Dienstag, 3. April 2018

Mein veganer Germteig


Mein Marketing-Lowlight des Jahres 2018 habe ich – tadaaa! – bereits im Februar gefunden. Und das will was heißen. Aber ich bin sicher: Da kommt nix mehr nach. Das kann gar nicht sein. Aaalso ... I proudly present:

Vrapfen

Tusch!

Ehrlich, wenn die unter diesem Namen verkauften veganen Krapfen auch nur annähernd so schmecken, wie sie klingen (jaja, probiert es ruhig aus, nehmt einmal das Wort in den Mund und … eben), dann bleibt nur noch eins: Selberbacken. Fairerweise muss ich zugeben, dass ich die Vrapfen (aaah… pff…) nicht verkostet habe. Der Appetit ist mir beim Blick auf das Etikett nämlich ziemlich schnell vergangen. Gleich an dritter Stelle der Zutatenliste: Palmfett.

Auf der Suche nach einem guten veganen Germteig-Rezept bin ich schnell angestanden. Butter durch Margarine und Kuh- durch Pflanzenmilch zu ersetzen, ist mir schlicht zu wenig. So habe ich schlussendlich versucht, mir mein ganz eigenes Rezept zusammenzukneten. Und wisst ihr was? Jetzt bin ich richtig, richtig stolz. Es ist ein Germteig geworden wie aus dem Bilderbuch, geschmacklich wunderbar und einwandfrei zu verarbeiten. Da zitiere ich doch gleich in einem Anflug von Narzissmus das hochverehrte Milchmädchen: Ich liebe das. Und werde mich hüten, ihn Vermteig zu nennen. Oder gar: Vefeteig

Kamut macht den Germteig gehl
Weil dem Teig ja die Eidotter fehlen, fehlt ihm auch ein bisserl die Farbe. Natürlich könnte ich hier auch mit Safran oder einer Spur Kurkuma arbeiten, aber ich habe beschlossen, die noble Blässe meines Teiges durch etwas gelbliches Kamutmehl aufzuhübschen. Schmeckt so nur noch besser!

Auch die Milch ist selbstgemacht
Mit gekaufter Pflanzenmilch kann ich mich irgendwie nicht so recht anfreunden. Zu stark verarbeitet, zu viele Zusatzstoffe und was den Geschmack betrifft: Da schlägt Marke Eigenbau das Industrieoriginal um Längen! Superschnell geht es außerdem, wenn Nussmus verwendet wird – so wie hier.

Mandelmus als Butterersatz
Weißes Mandelmus ist so köstlich, ich würde sogar darin baden, wenn ich könnte. In meinem Germteig ersetzt es mir die Butter, bringt Körper und geschmackliche Tiefe.

Rapsöl statt Palmfett
Heimisches Rapsöl ist meine Alternative zu Palmfett. Es schmeckt neutral, schont die Umwelt und überhaupt freue ich mich immer, wenn ich ein leuchtend gelb blühendes Rapsfeld sehe.

Germteigwunder Mehlkochstück
Seit ich begonnen habe, meine Hefeteige mit einem Mehlkochstück aufzufrisieren, geht es einfach nicht mehr ohne. Es bringt so viel an Flaumigkeit und Saftigkeit! Und auch die Frischhaltung verbessert sich deutlich. So hat es natürlich auch hier seinen Platz.



Vegane Briocheherzen

Die haben großen Anklang gefunden... Kreiert habe ich sie (und den Teig!) anlässlich des Besuchs einer lieben Blogleserin aus der Schweiz, Bea. Und auch meine Kinder waren begeistert.
Grundsätzlich müsste es übrigens auch möglich sein, aus diesem Teig Krapfen zu backen. Noch nicht ausprobiert, hol ich nach.

Zutaten für etwa 16 Brioche-Herzen

Für das Mehlkochstück
20 g Weizenmehl T700
100 g Wasser

Für die schnelle Mandelmilch
250 ml Wasser
1 EL weißes Mandelmus
1 Prise Salz
1 weiche Dattel, entsteint (ist sie nicht ganz so weich, vorher einige Zeit in warmem Wasser einweichen und dann gut abtropfen lassen)

Für den Hauptteig
380 g Weizenmehl T700
100 g helles Kamutmehl
50 g Zucker
200 ml Mandelmilch
20 g frische Hefe (oder 1 Packerl Trockenhefe)
¼ TL Salz
1 TL gemahlene Vanille
100 g weißes Mandelmus
50 g Rapsöl
Schale von ½ Zitrone
Mehlkochstück

Zum Bestreichen
Restliche Mandelmilch

Zum Bestreuen
Hagelzucker

1. Für das Mehlkochstück Mehl und Wasser ein einem kleinen Topf mit dem Schneebesen glattrühren und unter ständigem Rühren auf mittlerer Hitze erwärmen, bis die Masse eindickt. Vom Herd nehmen, in ein Schüsselchen umfüllen, mit Frischhaltefolie abdecken (die Folie dabei direkt auf die Masse legen, damit sich keine Haut bildet) und mehrere Stunden lang oder noch besser über Nacht vollständig abkühlen lassen.

2. Für die schnelle Mandelmilch alle Zutaten in den Mixer geben und 1 – 2 Minuten auf höchster Stufe pürieren (geht natürlich auch mit dem Stabmixer). Durch ein feines Sieb seihen. 200 ml abmessen, den Rest beiseitestellen.

3. Alle Zutaten für den Hauptteig in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben bzw. einwiegen. Auf mittlerer Stufe mit den Knethaken etwa 10 Minuten kneten, bis ein glatter, geschmeidiger Teig entstanden ist.

4. Die Rührschüssel abdecken und den Teig an einem warmen Ort etwa 90 – 120 Minuten gehen lassen, bis sich sein Volumen verdoppelt hat.

5. Den Teig auf eine nur ganz leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und Teiglinge von etwa 55 g abstechen.

6. Teiglinge rund schleifen und auf ein leicht bemehltes Geschirrtuch setzen. Abdecken und etwa 10 Minuten entspannen lassen.

7. Nun werden die Herzen geformt: Jeden Teigling mit dem Nudelholz länglich-oval und etwa 2 – 3 mm dünn ausrollen. Dann von einem langen Ende her zu einer Art Zigarre einrollen. Nun wird das obere Ende auf das untere Ende geklappt und leicht angedrückt. Mit einer Teigkarte von oben her das Teigstück bis gut zur Hälfte einschneiden. Die so entstandenen Teile nach außen klappen und noch etwas nachformen.



8. Die Herzen auf mit Backpapier ausgelegte Bleche legen (8 Stück pro Blech gehen sich aus), abdecken und etwa 20 Minuten gehen lassen.

9. In der Zwischenzeit den Backofen auf 180 ° Ober-/Unterhitze vorheizen.

10. Die Herzen mit der übrigen Mandelmilch bestreichen und mit Hagelzucker bestreuen.

11. Im vorgeheizten Rohr etwa 20 Minuten goldbraun backen.

12. Auf einem Kuchengitter überkühlen lassen – und am besten ganz frisch und noch lauwarm genießen. Sie sind aber durch das Mehlkochstück auch am nächsten Tag noch weich und köstlich!

Die Herzform habe ich mir bei Cristina abgeschaut.

Kommentare:

  1. Ist ein richtiges Frühlingsgebäck! Die Bilder für die Formung erinnern doch sehr stark an Samen, die sich im Frühling entwickeln (wollen). Gefällt mir. Und geschmeckt haben sie auch. Gruss Bea

    AntwortenLöschen
  2. schön sieht das Gebäck aus.. glücklich die Veganerinnen die bei dir Besuch machen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke liebe Ilse ... Aber das müssen ja gar nicht mal VeganerInnen sein - schmeckt auch so!

      Löschen
  3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

    AntwortenLöschen
  4. *hihi* - als Abschreckung würde der Namen wirklich super funktionieren. Nur halt nicht bei Dir. Aber was durch deine Hände geht, Maria...
    Schon die Zutatenliste liest sich köstlich. Plus Bilder - her mit dem Vra... mit dem Maria-Gebäck :)!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das Maria-Gebäck, wie du es so lieb nennst - es war aber auch wirklich so was von fein - da klopf ich mir doch gleich nochmal mit zufriedenem Lächeln selbst auf die Schultern ;-)))

      Löschen
  5. wird ausprobiert!!
    Die gekaufte Mandelmilch mag ich auch nicht, aber die selbstgemachte schmeckt mir sogar im Kaffee.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Da geht's dir genauso wie mir - wieder mal :-)))

      Löschen