Sonntag, 22. Juli 2018

Huldigt ihm, dem Himbeergeist!


Das Bild vom Himbeergeist, der unter seinen Sträuchern hockt und auf die edlen, tiefroten Früchtchen mit der hübschen kugeligen Gestalt und dem verlockenden Duft aufpasst – es ist einfach wunderschön. Ich frage mich, ob es vielleicht sogar Unterschiede gibt zwischen den Himbeergeistern selbst, zwischen jenen, die kultiviert und fein gemacht durch den von Menschenhand gepflegten Garten geistern und jenen, die verwildert und mit groben Gesten ihr Waldhimbeergestrüpp verteidigen?



Ob nun wild und ungestüm oder artig und zahm – beide Arten von Naturgeistern haben heute wohl so ihre Probleme mit der Wertschätzung der Menschheit gegenüber ihren reichen Gaben. Kost net vü, is net vü, sagt man bei uns und meint damit genau das: Etwas, das nichts kostet, ist in unseren Augen nicht besonders viel wert. Diese Haltung etwas weitergedacht – schnell kommt man auf Werte wie Demut, Dankbarkeit und Achtung, die, so scheint’s, verloren gehen. Dabei sind sie nirgendwo so fabelhaft anwendbar wie im Umgang mit der Natur und der pflanzlichen und tierischen Fülle, die sie hervorbringt.

Der allgemeine Charakter der Natur ist Güte in der Größe.
Alexander von Humboldt

Ein Charakterzug, den wir Menschen uns doch aneignen könnten, ganz allgemein, nicht wahr?


Waldhimbeeressig

Noch nie, ich schwöre, noch nie habe ich einen derart faszinierenden Ansatzessig zustande gebracht. Diese Farbe! Dieser Geschmack! Einfach einmalig.

Zutaten für 0,5 l

100 g Waldhimbeeren
0,5 l weißer Balsamessig
einige rosarote Pfefferkörner

1. Die Waldhimbeeren verlesen (nicht waschen!) und in ein großes Glas mit Schraubdeckel geben.

2. Essig und Pfefferkörner dazugeben, verschließen und vorsichtig schwenken.

3. Das Glas kommt nun an einen kühlen und dunklen Ort und ruht dort 1 – 2 Wochen (mein Essig stand 13 Tage). Während dieser Zeit gehen Fruchtaroma und –farbe in den Essig über.

4. Dabei täglich behutsam durchschwenken.

5. Den Essig abseihen. Der Essig ist nun wunderschön rot und riecht köstlich fruchtig. Die Waldhimbeeren sind trüb und grau geworden und werden entsorgt. Mit Dank an den Himbeergeist!

6. Essig in saubere Flaschen abfüllen und kühl und dunkel lagern.

Kommentare:

  1. Schon wieder *Boahr*! Hatte ich das nicht gerade erst wegen deinem tollen Brot hier gemacht?! Die Farbe ist ja wirklich der Hit! Und bestimmt - also sowas von sicher - ist der Himbeergeist unter den wilden Sträuchern ein richtiger Zausel :-)

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  2. Ich glaub, wir haben dasselbe Bild vor Augen ... Der Essig ist eine absolute Empfehlung ... :-) Allerliebste Grüße!

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