Sonntag, 23. Mai 2021

Voll der Loser


Ich bin nicht so der Echtzeit-Typ. Einige Tage vor bis einen Tag nach den typischen Posting-Tagen, an denen vielleicht erwartet wird, dass etwas Brauchbares, Inspirierendes oder Nachahmenswertes zum jeweiligen Thema am Blog erscheint (Weihnachten, Ostern, Geburtstage, Feiertage, Brauchtumstage oder … Muttertage!), blinkt da ständig diese Poste-was!-Lampe in meinem Kopf. Und ich weiß, ich sollte, ich möchte ja auch! Zu erzählen gäbe es schließlich genug. Aber da ist dann immer diese Couch, die mich abends so fest in ihre Polster zieht, die Kinder, die tagsüber meine Kräfte bündeln und die vielen Momente, die einfach nur genossen und gar nicht fotografiert oder anderswie festgehalten werden möchten als im eigenen Herzen.

Muttertag war wieder so ein Tag und der Vatertag wird wieder so einer werden und deshalb - halbwegs mittendrin – ein allerhöchstes Hoch auf meine Eltern! Groß aufkochen für die ganze Familie, dabei aber nicht vergessen auf die etwas anders essende Tochter (Isst du jetzt noch vegan? Oder schon wieder vegetarisch? Ich habs nicht mehr gewusst …) – ohne verzogene Miene, ganz selbstverständlich, Du-bist-gut-so-wie-du-bist: Das ist meine Mama. Sag-mir-wo-es-hakt, es gibt kein Problem ohne Lösung, Hast-du-Hunger?: Das ist mein Papa. Immer noch kümmern sich beide so rührend um mich, als wäre ich zehn, jeder auf die ihm ganz eigene Art. Sie stärken mir den Rücken, stehen an meiner Seite, sind stolz auf mich ... das tut einfach gut – in jedem Alter.



Und so ist meine Mama übrigens auch: Bäckt die sich ihren eigenen, köstlichen und wunderschönen Kuchen zum Muttertag, gegen den meine völlig phantasielosen Schwarzwälder Kirsch-Schnitten sowas von abgelost sind und damit natürlich nicht genug - es gibt kein Rezept! Bloß eine kleine Notiz hab ich für euch, falls ihr auch so Naturtalente seid wie sie, die sich ihre Kreationen aus flüchtigen Fernseh-Inspirationen, Grundrezepten und dem, was der Kühlschrank grad hergibt, zusammenbasteln können. Na, jetzt schaut mal, wie ihr damit zurechtkommt!


Süße Blumenwiese mit Brennnesseln


Meine Mama hat eine rechteckige Spring-Backform verwendet, Größe etwa 25 x 35 cm.

Als Boden hat sie Nussbiskuit mit Öl gebacken, vielleicht ähnlich einem Becherkuchenrezept (vielleicht aber auch nicht) – nicht aus der Form lösen!

Nach dem Auskühlen hat sie den Boden mit roter Marmelade bestrichen.

Für die Creme hat sie eine Schüssel voll Brennnesselblätter blanchiert, gut ausgedrückt und mit etwas Joghurt fein püriert. Das Brennnesselpüree hat sie dann mit Skyr, Joghurt, steif geschlagenem Obers und einem vierten Milchprodukt, das ich nicht mehr weiß, sowie Zucker, Zitronensaft und eingeweichter und tropfnass aufgelöster Gelatine vermischt. Die Brennnesselcreme kam auf den Kuchenboden und der wurde dann für mehrere Stunden kühl gestellt, bis die Creme fest geworden war.

Für die Garnitur hat sie eins ihrer Enkelkinder in den Garten zum Blumenpflücken geschickt. In der Zwischenzeit hat sie eine Handvoll Erdbeeren in kleine Stücke geschnitten, mit etwas Gelierzucker vermischt und auf der fest gewordenen Creme verteilt. Nun nur noch mit den bunten Blüten belegen – Fertig.


Für den altmodischen Blumenstrauß zum Muttertag haben wir Wiesenschaumkraut, Vergissmeinnicht und Frauenmantel zu einem hübschen Sträußchen gebunden – darüber freut sich garantiert jede Mama! Und jeder Papa auch …

Mama, Papa:

DANKE für alles.

8 Kommentare:

  1. So ein toller Kuchen! Wie ein Gemälde.

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  2. Brennesselcreme... sehr interessant, sie sprießen jetzt eh so schön!
    Bin begeistert, nicht nur vom Mama-Kuchen!
    lg

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  3. Wie schön, das Posting und das Wissen um solche Eltern! Und eine Ermutigung, es selber immer wieder so zu versuchen bei den eigenen Kindern! Liebe Grüße von Irmi E.

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  4. Deine Eltern würden mich nicht zufällig adoptieren? Das klingt sehr paradiesisch bei dir.

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  5. Der Kuchen ist der Burner, soooo schön. Nun ist doch ganz klar, liebe Maria, woher du deine Begabung hast. Das muss bei euch in den Genen liegen.
    Liebe Grüße
    Sigrid

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  6. So eine kreative Mama! Kein Wunder dass ihre Tochter auch toll geworden ist.

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  7. Das nenne ich ja mal kreativ;)

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  8. Meine Lieben, ich danke euch wie immer für eure superlieben Kommentare.
    Meine Mama hat übrigens gesagt, sie adoptiert eher nicht ;-) Sie hat schon genug mit uns zu tun! Sorry :-)))

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