Dienstag, 21. Februar 2017

Drama, Baby!


Buhuuuu … Jetzt lachst du mich auch noch aus … Mama!!! … Meine Hände sind jetzt … buhuhu … so schmierig … buhuhu … dass ich nicht mal mehr … ehehe … SCHNIPSEN KANN!!! Das Minimädel kreischt hysterisch in meine Richtung, wirft mir ihre Hände entgegen, sieht mich so vorwurfsvoll an, als hätte ich ihre geliebte Hüpfpferde-Menagerie zum Altstoffsammelzentrum gefahren.


Ja ja, ich bin schuld. Aber der Reihe nach.

Alles hatte ganz harmonisch begonnen: Dem Minimädel kam beim Spaziergang im Wald die Idee, Baumharz von den Fichten zu sammeln, um daraus eine Salbe anzurühren. Ich fand ihren Einfall toll und bewunderte ihr scharfes Auge für die kleinen und mitunter gut versteckten Harzbröckelchen, die hier und da an den Bäumen zu finden waren. Schnell hatten wir eine kleine Handvoll zusammen und wir schlenderten heim. Kurz im Netz nach einem Rezept gestöbert und schon ging es los. Das Minimädel war voll bei der Sache und sehr begeistert. Als die Salbe fertig war, waren wir beide richtig stolz auf unser gemeinsames Werk.

Aber von da an, herrje, nahm das unbarmherzige Schicksal seinen Lauf.


Die Mama musste nämlich die Salbe fotografieren. Natürlich. Muss ja alles fotografieren, die. Da fasste sich das Minimädel ein Herz, dachte an das versprochene Stück Schokolade hinterdrein und tat, was die Mama wollte. Aber ach – einmal aufgetragen, wollte die Salbe nicht mehr so schnell weg. Und mein Vorschlag, sie vom Handrücken aus auf beide Hände zu verteilen, war folgenschwer: Schnipsen nunmehr unmöglich. Sofortige Wiederherstellung der Schnipsfähigkeit längst nicht in Sicht. Und das ihr, der Schnipsmeisterin.

Kreischanfälle vom Minimädel sind nicht ohne, das kann ich euch sagen. Ein mickriges Stück Schokolade hat da nicht gereicht. Mein Gott nein, ein Stück hat so was von nicht gereicht.



Baumharz-Salbe

Da denkt man, man ist im Wald. Diese Salbe duftet so herrlich! Ich verwende sie gerne bei Husten und Schnupfen und trage sie abends vor dem Schlafengehen auf die Brust auf. Offenbar hilft sie aber auch bei Knochen- und Gliederschmerzen, Sonnenbrand, unreiner Haut und als Zugsalbe bei eingezogenen Holzsplittern.
Wer mag, gibt vor dem Abfüllen noch einige Tropfen ätherisches Öl dazu. Bei der Wahl des Öls richtet man sich nach dem Zweck, für den die Salbe verwendet werden soll oder auch ganz einfach nach den persönlichen Vorlieben. Bei Erkältungskrankheiten passt zum Beispiel Thymianöl, bei unreiner Haut Teebaumöl, bei Sonnenbrand Pfefferminzöl, bei Verwendung als Zugsalbe Latschenkieferöl.

Zutaten

Baumharz (am schonendsten für den Baum ist es, nur bereits auskristallisiertes und hartes Harz abzunehmen)
Olivenöl
Bienenwachs (in Blättchenform)

1. Das heilsame Harz von Nadelbäumen wie Fichten oder Tannen sammeln und mit nach Hause nehmen.

2. Um es verarbeiten zu können, muss es zuerst von Pflanzenrückständen gereinigt werden. Dazu wiegt man es in eine saubere und trockene Aluminiumdose ein und gibt die gleiche Gewichtsmenge Olivenöl dazu. Die Dose stellt man nun in einen kleinen Topf mit Wasser und erhitzt Harz und Öl im köchelnden Wasserbad so lange, bis sich das Harz im Olivenöl gelöst hat. Das dauert seine Zeit, ich hatte das Harz etwa 2 Stunden im Wasserbad. Danach hatte sich noch immer nicht alles Harz von den Rindenstückchen gelöst, der Großteil aber schon.

3. Alles durch einen Kaffeefilter abseihen und das Öl abmessen.

4. Pro 100 ml Harz-Öl-Gemisch werden 20 g Bienenwachs verwendet. Beides gibt man in einen kleinen Topf und erwärmt es bei mittlerer Hitze vorsichtig, bis sich das Bienenwachs aufgelöst hat.

5. Wer möchte, gibt nun ätherisches Öl dazu und füllt die Mischung in Salbendosen ab. Ich habe meine Salbe ohne Zusatz von ätherischem Öl abgefüllt.


Kommentare:

  1. So ein kleines Mädchen kommt auf so gute Ideen! Ich bin schwer beeindruckt! Auch von den Fotos! ganz liebe Grüße...

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    1. Ja, ich war auch kurz baff ... Eigentlich weiß ich gar nicht, wo sie das überhaupt aufgeschnappt hat, dass man aus dem Harz eine Salbe machen kann!? Ebensolche Grüße zurück! :-)

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  2. Das Herzfoto! 😍
    Dein Minimädel ist aber auch sowas von entzückend, da kann man so ein Kreischen wahrscheinlich schon aushalten. 😉

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    1. Na sicher, das geht :-)
      Die Herzen im Schnee ... in die war ich auch sofort verliebt. Und beeindruckt! Ich weiß nämlich nicht, wer die gemacht hat, aber die Form ist unglaublich schön und gleichmäßig ...

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  3. So gut ich das Kreischen nachvollziehen kann,..die Kleine ist ja ein Schatz, macht Cremes selber! Ganz die Mama hihi.

    lg. Sina

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    1. Stimmt, sie kommt ganz nach mir ... Das freut mich auch sehr :-)

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  4. wie aufmerksam sie durch den Wald geht...
    hält sich so eine Salbe längere Zeit?

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    1. Ja, liebe Friederike, die Salbe hält sich schon einige Zeit ... Noch länger natürlich im Kühlschrank. Aber auch bei Zimmertemperatur gebe ich ihr mindestens ein halbes Jahr!

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  5. Ich vermisse hier in meiner Wohngegend viel Wald, und das Harz ist mir noch nie aufgefallen (zum Schämen...) aber ich habe den Duft schon in der Nase.
    Es wird Zeit für die Salbe!!!
    Leider ist zum Bloglesen so wenig Zeit grad, aber ich hab mich gefreut heute mal wieder in Ruhe bei dir rein zu lesen!

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