Samstag, 15. Oktober 2016

Erstklassig


Nun ist das Minimädel also eingeschult. Meine kleine, unfassbar süße Tochter, die ich ja eigentlich genau genommen so gar nicht mehr als Mini bezeichnen kann (stolze 119 cm, gerade gemessen). Mit der ich bereits Endlosdiskussionen führen muss (Den Biomüllkübel in den Garten bringen? Unzumutbar. Nur eine Folge Bibi & Tina? Geht gar nicht), die gleichzeitig aber auch nichts lieber tut, als an meinem Rockzipfel zu hängen - vor allem dann, wenn ich allein das Haus verlassen will. Und sei es nur, um kurz mit Chi nach draußen zu gehen (Mama, ich will bei diiiiiiir sein).

Das Minimädel und ich, wir sind ein gutes Team. Oft sind wir geteilter Meinung, aber es gibt Leidenschaften, die wir teilen. Das Anlegen von Listen. Die Liebe zu Tieren. Experimente in der Küche. Es wird spannend, wie sich diese Leidenschaften gemeinsam mit ihr entwickeln. Wachsen sie mit? Schlafen sie ein? Es wäre schön, könnte ich ihr dies mit auf den Weg geben: Es ist wichtig, Interessen zu haben, sie wach und lebendig zu halten, leidenschaftlich sein zu können. Egal, was andere meinen, mögen sie auch noch so sehr ihre Augen verdrehen oder ihre Köpfe schütteln.

Mein Minimädel, du bist erstklassig! Das warst du immer und wirst du für mich auch immer sein …


Gebackene Apfelknödel

Erstklassige Mädchen verdienen erstklassige und wohltuende Gerichte, wenn sie mittags von der Schule kommen. Nach diesen gebackenen Apfelknödeln aus Brandteig war ich süchtig in meiner Kindheit. Wer mag, steckt noch zusätzliche Apfelspalten zwischen die Knödel und bäckt sie mit. Sie gelingen übrigens auch hervorragend mit Zwetschken oder Marillen.

Zutaten für etwa 6 Personen

Für den Brandteig
1 l Milch
½ TL Salz
50 g Butter
500 g glattes Mehl
2 – 3 Eier (je nach Größe)

Zum Füllen
3 – 4 große Äpfel
Kristallzucker

Zum Bepinseln
1 Stich Butter

1. Für den Teig Milch mit Salz und Butter in einem Topf erhitzen. Sobald die Milch kocht, den Topf vom Herd ziehen und das Mehl auf einmal hinein geben. Mit einem Kochlöffel kräftig umrühren. Den Topf wieder auf die Herdplatte stellen und den Teig bei mäßiger Hitze kraftvoll schlagen und abbrennen, bis er sich vom Topfboden löst und sich darauf ein weißlicher Belag bildet. Den Teig von der Hitze nehmen und kurz überkühlen lassen.

2. Das erste Ei unterrühren, bis die Masse wieder gebunden ist. Mit dem zweiten bzw. dritten Ei genauso verfahren.

3. Die Äpfel schälen, vierteln und das Kerngehäuse entfernen. Die Apfelviertel nochmals quer halbieren.

4. Das Backrohr auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

5. Aus der Hälfte des Teiges auf der bemehlten Arbeitsfläche eine Rolle von etwa 3 cm Durchmesser formen und diese in Scheiben von etwa 1,5 – 2 cm Dicke schneiden.

6. Jede Teigscheibe mit ½ TL Kristallzucker und einem Apfelstück belegen, beides mit dem Teig umhüllen, die Nahtstelle gut zusammendrücken und runde Knödel formen.

7. Mit der zweiten Hälfte der Zutaten genauso verfahren.

8. Die Knödel mit der Verschlussseite nach unten in eine mit Backpapier ausgelegte oder mit Butter ausgestrichene Form oder Pfanne setzen. Im vorgeheizten Rohr etwa 45 Minuten goldbraun backen.

9. Kurz vor Ende der Backzeit die Butter schmelzen und die Knödel damit bepinseln. Noch einige Minuten fertig backen.

Kommentare:

  1. Ein rundum schöner Beitrag und so eine rührende Liebesbezeigung für deine süße Tochter. Ich wünsche jedem Kind so eine Mutter. Und solche Apfelknödel.

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    1. DANKE für deine schönen Worte, sie freuen mich sehr :-)

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  2. ich habe beim 1. Bild gerätselt, was du gebacken hast... gebackene Knödel sind was typisch Oberösterreichisches, gell... toll!!
    deine Tochter und du, darin finde ich mich wieder mit meinem Sohn, inzwischen ist er erwachsen und vieles ändert sich, aber nicht das Gefühl, ein gutes Team zu sein, trotz Loslassens...

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    1. Ja, genau, die gebackenen Knödel, die kann keiner so gut wie wir, hihi :-)
      Es ist schon eine besondere Verbindung ... Und auch in den sechs Jahren, seit sie bei mir ist, hat sich schon einiges verändert. Aber es tut gut, von dir zu hören, dass die Basis trotzdem hält :-)

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  3. Gebackene Knödel kennt man wirklich am besten in Oberösterreich, also vertraue ich dir da voll und ganz. Ich kenne gebackene Brandteigknödel überhaupt nicht, sie klingen aber echt gut.
    In die Schule geht die junge Dame schon? Ein Wahnsinn, wie die Zeit verrennt.

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  4. Je unbeabsichtiger Erziehung geschieht, umso tiefer geht sie - meine feste Überzeugung. Hast du Freude in der Küche, dann überträgt sich das von ganz allein... wie das weltfreundlichste Bakterium... oder so ;). Süß bist du in deinem Mamastolz!

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    1. Ich danke dir, liebe Micha. Ich glaube auch, dass es das Beste ist, ganz unaufgeregt die Dinge einfach vorzuleben ... Dein Bild mit dem Bakterium gefällt mir da sehr gut ;-)))

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  5. Hach, das ist ja eine aufregende Zeit, die erste Woche in der Schule und nicht mehr im Kindergarten. Ich arbeite in einer Primarschule, und weis daher genau wie aufregend das alles für die "kleinen" in den ersten Wochen ist und wieviele neue Eindrücke und Anforderungen es gibt. Wie toll, wenn man da zu so köstlichen Leckereien zurück kommt!Mhhh, da würde auch ich mich freuen;)
    Liebe Grüsse,
    Krisi

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    1. Ich glaube, für die Eltern ist diese Zeit genauso aufregend (oder noch aufregender?) wie für die Kleinen ... Mittlerweile hat sich alles ein bisserl eingespielt, es ist einfach schön :-)

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