Samstag, 5. September 2015

Oh, wie schön ist Málaga (vermutlich)


Wann ich das erste Mal meine Zunge in Malaga-Eis tunkte und wo das genau war? Hm. Vermutungen lassen sich anstellen: Ich, ein viel zu braver Teenie, die Füße in hawaiibunten Espandrillos (es heißt Espadrilles, ich weiß), ein aberwitzig normaler Hochsommer mit so viel freier Zeit, dass es bald langweilig wird, ein kleiner Eissalon irgendwo im Nirgendwo. Ob es Liebe war gleich beim ersten Mal? Auch da lässt mich meine Erinnerung im Stich, fest steht jedoch: Heute ist es Liebe, eine ganz große.


Malaga: Ein Eis mit Rosinen und Rum. Kein Geschmack für empfindliche Gemünder. Und auch bei mir ist es ein wenig verquer. Denn für sich allein genommen bescheren mir weder Rosinen noch Rum dieses große Gefühl. Erst die Liaison der beiden ist es, die den Unterschied macht zwischen unaufgeregter Sympathie und echter Leidenschaft.



Malaga-Eis ist wie eine Zeitreise für mich. Mein inneres Auge klappt zu, klappt auf. Ich bin in Andalusien, 2004. Ein Roadtrip mit lieben Menschen, Wind in unseren Haaren, Salz auf unserer Haut. Und ein Lebensgefühl, ganz nah an grenzenloser Freiheit. Málaga, die Stadt meiner Eisträume, mussten wir damals aus Zeitnot leider umschiffen. Irgendwann einmal möchte ich dort hin. Eis essen. Aber auch, um einzukaufen: Süßen Vino de Málaga, einen Muskatellerwein. Und die Pasas de Málaga D.O., aromatische Rosinen mit exzellentem Geschmack. Für beides ist Málaga bekannt und berühmt. Und beides kommt dann, irgendwann, in mein Malaga-Eis zuhaus.


Malaga-Eis

Für das traditionelle Malaga-Eis werden die Rosinen nicht in Rum, sondern in Málagawein eingelegt. Naja, irgendwann …

Zutaten für 4 – 6 Personen

500 ml Vollmilch
4 Dotter
100 g Rohrübenzucker
1 Messerspitze Vanillepulver
200 g Mascarino
50 g Schlagobers
50 g abgetropfte und grob gehackte Rumrosinen*
30 g Rumrosinen-Rum

1. Milch erhitzen.

2. Währenddessen Dotter mit Zucker und Vanillepulver hell schaumig schlagen.

3. Die heiße Milch in die Dottermasse einrühren.

4. Den Topf, in dem die Milch erhitzt wurde, auswaschen, die Dottermilch hinein geben und bei mittlerer Hitze vorsichtig erwärmen.

5. Einige Minuten erhitzen, bis die Creme anfängt, einzudicken (sie sollte den Rücken eines Löffels schön überziehen). Dabei ständig rühren und auf keinen Fall zu heiß werden lassen. Lieber früher von der Hitze nehmen als zu spät!

6. Die Eiercreme in eine Schüssel umfüllen und abkühlen lassen.

7. Mascarino, flüssiges Schlagobers, Rosinen und Rum mit einem Schneebesen unter die abgekühlte Eiercreme rühren. Masse in den Kühlschrank stellen und einige Stunden ziehen lassen.

8. Die Creme in der Eismaschine gefrieren, in einen gut schließenden Behälter umfüllen und noch für 1 – 2 Stunden im Tiefkühlschrank fest werden lassen.

Nach einem Rezept aus dem Buch Eis für Genießer von Linda Tubby, erschienen im Christian Verlag.


*Rumrosinen
Für die Rumrosinen fülle ich Rosinen in ein gut verschließbares Bügelglas. Von einer Zitrone ziehe ich mit dem Sparschäler einige breite Streifen ab und gebe die Zitronenschale zusammen mit einem Stück längs aufgeschnittener Vanilleschote und 1 – 2 Gewürznelken zu den Rosinen. Dann fülle ich mit braunem Rum auf (Rosinen und Gewürze sollten gut bedeckt sein), verschließe das Glas und lasse es an einem kühlen, dunklen Ort 3 – 4 Wochen stehen.

Rumrosinen brauche ich nicht nur für das Malaga-Eis, sondern auch für Kaiserschmarren und Grießschmarren. Unbedingt ausprobieren möchte ich außerdem dieses Rezept: Schokoladeneis mit betrunkenen Rosinen. Allein schon wegen des Namens!

Kommentare:

  1. ich spüre direkt den Wind in den Haaren und das Salz auf der Haut...
    aber um Rosinen mache ich zeitlebens einen großen Bogen, leider ;-)
    lg

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    1. Es war auch total schön, diese Bilder wieder einmal auszugraben ... :-)
      Und ja, ich weiß, Rosinen polarisieren! Ich mag sie ;-)
      Liebe Grüße!

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