Montag, 11. Juni 2018

Zur Sau gemacht


Kürzlich wieder mal gehört: Du bist so eine Sau. Grauslich, dreckig. Du stinkst. Wie eine Sau.

Dann darüber nachgedacht, dass wir Menschen es sind, die das Schwein zur Sau gemacht haben und immer noch machen, Tag für Tag. Hätte es die Wahl, es würde nicht in seinem eigenen Dreck liegen, auf Spaltenböden, beständig bedampft vom stechenden Geruch seiner Exkremente. Hätte es die Wahl, es würde sich ein Klo einrichten im hintersten Winkel seines Zuhauses, um seinen Schlaf- und Fressplatz nur ja nicht zu beschmutzen. Es will so nicht leben. Aber es muss. Wegen uns Menschen und unserer Schnitzelfresserei. Am Teller nämlich, da wird die Sau dann plötzlich wieder zum Schwein, zum heißgeliebten.

99 % der Schweine in Österreich leben in Massentierhaltung unter unnatürlichen und mehr als unwürdigen Bedingungen.

Mahlzeit.



Buchweizen-Zucchini-Laibchen mit Mango-Avocado-Salsa

Ach, diese Salsa … was für ein unwiderstehliches Bett für meinen Gaumen, zum Reinlegen köstlich. Zitronensaft und Tomaten machen sie wunderbar frisch, Avocado und Olivenöl sorgen für Cremigkeit, die Mango für zarte Süße. Und erst diese Farben!
Die Zubereitungsweise für die Buchweizen-Laibchen ist übrigens etwas ungewöhnlich –gemeinsam mit der Salsa sorgen sie aber jedenfalls für Hochgenuss.
Ehrlich: Bei Gerichten wie diesen geht mir – in Richtung Fleisch geschielt - rein gar nichts ab.

Zutaten für 4 Portionen

Für die Salsa
2 reife Mangos
2 reife Avocados
200 g Kirschtomaten
1 kleine Handvoll frische Petersilie
Saft von 1 Zitrone
3 EL Olivenöl
Salz

Für die Laibchen
400 g Zucchini
1 Zwiebel
1 Knoblauchzehe
250 g Buchweizen
1 Ei
Salz, Pfeffer
Rapsöl zum Braten

Zum Garnieren
frische Kräuter

1. Für die Salsa Mangos schälen und in kleine Stücke schneiden. Avocados halbieren, den Stein entfernen, das Fruchtfleisch herauslösen und ebenfalls würfeln. Kirschtomaten je nach Größe vierteln bis achteln. Petersilie fein hacken.

2. Mango, Avocado, Tomaten und Petersilie mit Zitronensaft, Öl und Salz vermischen und abschmecken.

3. Für die Laibchen die Zucchini waschen und grob würfeln. Zwiebel und Knoblauch fein würfeln.

4. Zucchini mit Zwiebel, Knoblauch, Buchweizen, Ei, Salz und Pfeffer in einen Mixbecher geben und mit dem Mixstab pürieren. Dabei bleibt der Großteil der Buchweizenkörner intakt bzw. werden sie höchstens angeknackt – das sorgt später für einen super Biss! Es sollte eine dickflüssige Masse entstehen.

5. In einer beschichteten Pfanne etwas Öl erhitzen und mit Hilfe eines Eisportionierers Häufchen der Buchweizenmasse in die Pfanne setzen. Etwas flach drücken.

6. Die Laibchen bei mittlerer Hitze auf beiden Seiten goldbraun backen. Auf Küchenpapier kurz abtropfen lassen.

7. Salsa auf Tellern anrichten, die Laibchen auf die Salsa setzen und mit frischen Kräutern garnieren.



Das Rezept für die Salsa stammt aus dem Buch Deliciously Ella Für jeden Tag von Ella Woodward, erschienen bei Bloomsbury Berlin. Ich habe es leicht abgewandelt (im Originalrezept wird Koriander und Limettensaft verwendet, was ich durch Petersilie und Zitronensaft ersetzt habe).
Das Rezept für die Laibchen stammt aus dem Buch Zu Gast bei Arche Noah von Gertrud Hartl / Arche Noah, erschienen im löwenzahn Verlag.


Kommentare:

  1. Oh...eeeh...Buchweizen...*schüttel*... Tja, in diesem Fall schiele ich Richtung Brotkorb und mache mir mit der Salsa einfach ein paar Bruschette. :-)

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  2. Es ist wirklich ein Drama mit den Schweinen! Ich hab auch lang gebraucht, bis ich einen Bauern gefunden hab, bei dem die Schweine wirklich alle Bewegungsarten, die sie von Natur aus können, auch täglich ausüben dürfen. Seither essen wir wieder ab und zu Schweinefleisch.

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  3. Ah, wart ihr in Retz, das ist doch die Windmühle dort? Schönes Weinviertel, ich bin ja mittlerweile ganz in der Nähe... Fleisch hat mal gelebt, das vergessen wir zu schnell, und wie es gelebt hat, das essen wir mit. Genau: Mahlzeit. Und wer da wohl die “Sau“ ist.... einfach grauslich. Liebe Grüße von Bettina

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    1. Ja, Retz, liebe Bettina, genau! Wir waren schon öfter dort und immer wieder gefällt es uns sehr :-)

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  4. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  5. Was für ein herrliches Sommergericht :-))

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  6. Sieht super lecker aus.Werde ich nach meinem Urlaub im Seiser Alm Hotel auch sofort nachkochen.Bin gespannt wie es schmeckt, die Bilder sind jedenfalls klasse.Vielen dank Jenny

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  7. ja, sehr schönes Gericht. Wird ungekochter Buchweizen verwendet?

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    1. Genau das ist auch meine Frage - ich bin nämlich gerade am Nachziehen-Wollen. Aber an ungekochtem Buchweizen beißt man sich doch die Zähne aus, oder???

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    2. Ach herrje, sorry, diese Frage hab ich total übersehen ... ;-(
      Also JA! Es wird ungekochter Buchweizen verwendet. Deswegen ist die Masse ja auch nach dem Pürieren noch sehr stückig - weil sich ungekochter Buchweizen nur bedingt pürieren lässt ;-)
      Weil das ganze dann aber eine sehr feuchte Masse ist, wird der Buchweizen quasi während dem Braten gekocht ...
      Nutzt nix, ihr müsst es ausprobieren ;-)))
      Eine liebe Freundin von mir hat die Dinger übrigens schon nachgekocht und ihre Kinder waren richtig heiß drauf ... Nur so als Notiz am Rande ...
      Liebe Grüße!

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  8. "Sau"gut – auch, wenn das ein Geschmäckle hat. Danke Dir für dieses schweinefreundliche Rezept!

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