Mittwoch, 19. September 2018

signature dish


Es sollte wohl, so las ich, jedes Restaurant und jeder Koch, der etwas auf sich hält, ein signature dish haben. In einem signature dish spiegelt sich die Signatur des Kochs, also seine Handschrift, wider und damit seine kulinarische Phantasie, seine Individualität und Kreativität. Der Vorteil eines solchen Alleinstellungsmerkmals liegt auf der Hand: Es soll mehr Gäste – und diese im Idealfall immer wieder – ins Restaurant locken.

Brauchen auch wir Blogger signature dishes? Lohnt es sich, darüber nachzudenken, was mich als Koch/Köchin ausmacht? Welche Gerichte ganz besonders ICH sind? Und warum?



Ob es sich nun lohnt oder nicht: Ich habe ein wenig gegrübelt und finde, dieses Gericht hier, das hat das Zeug zum signature dish. Form und Farben (grün und rosa!) sind ganz mädellike, außerdem sind Wildkräuter und Blüten essentieller Bestandteil – allen voran meine geliebte Brennnessel. By the way: Signature dishes - das wäre doch ein ganz hervorragendes Thema für ein Blogevent …



Rauna-Flatbread mit Springkrautblüten & Brennnessel-Guacamole

Oh ja, die Aufplatzblumen, wie sie das Minimädel nennt, man kann sie durchaus essen – sofern es keine allzu rauen Mengen sind. Blüten und Blattspitzen sind ebenso genießbar wie die Samen des Indischen Springkrauts. Das wollte ich ausprobieren und so entstand diese optisch und geschmacklich ausgesprochen ansprechende Kleinigkeit, die sich bei einem Wildkräutermenü auch hervorragend als Gruß aus der Küche eignen würde.

Zutaten für etwa 15 – 20 Stück

Für das Flatbread (ergibt etwa 2 Bleche – mehr, als benötigt)
1 mittelgroße Rote Rübe
½ Packerl Trockenhefe oder ¼ Würfel frische Hefe
225 ml lauwarme Milch
½ - 1 TL Salz
200 g glattes Weizenmehl
150 g Roggenmehl T960

Für die Brennnessel-Guacamole
1 reife Avocado
1 Doppelhandvoll Brennesselspitzen
Saft von ½ Zitrone
Salz, Pfeffer
1 EL Brennnesselsamen

Außerdem
15 - 20 frische, voll aufgeblühte Springkrautblüten
frische Brennnesselsamenstände

1. Für das Flatbread die Rote Rübe schälen und fein reiben. Mit den weiteren Zutaten in der Küchenmaschine mit dem Knethaken zuerst langsam vermengen, dann einige Minuten auf mittlerer Stufe kneten, bis ein glatter und homogener Teig entstanden ist.

2. Den Teig abdecken und an einem warmen Ort etwa 1 Stunde gehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat.

3. Den Ofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

4. Den Teig auf der bemehlten Arbeitsfläche etwa 4 – 5 mm dünn ausrollen und Formen ausstechen (ich habe mit meiner Brennnesselblattform gearbeitet). Die Formen auf mit Backpapier ausgelegte Bleche legen und mit Wasser bestreichen. Im vorgeheizten Rohr etwa 20 - 25 Minuten eher hell backen.

5. Das Flatbread aus dem Ofen nehmen, eventuell entstandene Luftblasen mit einem Pfannenwender flach drücken und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.

6. Für die Guacamole das Fruchtfleisch der Avocado aus der Schale lösen und mit den Brennnesselspitzen cremig pürieren. Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer würzig abschmecken. Die Brennnesselsamen unterrühren.

7. Guacamole in einen Spritzsack mit glatter und schmaler Tülle füllen. Die Hälfte der Masse in die Blüten füllen.

8. Das Flatbread auflegen und auf jedes Stück etwa ½ - 1 TL voll Guacamole aufdressieren. Mit je einer gefüllten Blüte belegen und mit frischen, grünen Brennnesselsamenständen dekorieren.

Kommentare:

  1. Blogevent! Blogevent! Blogevent! Und jetzt alle im Chor: Blogevent! Blogevent! Blogevent! :D
    (Grosse Klappe und dahinter keine Ahnung, was ich als meinen signature dish präsentiere würde...)

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    1. Für mich bist Du die Königin des Fermentierens. Ich sag nur Joghurt aus sonstwas-Stängeln und Kurkuma-Starter :-).

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    2. Da hat Susanne aber SOWAS von recht ... Signature dish wäre also schon gefunden :-)))

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  2. Blogevent! Unbedingt!
    Und ich gehe mal Springkraut ernten, das wuchert hier eh alles nieder...

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    1. :-)))
      Ich zupf mir grad im Vorbeigehen immer ein paar Blüten ab, so elegant find ich die kulinarisch gesehen ...

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  3. Ach, ist das cool, Maria! Signature Dish? Jaja! Hast Du ev. Bilder von der Ausstechform und vom aufgeschnittenen Flatbread? Danke.
    Gruss Bea

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    1. Liebe Bea, mit dem Innenleben vom Flatbread kann ich leider nicht dienen, aber mit der Ausstechform, zum Beispiel hier:
      https://dasmaedelvomland.blogspot.com/2012/07/emanzenpflanzen.html
      https://dasmaedelvomland.blogspot.com/2016/09/begegnung-am-wegesrand.html
      Aus dem Teig habe ich auch noch normales Brot gebacken, das wird eh auch noch verbloggt!
      Liebe Grüße!

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  4. Oh ja, Blogevent, bitte!

    Ein sehr hübsches Signature Dish hast du da ausgewählt und ich finde auch, es passt wunderbar zu dir.

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  5. Dieses Rezept ist großartig! Zwar, man muss schon im geeigneten Umfeld wohnen, um die wichtigen Zutaten frisch und unbelastet zur Hand zu haben (Städter haben meist keine Chance auf unbedenklich essbare Wildkräuter), aber - das Rezept ist ganz große Klasse!
    Außerdem wieder was gelernt: Springkraut ist essbar.
    Und: Blog-Event!
    Lieben Gruß, Sina aus Köln

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    1. Huch, ja, wenn ihr da alle, die ihr so versammelt nach Blog-Event ruft, mitmacht, dann würd das doch eh schon passen, oder? ;-)))
      Dankeschön und alles Liebe!

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  6. Das kann ich wirklich bestätigen, in dem Rezept bist eindeutig du erkennbar. Fantastisch und mit den Springkrautblüten hat es eine wunderbare Note. Und jetzt überlege ich, wie wohl meine signature dish aussehen könnte.
    Liebe Grüße
    Sigrid

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  7. wow sehr cool, schaut super aus. und schmeckt sicher auch so!

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    1. Die liebe, liebe Kärtnerin, ich freu mich sehr, dass du hier bist :-D ... Geht es euch gut? Ganz liebe Grüße!

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Über Kommentare freue ich mich immer. Herzlichen Dank dafür!
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