehrere Gründe, ein Buch über die Wildpflanzen zu schreiben, die aus fernen Ländern neu zu uns gekommen sind und nun munter in unseren Landschaften wachsen und wuchern. Erstens wissen wir kaum etwas über die Pflanzen. Zweitens haben Menschen oft gegen das Fremde und Ungewohnte Vorbehalte. […] Unsere Bauern, Gärtner, Heilkundigen und weisen Kräuterfrauen haben keine Erfahrungen mit ihnen. Es liegt ihnen kein jahrtausendealter Erfahrungsschatz im Umgang mit diesen Pflanzen vor. Keine Märchen und Sagen umranken sie und bringen sie unserer Seele nahe, wie es etwa bei der Brennnessel, dem Gänseblümchen, der Hasel, dem Holunder oder der Linde der Fall ist. Kein Lied, kein Gedicht lässt uns mit ihnen träumen. Kein alter  Aberglaube, kein Zauberwissen, keine Symbolik, die uns im Innersten berührt; kein Brauchtum, kein überliefertes Wissen um ihre Heilkräfte ist mit ihnen verbunden. Woher soll man da wissen, ob sie heilkräftig oder giftig sind, ob man sie essen kann oder nicht? Meistens sind die Menschen vorsichtig und dichten den Fremdlingen eher eine Giftigkeit an […] Bestenfalls wird behauptet, sie seien unnütz.


Die Symbolik dieser Zeilen von Wolf-Dieter Storl (nachzulesen in seinem Buch Wandernde Pflanzen) drängt sich geradezu auf: Diese tiefsitzende Angst vor Veränderung, vor dem Unbekannten in uns – sie lässt sich doch nur allzu leicht von fremden Pflanzen auf fremde Menschen übertragen. Gemeinsam mit Storl stelle ich die Frage: Sollten wir Einwanderer – gleich welcher Art - nicht als Bereicherung betrachten, offen auf das Neue zugehen? Sollten wir nicht versuchen, ihre Beweg-Gründe zu verstehen, sie mit anderen Augen zu sehen, damit sie auch Teil unserer Kultur und unseres Lebens werden können?


Präsidentenbaguette nach Lutz Geissler

In kulinarischen Dingen ist Zuwanderung kein Thema mehr, ganz im Gegenteil. Man denke nur an die vielen verschiedenen Brotrezepturen aus aller Herren Länder – manche davon sind wahre Abenteuer. Baguette hingegen, na gut, das ist ein alter Hut. Aber nicht in meiner Küche! Ich habe mich daher nach geeigneten Rezepten umgesehen – und das Präsidentenbaguette von Lutz Geissler hat mich sofort angesprochen. Einfachste, anfängertaugliche Zubereitung, gepaart mit ausgezeichnetem Geschmack  – so wird’s versprochen. Und das Versprechen wird gehalten! Versprochen!
Mir ist das Baguette schon beim ersten Mal sehr schön gelungen. Die Kruste ist superknusprig, die Krume schmeckt durch die lange Teigführung hocharomatisch. Das Rezept ist dem Brot des Pariser Bäckermeisters Jean-Pierre Cohier nachempfunden, der im Jahr 2006 seine Baguettes an Frankreichs Präsidenten liefern durfte und eine Auszeichnung als bester Baguette-Bäcker erhielt. Das Besondere daran: Er nutzt keinen Vorteig, sondern nur die lange, kalte Gare.
Die Bilder meiner Baguettes sind übrigens mit der Strahlenlosen Kamille geschmückt, einem weiteren Kräutlein mit Siedlergeschichte. Ich mag ihren Namen – und ihr Erscheinungsbild sowieso.

Zutaten für 3 kleine Baguettes von 30 – 35 cm Länge

240 g lauwarmes Wasser
2 g Frischhefe (oder entsprechend 0,7 – 1 g Trockenhefe)
290 g Weizenmehl Type 550
70 g Weizenmehl Type 1050
7 g Salz
2 g Zucker

1. Die Zutaten nacheinander in eine Schüssel einwiegen: Zuerst kommt das Wasser, dann wird die Hefe eingebröckelt oder eingestreut, dann Mehl, Salz und Zucker.

2. Die Teigzutaten in der Schüssel von Hand zu einem mittelfesten, homogenen Teig vermengen. Der Teig muss nicht geknetet werden (schon gar nicht maschinell).

3. Die Schüssel abdecken und den Teig bei 24 °C (bei mir stand die Schüssel in der Küche) 60 Minuten ruhen lassen. Dabei alle 20 Minuten in der Schüssel falten.

4. Eine weitere Schüssel (ich habe eine große Edelstahlschüssel mit Kunststoffdeckel genommen) leicht ölen, den Teig mit Hilfe einer Teigkarte hinein setzen und abdecken.

5. Nun wird der Teig für etwa 48 Stunden bei 4 – 6 °C im Kühlschrank zur Gare gestellt. Während dieser Zeit soll sich das Teigvolumen ungefähr verdoppeln.

6. Nach der Gare den Teig auf eine nur leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und in 3 Teile teilen. Der Teig ist sehr gut form- und bearbeitbar. Jeder Teigling wird nun zu einem Zylinder vorgeformt. Dabei darauf achten, nicht zu viel Mehl zu verwenden.

7. Die Teiglinge in Bäckerleinen oder einem großen Geschirrtuch 15 Minuten bei Raumtemperatur ruhen lassen.

8. Jeden Teigling mit sehr wenig Mehl zu einem Baguette formen und nochmals 30 Minuten bei 24 °C (bei mir standen die Teiglinge wieder abgedeckt in der Küche) im Bäckerleinen gehen lassen.

9. Das Backrohr auf 250 °C vorheizen.

10. Die Teiglinge auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und mit einem scharfen Messer oder einer Rasierklinge einschneiden. Ich habe dabei drei Varianten ausprobiert, die alle gut funktioniert und ein schönes Brot ergeben haben: Einen Teigling habe ich mit dem Schluss nach oben auf das Blech gelegt und nicht eingeschnitten, bei einem Teigling (mit Schluss nach unten) habe ich der Länge nach einen langen Schnitt gemacht, beim letzten (wieder mit Schluss nach unten) habe ich drei schräge Schnitte gesetzt.

11. Die Baguettes werden dann im vorgeheizten Backrohr mit Schwaden insgesamt etwa 20 Minuten goldbraun gebacken. Nach 8 Minuten Backzeit die Ofentüre einmal weit öffnen, um den Dampf anzulassen.


Tipp: Beim Verbacken des Teiges braucht man sich nicht zu stressen – offenbar hält er auch Teigruhen von bis zu 70 Stunden unbeschadet aus. Man kann sich daher auch überlegen, gleich die doppelte Menge anzusetzen – so hat man zwei Tage hintereinander frische, himmlische, knusprige Baguettes.

Montag, 11. Juli 2016

'S G'wandl ziert 's Mandl

Hier gibt's bald wieder mehr vom selben - nur im neuen Gewand ...

BLOGBAUSTELLE!
Montag, 4. Juli 2016

Ab ins Erdbeerland


Manchmal erliege ich der Versuchung zu glauben, als ÖsterreicherIn könne man sich nur im Fußball blamieren. Jetzt wiederholen wir also die Bundespräsidentenwahl. Und der knapp unterlegene Rechtspopulist Hofer, der von sich selbst behauptet, kein schlechter Verlierer zu sein (Ha!), kokettiert bereits mit einem Öxit.

Ach, ich liebe meine Heimat. Aber manchmal frage ich mich schon, wo ich eigentlich lebe. Mit wem. Und ob das tatsächlich unsere Probleme sind? Wenn alles nichts mehr hilft, dann flüchte ich. Nicht über die Grenze, aber trotzdem in ein anderes Land. In ein Land, das ich am liebsten barfuss durchquere. Wo sonnenwarmes Stroh meine Zehen kitzelt, wo es von überall her wispert und tuschelt, wo Lachen und Heiterkeit ansteckend sind. Wo ich alles um mich herum vergesse, wo ich nur die Hand auszustrecken brauche, um glücklich zu sein.



Nirgendwo schmecken Erdbeeren besser als frisch von der Pflanze gepflückt, nirgendwo sind Kinder tiefer in sich versunken als beim Sammeln ins eigene Körbchen – oder direkt in den eigenen Mund. Und nirgendwo gehe ich verlegener zur Kassa, mit Kindern an der Hand, denen man es von oben bis unten ansieht, wo die meisten Früchte gelandet sind. Vielleicht wäre es aus Sicht der Erdbeerbauern eine gute Idee, nicht nur die von den Kunden mitgebrachten Behälter vor und nach der Ernte abzuwiegen, sondern auch deren Kinder?


Lieblingserdbeerkuchen

Mein Lieblingserdbeerkuchen besteht aus einem feinen, leichten Biskuit, wird mit Erdbeeren belegt und mit Zucker bestreut, was ihm eine feine Kruste verleiht. That’s it, mehr brauch ich nicht. Aber beeilen solltet ihr euch schon – die Erdbeersaison ist (leider!) so gut wie vorbei.

Zutaten für eine Springform 26 cm

Für den Teig
5 Eier
130 g Zucker
1 EL Vanillezucker
1 Prise Salz
130 g glattes Mehl
1 TL Zitronenschale

Zum Belegen
250 g frische Erdbeeren

Zum Bestreuen
2 EL Kristallzucker

Zum Bestäuben
Staubzucker

1. Den Backofen auf 190 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Boden einer Springform mit Backpapier auslegen.

2. Die Eier trennen.

3. Eidotter mit Zucker und Vanillezucker hell schaumig rühren.

4. Eiklar mit Salz steif schlagen.

5. Den Eischnee mit Mehl und Zitronenschale zur Dottermasse geben und behutsam unterheben.

6. Den Teig in die vorbereitete Springform füllen.

7. Die Erdbeeren waschen, trocken tupfen und halbieren. Mit der Schnittfläche nach unten in den Teig setzen.

8. Mit Kristallzucker bestreuen.

9. Im vorgeheizten Rohr 25 – 30 Minuten goldgelb backen.

10. Aus dem Ofen nehmen, kurz überkühlen lassen, den Teigrand mit einem scharfen Messer von der Form lösen, den Kuchen aus der Form holen, das Backpapier entfernen und den Kuchen auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.

11. Mit Staubzucker bestreut servieren.

Nach einem Rezept aus Süße Schmankerln aus Oberösterreich von Helmut Obermayr, erschienen im Landesverlag.
Samstag, 25. Juni 2016

Die Sache mit dem Nagellack


Da bin ich immer ein wenig im Wigl-Wogl, wenn ich in Kochbüchern, Magazinen oder Foodblogs Bilder sehe, wo farbenfroh lackierte Fingernägel locker-lässig durch Salate mischen, in Kuchenteig tauchen oder saftige Tomaten vom Schneidbrett wischen.

Im Wigl, weil ich lackierte Nägel wunderschön finde, modern, mondän und sexy und auch, weil nackte Hände im Essen eine ganz eigene und definitiv anziehende Art von Sinnlichkeit ausstrahlen (mir kommt eine Szene aus der österreichischen Fernsehserie Vorstadtweiber in den Sinn, wo die sonst so biedere Maria, ihren stürmischen, dunkelhäutigen Liebhaber vor dem inneren Auge, den Löffel wegschmeißt und gänsehäutig den Fruchtsalat mit ihren bloßen Fingern durchmischt).

Im Wogl aber auch, weil ich als hygienetechnisch geschulte Person gelernt habe: Nagellack und Kochen, das geht nicht zusammen. Besonders dann nicht, liebe Food-Fotografen, wenn der Lack, wie kürzlich im neuen Kochbuch einer hochdekorierten Bloggerin entdeckt, bereits beginnt, abzusplittern. Zu Hilfe! Shabby chic hin oder her und bei aller Liebe, aber: Das. Geht. Gar nicht.

Was immer geht hingegen, das sind die fetzig lackierten Fingernägel meines Minimädels, abgesplittert hin oder her.


Hochzeitssalat

Der Giersch blüht gerade an allen Ecken und Enden und vielleicht gibt es noch den einen oder anderen Standort, an dem die Blüten noch nicht ganz aufgegangen sind. Dann erinnert er mich an das Schleierkraut, das gerne bei Hochzeitsfeiern zum Einsatz kommt. Überhaupt gäbe es in der freien Natur gerade so viele Pflanzen, die einer Braut gut zu Gesicht stehen würden, wie etwa die zarten Blüten vom Wiesenlabkraut oder vom Frauenmantel.
Den Hochzeitssalat habe ich bei Meret Bissegger gefunden und mich sofort in ihn verliebt. Ich biete ihn euch in drei Varianten an. So was Schönes!

Zutaten für 4 Portionen

4 große Handvoll Gierschblüten, noch nicht ganz aufgeblüht
4 große Handvoll junge Gierschblätter
Blütenblätter von Kornblume, Taubnessel und Ackerstiefmütterchen

Außerdem für den Salat mit Mango und Orangendressing
1 – 2 reife Mangos (je nach Größe), geschält und in Würfel geschnitten
für das Dressing frisch gepresster Orangensaft, etwas brauner Zucker, Chili, Sesamöl, Salz, Pfeffer, nach Geschmack noch etwas Wasser

oder für den Salat mit Avocado und Zitronendressing
2 reife Avocados, geschält und in Würfel geschnitten
für das Dressing frisch gepresster Zitronensaft, Olivenöl, Senf, Honig, Salz, Pfeffer, nach Geschmack noch etwas Wasser

oder für den Salat mit Ziegenfrischkäse und Balsamicodressing
200 g Ziegenfrischkäse
für das Dressing weißer Balsamicoessig, Walnussöl, Salz, Pfeffer, nach Geschmack noch etwas Wasser

1. Die Salatzutaten gründlich verlesen und von Insekten befreien.

2. Die jeweiligen Dressingzutaten in ein Schraubglas füllen und gut schütteln.

3. Mangowürfel oder Avocadowürfel oder Frischkäse auf vier kleine Schüsseln verteilen.

4. Die Salatzutaten dekorativ darauf anrichten.

5. Kurz vor dem Servieren den Salat mit dem jeweiligen Dressing beträufeln.

Die Idee zu diesem Salat stammt aus dem Buch Meine wilde Pflanzenküche von Meret Bissegger, erschienen im AT Verlag.
Mittwoch, 22. Juni 2016

Trial and Horror … #wirrettenwaszurettenist


Zu schade, dass ich sie nicht fotografisch festgehalten habe, die Porung des Grauens. Ohne Übertreibung, in dieser Krume haben sich mir Luftlöcher offenbart, die zusammengefügt die Fratze aus dem Horrorstreifen Scream ergaben – und sie lachte mich aus, höhnisch, verächtlich. Wuahahaha … Wie kann man ein Brot nur derart in den Sand setzen …

Jedes Brot kann eine Geschichte erzählen. Mein Kamutbrot nach dem Rezept von Dietmar (er hat nur gute Rezepte, glaubt es mir!) hatte eine Story parat, da ging es um leider schon mehr schlechten als rechten Sauerteig, um miese Bäckerinnenlaune, um eine Teigkonsistenz, mit der nicht ganz leicht zurechtzukommen ist.

Ich habe das Brot unter Misserfolge, nicht zu wiederholende verbucht und das ist die unterste, die traurigste Kategorie, die einem Gericht in meiner Küche passieren kann. Sie kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn ich so etwas wie beleidigt bin, gekränkt in meiner empfindlichen Köchinnenehre.

Dann aber entdeckte ich bei Micha ihr wunderschönes Nofretete-Brot – und mein Ehrgeiz erwachte zu neuem Leben. Für meinen zweiten Versuch nahm ich mir folgenden Tipp von Lutz Geißler und Björn Hollensteiner aus ihrem Brotbackbuch Nr. 2 zu Herzen:

Geben Sie bei unbekannten Rezepten mindestens 5 – 15 % weniger Wasser in den Teig.

Gesagt, getan – so (und mit frischem, aktivem Sauerteig!) hat das Rezept schließlich wunderbar funktioniert.


Brotbacken ist ein Abenteuer – und ich finde, man sollte sich so oft wie möglich darin üben. Ich bin schon sehr gespannt darauf, welche Rezepte es bei der neuen Rettungsaktion von Susi und Sina - es geht in diesem Monat um Brot und Brötchen - zu entdecken gibt …


Kamutbrot

Mein Kamutbrot wurde von der Krume her eher dicht und feinporig. Die Gare habe ich einmal über Nacht und einmal für 90 Minuten bei Raumtemperatur geführt. Beide Brote gingen beim Backen gut auf und hatten einen herzhaften und aromatischen Geschmack.

Zutaten für 2 Brote

Für den Sauerteig
200 g Weizenmehl Type 1600
50 g Weizenmehl Type 700
275 g lauwarmes Wasser
30 g Anstellgut (ich habe Roggensauerteig aus dem Kühlschrank verwendet)

Für den Hauptteig
555 g reifer, aktiver Sauerteig (also die gesamte angesetzte Menge)
600 g Kamutmehl (ich habe Auszugsmehl verwendet)
150 g Weizenmehl Type 700
100 g Weizenmehl Type 1600
500 g kaltes Wasser
25 g Salz

1. Am Vortag alle Zutaten für den Sauerteig vermischen und in einer verschließbaren Schüssel 12 – 15 Stunden an einem warmen Ort reifen lassen (ich hatte meinen Sauerteig über Nacht 13 Stunden lang in der Küche stehen).

2. Am nächsten Tag den reifen Sauerteig, die Mehlsorten und das Wasser in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben und mit dem Knethaken auf langsamer Stufe 2 Minuten vermischen.

3. Zudecken und 30 Minuten zur Autolyse stehen lassen.

4. Nach der Autolyse das Salz zugeben und 8 Minuten langsam sowie anschließend 1 Minute schnell kneten.

5. Eine große Plastikschüssel leicht einölen und den relativ weichen Teig hinein geben. Zudecken und bei Raumtemperatur insgesamt 150 Minuten gehen lassen, dabei nach 50, nach 40 und nochmals nach 30 Minuten falten.

6. 30 Minuten nach dem letzten Faltvorgang den Teig aus der Schüssel nehmen und in zwei Teile teilen. Die Arbeitsfläche mit Kamutmehl bestreuen und den Brotteig darauf rund wirken.

7. Zwei runde Gärkörbchen sorgfältig mit Kamutmehl ausstreuen. Die beiden Brotteigkugeln mit Schluss nach oben in die Körbchen legen, mit kleineren, umgedrehten Schüsseln oder Plastikhauben abdecken und reifen lassen.

8. Beim Reifen gibt es zwei Möglichkeiten:

a)      Die Reifung im Kühlschrank, hier beträgt die Reifezeit etwa 12 – 15 Stunden. Mein Brotteig hatte eine Ruhezeit von nur 10 Stunden, was aber auch ein gutes Ergebnis gebracht hat.
b)      Die Reifung bei Zimmertemperatur, hier beträgt die Reifezeit etwa 90 Minuten.

9. Für das Backen wieder zwei Möglichkeiten:

a)      Freigeschoben: Den Ofen auf 250 °C vorheizen. Das Brot auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech stürzen, einschieben und bedampfen. Sofort schließen. Nach 15 Minuten die Temperatur auf 210 °C zurückschalten und die Ofentür einmal weit öffnen, damit der Dampf entweichen kann. Dann wieder schließen. Die gesamte Backzeit beträgt etwa 40 Minuten.
b)      Im gusseisernen Topf: Den Ofen mitsamt dem Topf auf 250 °C vorheizen. Topf aus dem Ofen nehmen (Vorsicht, heiß!), das Brot aus dem Gärkörbchen hineinstürzen, Deckel aufsetzen und in den Ofen geben. Nach 15 Minuten die Temperatur auf 210 °C zurückschalten. Nach weitere 20 – 25 Minuten (also nach insgesamt 35 – 40 Minuten Backzeit) den Deckel entfernen und noch 5 Minuten ohne Deckel backen.

10. Brot aus dem Ofen nehmen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Mitgerettet haben dieses Mal:

Sonntag, 19. Juni 2016

Sommer Sonne Wende



Es kommen härtere Tage.
Ingeborg Bachmann

Manche behaupten, sie wären längst da, die härteren Tage. Und auch ich muss angesichts dieser vielen so traurigen Schlagzeilen der letzten Tage, Wochen, Monate immer wieder in mich gehen, an mein inneres Strahlemädchen andocken und mir vor Augen halten: Das Leben ist schön. Mein Leben ist schön. Was für ein Luxus in der heutigen Zeit, was für ein Glück. Also Blick nach vorne, Richtung Sonne, Richtung Ruhe nach dem Sturm. Nicht darauf warten, dass die Welt sich ändert. Die Welt ändern. Mit Zuversicht und Optimismus, mit Nächstenliebe und Zufriedenheit. So wird es vielleicht gehen …


Mango Safran Frozen Yogurt

Ein wunderbares Eis für alle Sinne, gelb wie die Sonne, strahlend wie der Sommer. Safran wird immer mehr zu einem meiner Lieblingsgewürze. Und danke, liebe Magdalena, für dieses fabelhafte Flohmarktfundstück, ein wirklich ganz besonderes Geschenk …

Zutaten für etwa 4 - 6 Portionen

1 reife Mango
45 g Zucker
1 EL Vanillezucker
1 Briefchen Safranfäden (0,1 g)
350 g Vollmilchjoghurt
100 g Obers
½ gestrichener TL Johannisbrotkernmehl

1. Die Mango schälen und das Fruchtfleisch vom Kern lösen.

2. Fruchtfleisch in kleine Würfel schneiden und mit dem Zucker und Vanillezucker in einen Topf geben. Zum Kochen bringen und unter ständigem Rühren bei mittlerer Hitze köcheln lassen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Zudecken, Hitze reduzieren und weitere 5 Minuten köcheln lassen.

3. Mangomasse mit dem Pürierstab fein pürieren.

4. Die Safranfäden zugeben und untermixen. Joghurt, ungeschlagenes Obers und Johannisbrotkernmehl ebenfalls zugeben und gründlich unterrühren.

5. Die Masse in einen gut verschließbaren Kunststoffbehälter füllen und im Kühlschrank einige Stunden gut durchkühlen und reifen lassen.

6. Die gekühlte Eismasse (sie hat kleine orange Pünktchen vom Safran) glatt rühren, in die Eismaschine füllen und gefrieren lassen.

7. Eis in eine Gefrierbox umfüllen und weitere 1 – 2 h im Tiefkühler cremig fest werden lassen.


Leicht abgewandelt nach diesem Rezept.
Dienstag, 14. Juni 2016

Grüezi!


Ich bin gerade dabei, mein Herz an einen kleinen Schweizer zu verlieren: Chi. Er steckt voller Energie und Lebensfreude, ist tollkühn und fröhlich, frech und unbekümmert. Seine Mandelaugen bringen mich zum Schmelzen, sein kindischer Übermut manchmal zum Toben.


Oft galoppiere ich durch die Wohnung, um die Kinder von Chi und Chi von Spielzeug, Möbeln und Schuhen zu trennen. Doch bei aller Anstrengung ist es schön - schön und gut, wieder einen Hund an meiner Seite zu haben.

Ein junger Hund ist wild entschlossene Liebe.


Chi ist nicht der einzige, der in diesem Jahr seinen Weg in unsere Familie findet. Zwei weitere kleine Füßchen wollen uns begleiten – und werden das ab dem späten Herbst auch tun. Es sei mir also die eine oder andere stille Zeit hier im Blog verziehen … Ihr wisst dann, warum …

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