Freitag, 1. Juni 2018

Rhababs, mein Schatz!


Die gängige Ernährungskommunikation, sie hat so ihre Schwächen, so ehrlich darf man sein. Oft ist sie einfach nur laaaaaaangweilig, sie kann sich in vielen Fällen den erhobenen Zeigefinger nicht verkneifen und sie arbeitet immer noch allzu gerne mit Ge- und Verboten. Wohin das führt, wir alle wissen es.

Statt mit dem Presslufthammer in den versiegelten Gegenden der menschlichen Wahrnehmung herumzubohren, sollten wir Ernährungskundigen zu verantwortungsbewussten und liebevollen Gärtnern werden. Wir sollten Landschaftspflege im Garten der kulinarischen Genüsse betreiben, wir sollten Bauch und Verstand der Menschen mit Wissen und Neugier bepflanzen, wir sollten Handwerkszeug bereitstellen und Kreativität und Vielfalt aussäen. Gemeinsam garteln, mitmachen lassen, tun!



Wobei: Auch der leidenschaftlichste Gärtner darf sich keine Wunder erwarten, vor allem, wenn es um Kinder geht. Als ich dem kleinen Mann ein Messer zeigte mit der Aufforderung, mich zum Rhabarber zu begleiten, war er hellauf begeistert (Ein Messer? Ich? Wirklich?). Ausdauernd legte er, von durchdringenden Motorsägengeräuschen begleitet, Stange um Stange um, befreite jede einzelne von ihnen vom üppigen Blattwerk und stapelte sie sorgfältig neben sich in der Wiese. Stolz trug er seine Rhababs-Bäume, wie er sie nannte, wie einen Schatz nach Hause, lud sie auf seinen größten Forstanhänger und exportierte sie in aller Kinder Zimmer.

Als ich schließlich in einem unbeobachteten Moment den Rhabarber wieder eingesammelt und zu einem hübschen Nachtisch verarbeitet hatte, war die Begeisterung verflogen. Essen stand nicht zur Debatte. Und trotzdem: Ein winziges, unscheinbares Rhababs-Bäumchen ist wohl gepflanzt in meinem kleinen Liebling. Muss ich es nur noch zum Wachsen bringen.



Apfel-Rhabarber-Grießcreme

Diese Creme schmeckt richtig gut, fruchtig und mollig, aber auch relativ sauer, weshalb nicht auf das Schlagobers und das Rahmjoghurt verzichtet werden sollte – sie mildern die Säure etwas ab.

Zutaten für 3 – 4 Personen

Für die Creme
1 Apfel
200 g Rhabarber
25 g Zucker
100 ml Wasser
2 EL Zitronensaft
Mark von ½ Vanilleschote
30 g Kindergrieß (sehr feiner Grieß)
30 ml Schlagobers

Außerdem
4 TL Rahmjoghurt (10 % Fett)
Vanillepulver
Blüten (Kornblume, Wiesenglockenblume)
Erdbeeren

1. Den Apfel schälen und in Stücke schneiden.

2. Rhabarber in Scheiben schneiden (ich schäle ihn nicht, sondern wasche ihn nur).

3. Beides mit Zucker, Wasser, Zitronensaft und Vanillemark in einen Topf geben. Aufkochen, 5 Minuten köcheln lassen, vom Herd nehmen und mit dem Mixstab fein pürieren.

4. Nun unter ständigem Rühren mit dem Schneebesen den Kindergrieß in die noch heiße Masse einarbeiten.

5. Schlagobers unterziehen und glattrühren.

6. Die Creme noch warm in Schüsserl füllen, abkühlen lassen und dann kühl stellen.

7. Zum Anrichten pro Portion einen Joghurtnocken auf die Creme setzen, mit Vanillepulver und Blüten bestreuen und mit Erdbeeren garnieren.


Tipps:
* Wer mag, nimmt Erdbeer- oder Himbeerpulver statt dem Vanillepulver.
* Im Originalrezept wird die fertige Creme noch warm in eine größere Schüssel umgefüllt. Nach dem Abkühlen wird sie mit dem Handmixer cremig aufgeschlagen und erst dann hübsch angerichtet. Das stelle ich mir sehr appetitlich vor, ich habe es jedoch nicht ausprobiert, weil ich schlicht darauf vergessen hab.

Rezeptquelle: Biohof Achleitner.

Kommentare:

  1. Jaha, Rhabarber, der mit dem Forstanhänger geliefert wurde, das ist natürlich ein Rhabarber de luxe, aber sowas von! Allerdings ist er nicht ganz so süß wie dein Knirps :)

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  2. alles an deinem Beitrag gefällt mir!!
    lg

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  3. Es braucht mehr Ernährungsberaterinnen wie dich! ❤️

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  4. Ein mutmachender Beitrag. Und es geht mir immer wieder zu Herzen, wie gerne die Kinder solche Projekte mittragen.
    Liebe Grüße
    Sigrid

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    1. Sie sind wirklich (zumeist) mit vollem Einsatz dabei :-D
      Liebe Grüße!

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