Sonntag, 22. September 2019

Marillenkäfer


Was für ein herrlicher Sommer! Urlaub auf der Alm und in Südtirol, viel freie Zeit mit meiner Familie, ein riesenmegagroßes Hochzeitstortenprojekt und jetzt ist auch der Schul- und Kindergartenstart geschafft und geglückt. Nicht zu vergessen: Das Käferlein, das nun, als hätte ich es damals bei seiner Namenswahl für den Blog schon geahnt, in die Marienkäfergruppe eingezogen ist. Das ist die neue Kleinstkinderbetreuung bei uns im Ort und weil mein Wildling der älteste dort ist, wird er wohl, so vermute ich, für ziemlich viel Wirbel sorgen. Krabbelstube, wir kommen!!!


Ab jetzt möchte ich euch wieder regelmäßig(er) mit Geschichten und Rezepten versorgen und da habe ich als erstes gleich an die Liebestomate von Johanna Maier gedacht, ein Gericht, das ich euch vom vergangenen Sommer nachreiche. Warum sie mir eingefallen ist? Weil diese gefüllte Johanna Maier-Tomate doch irgendwie an einen dicken, fetten Marienkäfer erinnert, nicht wahr? Und weil der kleine Mann, als er gut zwei Jahre alt war, immer Marillenkäfer statt Marienkäfer sagte und mir das in den Sinn kam, als ich die Liebestomate zubereitete, wurde aus ihr genau jener Marillenkäfer, von dem er damals immer gesprochen hatte. Ähm … Wegen der Marillen im Salat. Ihr versteht?


Falls ihr meine verschrobenen Gedankengänge jetzt nicht nachvollziehen könnt, ist das auch nicht so schlimm. Ich finde es nämlich selbst eher schwierig, sie jemand anderem zu erklären (was es nicht weniger faszinierend macht, dem eigenen Denken auf der Spur zu sein). Hauptsache ist: Der Marillenkäfer ward geboren.



Marillenkäfer Liebestomate nach Johanna Maier

Ochsenherzen stehen ganz oben auf meiner Tomatenliebe-Liste und ich bin froh, einen verlässlichen Ochsenherz-Lieferanten mein Eigen nennen zu dürfen. Mit größter Leidenschaft zieht er Tomaten heran, obwohl er selbst gar keine mag. So komme halt ich in den Genuss. Ochsenherz, was willst du mehr?
Dieses Gericht schmeckt wunderbar erfrischend und ist gerade bei warmem Wetter ein Gedicht. Die Marillen müsst ihr euch zwar umdenken in anderes Obst oder Gemüse (vielleicht hauchdünn gehobelten Fenchel? Weintrauben?), aber ich bin sicher, euch fällt eine Menge dazu ein. Und statt der Brennesselblüten nehmt ihr einfach ein paar Samenstände!

Zutaten für 4 Portionen

Für die Marillenkäfer
4 große, schöne Ochsenherztomaten
3 Blatt Gelatine
100 ml Schlagobers
300 g Schafmilchjoghurt
100 g Crème fraîche
Saft von 1 Zitrone
Salz, Pfeffer
Thymian, Basilikum, Rosmarin, Oregano

Für den Marillen-Karotten-Salat
4 Marillen (ersatzweise Fenchel, Weintrauben, Zwetschken, …)
300 g Karotten
frische Schafgarbenblättchen

Für die Salatmarinade
Olivenöl
Zitronensaft
Salz
Pfeffer

Für die Honignüsse
2 EL Haselnüsse
1 TL Butter
1 TL Honig

Zum Garnieren
Königskerzenblüten (gibt es auch jetzt noch!)
Brennnesselblüten (gibt es jetzt nicht mehr, aber nehmt doch einfach die Samen)
grober Pfeffer
Kräuter nach Geschmack

1. Von den Tomaten jeweils einen Deckel abschneiden und das Innere aushöhlen.

2. Das Tomateninnere fein pürieren.

3. Die Gelatineblätter in kaltem Wasser einweichen.

4. Schlagobers in einen kleinen Topf geben und erwärmen. Gelatine ausdrücken und im Schlagobers vollständig auflösen. Überkühlen lassen, damit mit Schafmilchjoghurt, Crème fraîche, Zitronensaft, Tomatenpüree und den fein gehackten Kräutern vermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Creme in die vorbereiteten Tomaten füllen und einige Stunden zum Festwerden in den Kühlschrank stellen.

5. Für den Salat die Karotten schälen und mit dem Sparschäler feine Streifen abziehen.

6. Die Zutaten für die Marinade versprudeln und mit den Karotten vermischen. Kurz ziehen lassen.

7. Die Haselnüsse grob hacken und in Butter und Honig bei geringer bis mittlerer Hitze anrösten. Abkühlen lassen.

8. Marillen in Spalten schneiden und gemeinsam mit der Schafgarbe zu den Karotten geben. Kurz durchmischen.

9. Die gefüllten Tomaten aus dem Kühlschrank nehmen und auf Tellern anrichten. Den Salat dazu arrangieren und mit den Honignüssen bestreuen.

10. Das Ganze noch mit Blüten und Kräutern garnieren und mit grobem Pfeffer aus der Mühle bestreuen.

11. Dazu passt knuspriges Baguette oder auch resches Bauernbrot.


Nach einem Rezept von Johanna Maier.

Kommentare:

  1. An diesem Post gefällt mir einfach alles! Der Marillenkäfer, die Salatsoße, das liebevoll gefüllte und dekorierte Ochsenherz und die schööönen Bilder von blauem Wasser! Schön dass du wieder schreibst.

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    1. Uuaaah, das ging runter wie Öl ... :-) Danke für deine Worte!

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