Freitag, 4. Oktober 2019

I, Feinsmecka


Kennt ihr das, das Spiel im Maisfeld? Es ist das ultimative Freiheitsgefühl. In meiner Erinnerung: Sommerduft, Hitze, nackte Haut – und jede Menge Dreck an den Füßen. Verstecken spielen und an jungen, saftigen Maiskölbchen knabbern. Und Wettrennen! Was laden die schnurgerade gesetzten Pflanzen, hoch bis in den Himmel ragend, doch dazu ein, zwischen ihnen entlang zu laufen. Da kann man doch gar nicht anders.

Den Luxus solcher Eindrücke und Momente erleben gerade meine Kinder – und ich gönne es ihnen von Herzen. Mögen sie sich einbrennen in diese wunderbaren kleinen Seelen und ihre ganz eigenen Spuren hinterlassen.

Aus den Kölbchen sind bereits Kolben geworden. Was das Käferlein nicht daran hindert, an den nicht mehr ganz so zarten Maiskörnern zu kiefeln. Eins für ihn, eins für seinen vierbeinigen Freund Rudi, eins für ihn, eins für Rudi, immer so weiter (nein, er wäscht sich nicht nach jedem Mal Rudi die Hände …). Plötzlich hält er inne und teilt mir mit: I Feinsmecka!

Ja! Du bist ein Feinschmecker, mein kleines Herz! Und allerliebst noch dazu! Und wenn du harte Maiskörner mit Dreck und Rudispucke als Delikatesse wahrnimmst, wie muss dir dann erst das hier schmecken…



Kürbisschnitzerl mit Fisolen-Tomaten-Salat

Dieses Gericht ist Sommerausklang und Herbstbeginn, beides in einem. Es vereint so viele Aromen in sich, warme, würzige, frische … Einfach herrlich! Und in den Salat, den ich mir von Micha abgeguckt hab, bin ich sowieso verliebt.

Zutaten für 4 Portionen

Für den Salat
400 g grüne Bohnen
400 g Tomaten
1 kleine Zwiebel
1 Knoblauchzehe
1 EL gehackte Petersilie
Saft von ½ Zitrone
3 EL Rapsöl
3 EL weißer Balsamico
1 kleiner Schuss Wasser
Salz, Pfeffer

Für den Dip
250 g Sauerrahm
1 Schuss Kürbiskernöl
2 EL gehackte Petersilie
Salz, Pfeffer

Für die Schnitzerl
1 kleiner Kürbis (bei mir war es diesmal ein Sweet Dumpling)

Zum Panieren
Mehl
2 Eier
1 Schuss Schlagobers
Salz
Semmelbrösel
gehackte Kürbiskerne

Zum Ausbacken
Rapsöl

1. Für den Salat die Spitzen der Fisolen abbrechen. Größere Fisolen halbieren. Einen breiten Topf mit Wasser zum Kochen bringen, salzen und die Bohnen darin bissfest garen. Währenddessen die Tomaten je nach Größe vierteln oder achteln. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Beides mit Petersilie, Zitronensaft, Öl, Balsamico und Wasser vermischen und mit Salz und Pfeffer würzen. Die Fisolen abschütten, kalt abschrecken und gut abtropfen lassen. Mit den Tomaten und dem Dressing vermischen.

2. Die Zutaten für den Dip glattrühren und kaltstellen.

3. Den Kürbis (je nach Sorte mitsamt der Schale) in etwa 1 cm dicke Spalten schneiden.

4. Fürs Panieren 3 Suppenteller herrichten. In das erste kommt das Mehl, im zweiten werden Eier mit Schlagobers und Salz versprudelt, im dritten werden Semmelbrösel und Kürbiskerne (etwa 2/3 Brösel und 1/3 Kürbiskerne) vermischt. Die Kürbisspalten nacheinander im Mehl wenden, durch das Ei ziehen und in den Bröseln wälzen.

5. Rapsöl erhitzen. Die Kürbisspalten bei mittlerer Hitze von allen Seiten knusprig ausbacken. Auf Küchenkrepp abtropfen lassen.

6. Die heißen Kürbisspalten mit dem Salat und dem Dip auf Tellern anrichten.

7. Dazu passen (Petersil-)Kartoffeln, Zitronenspalten und frische Kräuter.

Kommentare:

  1. So soll Kind-Sein sein, und mit Rudi würde ich auch teilen ;-) die Kürbisschnitzel aber eher nicht, schauen extremstens g..l aus. Steht für nächste Woche schon auf der Liste. Du, magst du nicht mal ein Kochbuch schreiben? Bitte, danke, das wäre nett ;-) lg Uli

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    1. Ja, sehr gern, liebe Uli ;-)
      Bis dahin musst du dich mit dem Blog begnügen :-D
      Liebe Grüße!

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  2. Kinder, die auf dem Land aufwachsen und es vor allem genießen dürfen, bekommen doch die besten Voraussetzungen mit. Es ist eine Freude, deinen Rudi hier zu sehen, wie er auf dem Boden spielt. Ach, bei dir würde ich auch ein Feinschmecker werden, so ein leckerer Salat.
    Liebe Grüße
    Sigrid

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  3. Das wird gleich kopiert, hab grad noch alles im Haus, was ich für dein Rezept brauche. Dein Junior ist entzückend, dass dem Rudi auch die rohen Maiskörner schmecken erstaunt mich allerdings. Na ja, ich kannte mal einen Hund, der ganz wild auf rohe Gurken war. Und wir haben als Kinder ebenfalls Kukuruz geklaut, aber nur die ganz zarten Kölbchen. Kind sein am Land hat schon was! Liebe Grüße von Bettina

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    1. Rudi frisst tatsächlich ALLES, was fressbar ist ;-))) Aber über die Maiskörner hab ich mich eigentlich auch gewundert ... Liebe Grüße!

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  4. Es ist schon immer herzallerliebst, was du von deinen Kindern schreibst. Und ich bin sicher, denen geht es so richtig gut bei dir. 💕
    Dein Essen würde ich auch nehmen. Die Idee von Uli mit dem Kochbuch kann ich nur unterstützen.

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    1. Danke du liebe, dann aber auch eins von dir :-)))
      Liebe Grüße!

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  5. Das Landleben ist wirklich großartig, einen schönen Hund habt ihr :) BIn aufgrund einer Registerregelung ebenfalls aufs Land gezogen und war damals erst skeptisch. Mittlerweile bereue ich es definitiv nicht!

    Liebe Grüße

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