Dienstag, 9. Oktober 2018

Vielfalt ist besser als Einfalt


Längst hat sich glutenfreies Essen als trendtaugliche Ernährungsform etabliert, in den meisten Fällen jedoch ohne medizinische Notwendigkeit. Nur etwa 1 % der Bevölkerung sind von Zöliakie oder der noch selteneren Weizenallergie betroffen. Die restlichen 99 % müssten grundsätzlich nicht verzichten.

Tun sie es trotzdem, so hat das Folgen: Eine glutenfreie Ernährung für Nichtbetroffene bringt Zusatzkosten, Umstände, weniger Nährstoffe und einen höheren Verarbeitungsgrad der konsumierten Lebensmittel. Sie bewirkt nicht viel und ist, sag ich es mal so: ziemlich sinnlos. Aber eh, wie heißt es so schön: Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?


Übrigens ist der freiwillige Verzicht auf Gluten in den meisten Fällen nicht nur sinnfrei, er kann sogar kontraproduktiv sein – beruhend auf der Tatsache nämlich, dass das, was wir essen, immer einen direkten Einfluss auf die Zusammensetzung unserer Darmflora hat. Die ist damit einem ständigen Wandel unterzogen und verändert sich je nachdem, was wir ihr füttern – oder vorenthalten. Lassen wir nun (aus einer Laune heraus) Gluten einfach weg, so kann das unter Umständen sogar dazu führen, dass wir das Klebereiweiß irgendwann tatsächlich schlechter oder gar nicht mehr vertragen.

Natürlich soll man seinem Bauchgefühl vertrauen und handeln, wenn man meint, dass etwas nicht stimmt. Das ist gut und vernünftig, gerade wenn man bedenkt, dass Glutenunverträglichkeiten tendenziell zunehmen (warum das so ist, darüber wird derzeit nach Kräften spekuliert).
Darüber hinaus lohnt es sich aber immer auch, seine eigene Ernährung zu screenen und zu überdenken. Welche Getreidearten stehen eigentlich auf meinem Speiseplan? Esse ich vielleicht zu einseitig? Verwende ich Buchweizen, Quinoa, Hirse? Koche und backe ich mit Roggen, Gerste, Dinkel, Kamut, Einkorn?

Vielfalt ist so viel besser als Einfalt. Immer. Sie ist es, die uns guttut und gesund hält.



Hirselaibchen

Echte Klassiker sind das, Hirselaibchen. Und so gut! Knusprig, würzig und offen für viele, viele Geschmackspartner. Melanie serviert sie mit Tsatsiki, gebratenen Kräuterseitlingen und Radieschen, es passen aber auch Petersilkartoffeln und ein Sauerrahm-Dip sehr gut oder auch gebratenes Gemüse oder Letscho …

Zutaten für 4 Portionen (13 Stück wurden es bei mir)

Für die Laibchen
200 g Hirse
½ - 1 TL Kräutersalz oder Suppenwürzepulver
2 Karotten
1 mittelgroße Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 Ei
50 g würziger Bergkäse
4 EL Vollkornmehl
1 EL gehackte Petersilie
Salz
Pfeffer

Außerdem
Rapsöl zum Braten

1. Die Hirse in ein Häferl abwiegen (bei mir wurde das Häferl zu etwa ¾ voll) und mit der doppelten Menge Wasser in einen Topf geben. Kräutersalz oder Suppenwürze zugeben und aufkochen lassen. Hitze reduzieren und etwa 8 Minuten köcheln lassen. Die Hitze abschalten, den Deckel aufsetzen und die Hirse auf der abgeschalteten Herdplatte noch ein wenig ziehen und überkühlen lassen.

2. In der Zwischenzeit die Karotten schälen und reiben. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Den Bergkäse reiben.

3. Alle Zutaten für die Laibchen miteinander vermengen und etwa 15 Minute ziehen lassen. Sollte die Masse zu weich erscheinen, kann man noch einen EL Mehl oder Semmelbrösel zugeben (war bei mir aber nicht nötig).

4. Das Rapsöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und mithilfe eines Eisportionierers Gupferl in die Pfanne setzen. Diese mit einem nassen Esslöffelrücken etwas flach drücken. Die Laibchen bei nicht zu starker Hitze auf beiden Seiten goldbraun ausbacken.

5. Auf Küchenkrepp abtropfen lassen und noch heiß servieren.


Zubereitet nach diesem Rezept von Melanie.

Kommentare:

  1. Du sprichst mir aus der Seele! Ich liebe mit den verschiedensten Getreidesorten zu kochen und backen. Und Hirselaibchen sowieso. Meine Tageskinder mögen Hirselaibchen übrigens auch. Und ich lasse total gerne püriertes Gemüse darin verschwinden ;-)

    Liebe Grüße, Julia

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