Montag, 4. Juli 2016

Ab ins Erdbeerland


Manchmal erliege ich der Versuchung zu glauben, als ÖsterreicherIn könne man sich nur im Fußball blamieren. Jetzt wiederholen wir also die Bundespräsidentenwahl. Und der knapp unterlegene Rechtspopulist Hofer, der von sich selbst behauptet, kein schlechter Verlierer zu sein (Ha!), kokettiert bereits mit einem Öxit.

Ach, ich liebe meine Heimat. Aber manchmal frage ich mich schon, wo ich eigentlich lebe. Mit wem. Und ob das tatsächlich unsere Probleme sind? Wenn alles nichts mehr hilft, dann flüchte ich. Nicht über die Grenze, aber trotzdem in ein anderes Land. In ein Land, das ich am liebsten barfuss durchquere. Wo sonnenwarmes Stroh meine Zehen kitzelt, wo es von überall her wispert und tuschelt, wo Lachen und Heiterkeit ansteckend sind. Wo ich alles um mich herum vergesse, wo ich nur die Hand auszustrecken brauche, um glücklich zu sein.



Nirgendwo schmecken Erdbeeren besser als frisch von der Pflanze gepflückt, nirgendwo sind Kinder tiefer in sich versunken als beim Sammeln ins eigene Körbchen – oder direkt in den eigenen Mund. Und nirgendwo gehe ich verlegener zur Kassa, mit Kindern an der Hand, denen man es von oben bis unten ansieht, wo die meisten Früchte gelandet sind. Vielleicht wäre es aus Sicht der Erdbeerbauern eine gute Idee, nicht nur die von den Kunden mitgebrachten Behälter vor und nach der Ernte abzuwiegen, sondern auch deren Kinder?


Lieblingserdbeerkuchen

Mein Lieblingserdbeerkuchen besteht aus einem feinen, leichten Biskuit, wird mit Erdbeeren belegt und mit Zucker bestreut, was ihm eine feine Kruste verleiht. That’s it, mehr brauch ich nicht. Aber beeilen solltet ihr euch schon – die Erdbeersaison ist (leider!) so gut wie vorbei.

Zutaten für eine Springform 26 cm

Für den Teig
5 Eier
130 g Zucker
1 EL Vanillezucker
1 Prise Salz
130 g glattes Mehl
1 TL Zitronenschale

Zum Belegen
250 g frische Erdbeeren

Zum Bestreuen
2 EL Kristallzucker

Zum Bestäuben
Staubzucker

1. Den Backofen auf 190 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Boden einer Springform mit Backpapier auslegen.

2. Die Eier trennen.

3. Eidotter mit Zucker und Vanillezucker hell schaumig rühren.

4. Eiklar mit Salz steif schlagen.

5. Den Eischnee mit Mehl und Zitronenschale zur Dottermasse geben und behutsam unterheben.

6. Den Teig in die vorbereitete Springform füllen.

7. Die Erdbeeren waschen, trocken tupfen und halbieren. Mit der Schnittfläche nach unten in den Teig setzen.

8. Mit Kristallzucker bestreuen.

9. Im vorgeheizten Rohr 25 – 30 Minuten goldgelb backen.

10. Aus dem Ofen nehmen, kurz überkühlen lassen, den Teigrand mit einem scharfen Messer von der Form lösen, den Kuchen aus der Form holen, das Backpapier entfernen und den Kuchen auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.

11. Mit Staubzucker bestreut servieren.

Nach einem Rezept aus Süße Schmankerln aus Oberösterreich von Helmut Obermayr, erschienen im Landesverlag.

Kommentare:

  1. ja, nach deiner Einleitung kann man nur sagen: auf ins Erdbeerland!!
    Mein Junior war als Kind der weltbeste Erdbeerpflücker - er verabscheut nämlich Erdbeeren und pflückte sie damals brav, aß aber keine einzige ;-)

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  2. Ich schau auch schon mit einem heftig tränenden Auge dem dritten Wahlkampf entgegen - und auch dem baldigen Ende der Erdbeerzeit.
    Dein Kuchen ist aber sicher eine ordentliche Portion Trost!

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  3. Erdbeeren sind so kleine, leckere, verführerische Früchte! Und dieser Erdbeerkuchen sieht himmlisch aus. Den würde ich gerne nachbacken, aber wie könnte man die Eier ersetzen? Weißt du, ob man eher Banane, Sojamehl oder Ei-Ersatz nehmen sollte? Was würde vom Geschmack am besten passen?

    Liebe Grüße Lynn
    www.tofuzwillinge.de

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    1. Hi Lynn, ich muss gestehen, dass ich hinsichtlich Ei-Ersatz nicht der allerbeste Ansprechpartner bin ... Da hilft wohl nur ausprobieren :-) Liebe Grüße!

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  4. Jaa so solls sein, die Kinder voller rosa Spuren beim Verlassen des Erdbeerlandes gg. Da meine schon groß sind halte ich diese Tradition aufrecht, weil ich immer im Knien ernte..bin immer hübsch rot wenn ich fertig bin.
    Dein Kuchen ist genau meins, schön einfach das schaffe sogar ich!
    lg. Sina

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    1. "Sogar ich" ... Pff! Was du schon alles gezaubert hast ...
      Liebe Grüße!

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