Dienstag, 14. April 2020

Ostern aus der Ferne


Hey, ganz unversehens wurde da ein Träumchen wahr, eine kleine große Sehnsucht, habt ihr, die mit den kleinen Kindern, es eigentlich gemerkt? Wir Eltern, ja WIR, wir hatten heuer die Herrschaft über den Osterhasen – oder besser gesagt über die Geschenke, die er bringt. Noch besser gesagt: Darüber, wieviel er bringt. Es lag allein in unserem Ermessen! Und nun reicht der Süßvorrat nicht wie üblich bis in den Spätsommer hinein, sondern ist bereits jetzt, so kurz nach dem Fest, auf ein erträgliches Maß zusammengeschrumpft. Ostern 2020, was soll ich sagen … Ich bin die Herrscherin der Welt!!!

Wir haben es uns so richtig gemütlich gemacht, wir haben gegrillt und Eis gegessen und im Garten den Osterhasen gejagt. Das Kinderlachen hat mit der Sonne um die Wette gestrahlt und mich so richtig durchgewärmt. Aber da war auch dieses Läuten der Kirchenglocken. Ein einsames Läuten aus der Ferne. Und eine eigenartige Leere in meinem Herzen. Ostern im Kleinen ist schön, aber so richtig, richtig schön ist es erst, wenn man Traditionen leben und mit allen Menschen zusammen sein darf, die man liebt.



Osterpinzen-Minis

Die Osterpinzen der Frau Esskultur dürfen auf keinem ordentlichen Foodblog fehlen, finde ich. Ich habe das Rezept 1:1 von Katha übernommen, bis auf eines: Da ich den Teig über Nacht im Kühlschrank gehen ließ, habe ich die Hefe im Rezept um die Hälfte reduziert und auch das Dampfl hab ich weggelassen. Der Vollständigkeit halber habe ich ganz unten auch noch das Originalrezept von Katha kurz für euch notiert.

Zutaten für etwa 20 Mini-Pinzen (= 3 – 4 Bleche) oder 4 große (= 2 Bleche) oder 8 – 10 mittelgroße Pinzen (= 2 Bleche)

Für den Teig
10 g Anis (oder mehr, bis zu 30 g, wenn man Anis sehr gerne mag)
250 ml fruchtiger, eher leichter Weißwein
1 kg glattes Weizenmehl
20 g Hefe (1/2 Würfel)
250 ml kalte Milch
150 g feiner Zucker
200 g weiche Butter
8 Dotter (oder 3 Eier und 1 Dotter, das funktioniert auch, wenn man nicht weiß, was man mit den vielen Eiklar machen soll – allerdings wird der Teig dann etwas trockener und spröder)
abgeriebene Schale von 3 – 4 unbehandelten Zitronen
1 gestrichener EL feines Salz

Zum Bestreichen
1 Ei

1. Am Vortag (oder auch in der Früh) den Anis leicht anmörsern und mit dem Wein in ein Schraubglas geben. Das Glas verschließen, alles gut mischen und bei Raumtemperatur über Nacht ziehen lassen. Wenn man dran denkt, zwischendurch immer wieder einmal schütteln.

2. Am Abend den Aniswein durch ein feines Sieb abseihen. Gemeinsam mit den restlichen Teigzutaten in die Schüssel der Küchenmaschine geben und mit dem Knethaken zuerst 2 – 3 Minuten auf kleiner und dann weitere 5 – 7 Minuten auf mittlerer Stufe zu einem glatten und geschmeidigen Teig kneten, der sich gut vom Schüsselrand löst.

3. Den Teig abgedeckt an einem warmen Ort etwa 1 Stunde gehen lassen.

4. Den Teig mit der Faust zusammenschlagen, wieder abdecken und dann über Nacht im Kühlschrank parken.

5. Am nächsten Tag in der Früh den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und etwa 30 Minuten akklimatisieren lassen.

6. Auf die nur leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und Teiglinge der gewünschten Größe abteilen. Bei mir waren es etwas mehr als 20 Stück zu etwa 100 g (große Pinzen: 4 Stück zu etwa 500 g, mittelgroße Pinzen: 8 – 10 Stück zu etwa 200 – 250 g).

7. Die Teiglinge rund schleifen und mit ausreichend Abstand zueinander auf mit Backpapier ausgelegten Blechen verteilen (ich hatte 4 Bleche).

8. Alle Teiglinge mit verquirltem Ei bestreichen und 30 Minuten ruhen lassen.

9. Nochmals mit Ei bestreichen und weitere 30 Minuten gehen lassen.

10. Währenddessen das Backrohr auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

11. Die Pinzen mit einer Küchenschere von der Mitte aus drei Mal tief einschneiden.

12. Die Bleche nacheinander im vorgeheizten Rohr etwa 20 Minuten goldbraun backen (große Pinzen backen 30 – 40 Minuten, mittelgroße Pinzen backen etwa 30 Minuten).

13. Überkühlen lassen und entweder lauwarm oder ausgekühlt genießen.


Die Osterpinzen der Frau Esskultur – Das Original kurz notiert

Zutaten für 8 – 10 mittelgroße Pinzen ODER 2 sehr große und 10 Mini-Pinzen

10 g (besser 20 – 30 g) Anis
250 ml duftig-fruchtiger Weißwein
250 ml Milch
150 g Staubzucker oder feiner Kristallzucker
1 kg glattes Weizenmehl
1 Würfel frische Germ (42 g)
200 g weiche Butter
8 Dotter (Größe M)
Schale von 3 – 4 Bio-Zitronen (ca. 10 g)
1 gestrichener EL feines Salz (ca. 14 g)
1 Ei zum Bestreichen

1. Am Vortag Anis leicht anmörsern, mit dem Wein vermischen und über Nacht in einem gut verschlossenen Schraubglas bei Raumtemperatur stehen lassen. Immer wieder einmal schütteln.

2. Am nächsten Tag die Milch lauwarm erhitzen. Einige EL davon in einem Schüsserl mit der zerbröselten Germ, 1 – 2 EL vom abgewogenen Zucker und so viel vom abgewogenen Mehl verrühren, dass ein dickcremiges Dampfl entsteht. Mit etwas Mehl bestäuben und mit Frischhaltefolie abdecken.

3. Butter in der restlichen Milch warm werden lassen und auch den restlichen Zucker einrühren, damit er sich auflöst.

4. Aniswein abseihen und zur Milch leeren.

5. Das Dampfl sollte nun sein Volumen vergrößert haben und die Oberfläche sollte Risse aufweisen.

6. Nun alle Teigzutaten in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben und mit dem Knethaken 2 – 3 Minuten langsam und weitere 5 – 7 Minuten schneller kneten, bis sich der Teig vom Schüsselrand löst.

7. Abdecken und an einem warmen Ort ca. 1 Stunde gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.

8. Mit der Faust zusammenschlagen und weitere 45 Minuten bis zu 1 Stunde gehen lassen.

9. Den Teig ohne weiteres Mehl auf die Arbeitsfläche geben, kurz zusammenfalten und in Teiglinge der gewünschten Größe teilen (etwa 4 x 500 g oder 8 – 10 x 200 – 250 g oder 20 x 100 g).

10. Teiglinge rund schleifen und mit ausreichend Abstand auf mit Backpapier ausgelegte Bleche verteilen.

11. Ei verquirlen und die Pinzen damit rundherum gründlich einstreichen.

12. 20 – 30 Minuten auf etwas weniger als das Doppelte aufgehen lassen.

13. Den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

14. Nochmals mit Ei bestreichen und dann mit einer Schere von der Mitte weg drei Mal tief einschneiden. Weitere 10 – 15 Minuten gehen lassen (oder auch nicht mehr, falls der Teig sehr stark geht).

15. Im vorgeheizten Ofen je nach Größe goldgelb backen (kleine brauchen etwa 20 Minuten, mittelgroße etwa 30 Minuten, große 30 – 40 Minuten).

16. Aus dem Ofen nehmen, überkühlen lassen und lauwarm oder ausgekühlt genießen.

10 Kommentare:

  1. Bei uns so: Nachrichten beim Mittagessen von wegen Öffnung der Geschäfte erst NACH Ostern, der Bub so: "Hab ich das jetzt richtig verstanden, dass wegen dem komischen Kurz der Osterhase nix kaufen kann?" Ja, genau, der ist schuld ;-) Aber es hat was gegeben, wennauch viel weniger Schleckzeug als sonst.

    Du, ich hab das Servus-Video erst jetzt gesehen: woahhh, wohooo wie cool. So sympathisch und nett gemacht, voll der Star. Von mir kommt was im nächsten Winter - dann bin ich auch berühmt und wir können dann am roten Teppich gemeinsam Champagner trinken... oder Holler, das mag ich lieber ;-)
    glg Uli

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    1. Tatsächlich??? Wie cool ist das? Zu welchem Thema denn? Und auch bei Servus TV?
      Ach ja, dankeschön ... :-) Ich habs mir auch grade wieder - nach längerer Zeit - angesehen und mir wird immer noch warm ums Herz. Die Kinder noch so klein (und ich seh um einiges jünger aus als jetzt, zumindest fühl ich mich so, pfff ;-)). Ich freu mich jedenfalls! Auch aufs Champagnertrinken (ich nehm den gern) MIT DIR!!!
      Alles Liebe! :-)

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    2. Ja, genau - also bei Heimatleuchten... eh klar, ich die Oberleuchte ;-) es ist ein Beitrag über Baumperlen. Dann fang ich mal an mit Probetrinken, ich bin ja sehr ungeübt darin und möchte dich am roten Teppich natürlich nicht blamieren ;-) Also bis spätens beim Woman-Award... oder so ;-) Schönes Wochenende und glg Uli

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    3. Dein Wortwitz :-) Aber keine Angst: Vermutlich werde ich dich am roten Teppich blamieren, irgendwie gelingt mir das schon ;-)))
      Alles Liebe! :-)

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  2. Bei uns war es genau umgekehrt. Normalerweise erhalten die Erwachsenen an Ostern höchstens eine Kleinigkeit (z.B. eine Flasche gutes Olivenöl), aber dieses Jahr gab's gleich von mehreren Seiten prall gefüllte Osternester. Schokohasen so weit das Auge reicht.

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    1. Haha ... Und wurden die auch brav vor die Tür gestellt? Eh alles kontaktlos? ;-)
      Liebe Grüße!!!

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  3. Auch wir hatten ein sehr ruhiges Osterfest und es war sehr schön. Aber, und jetzt kommt wie auch bei dir das aber, mit der Familie ist es noch viel schöner.
    Liebe Grüße
    Sigrid

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  4. Wahrscheinlich grenzt es an Frevel, aber ich habe uns dieses leckere Hefegebäck zum 1. Mai gebacken und die Pinzen haben uns auch da köstlich geschmeckt. Beim nächsten Mal bin ich mutiger mit dem Anis! Herzliche GRüße von Hannah

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    1. Kein Frevel, liebe Hannah, Pinzen gehen immer :-)))
      Alles Liebe!

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Über Kommentare freue ich mich immer. Herzlichen Dank dafür!
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