Samstag, 29. Juni 2019

In Ewigkeit, Ameisen*


Das ist der beste Kuchen der Weeeeelt!, triumphierte der kleine Mann, als er vom Geburtstagsgugelhupf gekostet hatte. Er breitete seine Arme aus und drückte sein Kuscheltier an sich. So ein schönes Fest… Doch halt, ich spule kurz für euch zurück. Nicht der kleine Mann hatte Geburtstag – sondern sein bester Freund: ein Kuschelesel mit Namen Ese.

Der kleine Mann und sein Ese – sie kennen sich seit immer schon. Er trägt ihn mit sich, seit er überhaupt etwas tragen kann. Ese, das ist sein über alles geliebtes Kuscheltier, ein Esel aus Plüsch, die Ohren schon mehrmals wieder angenäht, der Geruch nicht mehr allzu formidabel – aber immer mit dabei. Im Auto, beim Baden, beim Schlafen sowieso. Im Kindergarten wird Ese separat begrüßt und nicht nur einmal bin ich wieder heimgefahren, um Ese zu holen, wenn er im Eifer des Morgengefechts auf der Hausbank sitzen geblieben ist.


Als in unserer Nähe vor kurzem ein Bauernhaus niederbrannte und der kleine Mann mit tränenerstickter Stimme fragte, was mit seinem Ese wäre, würden wir ihn in einem brennenden Haus vergessen, weinte ich gleich mit. Wie herzerfüllend kann alles und jedes sein auf dieser Welt, selbst ein altes, abgeschnuddeltes Stück gefüllter Stoff.

Nun hatte Ese also Geburtstag. Und auch, wenn ich weiß, dass das alles vermutlich nur ein (äußerst schlauer!) Vorwand des kleinen Mannes war, um an Kuchen zu kommen: Ich habe Kuchen für ihn gebacken, den besten Kuchen der Welt.


Ameisenkuchen

Meine Kinder sind keine allzu großen Kuchenverehrer. Am ehesten noch mögen sie einfache Kuchen ohne Füllung oder anderen Schnickschnack – so wie diesen hier. Und dass man dabei noch dazu das Gefühl hat, man würde Ameisen essen – das macht das gänsehäutige Glücksgefühl einfach perfekt.
Wer mag, streicht für ein wenig Fruchtigkeit und Säure den erkalteten Gugelhupf vor dem Glasieren noch mit erhitzter und glatt gerührter Ribiselmarmelade ein.

Zutaten für 1 Gugelhupf

Für den Teig
5 Eier
250 g weiche Butter
175 g Staubzucker
1 EL Vanillezucker
1/8 l Milch, zimmerwarm
50 g Zucker
300 g glattes Mehl
1 TL Backpulver
60 g Schokostreusel

Für die Kakaoglasur
150 g Staubzucker
2 EL Kakaopulver
etwa 4 EL Wasser
30 g Kokosfett

Zum Bestreuen
Schokostreusel

1. Den Backofen auf 170 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine Gugelhupfform mit Butter einfetten und bemehlen.

2. Eier trennen.

3. Butter mit Staubzucker, Vanillezucker und Dotter schaumig rühren.

4. Nach und nach die Milch zugeben.

5. Eiklar mit Zucker steif schlagen und vorsichtig unterheben.

6. Mehl mit Backpulver mischen und über den Teig sieben. Die Schokostreusel noch dazugeben und alles vorsichtig vermischen.

7. Den Teig in die vorbereitete Gugelhupfform füllen und glattstreichen. Im vorgeheizten Ofen etwa 50 – 60 Minuten backen (Stäbchenprobe!).

8. Den Kuchen aus dem Ofen nehmen und einige Minuten überkühlen lassen. Auf ein Kuchengitter stürzen und vollständig auskühlen lassen.

9. Für die Glasur den Staubzucker sieben und in einem kleinen Topf mit dem Kakaopulver mischen. So viel Wasser zugeben, dass eine cremige, streichfähige Masse entsteht (das waren bei mir etwa 4 EL). Kokosfett zugeben und unter Rühren erwärmen, bis das Kokosfett geschmolzen ist.

10. Den Kuchen auf ein Glasiergitter setzen und mit der Glasur überziehen. Abgetropfte Glasur kann man immer wieder sammeln und gegebenenfalls nochmals erwärmen. Wenn man hier rasch arbeitet, kann man in mehreren Durchgängen eine schöne Glasur erzielen, die den ganzen Gugelhupf überzieht.

11. Aber keine Panik, die Glasur muss eh nicht allzu perfekt sein! Sobald sie beginnt, fester zu werden, wird der Kuchen nämlich rundum noch mit reichlich Schokostreuseln eingestreut. Nun nur noch trocknen lassen. Fertig!

Nach einem Rezept aus dem Buch Backen macht Freude Nr. 20 von oetker. Bei diesem Rezept wird fertige Kakaoglasur verwendet. Das ist praktisch, wenn es einmal schneller gehen muss, gelingt aber auch hausgemacht ganz wunderbar. Das Rezept für die Kakaoglasur habe ich von hier.


*In Ewigkeit Ameisen – das ist (war zuerst) ein Theaterstück von Wolfram Lotz.

Kommentare:

  1. Ameisenkuchen geht immer!
    Hab übrigens das Theaterstück im Akademietheater gesehen, sehr witzig und gescheit, hat uns ausnehmend gut gefallen lg

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    1. übrigens, ob Ese oder Bärli wie bei unserem Zwerg, das musste immer mit, bis in den OP-Saal vor der Mandeloperation damals, ich hab das Bärli dann mit hinaus genommen...

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    2. Ach Gottchen, ja, das kenn ich ...
      Cool, dass du das Theaterstück gesehen hast! Ich hab einen Bericht in Ö1 darüber gehört und der Titel hat mir so gefallen :-)
      Liebe Grüße!

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  2. Bei dir möchte ich gerne ein Eselchen sein, dann dürfte ich jetzt den leckeren Ameisenkuchen probieren. Du schreibst so schön, es ist mir immer eine Freude bei dir mitzulesen.
    Liebe Grüße
    Sigrid

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  3. Kann es sein, dass du die liebste Mama von allen bist? Ich find das ja total nett, dass du den Ese geholt hast, wenn er aus welchen Gründen auch immer daheim geblieben ist. Und der Kuchen ist sicher sehr, sehr gut!

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    1. Die liebste? Ich weiß nicht ... ja... vielleicht? ;-)
      Jedenfalls ist es einfach immer leichter, auch fürs Mama-Herz, die Kinder glücklich zu wissen :-)
      Liebe Grüße!

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  4. Ameisenkuchen, passend zum sommerlichen Garten! Und wie sympathisch, der Ese. Meine Lieblingsnichte hatte das "Dada", same difference. Ausgeflippt, als der stark duftende Fetzen mal versehentlich gewaschen wurde.

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    1. Ha ... das Waschen hat er kürzlich einmal akzeptiert ... von der "Drecksupp'n", die vom Ese runterkam, will ich jetzt nicht sprechen ;-)))

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  5. Schöne grüsse dem kleinen Mann und seinem besten Freund.

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    1. Die richte ich gerne aus ... Aber von wem!?
      :-)
      Liebe Grüße!

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  6. Ein super leckerer Kuchen! Ich habe ihn in vegan nachgebacken und selbst das ging super und war hervorragend! Statt der Butter habe ich einfach Margarine genommen, statt der Milch Hafermilch. Schokostreusel in Zartbitter und auch das Kakopuler war ohne Milch. Hat alles super hingehauen! Weil ich Sorgen um die Konsistenz hatte, habe ich noch ein paar Chiasamen von Vitaminexpress.org/Chia untergemischt. Weiß gar nicht ob das nötig gewesen wäre aber es war auf jeden Fall super lecker und meine vegane liebe Freundin hat sich auch riesig gefreut. :)

    Danke dir!

    Katja

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