Freitag, 9. November 2018

Ein gut gelüftetes Geheimnis


Ähnlich wie Uschi erging es auch mir, als ich in der Zeitung vom Geheimnis der besten Apfeltorte las. Was, Geheimnis? Echt, die beste Apfeltorte? OMG, sofortiger Nachbackreflex! Anders als bei Uschi (gelesen morgens, nachgebacken abends) sind meine Reflexe aber offenbar nicht so recht auf Zack. Sie brauchen ein wenig länger. So ungefähr, ähm, ein Jahr oder so, bis die Leitung zwischen Wunsch und Wirklichkeit dann tatsächlich steht. Jetzt aber lüfte auch ich das Geheimnis für euch. Fazit: Die beste ist sie vielleicht nicht. Aber eine sehr, sehr gute.



Apfeltorte

Dieses Apfeltortenrezept ist nichts für Anfänger. Der Mürbteig ist sehr weich und nicht besonders handzahm und es gibt einige nicht unwesentliche Variationsmöglichkeiten, die es erforderlich machen, beherzte Entscheidungen zu treffen. Perfekt ist es also nicht, das Rezept – sofern damit gelingsicher gemeint ist. Aber ein schöner Ausgangspunkt zum Ausprobieren, zum Dazulernen und vielleicht auch Besserwerden. Mein Rezept ist etwas anders als das Original und wieder ein bissl anders als bei der Küchenschabe – von Uschi hab ich mir aber den Karamelltrick mitgenommen und das war eine ganz wunderbare Idee.
Geschmacklich jedenfalls: Daumen hoch! Bei der Aromen- und Texturkombination (Apfel, Vanille, Butter, Karamell – knusprig, seidig, cremig, fruchtstückig) aber auch keine allzu große Überraschung…

Zutaten für 1 Torte (26 cm Durchmesser)

Für den Teig
200 g Mehl
175 g Zucker
175 g Butter
1 Ei
1 TL Backpulver
1 Prise Salz

Für die Füllung
5 säuerliche Äpfel
Saft von 1 Zitrone
500 ml Apfelsaft
150 g Zucker
2 EL Vanillezucker
80 g Speisestärke

Für die Creme
375 ml Schlagobers
1 EL Vanillezucker
250 g Topfen

1. Aus den Teigzutaten einen glatten Mürbteig bereiten. Den Mürbteig auf der bemehlten Arbeitsfläche rund ausrollen. Die Teigplatte muss groß genug sein, um den Boden und die Seiten der Tortenform auszukleiden.

2. Den Boden einer Springform (26 cm Durchmesser) mit Backpapier auslegen. Den Mürbteig mithilfe des Nudelholzes in die Form legen und einen Rand (etwa 4 cm hoch) hochziehen. Den Teigboden mit einer Gabel mehrmals einstechen. Für mindestens eine Stunde in den Kühlschrank geben.

3. Nun müsst ihr euch entscheiden: Blindbacken oder nicht. Ich hab es, wie im Rezept angegeben, nicht getan. Die Küchenschabe jedoch hat vorgebacken und ich denke, das war klug. Ich werde es beim nächsten Mal auch so machen, denn bei meiner Torte ist der Rand des nicht sehr stabilen Mürbteigs beim Backen mit der Füllung dann ziemlich in sich zusammengesunken.
Wenn also Blindbacken, dann wie bei Uschi: Bei 200 °C Ober-/Unterhitze, etwa 10 Minuten, dann herausnehmen, die Blindbackbohnen entfernen, mit einem verquirlten Ei bestreichen, weitere 3 Minuten backen, herausnehmen und in der Form abkühlen lassen.
Ich denke, die 1 Stunde Kühlzeit nach dem Einlegen des Teigs in die Form ist auch für die Blindbackvariante nicht von Nachteil.

4. Für die Füllung die Äpfel schälen, grob raspeln oder in kleine Stücke schneiden und mit dem Zitronensaft vermischen. Beiseitestellen.

5. Vom Apfelsaft etwa 50 ml abnehmen. Den Zucker in einen Topf geben und langsam und mit viel Geduld hell karamellisieren lassen. Mit dem restlichen Apfelsaft (450 ml) ablöschen und rühren, bis das Karamell aufgelöst ist. Vanillezucker zugeben und aufkochen lassen.

6. Die abgenommene Menge Apfelsaft mit der Speisestärke glattrühren und in den kochenden Apfelsaft einrühren. Unter ständigem Rühren zu einem dicken Pudding einkochen. Die geraspelten oder kleingeschnittenen Äpfel unterziehen. Auskühlen lassen.

7. Den Backofen auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

8. Die ausgekühlte Apfelfülle auf den Teig geben und glattstreichen. Im vorgeheizten Rohr etwa 45 Minuten backen. Idealerweise sollte nun oberhalb der Fülle noch Platz für die weiße Creme sein, der Mürbteigrand sollte also noch mindestens 1 cm über die Füllung hinausragen (genau das hat bei mir leider nicht funktioniert, der Teig ist in die Füllung hineingeklappt). In der Form auskühlen lassen.

9. Für die Creme das Schlagobers mit Vanillezucker steif schlagen. Topfen unterziehen.

10. Ungefähr die Hälfte bis 2/3 der Creme auf der Tortenoberfläche verstreichen. (Ich habe die Hälfte der Creme zum Bestreichen verwendet und damit vor allem den durch den hereinklappenden Mürbteig entstandenen Krater in der Mitte der Torte geschlossen. Wenn das Backen besser funktioniert, würde ich etwa 2/3 der Creme nehmen.)

11. Die Torte aus der Form lösen und auf eine Kuchenplatte geben.

12. Die restliche Creme in einen Spritzbeutel füllen und auf die Tortenoberfläche dressieren. Sollte zu wenig Creme übriggeblieben sein, nochmal separat etwa 125 ml Schlagobers steif schlagen und zum Verzieren verwenden.

13. Wer mag, bestäubt noch mit Zimtzucker.



Übrigens: Heute ist Tag des Apfels! Immer am zweiten Freitag des Monats November wird hier in Österreich dem Apfel ein Fest gemacht. Weitere Apfelrezepte gibt es daher auch von den rot-weiß-roten Genussmädels (Danke Sina, fürs Organisieren!):


Friederike kocht Apfelrisotto.
Bei Christina gibt es Apfelchips.
Susi hat sich eine Kindernachspeise mit Apfel einfallen lassen.
Und Michaela verwöhnt uns mit Apfel-Zimt-Schnecken.

Happy Birthday du knackige Pausbacke!

Kommentare:

  1. Liebe Maria,
    Deine Torte sieh sehr verführerisch aus. Ich finde Apfeltorte am besten wenn die Äpfel vorher bearbeitet wurden, bei mir meist Bratapfel, die Variante hier mit dem Saft und so ist neu und das muss ich probieren. Die Sahne-Ouark-Mischung interessiert mich auch sehr und ich denke ich werde den Boden Blindbacken. Danke für das schöne Rezept und die guten Tipps.Ein schönes Wochenende und herzliche Grüße
    Ingrid

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    1. Liebe Ingrid,
      gut, dass du die Blindback-Variante nimmst, ich denke, das ist g'scheiter ;-)
      Bratapfel-Torte, hmmm :-)
      Liebe Grüße!

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  2. Wow was für eine tolle Torte! Ich bräuchte dafür wahrscheinlich fünf Jahre bis ich sie nachbacke, weil sie doch aufwendig ist gggg

    So kann man den Tag des Apfels auf jeden Fall zelebrieren!

    lg. Sina

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    1. Naja ... sooo aufwendig dann auch wieder nicht - aber eh, ein Blechkuchen zum sofort anschneiden ist die Apfeltorte nicht. Es lohnt sich aber! :-) Liebe Grüße!

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  3. was für eine Schönheit!
    Ich kenn so ein ähnliches Rezept, wo Sekt in den Pudding kommt...
    lg

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    1. Das wär definitiv auch eine Variante ;-)))
      Alles Liebe!

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  4. No bitte, das schaut doch hervorragend aus!
    Ich lasse lieber die Finger davon, denn ich habe nicht so ein Händchen wie du für's Schöne.

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  5. Sieht großartig aus und klingt sehr, sehr gut :-) ! Das Back-Missgeschick hast du gekonnt kaschiert - das "gehört so"!
    Liebe Grüße
    Eva

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    1. Ja genau, einfach ordentlich Creme drauf und gut is' ;-))))
      Alles Liebe! :-)

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