Freitag, 8. November 2019

Zum Tag des Apfels ein Strauß Rosen


Habt ihr auch eure Haare hochgesteckt? Das Glitzerkleidchen übergestreift? Die Tanzschuhe an? Kommt, lasst uns feiern gehen, den Tag des Apfels. 

Seit 1973 wird in Österreich der Tag des Apfels traditionell am zweiten Freitag im November gefeiert. Und das zu Recht. Denn was wären wir ohne unser Lieblingsobst? Und vor allem: Was wäre die österreichische Küche ohne ihre zahlreichen Apfelgerichte?

Zur Feier dieses wunderbaren Tages habe ich dem Apfel einen Strauß Rosen mitgebracht. Hoch soll er leben! Hoch!



Apfelrosen-Tarte

Alain Passard, französischer Sternekoch und Gemüsegourmet, kreierte vor Jahren etwas Besonderes: La Tarte Bouquet de Roses, die Apfelrosen-Tarte. In einem kurzen Video erzählt er davon, wie sie entstanden ist – nämlich aus dem Wunsch heraus, mehr Phantasie und Kreativität in die Küche zu bringen. Das finde ich schön!
Alain Passard stellt für die Apfelrosen lange Bänder aus den Äpfeln her, aber dafür braucht es wohl eine spezielle Ausrüstung. Ich habe sie daher aus dünnen Scheiben gewickelt.
Wie genau der Sternekoch seine Tarte zubereitet, bleibt ein Geheimnis. Es haben sich aber schon etliche in unterschiedlichen Varianten an ihr versucht. Außer meiner eigenen Anleitung habe ich daher am Schluss des Rezepts einige weitere Beispiele und Inspirationen für euch zusammengestellt.
Die Herstellung dieser wunderbaren Tarte ist ein wenig fitzelig – das muss man mögen. Aber vor allem dürfen keine umtriebigen Kinder an den Hosenbeinen hängen oder gar mithelfen wollen: Das geht schief. So sehr ich es liebe, mit meinen Kleinen in der Küche zu stehen – diese Tarte braucht ihre Zeit, sie braucht Ruhe, Geduld und Aufmerksamkeit. FSK 12, grob geschätzt.

Zutaten für 1 Tarteform etwa 25 cm

Für den Teig
220 g Mehl
50 g Staubzucker
1 Prise Salz
Zimt
100 g Butter
1 Ei

Für die Creme
125 g Sauerrahm
1 Ei
1 EL Vanillezucker
2 EL Ahornsirup
abgeriebene Schale von ½ Zitrone

Für die Apfelrosen
6 große Äpfel mit roter Schale
Saft von 1 Zitrone
1 EL Staubzucker

Außerdem
1 EL Kristallzucker zum Bestreuen
Staubzucker zum Bestäuben

1. Aus den angegebenen Teigzutaten einen Mürbteig kneten, eine Kugel formen, diese etwas flach drücken und dann in Frischhaltefolie wickeln. Für 30 Minuten in den Kühlschrank geben.

2. Den Mürbteig auf der bemehlten Arbeitsfläche zu einer etwa 5 mm dicken Teigscheiben ausrollen und in die Tarteform legen (am besten eine beschichtete mit Hebeboden verwenden). Dabei den Rand schön hochziehen. Nun kommt der Teig abermals für mindestens 30 Minuten (oder auch über Nacht) in den Kühlschrank.

3. Die Zutaten für die Creme glattrühren und kaltstellen.

4. Nun die Äpfel vorbereiten: Dazu die Äpfel mit einem Kerngehäuse-Ausstecher entkernen, dann halbieren und in dünne Scheiben hobeln (die Kerngehäuse aufheben, wir brauchen sie noch!). Zitronensaft mit Staubzucker vermengen und die Apfelscheiben sofort und vorsichtig damit vermischen.

5. Die Apfelscheiben portionsweise in der Mikrowelle erhitzen, bis sie weich und biegsam sind (die richtige Dauer findet man bei der ersten Portion heraus, bei mir war es jeweils 1 Minute und länger). Alternativ die Apfelscheiben kurz bei kleiner Hitze in einer Pfanne dünsten, eventuell einige Tropfen Wasser zugeben.

6. Den Mürbteig aus dem Kühlschrank holen und mit einer Gabel regelmäßig einstechen. Die Creme auf dem Teigboden verteilen.

7. Aus den Apfelscheiben Rosen formen. Dabei mit einem kleinen, eng gewickelten Röllchen beginnen, dann Scheibe um Scheibe um dieses Röllchen wickeln, bis die Rose die gewünschte Größe erreicht hat. Die Rose in die Creme setzen und mit Hilfe der Kerngehäuse als Stützen stabilisieren, damit sie nicht wieder auseinanderfällt.

8. So formt man nun Rose um Rose, kleinere und größere, und ordnet sie gefällig auf der Tarte an. Dabei stabilisiert man immer wieder mit den Kerngehäusen. Erkaltete und wieder fester gewordene Apfelscheiben werden nochmals erwärmt, damit sie wieder biegsam sind.

9. In der Zwischenzeit lässt sich auch schon der Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

10. Sind alle Rosen geformt und auf dem Teigboden verteilt, kann man sie noch etwas zurechtzupfen und aufhübschen, bis das Ergebnis zufrieden macht.

11. Die Tarte mit 1 EL Kristallzucker bestreuen und im vorgeheizten Ofen etwa 45 – 50 Minuten backen.

12. Aus dem Ofen nehmen und auskühlen lassen.

13. Aus der Form lösen und mit Staubzucker bestäuben. Wer mag, steckt noch einige Melissenblättchen zwischen die Rosen.

Alternativ lässt sich die Tarte auch gern direkt nach dem Backen mit 2 -3  EL erhitztem Quittengelee bestreichen. Dann kommt sie noch einmal kurz in den ausgeschalteten Ofen, damit die Resthitze das Gelee leicht antrocknen kann, was für einen schönen Glanz sorgt!

Natürlich hat sich auch Micha schon an dieser Tarte versucht, Claudio oder Claudia. Klickt euch durch – oder seht euch dieses Video an.


Aber hey, eine Party zu zweit ist doch keine Party! Deshalb haben sich noch einige Gäste mehr angekündigt, die rot-weiß-roten Genuss-Mädels nämlich, allesamt in Feierlaune und mit noch mehr Apfelglück:

Friederike: Apfeltorte
Brigitta: SüßeTrilogie
Daniela: Apfelknödel
Michaela: Apfel-Tiramisu


Party!!!

Kommentare:

  1. soo schön, du bist eine Künstlerin!!
    lg

    AntwortenLöschen
  2. Jöööö, wie hübsch! Dann wünsch ich dir und deiner Familie einen schönen Apfel-Tag 🤩
    Liebe Grüße, Julia

    AntwortenLöschen
  3. Spektakulär! Hier gibt es das nötige Equipment dazu, aber Du brauchst das ja gar nicht.
    https://www.youtube.com/watch?v=L6HGb6B1N_0
    Herzlich
    Bea

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Oh wow, sehr interessant... Aber du hast recht, liebe Bea, es geht auch ohne :-)))

      Löschen
  4. Oh, der Rosenkuchen ist wunderschön!

    AntwortenLöschen
  5. Boahhhh was für eine würdige Tarte für diesen besonderen Tag! Und ja, das klingt sehr aufwendig! Aber für den Apfel ist ja jede Anstrengung wert :-)

    lg. Sina

    AntwortenLöschen
  6. Liebe Maria, oh, ist der hübsch! Ich glaube ich brauche einen "Babysitter", damit ich mir die zum Geburtstag backen kann. Liebe Grüße von Hannah

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Haha... Andere buchen einen Babysitter, damit sie ins Kino gehen können... Und wir, damit wir in Ruhe backen können ;-)))
      Liebe Grüße!

      Löschen
  7. Wow, diese Tarte sieht echt umwerfend schön aus! Kompliment!
    LG Daniela

    AntwortenLöschen
  8. Hihi, ein Apfelkuchen mit FSK! Was man bei dir alles so findet!
    Schaut jedenfalls wunderschön aus. Eher nichts für eine Grobmotorikerin wie mich, aber ich ließe mich gern einladen auf ein Stück. ;)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, stimmt, da ist echt Feinmotorik gefragt... Ich mag das :-)
      Und ich hätte dir SEHR gern ein Stück abgegeben davon - oder zwei...
      Alles Liebe!

      Löschen
  9. Liebe Maria, die perfekte Torte für diesen besonderen Tag. Hoch lebe der Apfel!
    LG Michaela

    AntwortenLöschen
  10. Ich bin ganz hin und weg von deiner herrlichen Apfeltarte, ein toller Blickfang auf jeder Party, da juckt es direkt in meinen Fingern, sie schnellstens nachzubacken.
    Liebe Grüße
    Sigrid

    AntwortenLöschen

Über Kommentare freue ich mich immer. Herzlichen Dank dafür!
Hinweis: Mit dem Abschicken deines Kommentars erklärst du dich damit einverstanden, dass der von dir geschriebene Kommentar sowie personenbezogene Daten, die damit verbunden sind (beispielsweise Username, Mailadresse, IP-Adresse), an Google-Server übermittelt werden.
Mehr Informationen dazu findest du in meiner Datenschutzerklärung und in der Datenschutzerklärung von Google.