Dienstag, 12. Februar 2019

Ich erteil euch eine Lektion. Oder zwei.


Kennt ihr die 10 Regeln? Die 10 Regeln der DGE? Jaja, ich weiß. Uuuaaahhhh …. Aber bleibt doch da. Es gibt Neues zu berichten.
Die 10 Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für eine vollwertige und gesunde Ernährungsweise wurden aktualisiert und überarbeitet und in ein neues Darstellungskonzept gekleidet. Nun bin ich nicht wirklich ein Fan von Regelwerken und Do’s and Dont’s, wenn es um das komplexe Thema der Ernährung geht, aber so ganz grundsätzlich, das muss ich sagen, hat sie recht, die DGE. Würden wir uns alle so ernähren – pflanzenbasiert, abwechslungsreich, mit einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit – dann wäre alles gut. Oder zumindest vieles besser. Allein – wenn ich mir bewusstmache, wo wir derzeit stehen, macht sich ein diffuses Ohnmachtsgefühl in mir breit. Muss ich mir nur die Empfehlung zum Fleischkonsum anschauen:

Wenn Sie Fleisch essen, dann nicht mehr als 300 bis 600 g.

Ja gut, das schaff ich, werden jetzt die meisten sagen. Aber Obacht: Pro Woche! Nicht pro Tag. In einem Land, in dem „Ich esse nur ganz selten Fleisch, und wenn, dann Bio“ die Standardantwort auf die Frage nach dem persönlichen Fleischkonsum ist, obwohl es beim tatsächlichen Verbrauch Platz 3 (!) in der EU belegt (und Platz 15 weltweit), liegt der Pro-Kopf-Konsum bei 63,4 kg pro Jahr. Das wären dann 1,2 kg pro Woche. Uh, da kommen wir wohl nicht ganz hin.

Ok, dann weg mit der Regel. Lektionen sind ohnehin besser, allein schon wegen dem Psychoding. Sie lösen diesen Greifreflex nicht aus: Da will mir einer was wegnehmen. Der spinnt doch, nicht mit mir. Ich lass ganz bestimmt nicht los.


Lektionen also: Die ersten zwei von 12 kurzen Lektionen über Fleisch und die Welt, äußerst lohnend nachzulesen im Fleischatlas 2018 der Heinrich Böll Stiftung, lauten so:

1. Ein geringerer Fleischkonsum, weniger Tiere und eine umweltschonende Tierhaltung – das sind klimafreundliche, wirksame Mittel für globale Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit.

2. Eine bessere Tierhaltung funktioniert nur mit weniger Fleischkonsum. Industrieländer sollten ihn um die Hälfte reduzieren.

Nach- und Weiterdenken und im besten Fall Zu-Herzen-Nehmen dringend empfohlen …



Rauna-Schnitzerl mit Haselnusspanier

Schnitzerl geht auch ohne Fleisch. Und wie! Statt dem Krendip würde sich auch ein Kümmeldip anbieten, zum Beispiel aus Sauerrahm, Salz, Pfeffer, Kümmel und Petersilie.

Zutaten für 4 Portionen

Für die Schnitzerl
2 Rote Rüben
etwa 100 g Mehl
2 Eier
1 Schuss Schlagobers
Salz
Pfeffer
etwa 100 g geriebene Haselnüsse
Rapsöl

Für den Dip
200 g Sauerrahm
2 EL Zitronensaft
Salz
Pfeffer
1 Prise Zucker
2 EL Schlagobers
1 EL geriebener Kren

Für den Salat und das Himbeerdressing
150 g Pflücksalat
1 Handvoll Himbeeren (derzeit aus dem Tiefkühlvorrat)
6 EL Himbeeressig
50 ml Apfelsaft
4 EL Olivenöl
1 – 2 EL Ahornsirup
Salz
Pfeffer
1 Schuss Wasser

1. Für die Raunaschnitzerl die Roten Rüben schälen und in etwa 0,5 cm dünne Scheiben schneiden.

2. Drei Suppenteller zum Panieren herrichten: In das erste kommt das Mehl, im zweiten werden Eier mit Schlagobers, Salz und Pfeffer verquirlt, in das dritte kommen die Haselnüsse.

3. Die Rübenscheiben panieren und in heißem Rapsöl auf beiden Seiten bei mittlerer Hitze goldbraun und knusprig ausbacken. Auf Küchenkrepp abtropfen lassen.

4. Für den Dip alle Zutaten miteinander glattrühren und würzig abschmecken.

5. Für das Dressing die Himbeeren antauen lassen und zerdrücken, dann mit den anderen Dressingzutaten vermischen. Den Pflücksalat damit marinieren.

6. Die heißen Raunaschnitzerl mit Salat und Dip servieren.


Weil es so gut passt, schicke ich dieses Rezept noch den Mädels vom rot-weiß-roten Genuss hinterher, nämlich Sina, Susi, Friederike, Christina und Michaela, die vor kurzem über die uralte österreichische Kulturtechnik des Panierens berichtet haben. Huhu! J

Kommentare:

  1. Die Regeln kannte ich tatsächlich nicht, wobei ich mir beim Punkt Fleischkonsum tatsächlich auf die Schulter klopfe: heute gibt es für zwei Personen insgesamt 100g Bacon in der Rosenkohl-Quiche, evtl. gibt es am Samstag Fisch und ja, sonntags dann Fleisch. Allerdings isst der Mann zwei Mal die Woche außerhalb und da bestellt er immer was mit Tier...
    Woran ich noch arbeiten muss, ist der Vollkornkonsum. Daa hänge ich weit ab.
    Lg, Miriam

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    1. Ich spüre an mir, dass alles eine Frage der Gewohnheit ist... die lassen sich zwar ändern, aber nicht von heut auf morgen.
      Schön, dass dein Speiseplan so abwechslungsreich ist!
      Liebe Grüße!

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  2. Ja, du hast recht. Mit allem! Und danke für das Vorbeischicken des Schnitzerls. Ich trag das gerne noch in mein Posting ein. Rote Rüben hab ich noch nie paniert, aber sonst schon einiges an Gemüse, daher kann ich mir auch das sehr gut vorstellen.

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    1. Das freut mich, liebe Susi, ich hatte mir ja fest vorgenommen, mitzumachen, aber die Zeit, die verflixte Zeit ... Alles Liebe!

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  3. Diese 10 Regeln habe ich sofort ausgedruckt und im Büro sichtbar aufgehängt...
    Deine roten Schnitzerl habe ich verlinkt, aber du verwendest sie roh, oder? nicht vorgaren? Ich probier das aus!! lg

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    1. Liebe Friederike, jetzt antworte ich so spät und vielleicht hast du die Schnitzerl schon gemacht ... Aber egal, du bist ja eine versierte Köchin und von meiner Antwort vermutlich nicht abhängig ;-)
      Ja, ich paniere alles Gemüse roh und schneide dafür nur dünne Scheiben. So mag ich es am liebsten :-)
      Dicke Grüße!

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