Freitag, 17. Juli 2020

Morgens bis abends


Am Mittwoch vor einer Woche haben die Buben meine Kamera samt Makro-Objektiv in der Regenwassertonne versenkt. Ich war zu müde zum Schimpfen, zu müde von den vielen Dingen, über die mich irgendetwas gerade zwingt, nachzudenken: Was mache ich im Herbst, wenn ich meine Kinder nicht einmal mehr mit einem stinknormalen Schnupfen in den Kindergarten schicken darf (und eins der drei ist um diese Jahreszeit immer verkühlt!)? Warum kann ich mich nicht an diese blöde Maske gewöhnen? Wieso finden es so viele Menschen untragbar, die Stopp Corona App des Roten Kreuzes auf ihrem Handy zu installieren – während sie facebook, twitter, instagram & Co. ihre Daten wie selbstverständlich in die Hände spielen? Warum sind also Technologieriesen vertrauenswürdiger als die eigene Regierung? Und dann dieses ständige coronabedingt abgesagt … Was kommt da noch alles auf uns zu? Früher war das Leben so einfach, nur wussten wir es nicht.


Der kleine Mann lief hinter mir her und entschuldigte sich tausendmal. Ich glaube, in diesem Moment hat er sich wohl ziemlich sehnlich herbeigewünscht, was eigentlich zu erwarten gewesen wäre: eine schimpfende Mutter. Einfach aus Gründen der Vertrautheit. Aber so? Unheimlich. Und es hätte tatsächlich der Tropfen sein können, der das Fass zum Überlaufen bringt –

– wäre da nicht diese Umarmung gewesen, die so vieles ganz unmittelbar wieder gut gemacht hat. Oder dann das abendliche Agility-Training mit meinem Hund Chi, bei dem ich mir alle Sorgen von der Seele sprinten konnte. Die Glühwürmchen-Bande, die nachts um zehn noch ihre Runden in der Nachtluft zog. Und die Zeilen, die mir an diesem Tag unversehens in die Hände fielen und so schön sind und zuversichtlich stimmen, dass ich sie euch morgen auf einem Extra-Tablett serviere.



Der Tag ging also gut zu Ende. Das ist wichtig. Ich finde, Tage sollten dazu verpflichtet sein, gut zu Ende zu gehen.

Und wisst ihr was? Die Kamera hat’s auch überlebt.


Kalte Avocado-Gurken-Suppe mit Minze, Basilikum und Croûtons


Was für ein feines Süppchen – ideal für heiße Tage oder solche, die es noch werden wollen … die Hoffnung auf einen richtigen Sommer stirbt zuletzt!

Für 4 Portionen

Für die Suppe
2 Salatgurken
2 reife Avocados
200 g Joghurt 10 % Fett
1 Knoblauchzehe
1 – 2 EL Olivenöl
Salz
Pfeffer
Staubzucker
1 Zitrone, Saft und Schale
Cayennepfeffer
Basilikum
Minze
eiskaltes Wasser

Für die marinierten Gurkenstreifen
1 Prise Salz
1 Prise Staubzucker
1 Spritzer Zitronensaft

Für die Croûtons
einige Scheiben altbackenes Weißbrot
1 Knoblauchzehe
2 EL Butter

Zum Anrichten
Minzeblättchen
Pfeffer aus der Mühle
Olivenöl

1. Gurken und Avocados schälen. Etwa 1/3 einer Gurke und 1/3 einer Avocado für die Einlage beiseitelegen. Restliche Gurke und Avocado grob schneiden und zusammen mit dem Joghurt und der Knoblauchzehe in einen Mixer geben. Fein pürieren.

2. Das Püree mit Olivenöl, Salz, Pfeffer, Staubzucker, Zitronensaft, Zitronenabrieb, einer Prise Cayennepfeffer, Basilikum- und Minzeblättchen erneut aufmixen.

3. Soviel Wasser hinzufügen, bis die Suppe die gewünschte Konsistenz hat. Abschmecken.

4. Für mindestens 1-2 Stunden kalt stellen.

5. Währenddessen von der restlichen Gurke breite Streifen mit dem Sparschäler abziehen. Die Gurkenstreifen mit Salz, Staubzucker und Zitronensaft marinieren. Kalt stellen.

6. Das Weißbrot in Würfel schneiden und in der Butter mit einer ganzen, gequetschten Knoblauchzehe knusprig und goldbraun anbraten. Aus der Pfanne heben und beiseitestellen.

7. Zum Servieren die Gurken-Avocado-Suppe aus der Kühlung nehmen, aufmischen und eventuell nochmals abschmecken. Auf Schalen verteilen und mit den Gurkenstreifen belegen (sie sorgen dafür, dass die Einlage nicht untergeht). Die restliche Avocado in Würfel schneiden und auf der Suppe verteilen.

8. Die Suppe mit Croûtons, Avocadowürfeln, Minzeblättchen, Pfeffer und ein paar Spritzern Olivenöl dekorieren.


Nach einem Rezept von effilee online.

6 Kommentare:

  1. Liebe Maria,
    es gibt Tage, die braucht man nicht, umso schöner ist es, wenn sie gut zu Ende gehen. Ja wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, dann nützt auch alles Schimpfen nicht. Bewundernswert, wie du das weggesteckt hast, umso mehr freue ich mich, dass die Kamera es überlebt hat und wir das köstliche Süppchen anschauen dürfen.
    Liebe Grüße
    Sigrid

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    1. Hach ja, Schimpfen nützt eh meistens nichts ... weil es, wie du richtig schreibst, ohnehin schon zu spät ist ;-) Danke für deine Zeilen, liebe Sigrid! Alles Liebe!

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  2. Ja, jeder Tag sollte so gut es geht enden, auch wenn das manchmal nicht leicht ist!
    Der verwunschene Seerosenteich und die grüne Suppe passen farblich perfekt zueinander :-))
    lg

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    1. Ich freu mich, dass dir die farbliche Abstimmung aufgefallen ist :-) In dem Teich waren wir früher sehr oft baden! Nun ist er "zugewachsen" - und die Gelsenschar rundherum lädt auch nicht unbedingt zum Verweilen ein ;-) Dafür haust jetzt eine Biberfamilie dort :-)))
      Ganz liebe Grüße!

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  3. Danke, etwas mehr Gelassenheit zu Hause schadet doch keinem.... das sollte ich mir auch zu Herzen nehmen, ich bin gerade angespannt... Hausverkauf, Umzug, Schwangerschaft :) und der Coronatrubel. Alles Gute und danke für dieses tolle Rezept!

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    1. Sehr gerne, liebe Saskia! Ich wünsche dir alles, alles Gute - fürs neue Daheim, die Geburt und das Baby, ... :-)
      Alles Liebe!

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