Sonntag, 9. April 2017

Ostern naht


Und damit eine dicht gedrängte, wunderbare Zeit kulinarischen Brauchtums. Grund genug, als versammelte rot-weiß-rote Genussmannschaft rund um Susi und Sina wieder aktiv zu werden und eine kleine, bunte Vielfalt traditioneller Ostergerichte vorzustellen – und zwar schon heute, am Palmsonntag, damit noch genug Spazi bleibt zum Planen, Einkaufen, Vorkochen, …


Traditionelle Speisen zum Osterfest gibt es viele und oft ist eins mit dabei: Das Ei. Weil man früher in der vierzigtägigen Fastenzeit sehr mit den Eiern gespart hat, standen sie nun, an Ostern, reichlich zur Verfügung.
In der Mühlviertler Küche kennt man ein köstliches Gericht, das ich allein schon für seinen Namen liebe: die Oafischsuppe. Beim Oafisch (Oa ist das Ei) handelt es sich eigentlich um ein verlorenes Ei. Weil dieses ja während des Pochierens wie ein Fisch im Sud schwimmt … Herrlich, nicht wahr? Er soll angeblich sogar die Leibspeise von Anton Bruckner gewesen sein.


Oafischsuppe

Mein Oafisch kommt in einer gehaltvollen Rahmsuppe daher geschwommen. Für Gründonnerstag würde er aber auch ganz wunderbar in eine Brennnesselsuppe passen. Georg Friedl schlägt außerdem vor, den Oafisch auf Spinat mit gerösteten Zwiebeln zu genießen – mit Sicherheit auch eine ganz köstliche Option.
Für das Pochieren habe ich mich an Roberts einfache und gelingsichere Daniel Düsentrieb-Methode gehalten.

Zutaten für 4 Portionen

Für die Rahmsuppe
½ l Wasser
1 TL Kümmel
¼ l Milch
3 EL Mehl
¼ l Sauerrahm
1 Spritzer Essig
Salz
Pfeffer

Für die Oafisch
½ Liter Essig-Gewürz-Sud (aus Wasser, einem kräftigen Schuss Essig, Salz, Lorbeerblatt, Pfefferkörnern)
4 Eier

Außerdem
4 EL Schwarzbrot- oder Vollkornbrösel
1 EL Butter
junge Gierschblätter zum Garnieren (oder frische Petersilie)

1. Für die Suppe das Wasser mit dem Kümmel aufkochen.

2. Gleichzeitig den Gewürzsud für die Oafisch aufkochen und am Siedepunkt halten.

3. Milch mit Mehl versprudeln und in das kochende Wasser einrühren. Einmal aufkochen lassen.

4. Den Sauerrahm glatt rühren und mit einem Schneebesen einrühren. Bis kurz vor der Siedepunkt erhitzen, aber nicht mehr kochen lassen.

5. Die Suppe mit Essig, Salz und Pfeffer abschmecken. Heiß halten.

6. Für die Oafisch wie folgt vorgehen:

* Das rohe Ei mit einem dünnen, spitzen Gegenstand, zum Beispiel einem Metallspieß, anstechen.

* Nun wird es vorsichtig in der Schale mit einem Löffel in den Topf mit dem Gewürzsud gelegt.

* Langsam bis 10 zählen. Dieses Vorgaren verfestigt das Eiweiß soweit, dass es immer noch gut aus der Schale gleitet, im Wasser aber kaum mehr ausfranst und das Eigelb gut umhüllt.

* Das Ei herausnehmen, an der Topfkante aufschlagen und vorsichtig, aber beherzt in den Topf gleiten lassen. Die Hitze reduzieren.

* Nach etwa 3 Minuten mit einem Schaumlöffel herausheben.

Sollen nun mehrere Eier gleichzeitig pochiert werden, geht das in einem weitem Topf und mit raschem Arbeitsmodus. Oder man hält sich an die Anleitung von Frau Ziii, nach der die Eier hintereinander pochiert werden, aber jeweils etwa eine halbe Minute früher aus dem Wasser genommen und auf einem Teller zwischengelagert werden. Beim letzten Ei dann kommen kurz vor Ende der Garzeit die bereits pochierten Eier noch einmal zurück ins Wasser und garen gemeinsam fertig.

7. Die Oafisch in Suppenteller legen.

8. Brösel in Butter knusprig rösten und über die Oafisch streuen.

9. Mit der heißen Rahmsuppe umgießen und mit Giersch garnieren.

Nach einem Rezept aus dem Buch Mühlviertler Küche von Georg Friedl, erschienen im Verlag Bibliothek der Provinz.


Und was es sonst noch an Osterköstlichkeiten gibt? Schaut nach bei …


Noch mehr Osterideen hier am Blog:

   

   

   
Sonntag, 2. April 2017

Rezension: Vegane Vorratskammer


Veganes Essen war, das muss man ehrlicherweise sagen dürfen, in seinen Anfängen nicht gerade genussfreundlich unterwegs. Im Kuchen die Eier durch Bananen und die Butter durch Margarine zu ersetzen, mag zwar der Sache dienen, aber das bloße Veganisieren von traditionellen Rezepten war und ist mehr Mittel zum Zweck als ein guter und fruchtbarer Weg, der dann auch weiter führt als in eine geschmackliche Sackgasse. Erst kürzlich hat sich auch Katha wieder äußerst kluge Gedanken zum Thema gemacht.

Wie also weiter? Im Vorwort zu Miyoko Schinners neuem Buch Vegane Vorratskammer schreibt Isa Chandra Moskowitz:

Veganes Essen genügt einfach nicht. Was wir brauchen, ist vegane Kochkunst.

Das ist es! Frisches, veganes Essen, das sich nicht nur bei der eigenen, sondern auch bei allen anderen Kulturen und Kontinenten bedient, kreativ, farbenfroh, mit Neuheitswert und voll mit gutem Geschmack. Das mag mich locken.

Um die Sache im Alltag ein wenig abzukürzen, lohnt es sich, auch den Vorratsschrank (eine eigene Kammer dafür haben wohl nur noch die wenigsten von uns, meine habe ich beim Umbau vor einigen Jahren zugunsten einer großen Küche geopfert, aber das nur am Rande) mit hausgemachten veganen Schätzen zu bestücken. Und hier kommt Miyoko Schinner ins Spiel, Gourmetköchin und eine der erfahrensten Expertinnen für veganen Käse weltweit. In ihrer Veganen Vorratskammer geht es um

* würzsoßen & aufstriche
* frei von milch und ei [Alternativen für Milch- und Eiprodukte]
* das salz in der suppe [hier geht es um Suppen und Brühen]
* nicht fisch, nicht fleisch [Fleisch- und Fischersatz]
* magie und pasta [wie der Name schon sagt]
* das körnchen wahrheit [Brot, Müsli, Cracker & Co]
* süße abschlüsse [Backmischungen, Buttercreme, Schokolade, Eis, Kekse]

Was mir besonders gut gefällt

* Zuallererst einmal liegt das Buch schön in der Hand, das Layout und die Fotografien finde ich sehr ansprechend, ebenso wie die erdigen Farbtöne, die sich durch das ganze Buch ziehen.

* Beim Durchblättern und –lesen merkt man: Miyoko Schinner ist Meisterin ihres Fachs, sie weiß ohne Zweifel, wovon sie spricht. Immer wieder erzählt sie von der Entstehung ihrer Rezepturen, von Rückschlägen und Durchbrüchen. Das finde ich sehr spannend. Viele ihrer Anleitungen und Methoden waren mir unbekannt und sind fast schon so etwas wie revolutionär. An vielen Stellen entdeckte ich für mich ganz neue Ansätze, vegan zu kochen.

* Miyoko Schinner hält viele Tipps bereit, um selbst noch Reste verwerten zu können, wie etwa den Pressrückstand aus der Sojamilch-Herstellung oder Haut und Kerne von Tomaten.

* Fünf Rezepte habe ich bisher ausprobiert, (fast) alle haben mich begeistert.

* Miyoko Schinner nimmt viele vegane Küchenprobleme in Angriff, etwa dass Sojamilch für viele zu bohnig schmeckt, dass veganes Joghurt oft sehr dünnflüssig daherkommt, etc.

* Dieses Buch macht unabhängig von der veganen Lebensmittelindustrie, die mittlerweile extrem umtriebig ist. Veganer Käse und Fleisch- und Wurstalternativen selbst herzustellen, ist damit kein Problem mehr. Das gefällt mir! Und obwohl ich selbst vermutlich nie ein großer Freund von veganer Wurst sein werde: Mit Sicherheit schmeckt sie selbstgemacht weit besser als das fertige Produkt aus dem Supermarkt.

Was mir nicht so gut gefällt

* Bei den vielen wunderbaren Gerichten im Buch wundert mich das Rezept für Ketchup. Miyoko Schinner rührt es aus Tomatenmark, Wasser, Apfelessig, Zucker und Salz zusammen. Das geht doch deutlich frischer und besser!

* Die Bezeichnung von veganen Alternativen für Milch, Fleisch und Co ist ein wenig tricky, das gebe ich zu, allein schon aus rechtlicher Sicht. Pflanzenmilch muss als Drink bezeichnet werden, es liegen Vleisch und Keese im Regal. Da verdrehen sich mir unweigerlich die Augen. Im Buch wird Mozzarella als „mozzarella“ bezeichnet und Feta als „feta“, was ich ja noch erträglich finde. Aber dann kommt halt der unfisch, die unsalami, das unschweinefleisch, die frühstücksschnittunwurst. Hach …
Na zumindest finden sich auch einige charmante Wortkreationen im Buch, etwa die es-geht-auch-ohne-rinderbrühe oder die glorreiche butter ohne butter.

* Es sind nicht alle Rezepte bebildert, was ich gerade hier sehr wichtig fände. Viele davon sind, wie schon erwähnt, so neuartig, dass es gut wäre, sich auch ein Bild von den fertigen Gerichten machen zu können.

Nachgekocht

Obwohl ich kein Anhänger von Ersatzprodukten bin, haben mich eigenartigerweise gerade diese Gerichte gereizt. Ausprobiert habe ich die glorreiche butter ohne butter, den leckeren, dicken pflanzlichen joghurt, die bessere schlagsahne, die cremige sojamilch, die gar nicht nach Bohnen schmeckt und die saftige unsalami (letztere vor allem deshalb, weil ich nun endlich einen Anlass hatte, die vor schon etwas längerer Zeit aus Neugier gekaufte Packung Glutenmehl zu verkochen). Hier stelle ich euch vorerst einmal die Butteralternative vor, ich möchte euch aber auch die anderen Rezepte nicht vorenthalten, weil ich sie wirklich gut finde. Sie folgen – kleinkind- und säuglingsabhängig – as soon as possible.


Glorreiche Butter ohne Butter

Obwohl dieser Butterersatz komplett frei von tierischen Produkten ist, schmeckt sie doch butterähnlich (und mir persönlich sehr gut). Ob das nur Einbildung ist, das weiß ich nicht. Auf jeden Fall ist sie sehr schnell gemacht und schön streichfähig, wenn sie kurz temperieren darf (direkt aus dem Kühlschrank ist sie eher fest).
Toll finde ich auch die Rezeptvarianten, die die Autorin vorschlägt, nämlich Anleitungen für aufgeschlagene, ungesalzene, saure und richtig harte Butter (für die Herstellung von Blätterteig zum Beispiel).
In diesem Rezept wird Lezithin benötigt, ein Emulgator, der notwendig ist, damit sich alle Zutaten homogen miteinander verbinden. Es gibt flüssiges oder granuliertes Lezithin zu kaufen, bei uns in der Apotheke nur letzteres. Wird dieses Lezithin verwendet, so ist es wichtig, die Masse ausreichend lang im Mixer zu pürieren.
Das einzige Problem, das ich nun habe: Was mache ich mit dem restlichen Lezithin? Mehr glorreiche Butter vermutlich …

Zutaten für etwa 450 g

375 g raffiniertes Kokosfett, geschmolzen (NICHT natives Kokosöl, sonst gibt es Butter mit Kokosgeschmack)
60 ml Rapsöl (oder neutrales Olivenöl oder Traubenkernöl)
½ TL Meersalz
6 TL Lezithingranulat (oder 2 TL flüssiges Lezithin)
125 ml Pflanzenmilch (ich habe Mandelmilch verwendet)

1. Alle Zutaten in den Mixer geben und mindestens 1 Minute auf mittlerer Stufe pürieren. Bei Verwendung von Lezithingranulat würde ich sogar längeres und stärkeres Pürieren empfehlen, damit sich das Granulat auch gut auflösen kann.

2. Die Masse in einen beliebigen Behälter gießen, aus dem die Butter dann später auch aufgestrichen wird, oder in einen Silikonbehälter (wenn man sie später herausstürzen und weiterverarbeiten möchte). Dann zum Aushärten über Nacht in den Kühlschrank stellen.

3. Die glorreiche Butter ohne Butter hält sich im Kühlschrank mehrere Wochen. Beim Entnehmen sollte man auf saubere Buttermesser achten.


To Cook-Liste

Dringend ausprobieren möchte ich:

Leinsamen-Baiser
Ölfreier Mozzarella
Mandel-Feta
Süßer Hefeteig
Hafer-Soft-Eis

Fazit: Die Vegane Vorratskammer von Miyoko Schinner kann ich wärmstens empfehlen – auch Unveganern wie mir. Und auch wenn einige Rezepte enthalten sind, die sowieso vegan sind (Brot, Pasta, Marmelade, etc.), so bleibt das eine oder andere Aha-Erlebnis mit Sicherheit bei keinem Leser aus. Ein tolles Buch!

Vegane Vorratskammer – 111 Rezepte für eigene Nudeln, Brotaufstriche, Getränke und vieles mehr
von Miyoko Schinner
Gebundene Ausgabe, 248 Seiten
Unimedica im Narayana Verlag GmbH, 1. Auflage 2016
ISBN: 978-3946566021
Preis: € 24,80

Ein herzliches Dankeschön an den Narayana Verlag, der mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.
Freitag, 17. März 2017

#wirrettenwaszurettenist: Drei Jahre und ein reich gedeckter Tisch


Der Rettungstrupp rund um Susi und Sina feiert Geburtstag, den dritten, ist das zu fassen? Ich rufe laut:

Danke Susi! Danke Sina! Schön, dass es euch und die Rettungen gibt! Auf die nächsten drei Jahre!


Und steuere zum Rettungs-Geburtstagsbrunch jene Vollkorn-Croissants bei, die ich vor kurzem erst zum Käferlein-Geburtstagsbrunch für zwei sehr liebe Freundinnen gebacken habe. Das passt doch wie die Faust auf’s Aug, nicht wahr?


Vollkorn-Croissants nach David Lebovitz

Mein erstes Mal: Croissants. Und ich muss sagen, das ist tatsächlich keine allzu große Hexerei. In der langzeitgeführten Vollkornvariante nach David Lebovitz und begleitet von einer Schale Milchkaffee – mehr brauch ich nicht für einen guten und genussvollen Start in den Tag. Wichtig ist allerdings: Vor dem Backen benötigen die Kipferl genügend Zeit zum Aufgehen, damit sie auch richtig schön hoch und splittrig werden. Meine hatten leider etwas zu wenig davon, was man ihnen auch ansieht. Geschmeckt haben sie aber trotzdem, und wie!

Zutaten für 6 Stück

Für die Croissants
175 g Universalmehl
105 g Weizenvollkornmehl
160 ml Vollmilch, ganz leicht erwärmt
2 TL Trockenhefe
2 EL Zucker
1 große Prise Salz
160 g kalte Butter in Würfeln

Zum Bestreichen
1 Ei
1 Prise Salz

Tag 1

1. Die beiden Mehlsorten vermischen.

2. Milch mit Hefe und Zucker in einer Schüssel vermischen, etwa 1 Drittel der Mehlmischung einrühren und etwa 15 Minuten ruhen lassen, bis sich erste Bläschen bilden.

3. Den Rest der Mehlmischung sowie das Salz mit dem Handmixer / Knethaken einarbeiten, dabei nur solange kneten, bis sich die Zutaten homogen zusammengefügt haben. Keinesfalls zu lange kneten.

4. Den Teig in der Schüssel mit Frischhaltefolie gut abdecken und über Nacht (mindestens jedoch 6 Stunden) im Kühlschrank rasten lassen.

Tag 2

5. Die kalte Butter mit dem Handmixer kurz verrühren, bis keine allzu großen Klumpen mehr vorhanden sind. Ein Stück Frischhaltefolie auf die Arbeitsfläche legen. Die Butter mittig darauf platzieren, etwas flach drücken und dann lose in die Folie einschlagen. In der Folie zu einem Rechteck von etwa 10 x 8 cm Größe formen. Für ungefähr 30 Minuten in den Kühlschrank geben.



6. Den Croissantteig aus dem Kühlschrank nehmen und auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einer Kugel formen. Die Kugel an der Oberseite kreuzförmig einschneiden und die vier entstandenen Spitzen nach außen drücken. So entsteht ein Quadrat. Dieses Quadrat zu einer Größe von etwa 30 x 30 cm ausrollen, dabei in der Mitte eine kleine Erhöhung lassen.


7. Die gekühlte Butter auspacken und in die Mitte des Teigquadrats legen. Die vier Ecken über die Butter legen, sodass sie komplett eingepackt ist.



8. Das Teigpaket vorsichtig, aber rasch zu einem Rechteck ausrollen, etwa 22 x 30 cm groß. Nun kommt die erste einfache Tour: Die Teigplatte gedanklich dritteln. Das linke Drittel über die Mitte einschlagen, dann das rechte. Mithilfe des Nudelholzes das Teigpaket zwei Mal von Ecke zu Ecke zusammenpressen, sodass ein „X“ im Teig erkennbar ist. Mit dem Finger einen Punkt markieren als Erinnerung daran, dass die erste Tour erledigt ist. In Frischhaltefolie einpacken und für 45 – 60 Minuten kühlen.



9. Es folgt eine doppelte Tour: Die Teigplatte gedanklich vierteln. Das linke Viertel zur Mitte einschlagen, ebenso das rechte. Dann alles nochmals zusammenklappen. Das Teigpaket wieder zusammenpressen und mit dem Finger zwei Punkte eindrücken. In Frischhaltefolie einpacken und wieder für 45 – 60 Minuten kühlen.


10. Ich habe nun nochmals eine doppelte sowie eine einfache Tour gemacht, jeweils gefolgt von etwa 1 Stunde Rastzeit im Kühlschrank. Rein rechnerisch ergibt das 144 Lagen! David Lebovitz macht bei seinem Teig übrigens „nur“ drei einfache Touren. [An dieser Stelle könnte der Teig gut verpackt über Nacht in den Kühlschrank gestellt oder auch tiefgefroren werden.]



11. Der Teig ist also fertig, nun werden die Croissants geformt: Teig auspacken und auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einer Größe von etwa 33 x 22 cm und einer Dicke von etwa 5 mm ausrollen. Die Teigplatte mit einem scharfen Messer in drei Rechtecke schneiden, jedes Rechteck wiederum diagonal in zwei Hälften teilen.

12. Ein Dreieck nehmen und die kurze Seite etwas zurechtformen, sodass sie gerade und nicht schräg verläuft. Nun mit einem Nudelholz zu einer Länge von etwa 28 cm ausrollen. An der kurzen Seite einen Schnitt von etwa 2 cm Länge setzen (ob dieser Schnitt einen wesentlichen Einfluss auf die Form der Croissants hat, hat sich mir noch nicht ganz erschlossen, ich vermute, er kann auch weggelassen werden). Von unten her nicht zu fest einrollen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen.


13. Mit den restlichen Dreiecken genauso verfahren. [An dieser Stelle könnten die Croissants gut gekühlt auf den Morgen warten oder auch eingefroren werden.]

14. Die Croissants gut mit einer Plastikfolie oder einem Küchentuch abdecken und an einem warmen Ort bis zum doppelten Volumen aufgehen lassen. Dies dauert etwa 1,5 – 2 Stunden.

15. In der Zwischenzeit den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

16. Das Ei mit dem Salz gründlich verschlagen.

17. Die Croissants mit der Eistreiche rundherum einstreichen und in den Ofen schieben.

18. Nach 5 Minuten Backzeit die Hitze auf 180 °C reduzieren und weitere 25 – 30 Minuten backen, bis die Croissants goldbraun und knusprig sind.


Wichtig:
* Beim Tourieren das anhaftende Mehl immer wieder mit einem kleinen Besen oder auch vorsichtig mit einem Küchentuch vom Teig wischen.
* Das Ausrollen und Falten muss schnell gehen, damit die Butterschichten nicht zu weich werden.
* Fertig gebackene und ausgekühlte Croissants lassen sich prima einfrieren. Bei Bedarf gibt man sie einfach für einige Minuten in den nicht zu heißen Ofen, bis sie wieder durchgewärmt sind.

Und was gibt es sonst noch zum Geburtstagsbrunch? Puh, der Tisch, der biegt sich gewaltig unter der Last all dieser Köstlichkeiten ….

Dienstag, 14. März 2017

Wonne[prop]pen


Props, glorious props, las ich da und tatsächlich kann man sich als Foodbloggerin ganz schnell verlieren im Sammeln von … Kram. Kram, der Bilder atmosphärischer, ästhetischer, hübscher machen soll. Und ich muss zugeben, da findet sich auch in mir eine gewisse Affinität. Der Hang zu kitschigen Flohmarktschätzchen und verblichenen, verbogenen oder zerkratzten Erbstücken – er ist da, ganz definitiv. Mein Mann würde jetzt einwenden: Das ist kein Hang, das ist eine Sucht, eine verrückte. Ich sage: Es ist eine Leidenschaft. Eine Leidenschaft, die sich – zumindest meiner Ansicht nach – in Grenzen hält, denn: Es gibt da ja noch mehr.



Mindestens genauso wichtig wie Blümchenteller & Co. sind mir meine natural props. Attraktive eyecatcher, nach denen ich beim alltäglichen Spaziergang mit offenen Sinnen Ausschau halte. Ein bisschen frisches Grün, ein hübscher Zweig, wilde Früchte und Beeren – das sind props nach meinem Geschmack: Farbenfroh, lebendig und kostenfrei noch dazu.

Am allerliebsten aber sind mir meine living props – meine Kinder. Nur allzu gerne nutze ich sie als niedliche Fototapeten und gehe dafür bereitwillig (freche) Tauschgeschäfte ein. Ein Stück Schokolade pro Knips? Auch das hatten wir schon.

Wie gut, dass sich das Käferlein nicht wehren kann. Es ist ein prop, das sich – noch – platzieren lässt, wie es mir gefällt. Und ach, wie mir das gefällt …


Vollkorn-Linguine mit Parmesan-Nuss-Bröseln und geschmortem Fenchel

Kurz gesagt: Die Kombination aus bissfest gegarten Nudeln, knusprig-würzigen Bröseln und weichem, aromatischem Fenchel ist einfach umwerfend.

Zutaten für 4 Portionen

Für die Brösel
2 EL Walnüsse
½ Bund Petersilie
1 Knoblauchzehe
30 g Vollkorn-Semmelbrösel
50 g geriebener Parmesan
Salz
3 EL Olivenöl

Für den geschmorten Fenchel
2 Fenchelknollen
3 EL Olivenöl
½ TL Fenchelsamen, grob zerstoßen
Salz
Pfeffer
1 Prise Zucker
Schale von ½ Zitrone, abgerieben

Außerdem
500 g Vollkorn-Linguine
3 EL Olivenöl zum Schwenken

1. Für die Brösel die Walnüsse grob hacken, Petersilie und Knoblauch fein hacken. Alles mit Semmelbröseln und Parmesan vermischen, salzen. Das Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die Bröselmischung darin bei mittlerer Hitze und unter häufigem Wenden knusprig braten. Beiseite stellen.

2. Einen großen Topf mit Wasser aufkochen.

3. Die Fenchelknollen waschen und in etwa 7 mm dicke Scheiben schneiden – dabei den Strunk nicht entfernen, damit die Scheiben nicht auseinander fallen. Das Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die Fenchelsamen darin anrösten. Die Fenchelscheiben dazugeben, mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker würzen. Zudecken und die Fenchelscheiben bei mittlerer Hitze auf beiden Seiten etwa 10 – 15 Minuten lang schmoren. Sobald der Fenchel gar ist, die Zitronenschale zugeben und nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken.

4. Während der Fenchel schmort, die Pasta bissfest kochen.

5. Kurz vor dem Ende der Garzeit des Fenchels einen kleinen Schöpfer vom Nudelkochwasser abnehmen und den Fenchel damit aufgießen. Deckel wieder aufsetzen und bis zum Anrichten weiter schmoren.

6. Pasta abseihen und mit Olivenöl vermischen.

7. Nudeln auf Teller geben, mit den Bröseln bestreuen und mit dem geschmorten Fenchel servieren.


***
Hinweis am Rande: Felisa Schales ist Studentin an der Universität Bremen und hat mich gebeten, folgenden Aufruf an euch, meine geschätzten Leserinnen und Leser, zu veröffentlichen (was ich gerne mache):

Food-Blog-Sympathisanten gesucht!!!
Im Rahmen meiner Masterarbeit setze ich mich mit dem Feld der Food-Blogs und besonders deren Leser auseinander.
Deshalb suche ich Euch! In kurzen Gesprächen (gerne auch am Telefon) möchte ich herausfinden, was ihr an Foodblogs mögt und wie ihr sie benutzt. Selbstverständlich werden eure Daten anonymisiert und nur für meine Arbeit verwendet.
Lust zu helfen? Super, dann meldet euch: 
ichlesefoodblogs@web.de
Dienstag, 28. Februar 2017

Charakterköpfe


Ein kleines Gör' mit Taschengeld,
beim Bäcker Tag für Tag,
dort kauft sie viele Krapfen ein,
obwohl sie die nicht mag.

Die Kleine streicht sich Brote stolz,
an jedem Morgen fein,
die Füllung aus den Krapfen kommt,
die Füllung ganz allein.

Die Brote sie im Keller schlemmt,
die Mutter soll's nicht seh'n,
denn wenn sie all die Krapfen sieht,
wird sie am Rade dreh'n.

Doch eines Tages kommt sie doch,
die Kellertrepp' herab,
da sieht sie ihre Tochter dort,
und fällt vom Glauben ab.

Die Mutter sah den Berg von Krapf',
nein Kind, du machst mir Spass,
die Marmelade gibt es doch,
die gibt es auch im Glas.

(Friedhof der Krapfen von s.cornella)


Krapfen sind allerwichtigstes österreichisches Esskulturgut! Jeder liebt sie, doch kaum einer macht sie noch selbst. Wie wundervoll, dass sich da wieder eine kleine Runde österreichischer Foodies gefunden hat, die es sich zur Aufgabe machen will, genau solch kost-bares Kulturgut auf- und/oder hochleben zu lassen. Alles unter der Prämisse:


Die Idee stammt von meinen lieben Bloggerkolleginnen Susi und Sina, das Logo hat Christina für uns gestaltet.
Schön, dass ich dabei sein darf! Für Tradition und Brauchtum bin ich ja immer zu haben. Und unsere Krapfen, soviel trau ich mir jetzt schon zu sagen, werden bestimmt nicht am Friedhof landen …


Vollkornkrapfen aus dem Ofen mit Hagebuttenmarmelade

Die Idee für die Vollkornkrapfen mit Hagebuttenmarmelade entdeckte ich drüben bei Madam Rote Rübe und ich fand sie sofort nachahmenswert. Für das untenstehende Rezept habe ich mein Ofenkrapfenrezept entsprechend abgewandelt und mit Vollkornmehl und Honig gearbeitet. Und ja, die Krapfen haben eindeutig Charakter – sie haben Biss, sind aber trotzdem fluffig und leicht. Ich mag sie gern!

Zutaten für 12 Krapfen

Für den Teig
200 g Vollkornmehl
115 g glattes Mehl
20 g frische Hefe (oder 1 Packerl Trockengerm)
55 g Honig
160 ml lauwarme Milch
50 g weiche Butter
1 Ei (Gewichtsklasse L)

Zum Einstreichen und Wälzen
etwa 50 g Butter
Feinkristallzucker

Zum Füllen
etwa 12 TL Hagebuttenmarmelade oder andere Lieblingsmarmelade

Zum Bestreuen
Staubzucker

1. Aus den Teigzutaten in der Küchenmaschine einen glatten und geschmeidigen Germteig zubereiten.

2. Die Teigschüssel abdecken und den Teig etwa 1 Stunde an einem warmen Ort gehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat.

3. Den Teig auf der unbemehlten Arbeitsfläche kurz durchkneten und in 12 Teile teilen. Die Teigstücke zu Kugeln schleifen.

4. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen und die Teigkugeln mit genug Abstand darauf verteilen (sechs Kugeln pro Blech passen prima). Sie gehen beim Backen noch einmal gut auf!

5. Die Backbleche mit Geschirrtüchern abdecken und nochmals 1 Stunde gehen lassen.

6. Das Backrohr auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

7. Die Butter zum Einstreichen schmelzen.

8. Die Teigkugeln rundherum mit flüssiger Butter einpinseln, ins vorgeheizte Rohr schieben und in etwa 15 Minuten goldbraun backen.

9. Den Kristallzucker zum Wälzen in ein Suppenteller geben.

10. Ofenkrapfen aus dem Rohr nehmen und noch heiß nochmals mit Butter einstreichen. Oberseiten leicht in den Kristallzucker drücken, nicht anhaftende Reste abschütteln.

11. Krapfen auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.

12. Marmelade glatt rühren und in einen Spritzsack mit Fülltülle füllen. Die Tülle seitlich in die Krapfen stechen und ein wenig von der Marmelade in jeden Krapfen spritzen.

13. Die Krapfen kräftig mit Staubzucker bestreuen.


Ganz klassische Krapfen gefällig? Bitte hier entlang.

Und diese Mädels haben auch noch Krapfenrezepte für euch vorbereitet:


Zum Anbeißen, ich sag’s euch … Schaut vorbei, es lohnt sich!

Ich wünsche gutes Gelingen!
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