Mittwoch, 4. Dezember 2019

Wenn Wünsche wahr werden


Am Sonntagabend, als ich gemeinsam mit meinen Kindern vom Familienbesuch bei meiner Mama nachhause fuhr, fing das Minimädel neben mir plötzlich zu beten an: Lieber Gott, bitte lass es morgen schneien … Das wäre so schön! Bitte, bitte, bitte! Der kleine Mann am Rücksitz stimmte ein: Ja! Bitte, lieber Gott, es soll morgen ganz viel schneien! Dankedankedanke!

Und am nächsten Morgen? Da war die Welt verzaubert – und in dickes Weiß gehüllt. Natürlich hätte es auch anders kommen können … Aber dieser Moment, dieser erste Blick auf den frisch gefallenen Schnee, er war so besonders und die Freude darüber so unbändig, so riesengroß, dass nur noch Platz war für eines: pures Kinderglück. Für meine Kleinen war klar: Diesen Schnee da draußen, den hatten sie sich gewünscht. Dieser Schnee war für sie. Und wenn Kinder spüren und erleben dürfen, dass Wünsche wahr werden können, dann ist alles möglich.



Paradeiserl

Im vergangenen Jahr habe ich das Paradeiserl entdeckt, einen Vorläufer des heutigen Adventkranzes. Traditionell im bayerisch-österreichischen Raum beheimatet, besteht es aus vier großen, roten Äpfeln, die mit Stöcken zu einer Dreieckspyramide verbunden werden. Jeden Apfel ziert eine Kerze, früher waren es meist drei violette (oder rote) und eine rosarote Kerze, die in die Äpfel gesteckt wurden. An jedem Adventsonntag wird – genau wie beim Adventkranz – eine Kerze entzündet, beginnend mit jenen in der unteren Etage. Eine von ihnen ist die rosarote Kerze, sie gehört zum dritten Adventsonntag, passend zur liturgischen Farbe dieses Sonntags. Die Kerze auf der Spitze der Pyramide wird am vierten Adventsonntag entzündet.

Natürlich steckt das Paradeiserl voller (christlicher) Symbolik: Die dreieckige Form (Trinität!), die immergrünen Zweige (vitales Leben in der kargen Winterzeit!), der Buchs (teufelsvertreibend!), die Äpfel (das göttliche Auge!?) und – eh klar – der Kerzenschein, Christus als Licht der Welt.

Doch auch wenn ihr es nicht so habt mit Kirche und so – ein Paradeiserl ist einfach wunderschön und tatsächlich braucht es dafür nicht viel: Vier schöne, rote Äpfel, sechs etwa 25 – 30 cm lange, gerade Stöcke (traditionell werden Haselnussstecken verwendet, ich habe den Schmetterlingsflieder beklaut), vier Kerzen und dann noch ein wenig Dekokram, wie immergrüne Zweige, Beeren, Hagebutten, ...

Zunächst werden die Stöcke etwas angespitzt und jeweils bis einige Zentimeter vor ihren Enden mit immergrünen Zweigen und Beeren geschmückt. Ich habe zum Umwickeln der Stöcke einen Draht verwendet, der aussieht wie Buchs und den ich vor gefühlt zwanzig Jahren in einem großen Möbelhaus erstanden habe. Seitdem lag er bei mir rum und nun – tada! – hat er tatsächlich doch noch seine Bestimmung gefunden. Hurra!
Die Äpfel werden mit einem Kerngehäuseausstecher für die Kerzen vorbereitet. Nun für die untere Ebene drei Äpfel mit Stöcken zu einem Dreieck verbinden und zwar so, dass sie stabil und plan stehen. Die restlichen drei Stöcke werden schräg nach mittig oben in die Äpfel gesteckt, wo sie durch den vierten Apfel an der Spitze der Pyramide zusammengehalten werden. Dann nur noch die Kerzen und einige Zweige in die Äpfel gesteckt – fertig.



Ihr könnt auch …

… die Stöcke bemalen, mit Schnitzarbeiten verzieren oder mit Bändern verschönern, anstatt sie mit Zweigen zu verzieren.
… an den vierten, oberen Apfel eine vergoldete Walnuss hängen. Wer gerne bastelt, werkelt in die Nuss ein wenig Engelshaar und ein winziges Christuskind aus Wachs hinein und verschließt sie dann wieder. Am Heiligen Abend darf die Nuss geöffnet werden!
… das Paradeiserl zum Schluss noch auf einem großen Teller mit Keksen, Tannenzweigen, Nüssen und Äpfeln arrangieren.


Übrigens habe ich mich dafür entschieden, mein Paradeiserl draußen in der Kälte zu platzieren, auf der Bank vor unserem Haus. Ich denke nämlich, in der guten Stube ist es einfach zu warm und dann wird es vermutlich schwierig, vier angebohrte Äpfel heil durch den Advent zu bringen. (Und fürs nächste Jahr lacht mich schon dieses immerwährende Paradeiserl aus Holz an, vielleicht könnte ich, sollte ich ….!?) Gemeinsam mit einem Türkranz aus Efeuranken und kleinen Hagebutten, der einfach nur aus den Ranken gewunden ist und ganz ohne Draht oder ähnliches auskommt, und ein paar Laternen mit Kerzen darin, steht jetzt eine wunderschöne, kitschfreie und natürliche Weihnachtsdekoration vor meinem Haus. Schön!

Habt ihr eh schon eure Barbarazweige ins Haus geholt? Heute ist der 4. Dezember!

Kommentare:

  1. Barbarazweige = Erledigt (allerdings erst heute Morgen...hüstel...)

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  2. Deine schnörkellose und unpretentiöse Dekoration ist wunderschön und genau nach meinem Geschmack. Schade, dass wir kein Haus haben, das wir damit dekorieren können. So müssen wir uns Dinge einfallen lassen, die bei Heizungsluft und Kekserlduft nicht aus der Form geraten.

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    1. Hm... Da gibt's eh jede Menge, Gottseidank :-)
      Ich möchte heute noch mit meinen Kindern ein paar Orangen mit Nelken bespicken ;-)
      Und übrigens, der Efeukranz sieht immer noch genauso frisch aus wie am ersten Tag, unglaublich!
      Liebe Grüße!

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