Donnerstag, 14. Februar 2019

Liebeslied


Ein kleiner, quadratischer Zettel, mit lilafarbenen Worten beschrieben. Tief empfundene Zeilen, eine Erinnerung an vergangene Tage. Momente blitzen auf. Ein Liebeslied, sorgsam aufbewahrt im Dunkel vergilbender Buchseiten, unverhofft wiederentdeckt und zu neuem Leben erweckt. Hier, jetzt.


Ich wollt, ich wär eine Blume,
Du kämest still gegangen,
nähmst mich zum Eigentume
in deine Hand gefangen.

Auch wär ich gern ein roter Wein
und flösse süß durch Deinen Mund
und ganz und gar in Dich hinein
und machte Dich und mich gesund.

Hermann Hesse

Dinkel-Honig-Herz

Dieses Herz ist nix für die federleichte Elfe aus dem Feenland. Eher was für die Trollmama aus dem Gebirge. Kein watteflauschiger Brioche-Fluff, sondern schweres, herzhaftes, bodenständiges Germteiggebäck mit einer festen, aber dennoch saftigen Krume und einem herben, honigsüßen Geschmack. Sicher nix für jedermann, aber mir hat es sehr gut geschmeckt.

Zutaten für 4 Herzen

Für den Vorteig
200 g Dinkelvollkornmehl
100 g kaltes Wasser
2 g frische Hefe

Für das Mehlkochstück
70 g Buchweizenmehl
350 g Vollmilch
10 g Salz

Für den Hauptteig
Vorteig
Mehlkochstück
800 g Dinkelvollkornmehl
200 g Honig
50 g Orangensaft
1 Ei
15 g frische Hefe
200 g kalte Butter

Zum Bestreichen
1 Ei

1. Am Abend des Vortages die Zutaten des Vorteiges von Hand zu einem festen Teig mischen und 12 Stunden an einem eher kühlen Ort (16 – 18 °C) reifen lassen.

2. Außerdem das Mehlkochstück zubereiten. Dafür alle Zutaten in einem Topf glattrühren und unter Rühren aufkochen, bis die Masse eindickt. Vom Herd nehmen und direkt auf der Oberfläche mit Frischhalte bedecken. Bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag stehen lassen.

3. Am nächsten Tag alle Zutaten für den Hauptteig bis auf die Butter in die Rührschüssel der Küchenmaschine einwiegen und mit dem Knethaken 5 Minuten lang auf niedrigster Stufe mischen. Dann die Butter zugeben und weitere 5 Minuten auf niedrigster Stufe kneten.

4. Den Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche kippen und vierteln. Jedes Teigstück rund schleifen und abdecken.

5. Nun geht es gleich ans Formen: Das erste Teigstück in 7 Teile teilen. Jedes Teigstück zu einem etwa 20 cm langen Strang rollen. Hier ist die Beschaffenheit des Teiges sehr spannend und ungewohnt, weil er nicht elastisch ist und sich dann beim Flechten nicht wieder zusammen-, sondern ganz im Gegenteil voll in die Länge zieht. Die Stränge also eher kurz halten, sie werden ganz automatisch länger!

6. Einer der sieben Teigstränge wird nun noch halbiert. Es sollten nun also 8 Stränge sein, 6 lange und zwei kurze.


7. Die Teigstränge so nebeneinanderlegen, dass man sie durch Überkreuzen zu einem Herz formen kann. Die Enden der Stränge jeweils etwas flach drücken und unter das Herz klappen.

8. Das fertige Herz auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen.

9. Die anderen Teigstücke ebenfalls zu Herzen formen. Pro Blech haben 2 Herzen Platz.

10. Das Ei verquirlen und die Herzen damit abstreichen. Nun dürfen sie 4 Stunden bei Raumtemperatur reifen, dabei die Herzen vor dem Austrocknen schützen, zum Beispiel, indem man die Bleche in einen großen Plastiksack gibt.

11. Gegen Ende der Ruhezeit das Rohr auf 220 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

12. Nochmals mit Ei abstreichen.

13. Die Herzen nacheinander in etwa 40 Minuten ohne Dampf backen. Dabei nach 10 Minuten die Hitze auf 180 °C reduzieren.

14. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Leicht abgeändert einem Rezept von Lutz, die Idee für die Herzform stammt von hier.

Kommentare:

  1. 200g Honig und 200g Butter auf 1kg Mehl ist nicht unbedingt eine 'Diätspeise', sondern eher jede Scheibe eine ganze Mahlzeit. Insgesamt aber ein ganz tolles Rezept. Danke.
    Gruss Bea

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    1. Bitte gern, liebe Bea - und nein, KEIN Diätgericht :-)))
      Liebe Grüße!

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