Dienstag, 10. Dezember 2013

Höö, des is jo da Nikolaus!


Die Zeiten ändern sich. Sie ändern sich gewaltig. In meiner Erinnerung habe ich den Nikolaus stets ehrfürchtig bestaunt, war ergriffen und still, wenn er uns am Nikolotag einen Besuch abstattete. Hörte andächtig zu, wenn er uns wegen unserer Lauskinderstreiche tadelte und versprach ihm natürlich, von nun an brav zu sein:


Das Minimädel ist anders. Als es am 6. Dezember am späten Nachmittag die Klingel hörte, lief es zur Tür – und sah durch die Verglasung den weißgewandeten Heiligen davor.
Höö, des is jo da Nikolaus!, rief es mir zu und anstatt an meinen Rockzipfel zu flüchten, wie ich es eigentlich erwartet hatte, riss es die Tür auf und plärrte hinaus: „Ich hab dir was gezeichnet!!!!!“.
Der Nikolaus kam während seines ganzen Besuchs eigentlich nicht groß zu Wort, denn das Minimädel war furchtbar aufgeregt und plapperte noch mehr als sonst. Schlussendlich hat es der Nikolaus in seiner trägen, leisen Art dann aber doch geschafft, das Minimädel ein bisserl von ihrem Trip herunterzuholen: Er hat gefragt, ob es denn ein Lied für ihn singen wolle. Betretenes Schweigen. Hab halt ich gesungen.

Wir haben den Nikolaus beim Abschied mit einem Brioche-Krampus beschenkt, weil er selber keinen an seiner Seite hatte. Auf den und seine goldbraunen Gesellen bin ich schon ein wenig stolz. Denn seit ich mich vor einem Jahr drüben bei der esskultur in diese feisten Kramperl verliebt hatte, stand es fest, dass ich mich heuer an ihnen versuche. Und ich bin selber überrascht, dass sie – ohne spezielle Flechtanleitung – doch ganz gut gelungen sind.

Brioche-Kramperl

Für dieses Jahr kommt die Anleitung leider schon zu spät – aber so habt ihr wenigstens bis zum nächsten Kramperltag schon etwas Zeit zum Üben J. Das Rezept für den Germteig findet ihr hier, die Rosinen einfach weglassen. Mit der angegebenen Menge (mit 1 kg Mehl) gehen sich etwa 7 – 8 Kramperl aus, wenn ihr sie so groß macht wie ich.

1. Den aufgegangenen Germteig kurz durchkneten und mit einer Teigkarte Stücke zu je 45 – 50 g abstechen (oder weniger, wenn die Kramperl kleiner werden sollen). Pro Kramperl werden 5 Stück benötigt. Die Teigstücke in der hohlen Hand zu Kugeln schleifen, auf ein Geschirrtuch setzen und mit einem weiteren Geschirrtuch abdecken.


2. Vier Kugeln in mehreren Durchgängen zu Strängen von etwa 40 cm Länge rollen. Diese nebeneinander auflegen und die oberen Ende leicht zusammendrücken (rechtes Bild oben). Jetzt wird der Körper geflochten: Den rechten äußeren Strang in die rechte Hand nehmen und nach links über den ersten Strang, unter den zweiten Strang und über den dritten Strang legen (linkes Bild unten). Mehr ist zur Flechttechnik eigentlich gar nicht zu sagen, denn der nächste Schritt ist wieder der selbe: Den rechten äußeren Strang nach links legen, und zwar über den ersten Strang, unter den zweiten und über den dritten (rechtes Bild unten).


3. Nun das geflochtene etwas nach rechts schieben, sodass alles wieder gerade liegt (linkes Bild unten). Dann den nächsten Strang einflechten (rechtes Bild unten).


4. Wieder gerade richten, wieder einflechten:


5. Wenn der geflochtene Bauch vom Kramperl groß genug ist, aus den unten Enden die Beine drehen und die Enden mit etwas Milch zusammenkleben (Bild links unten). Dann die erste Flechtung am oberen Ende wieder lösen, daraus entstehen dann die Arme (Bild rechts unten).


6. Die Arme ebenfalls eindrehen und die Ende mit Milch befestigen. Voilà, der Körper ist fertig:


7. Jetzt kommt der Kopf mit den Hörnern: Dazu die fünfte Teigkugel wieder zu einem etwa 40 cm langen Strang rollen und gedanklich vierteln – in ein längeres (drei Viertel) und ein kürzeres (ein Viertel) Stück teilen. Das längere Stück vertikal hinlegen, das kürzere Stück quer darüber. Mit der rechten Hand das obere Ende des langen Stücks fassen, mit der linken Hand das untere. Mit der rechten Hand das obere Ende unter der linken Hand durch nach links unten führen, das untere Ende nach rechts unten:


8. Dann einfach die beiden Hörner zusammenzwirbeln (Bild links unten) und den Kopf schließlich noch um 180 ° drehen (Bild rechts unten):


9. Den Kopf mit etwas Milch am Körper befestigen und den Kramperl mit Rosinen verzieren (Knöpfe und Augen braucht er schon).


10. Mit Milch (dann wird der Kramperl nach dem Backen eher matt) oder einem Milch-Dotter-Gemisch (dann glänzt er mehr) bestreichen und im vorgeheizten Ofen bei 160 °C Heißluft etwa 20 – 25 Minuten goldbraun backen.

Beim Flechten ist es wichtig, rasch zu arbeiten und nicht benötigten Teig immer gut abzudecken, damit er nicht austrocknet. Schon etwas trockener Teig lässt sich nämlich gar nicht mehr gut verarbeiten und reißt dann beim Backen ein.

Kommentare:

  1. So ein Kramperl werde ich nächstes Jahr backen! Heuer hab ich einen in unserer Dorfbäckerei gekauft und ganz andächtig verspeist. Lg aus Tirol Lisi

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    1. Ganz frisch sind sie am besten, gell, Lisi? Liebe Grüße!

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  2. Eigentlich hätte es mich jetzt in den Fingern gejuckt zu schreiben, dass ich dich nicht leiden kann. Aber ich kann dich schon leiden. Ich bin nur leider totale Flechtlegasthenikerin und schrecklich neidig, dass ich diese tolle Anleitung ganz sicher nicht nachmachen kann. *schnief*

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    1. Liebe Turbohausfrau!
      Ich mag dich auch :-)
      Probiers aus, es ist ECHT NICHT SCHWER ;-)
      Liebe Grüße vom Mädel ...

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