Mittwoch, 25. September 2019

(Subliminale) Botschaft zum Mittwoch


Kennt ihr diese Geschichte? 1957 berichtete der amerikanische Marktforscher James Vicary von einem Experiment, bei dem er in einen Kinofilm eine extrem kurze Werbebotschaft einblenden ließ: Iss Popcorn! Trink Coca-Cola! Die Botschaft war für das Publikum nicht bewusst wahrnehmbar, sie dauerte nur eine dreitausendstel Sekunde. Dennoch reichte sie für einen Kaufbefehl an das Unterbewusstsein: Der Verkauf von Cola erhöhte sich anschließend um 18 %, der von Popcorn gar um 58 %. Eine Sensation! Wie ein Lauffeuer ging das Ergebnis des Experiments um die Welt und weckte daraufhin in vielen Menschen die Angst vor unbemerkter Manipulation.

Das eigentlich Interessante an dem Experiment ist aber das: Es ist alles gar nicht wahr. Einige Jahre nach der aufsehenerregenden Veröffentlichung gab James Vicary zu, dass er die Geschichte frei erfunden hatte, um sein verschuldetes Marketingunternehmen zu retten (was ihm auch gelungen ist). Dennoch hatte sich die Wirkung von unterschwelligen Botschaften in dieser kurzen Zeit zum anerkannten Allgemeinwissen gemausert und in der öffentlichen Wahrnehmung tief verankert. Und obwohl die Forschung seither keine großartigen Effekte von subliminalen Botschaften finden konnte und die Behauptungen entkräftet sind, wollen wir immer noch dran glauben. Spannend, oder?


Eine Lüge ist bereits dreimal um die Welt gelaufen, bevor sich die Wahrheit die Schuhe anzieht. – Mark Twain

Wir Menschen glauben halt gerne, was wir glauben wollen. Passt eine Aussage in unser Weltbild – Daumen hoch. So wie Pippi: Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt. Wir bestätigen, was wir ohnehin denken und suchen uns genau jene Argumente aus, die dazu passen. Das ist einfach und bequem! Denn wir müssen uns nicht auf die mühsame Suche nach Fakten und realistischen, ausgewogenen, objektiven Einschätzungen machen.

Aber: Wer Behauptungen allzu schnell und unreflektiert übernimmt, öffnet Zeitgeistern wie Fake News, Halbwahrheiten und alternativen Fakten Tür und Tor. Deshalb ist es wichtig, rational zu hinterfragen, wach zu sein und seinen Blick zu schärfen. Gesundes Misstrauen ist schließlich nie verkehrt. Das gilt auch für die Ernährung: Unglaubliches, hitzig Debattiertes, allzu Erstaunliches und zu 100 % Gesichertes - es ist oft fragwürdig, sagen wir mal so.

Ach ja: Falls ihr jetzt rätselt, warum ihr plötzlich so einen wahnsinnigen Appetit auf eine in dicker Schokosauce schwimmende Beerenversammlung habt … Hinterfragt das ruhig! Ich sag weiter nichts dazu. Aber das Rezept verrate ich euch natürlich. Da bin ich ja nicht so.


Schokolade mit Nüssen & Beeren

Ein – leider schon wieder etwas unsaisonaler – Nachtisch für viele – stressfrei gemacht und ganz und gar nicht polarisierend. Bei mir daheim jedenfalls haben alle kräftig zugelangt. Sowas von köstlich!
Die Schokoladensauce ist bei Zimmertemperatur dickflüssig und geschmeidig, im Kühlschrank wird sie fest bzw. streichfähig. Sie lässt sich gut im Voraus zubereiten und auch schon mal als Brotaufstrich verwenden.
Sind nicht mehr allzu viele frische Beeren zur Hand (so wie jetzt), kann man sie natürlich durch tiefgekühlte Beeren oder anderes saisonales Obst ersetzen – jeder, wie er mag! Lediglich eins ist wichtig: NUR JA NICHT MIT DER SCHOKOSAUCE SPAREN!!!

Zutaten für 4 – 6 Dessertportionen

50 g Haselnüsse
50 g Mandeln oder Walnüsse
1 EL Mandelmus
3 EL Kokosöl
6 EL Ahornsirup
50 g ungesüßtes Kakaopulver
50 ml Mandelmilch
400 g frische oder tiefgekühlte Beeren

1. Haselnüsse und Mandeln in eine Pfanne geben und trocken bei mittlerer Hitze rösten, bis sie anfangen zu duften. Aus der Pfanne nehmen und abkühlen lassen. Grob hacken.

2. Mandelmus mit Kokosöl, Ahornsirup, Kakao und Mandelmilch in einen Topf geben und unter Rühren erhitzen, bis das Kokosöl geschmolzen und sämtliche Zutaten zu einer glatten Sauce verbunden sind. Von der Hitze nehmen und überkühlen lassen.

3. Kleine Schüsselchen vorbereiten. In jedes davon eine unvernünftige Menge an Schokosauce klecksen (vertraut mir ruhig). Darauf kommen dann die Beeren und zum Schluss die Nüsse.

Ein Rezept aus dem Buch Kochen mit Freunden von Ella Woodward.


Zum Weiterlesen: Bullshit Busters von Axel Ebert und Christoph Wirl.
Und hier.

5 Kommentare:

  1. Ich will jetzt Schokolade... und blaue Fingernägel... und a rosa Leiberl... aber du hast damit nix zu tun. Subliminale Botschaften funktionieren bei mir gar nicht, da bin ich tough ;-) lg Uli

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  2. Hmmm... lecker!
    Und jetzt rätsel ich natürlich, ob nicht vielleicht ein weiteres Käferlein... ;)

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    1. Und ich Rätsel auch... Hat dich das Blütenherz zu dieser Annahme gebracht? Die menschliche Wahrnehmung ist schon mehr als spannend, weil nein, KEIN weiteres Käferlein ;-)

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  3. Liebe Maria, auch ich kann ohne schwanger zu sein ;-), unvernünftige Mengen an Schokosoße verdrücken und diese ist ganz köstlich. Bei uns heute in der herbstlichen Variante zu gedünsteten Birnen und Cashewvanilleeis. Danke fürs Teilen! Hannah

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