Dienstag, 27. März 2018

Allein die Vorstellung!


Dass ausgerechnet die ganz große Liga der Kochkunst, Rene Redzepi, Magnus Nilsson, Ana Roš, auf Knien durch die Mühlviertler Landschaft rutscht, um Zutaten für ihre Gerichte zu finden. Da stand wohl nicht nur ein Altbauer kopfschüttelnd daneben und wunderte sich über derartige Spompanadeln.

Ausgangspunkt für diese Wilde Jagd auf essbares Grün war die supercoole Chef-Challenge Gelinaz!, die in regelmäßigen Abständen die besten Köche der Welt um einen Herd versammelt und im August vergangenen Jahres im meinem regionalen Hotspot, dem Mühltalhof, zu Gast war. Die Tickets dafür waren angeblich binnen Minuten ausverkauft, was mich gar nicht wundert, denn wie oft in einem Foodie-Leben passiert das schon, dass die Helden der Szene in so konzentrierter Form und zum Angreifen nah erlebbar sind? Genau. Eigentlich: NIE.

Ach, es muss toll gewesen sein. Das Mühlviertel im Fokus der kulinarischen Elite, aufs Köstlichste vereint mit meinen geliebten Wildpflanzen. Allein die Vorstellung!



Bärlauch-Gnocchi mit Butter-Radieschen

Ich geh halt allein auf die Jagd, ohne Rene oder Magnus an meiner Seite. Auch so werd ich fündig. Den erlegten Hexenknofel hab ich in Kartoffelteig eingepackt und mit buttrigen Radieschen serviert – was für ein Gericht! Noch dazu in den Mädelfarben Grün & Rosa …
Und ach ja, nicht vergessen: Holt euch die Kinder an den Herd für den geheimnisvollen Moment, wenn die Radieschen-Butter-Sauce durch die Zugabe von Zitronensaft ihre Farbe wechselt. Aus dezentem Braun wird sattes Rot! Kochen kann so magisch sein …

Zutaten für 4 Portionen

Für die Gnocchi
500 g mehlige Erdäpfel
2 Handvoll Bärlauch
250 g Mehl
3 Eidotter
1 EL Butter
1 TL Salz
2 EL Hartweizengrieß

Zum Ausarbeiten
Hartweißengrieß

Für die Butter-Radieschen
2 Bund Radieschen mit frischem Grün
100 g Butter
Saft und Schale von 2 Zitronen
4 EL weißer Balsamicoessig
etwas Salz

Zum Servieren
frisch geriebener Parmesan

1. Die Erdäpfel in der Schale dämpfen.

2. Bärlauch fein hacken.

3. Die gegarten Erdäpfel schälen und noch heiß durch die Kartoffelpresse drücken. Mit Mehl, Dotter, Butter, Salz und Grieß rasch zu einem glatten Teig verkneten. Sollte dieser zu weich sein, noch etwas Mehl und / oder Grieß einarbeiten.

4. Den Teig auf der mit Hartweizengrieß bestreuten Arbeitsfläche portionsweise zu Rollen von etwa 2 cm Durchmesser ausrollen. Stücke von etwa 1 cm Breite abschneiden und zu Gnocchi formen. Die Gnocchi auf ein mit Hartweizengrieß bestreutes Brett legen.

5. Einen großen Topf mit Wasser füllen und aufkochen lassen.

6. Währenddessen die Radieschen waschen, halbieren und das Grün grob hacken.

7. Butter bei schwacher Hitze erwärmen und die Radieschen sowie das Grün einlegen. Etwa 5 Minuten darin schwenken bzw. erhitzen.

8. Die Zitronenschale dazu geben und unterrühren.

9. Achtung, Zauberei: Zitronensaft und Balsamico zu den Radieschen geben. Die Sauce wird wunderschön rot J. Mit Salz abschmecken und warmhalten.

10. Sobald das Wasser kocht, etwas Salz einstreuen und die Gnocchi einlegen. Hitze reduzieren und köcheln lassen, bis sie an der Oberfläche schwimmen. Mit einem Siebschöpfer aus dem Wasser heben und zu den geschmorten Radieschen geben. Vorsichtig mischen.

11. Die Gnocchi und die Radieschen auf Tellern anrichten und mit Parmesan bestreut servieren.

12. Dazu passt knackiger grüner Salat.



Nach einem Rezept der fabelhaften phil in wien, die, ginge es nach mir, gerne wieder (öfter) bloggen dürfte.

Kommentare:

  1. Sieht das herrlich aus! Und ich vermute, dass es ähnlich geschmeckt hat ;-)

    AntwortenLöschen
  2. Grossartig die Farbe der Radieschen. Ich freue mich im Sommer immer über den 'Farbfilm' beim Kochen von blauen Stangenbohnen. Die Welt ist bunt, ist doch gut. Gruss Bea

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Und ob das gut ist, liebe Bea!
      Liebe Grüße in die Schweiz :-)

      Löschen
  3. Deine Freude am Zaubern in der Küche ist echt ansteckend. So schön das Reisen ist, freu ich mich schon wieder auf mein Zauberreich..

    AntwortenLöschen
  4. Hallo Maria!
    "Hexenknofel" ist guat- das hab ich noch nie gehört :-D !
    Dein Gericht schaut atemberaubend aus- ich denke, die Koch-Elite hätte ihre Freude damit!
    Schöne Ostern und herzliche Grüße aus Tirol, Renate

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das Wort hat's mir auch angetan :-)))
      Danke für deine Worte! Liebe Grüße!

      Löschen
  5. Wunderschöne Fotos! Ich freue mich auch schon riesig auf die ersten Radieschen, erst dann ist richtig Frühling :)
    Noch ein schönes Osterwochenende und liebe Grüße, Julia

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ach ja ... Aber so wie es aussieht, ist er ja jetzt endlich da, der Frühling :-)))
      Liebe Grüße!

      Löschen