Dienstag, 7. August 2012

Schiache Golatschen und ein freches Foto noch dazu


Ausgehend von Kathas Topfengolatschen-Diskurs und der damit verbundenen selektiven Rezeptewahrnehmung stach mir kürzlich diese Backanleitung ins Auge: Topfengolatschen „leicht gemacht“.
Ich fand die doppelte Topfen-Idee reizvoll, Topfen im Teig und in der Füllung. Das blättrige, appetitlich gebräunte Äußere, das mein inneres Ohr sanft knuspern hörte. Rumrosinen, mmmh. Und Golatschen aus fertig gekauftem Blätterteig und abgepackter Topfenfülle sind ja nun wahrlich keine Kunst. Also Topfengolatschen. „Leicht-ge-macht“.

Vielleicht hätten mich die Anführungsstriche stutzig machen sollen. Vielleicht hätte ich auch nicht so gutgläubig sein sollen (eine Eigenschaft, die mein Bruder bei vielen sich bietenden Gelegenheiten nutzt, um mich gehörig zu frotzeln). Auf jeden Fall: Meine Golatschen sahen so aus:


Die Golatsche, die da so keck ihre Topfenzunge rausstreckt, war noch die Schönste im Mädelland. Die meisten kamen so aus dem Ofen:


Oder gar so:



Nun kann man natürlich dagegen halten, dass ich kein Backprofi bin. Dass ein Topfen-Öl-Teig von vornherein nicht federleicht blättern kann. Dass ich den Teig nicht dünn genug ausgewalkt und die Quadrate viel zu klein geschnitten habe. Aber dass DIESER Teig so blättrig und knusprig wie auf DEM Foto wird: No way.

Ich finde, Rezeptbilder müssen authentisch sein. Natürlich wird hier und da getrickst, das ist ja klar. Aber wenn Wunsch und Wirklichkeit so gar nicht recht zusammengehen, dann bin ich einfach nur enttäuscht. Vom Rezept, vom Autor, vom Verleger.


Dabei ist dieses Topfengolatschen-Rezept durchaus eins zum Ausprobieren. Die Dinger sind geschmacklich einwandfrei, sie sind gut, aber halt anders gut. Am besten sind sie frisch aus dem Ofen, mit Zucker bestreut. Beim nächsten Mal würde ich die Zitronenschale in die Fülle geben und nicht in den Teig. Und ganz wichtig: Die Teigquadrate müssen groß genug sein. Weil der Teig sehr elastisch ist und sich dadurch immer wieder ein wenig zusammenzieht, sollte man ihm beim Auswalken genug Zeit lassen, damit er sich auseinander dehnen kann.

Und wegen dem Foto, da drück ich halt jetzt noch mal ein Auge zu. Wer ohne Sünde ist, der werfe die erste Golatsche.

Kommentare:

  1. Die AMA, mich wundert das getrickste Foto nicht. Sieht nach Plunderteiggolatsche aus.
    Mit Topfenblaetterteig waere deine Golatsche gelungen.

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  2. Ich hab mir jetzt diese Broschüre auch runtergeladen. Die Fotos sind echt toll, aber Eline hat recht: Das schaut gar nicht nach Topfenteig aus.

    An Topfengolatschen hab ich mir auch schon die Zähne ausgebissen, weil mir bisher jeder Teig aufgegangen ist, obwohl ich immer dachte, dass ich die Ränder gut veschlossen hätte.

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  3. Is nicht schön, also deine Golatschen mein ich damit nicht, sondern das getrickste Bild. Aber ohne Butter im Teig, was soll da bitteschön blättern... aber gut, dass du das jetzt aufgeblättert hast ;-)

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  4. Ja Eline, ich tippe auch auf Plunderteig. Wär ja einen Versuch wert, das mit dem Topfenblätterteig... :-)

    Turbohausfrau, dann bist du also auch noch auf der Suche nach dem ultimativen Topfengolatschenrezept? An alle da draußen: Her damit!

    Danke für das Wortspiel Ellja :-) Du kannst aber ruhig sagen, dass meine Golatschen nicht schön sind. Ich bin nicht beleidigt.

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  5. Ich glaub, Du hast das was falsch verstanden... Topfengolatsche "leicht gemacht" heißt , dass der AUTOR es sich leicht macht, nicht Du ;-)

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  6. Ach sooo war das gemeint... Wahrscheinlich hast du recht Frau Ziii ;-)

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