Mittwoch, 6. Januar 2021

C + M + B und ein wenig Schadenfreude


Wenn die Sternsinger an die Tür klopfen, verstecken sich meine Buben. Ehrlich, bei uns stand noch nie die ganze Familie vor dem Haus, um den Worten der drei Heiligen Könige zu lauschen! Ich habe keine Ahnung, was es ist, aber irgendetwas an diesen Gestalten ist ihnen ungeheuer.

Natürlich sind sie später neugierig: Waren das echte Könige? Was wollten sie? Und was haben sie da an unsere Tür gekritzelt? Ich erkläre ihnen dann, es sei ein Segensspruch, der das Haus und all seine Bewohner im neuen Jahr beschützen soll: C + M + B, das stehe für die Namen der drei Könige, Caspar, Melchior und Balthasar. Oder auch für drei lateinische Worte, nämlich Christus Mansionem Benedictat, was so viel heißt wie Christus segne dieses Haus. Aber eigentlich ist es meinen Söhnen egal, was die drei Buchstaben bedeuten, solange ich ihnen folgende Geschichte erzähle:

Es ist schon lange her, da glaubten die Menschen noch an Geister. Obwohl sie sie noch nie zu Gesicht bekommen hatten, fürchteten sie sich sehr und überlegten, wie sie sich vor ihnen schützen konnten. Da kamen sie auf die Idee, einen Spruch an die Tür zu kritzeln, magische und starke Worte, die die bösen Geister abwehren und sie nicht hineinlassen sollten. Dazu benutzten sie weiße Kreide, denn man erzählte sich, die Farbe Weiß wäre für Geister unsichtbar. Und wisst ihr was? Das stimmte! Kamen nun nämlich ein paar Geister angeflogen und wollten gradewegs zur Tür herein, übersahen sie den Abwehrspruch und … bumm! … hauten sie sich ordentlich die Köpfe an!

Was geht da ein Lachen durch den Raum … Tage der Kinderseligkeit. 





Vollkorn-Dreikönigskuchen


Heuer war ohnehin alles anders: Die Jungs mussten sich nicht verstecken, denn die Sternsinger waren nicht da. Coronabedingt, eh klar. Onlinespenden geht aber, nämlich hier. Und ein Dreikönigskuchen lässt sich auch verschenken, gemeinsam mit einer goldenen Krone. Irgendwo im Kuchen ist eine Bohne eingebacken – und wer sie findet, ist Bohnenkönig für einen Tag, darf die Krone tragen, sich verwöhnen lassen und Befehle erteilen. Super!
Dieser Dreikönigskuchen mit Vollkornanteil schmeckt vorzüglich, bleibt zwei bis drei Tage lang frisch und saftig – und ist ganz nebenbei sogar vegan.


Zutaten für 1 Stück

Für den Teig
15 g frische Hefe
200 g lauwarme Dinkelmilch
75 g Zucker
200 g glattes Dinkelmehl
175 g Vollkorn-Weizenmehl
Mark von ½ Vanilleschote
50 g Rapsöl
abgeriebene Schale von ½ Zitrone
¼ TL Salz

Zum Bestreichen und Bestreuen
Dinkelmilch
Hagelzucker

Außerdem
1 getrocknete Bohne

1. Alle Teigzutaten in die Rührschüssel der Küchenmaschine einwiegen und so lange auf mittlerer Stufe kneten, bis der Teig glatt und geschmeidig ist und sich von der Schüsselwand löst. Abdecken und bei Raumtemperatur gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat (das hat bei mir etwa 2 Stunden gedauert). Für eine feinere Porung den Teig nochmals zusammenschlagen und weitere 30 Minuten aufgehen lassen.

2. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.

3. Den Teig auf die leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und in 9 – 10 gleichmäßig große Stücke schneiden.

4. Zwei Stücke zusammennehmen und zu einer größeren Kugel rundschleifen. In die Mitte des Blechs setzen.

5. Die restlichen Teigstücke ebenfalls rund schleifen und rund um die größere Kugel am Backblech anordnen (mit jeweils etwa 1 cm Abstand zueinander). Achtung: In eine der Kugeln kommt die Bohne, nicht vergessen!

6. Mit einem Küchentuch abdecken und etwa 20 – 30 Minuten gehen lassen.

7. Das Backrohr auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

8. Die Germteigkugeln mit etwas Dinkelmilch bepinseln und mit Hagelzucker bestreuen.

9. Im vorgeheizten Ofen etwa 30 – 35 Minuten goldgelb backen.

10. Auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.

Nach einem Rezept aus dem Buch vegan & süß von Bernd Siefert.

Kommentare:

  1. ein schöner Kuchen und nicht nur für einen einzigen Tag...
    hast du die Dinkelmilch auch selbst gemacht?

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    1. Nein... Ich hab die in der Mehrwegflasche genommen... Schmeckt mir fast noch mehr als die Hafer... ;-)
      Liebe Grüße!!!

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  2. Hurra, der jüngere Sohn ernährt sich neuerdings vegan und wir deswegen auch oft mit ihm ... da kommt dieses Rezept wie gerufen ... hab heute selber einen Germteig veganisiert mit Margarine und Hafermilch und ist gut gelungen - aber Öl statt Margarine gefällt mir noch besser, Margarine ist mir nämlich noch nicht ganz geheuer, obwohl in Ö. vermutlich eh ganz okay (Stichwort Transfette) und auch ohne Palmöl erhältlich :-) Als ehemalige Sternsingerin musste ich auch über den Bericht von den Söhnen schmunzeln ... Dankeschön auf jeden Fall! Liebe Grüße von Irmi E.

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    1. Hey Irmi! Das freut mich ja :-) Ich fand den Teig auch wegen dem Öl spannend und habe ihn deshalb ausprobiert... Er war total gut zu verarbeiten und schmeckte köstlich!
      Kennst du eigentlich meinen anderen veganen Germteig?
      https://dasmaedelvomland.blogspot.com/2018/04/mein-veganer-germteig.html
      Der dürfte deinem Sohnemann auch schmecken :-)
      Gutes Gelingen und liebe Grüße!!

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  3. Deswegen darf man ja in den Rauhnächten auch keine weißen Laken aufhängen, eben weil... und sich die Geister drin verfangen können, bleiben und Unheil anrichten. Allerdings gefällt mir deine Geschichte besser... Kopfkino, you know? Bei uns waren heuer nur Königinnen, das hat den Buben sehr irritiert ;-) glg Uli

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  4. Liebe Maria,
    du schreibst immer so schöne Geschichten zu deinen Rezepten, ich bin hin und weg. All das was dahinter steckt, ist immer total interessant.
    Liebe Grüße
    Sigrid

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    1. Das freut mich sooo sehr, dass du das sagst, liebe Sigrid :-)))

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