Montag, 5. August 2019

Drachenmutter


Eigentlich hätte ich mit riesengroßen Augen, offenen Mündern und grenzenloser Bewunderung gerechnet, als ich mit blutrot gefärbten Fingern und einem Messer, von dem dunkle Flüssigkeit tropfte, in der Küche stand und meinen Kindern in großen, bunten Bildern und mit ausladenden Bewegungen vom Abenteuer erzählte, das ich soeben erlebt hatte:

Sonntag, 28. Juli 2019

#wirrettenwaszurettenist: Gnocchi, Spätzle & Co.!


Um ehrlich zu sein: Gnocchi und Spätzle sind Fertigprodukte, die doch hin und wieder bei mir im Kühlschrank landen. Die Kinder mögen sie, geschmacklich sind sie in Ordnung und für die schnelle Küche sind sie ziemlich gut geeignet – ruckzuck fertig und wandelbar in alle Himmelsrichtungen.

Donnerstag, 18. Juli 2019

Auf da Alm, do gibt’s a Kind


Oder zwei oder drei oder viiiiiele! Almurlaub mit Kindern ist grandios – und sehr aufschlussreich. Glauben die Kleinen (und auch die Großen?) zu Beginn, nicht ohne Fernsehen oder Handy auskommen zu können, wird es nach ein bis zwei Tagen Umschaltzeit so richtig gemütlich. Raus aus der Komfortzone, rein ins Abenteuer:

Sonntag, 7. Juli 2019

Kirschenzeit


Kirschenzeit, das ist Kindheitserinnerungszeit, so prall gefüllt wie die Kirschen selbst: Kirschen essen bis zum Umfallen (und das Mahnen der Oma, nur ja kein Wasser drauf zu trinken!), Kirschkernweitspucken, sich vor den kleinen Würmern ekeln, Kirschenpaare hinter die Ohren zwicken, Vögel verscheuchen, Papa vorm Schlafengehen noch bei der Schnapsbrennerei besuchen, verklebte Finger, kirschrote Lippen und süße Küsse für die Katz.

Samstag, 29. Juni 2019

In Ewigkeit, Ameisen*


Das ist der beste Kuchen der Weeeeelt!, triumphierte der kleine Mann, als er vom Geburtstagsgugelhupf gekostet hatte. Er breitete seine Arme aus und drückte sein Kuscheltier an sich. So ein schönes Fest… Doch halt, ich spule kurz für euch zurück. Nicht der kleine Mann hatte Geburtstag – sondern sein bester Freund: ein Kuschelesel mit Namen Ese.

Donnerstag, 20. Juni 2019

Fleisch ist mir nicht wurscht


Die schauen aber traurig aus, meinte der kleine Mann zu mir, als wir im Reitstall waren und dort die Kälber besuchten. Wir müssen ihm [dem Bauern] sagen, dass er sie einmal putzen soll! Mein Herz tut weh in solchen Momenten und das meine ich nicht pathetisch. Die Kälber stehen zur Mast im Stall, schon klar. Aber sie stehen dort auf engstem Raum und rutschigen Spaltenböden, sie liegen in ihrem Dreck – und warten. Sollten wir nicht längst schon weiter sein in unserem Denken? Sollte sich nicht endlich einmal etwas tun?

Mittwoch, 12. Juni 2019

Hollerblütensirup: Ein Rezept in Bildern

Samstag, 1. Juni 2019

Die Polsterzipfmethode


Vor einigen Tagen meinte eine liebe, aus Deutschland stammende Arbeitskollegin angesichts der aktuellen politischen Lage: Die Österreicher sind echt das einzige Volk, das aus Schaden nicht klüger, sondern dümmer wird. Hm, joah …. damit hat sie wohl … recht. Leider. Bei uns geht es augenscheinlich nicht mehr um Vernunft, Anstand (!), Zukunftsorientierung oder kluges Handeln. Hier geht’s mit der Polsterzipfmethode an die Macht: Du greifst dir einen Polsterzipf, du ziehst und ziehst und ziehst, und irgendwann gehört dir der ganze Polster. Ja eh, auch eine Möglichkeit.

Mittwoch, 29. Mai 2019

Auszeiten


Das Minimädel und ich allein in der Natur – so etwas gibt es gerade nicht sehr oft. Deshalb genießen wir unsere Auszeiten zu zweit auch sehr. Meine Tochter ist dann mein liebstes Beobachtungsobjekt. Ich schaue und höre ihr zu – und dabei gibt es erstaunlich viel zu entdecken. Wie erwachsen sie manchmal schon klingt. Und überhaupt: Der Wald, die Natur – ein großer, weiter Raum, in dem hemmungslos erzählt werden darf. Hier hat alles seinen Platz.

Sonntag, 26. Mai 2019

#wirrettenwaszurettenist: Pizza!


Na wenn das kein Grund für eine Rettung ist … Pizza geht schließlich immer! Und sollte auf alle Fälle selbst gemacht sein – meint meine allerliebste Kinderschar. Für sie hat das vor allem mit ihren Geschmacksvorlieben zu tun (und sicher auch mit der großen Portion Liebe, mit der für sie gebacken wird) – für mich hat es aber noch ganz andere Gründe:

Donnerstag, 23. Mai 2019

Entpört euch … nicht!?


Kennt ihr diese Schilder, die den Ackerrand so mancher Getreidefelder in unserer Gegend zieren? Hey, glaubt mir, ich bin da auch empfindlich. Auch für mich gibt es nur wenige Dinge, die übler sind als fies stinkende Hundekacke am Schuh. Deshalb bin ich, was die Hinterlassenschaften meines Vierbeiners betrifft, gewissenhaft: Spaziergang? Haufisackerl? Check!
Aber: Wenn ich den durchgestrichenen Hund sehe und die Aufschrift Nicht vergessen, hier wächst dein Essen! lese und knapp dahinter ein überdimensionaler Traktor mit Feldspritze und Pestiziden im Tank vorüberfährt – da komme ich schon ins Grübeln ob der Verhältnismäßigkeit, mit der hier diskutiert wird.

Montag, 20. Mai 2019

Unser Garten


Nun haben wir also einen Garten geerbt. Einen Garten, den wir schon immer selbstverständlich nutzten als Spielplatz und Erholungsraum, als Blumenlieferant und Erntehelfer. Den wir aber nicht sonderlich intensiv pflegten, weder bepflanzten noch kultivierten. Denn das war alles Omis Ding.

Montag, 13. Mai 2019

Für die Beste


Die Standardantwort unserer Mama auf die Frage, was denn ihr Wunsch wäre zum Muttertag: Brave Kinder! Ich hab das nie so recht verstanden, denn brav waren wir doch alle – und immer! Oder etwa … nicht?

Sonntag, 5. Mai 2019

Der Mai


Kindern Brauchtum zu vermitteln, ist ein besonderes Geschenk. Ihre Offenheit und Begeisterung stecken an, ihre Fragen beflügeln. Wie war das damals mit den Hexen? Und gibt es sie auch heute noch? Was ist die Walpurgisnacht? Glaubst du das auch, dass die Hexen auf ihren Besen zu magischen Plätzen geflogen sind und dort Zauberfeste gefeiert und wild getanzt haben?

Freitag, 19. April 2019

Bienenklang


Es gibt im Yoga eine Übung, die ich besonders gerne mag: Bhramari, das Bienensummen. Auf ruhiges, tiefes Einatmen folgt langes, gesummtes Ausatmen. Dieses Summen lässt mit der Zeit den ganzen Körper vibrieren und pulsieren und ist vor allem in einer größeren Runde eine wahre Freude, denn jeder summt in seinem eigenen Rhythmus, in seiner eigenen Klangfarbe und Lautstärke – und irgendwann sitzt man plötzlich in einem sirrenden Bienenkobel, ist für sich und doch auch nicht. Dann gehen in mir viele Lichter an. Es ist einfach schön.

Dienstag, 16. April 2019

Grüner Gaumen


Glücklich,
wenn es nach
grünem Gras
riecht.

Monika Minder

Mit dem Gründonnerstag endet die 40-tägige Fastenzeit vor den Osterfeiertagen und traditionell werden an diesem Tag grüne Speisen aufgetischt, die vom Erwachen der Natur erzählen, von Neuanfang und Hoffnung, von Gesundheit und Stärke.

Samstag, 13. April 2019

Das Model und ich


[Klick]

Maaamaaa… meine Hände tun schon voll weh …

     Einen kleinen Moment noch! Ich habs gleich! [Klick]

Arghhh … Irx … Hilf mir …. Ich hab Mehl in den Augeeen!!!

     Stillhalten, ich krieg nur verwackelte Bilder! [Klick] [Klick] [Klick]

MMMMAAAAMMMMAAAA!!!

     Na super, jetzt liegt das Brot im Gras …

Sieht ja eh keiner auf dem Bild.

     Stimmt.

Sonntag, 7. April 2019

Es ist schon wieder passiert


Mein Vater, der Ausprobierer, hat es schon wieder getan: etwas ausprobiert. Er hat die Birke hinterm Haus angebohrt, um ihr etwas von ihrem Lebensquell, dem Birkenwasser, abzuzapfen. Er hat nämlich gehört, Birkenwasser sei äußerst gesund und ideal für eine kleine Frühjahrskur, um die Lebensgeister nach dem Winterschlaf sanft zu wecken. Jetzt muss er ständig aufs Klo.

Donnerstag, 28. März 2019

Im Auge des Betrachters


Jedes Jahr das gleiche Schauspiel: Erst stellt sie sich schlafend, die Natur, wie ein kleines, verspieltes Kind. Doch wer genau hinschaut, der sieht sie frech blinzeln aus ihrem Winterversteck. Und plötzlich macht es BÄM – und der grüngewordene Wahnsinn bricht aus. Überall kleine Pflänzlein, die aus dem Boden spitzen, Blüten, die sich öffnen über Nacht, Bäume, die ihre Blätter treiben, als wäre der Leibhaftige hinter ihnen her. Giersch, Löwenzahn und Brennnessel sind da, es blühen Lungenkraut, Leberblümchen, Schlüsselblumen und Veilchen, Buschwindröschen und Gänseblümchen sowieso. Die Natur explodiert.

Samstag, 23. März 2019

Selbst gekocht!


Gerade als ich die Kinder rufen wollte, um mit ihnen zu Mittag zu essen, kam der kleine Mann angerannt und sagte fröhlich:

Ich hab dir doch noch gar nicht gesagt, was ich heute zum Essen haben will!

Ähm … Naja … Ich glaub, dafür ist es jetzt eh schon zu spät, hm? Was hättest du dir denn gewünscht?

Sonntag, 17. März 2019

#wirrettenwaszurettenist: Muffins & Cupcakes zum fünften Geburtstag!


Irgendwo, irgendwann hab ich mal die Begründung aufgeschnappt, warum die Zeit umso rascher vergeht, je älter man wird: Das hat mit dem Stoffwechsel zu tun, der immer träger arbeitet – und wenn das Innere sich verlangsamt, nimmt das Äußere – gefühlt – an Fahrt auf. Deshalb lassen sich auch Fliegen mit ihrem äußerst rasanten Stoffwechsel so schwer erwischen – die Hand die auf sie niederschlägt, kommt für die kleinen Viecher nämlich im Schneckentempo daher. Alle Zeit der Welt also, um, ha!, die Fliege zu machen. Derselbe Mechanismus, nur eben umgekehrt. Oder so.

Donnerstag, 7. März 2019

Konsumkram


Da lässt sich doch immer wieder ganz hervorragend der Kopf schütteln, wenn man beim Friseur durch die Zeitschriften blättert:
Montag, 4. März 2019

Besorgt euch Antifel!


Antifel stand da auf einem kleinen, gelben Zettel, der am Kühlschrank klebte. Mein Vater wird sich gedacht haben, Antifel ist aus, als er zur Arbeit ging, und ein Winter ohne Antifel ist fad. So hinterließ er uns, zuallererst natürlich meiner Mutter, diese Nachricht, knackig, kurz, präzise: Antifel. Besorgt Antifel. Es soll Antifel da sein, wenn ich wieder Zuhause bin. 
Freitag, 1. März 2019

Ich wollt, ich wär keine Zitrone


Zumindest keine Meyer. Dann wär ich nämlich einsam, einsam und allein. Eine einzige Meyer-Zitrone in meinem Biokistl? Echt jetzt? Immerhin: Die Meyerin hat es drauf, sich wichtig zu machen. Willst du was gelten, mach dich selten – voll verinnerlicht. Was ich überlegt hab, was ich mit dieser Kostbarkeit anstellen soll! Dieser Pudding hier ist es geworden – und ich schwöre: Er ist einer Zitronengöttin würdig.
Dienstag, 26. Februar 2019

Oder 12.


Die 12 kurzen Lektionen über Fleisch und die Welt – jeder sollte sie kennen, so wichtig sind sie. Nach den ersten beiden Lektionen präsentiere ich euch also hier noch den Rest. Ohne weitere Worte. Aber mit Rezept.

Sonntag, 17. Februar 2019

Schreimutter


Gestern, ja gestern. Da war wieder einmal so ein Tag. Viel zu viel hatte ich mir vorgenommen und die Kinder, die haben die geistige Abwesenheit ihrer Mama ganz hervorragend für eigene Projekte genutzt: Da wurde umgeschüttet und Unordnung gemacht, das Bad unter Wasser gesetzt und der Esstisch mit dem Kindermesser angesägt, es wurden Wände bemalt und ganze Tafeln Kochschokolade gefladert und …. Und gerade als das Käferlein dazu ansetzte, voller Begeisterung mit einer offenen Saftflasche über die neue Couch zu spritzen: Da wurde es mir zu viel. Ich habe geschrien. Aus vollem Hals. Haben denn hier alle den Verstand verloren??? Das Käferlein stand wie versteinert da und starrte mich an, der kleine Mann versteckte sich hinter dem Vorhang, das Minimädel stahl sich leise davon. Ich weiß, man soll nicht schreien. Und tatsächlich schreie ich nicht oft. Aber wenn, dann richtig.

Donnerstag, 14. Februar 2019

Liebeslied


Ein kleiner, quadratischer Zettel, mit lilafarbenen Worten beschrieben. Tief empfundene Zeilen, eine Erinnerung an vergangene Tage. Momente blitzen auf. Ein Liebeslied, sorgsam aufbewahrt im Dunkel vergilbender Buchseiten, unverhofft wiederentdeckt und zu neuem Leben erweckt. Hier, jetzt.

Dienstag, 12. Februar 2019

Ich erteil euch eine Lektion. Oder zwei.


Kennt ihr die 10 Regeln? Die 10 Regeln der DGE? Jaja, ich weiß. Uuuaaahhhh …. Aber bleibt doch da. Es gibt Neues zu berichten.
Die 10 Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für eine vollwertige und gesunde Ernährungsweise wurden aktualisiert und überarbeitet und in ein neues Darstellungskonzept gekleidet. Nun bin ich nicht wirklich ein Fan von Regelwerken und Do’s and Dont’s, wenn es um das komplexe Thema der Ernährung geht, aber so ganz grundsätzlich, das muss ich sagen, hat sie recht, die DGE. Würden wir uns alle so ernähren – pflanzenbasiert, abwechslungsreich, mit einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit – dann wäre alles gut. Oder zumindest vieles besser. Allein – wenn ich mir bewusstmache, wo wir derzeit stehen, macht sich ein diffuses Ohnmachtsgefühl in mir breit. Muss ich mir nur die Empfehlung zum Fleischkonsum anschauen:

Donnerstag, 7. Februar 2019

#wirrettenwaszurettenist: Essen zum Mitnehmen!


Wir retten wieder und ich bin dabei, juchhu! Dieses Mal geht es um Essen zum Mitnehmen und angesichts des mittlerweile schon überbordenden Take away-Angebots im Supermarkt ist es dringend an der Zeit, dieses Thema aufzugreifen.

Samstag, 19. Januar 2019

Abschied mit Bauernbrot


Das wäre schön, würden jetzt einige von euch mit aufgerissenen Augen, schmerzverzerrtem Gesicht und angehaltenem Atem vor dem Bildschirm sitzen, Neeeein! rufend und zum Himmel flehend, es würde jetzt bitte bitte nicht das kommen, was so augenscheinlich ist. Es wäre schön, weil ich dann wüsste, dass mein Blog euch fehlen würde, ich euch fehlen würde und meine Geschichten: Wenn ICH mich verabschieden würde. Aber nein. So ist es nicht. Ich bleibe. Meine Küchenmaschine hingegen, die ist gegangen.
Mittwoch, 16. Januar 2019

Winterwunderland


In dicken Flocken fällt der Schnee vom Himmel. Es ist ein Wunderland, das mich da ins Freie lockt. Ein Land der Stille, weil der Schnee alle Geräusche verschluckt, weil keine Autos mehr fahren, weil viele lieber zuhause bleiben. Ein Land der Freiheit, wo mir die Juchitzer meiner Kinder die Seele wärmen, wenn wir auf dem Schlitten den Hügel hinunter sausen. Ein Land der Geborgenheit, dieses watteweiche Paradies: Hand in Hand lassen wir uns fallen – und die Welt fängt uns auf.
Freitag, 4. Januar 2019

Happy New Year!


Das ganze Leben ist ein ewiges Wiederanfangen.
Hugo von Hofmannsthal

Puh, 2019. Stürmisch hat das neue Jahr begonnen und ich habe das Gefühl, dass es erst einmal so weitergeht. So manches Abgehakte steht plötzlich wieder auf Anfang, das reibt an mir, macht mich unruhig, schiebt Fragezeichen in den Raum. Mitten in diese Stimmung hinein habe ich den ersten Croquembouche meines Lebens gebaut, eine prächtige Pyramide aus cremegefüllten Brandteigkrapferln, deren Zubereitung zwar nicht schwierig, aber doch ein wenig aufwändig ist. Ich stelle mir vor, wie ich, auf Legomännchengröße zusammengeschrumpft, diesen köstlichen Berg aus Krachgebäck bezwinge, Stück für Stück mich hochkämpfe, aus den Steinen auf meiner Lebensspur einen Weg mir staple bis nach oben. Dann ist Stille und meine Wünsche werden wahr.