Mittwoch, 14. November 2018

Blood? Oh, gosh no!


Nun also. Das Minimädel ist auf den Halloween-Zug aufgesprungen. Lange Zeit hat er ja nicht wirklich ernsthaft Halt gemacht bei uns im Ort, aber seit zwei, drei Jahren ist das Interesse der hiesigen Kinder spürbar erwacht. Mein Mädchen verkleidete sich als schwarze Katze – und kam immer von links. Schwatzte sogar der Volksschuldirektorin eine Mandarine ab. Und teilte ihren Süßigkeitenschatz artig und aus freien Stücken mit ihren daheimgebliebenen Brüdern. Katzenschmatz! Nun mag man diesen neuen Sitten gegenüberstehen, wie man will – wenn mein Minimädel eine Gaudi hat, dann ist es gut.

Freitag, 9. November 2018

Ein gut gelüftetes Geheimnis


Ähnlich wie Uschi erging es auch mir, als ich in der Zeitung vom Geheimnis der besten Apfeltorte las. Was, Geheimnis? Echt, die beste Apfeltorte? OMG, sofortiger Nachbackreflex! Anders als bei Uschi (gelesen morgens, nachgebacken abends) sind meine Reflexe aber offenbar nicht so recht auf Zack. Sie brauchen ein wenig länger. So ungefähr, ähm, ein Jahr oder so, bis die Leitung zwischen Wunsch und Wirklichkeit dann tatsächlich steht. Jetzt aber lüfte auch ich das Geheimnis für euch. Fazit: Die beste ist sie vielleicht nicht. Aber eine sehr, sehr gute.

Dienstag, 6. November 2018

#wirrettenwaszurettenist: Kürbis!


Es gab eine Zeit, da hab ich mich – nebst Käsekuchen – von Kürbis ernährt. Während meiner Studentenzeit konnte ich tatsächlich nicht genug davon kriegen, Hokkaidokürbis in Spalten zu schneiden, und in Gewürzöl gehüllt in den Ofen zu schieben. Irgendwann dann kam die Wende – und meine Kürbisliebe erlosch. Lange Zeit hab ich ihn keines Blickes mehr gewürdigt. Doch so wie alte Liebe niemals rostet – so rostet auch Kürbisliebe nicht. Irgendwann war sie wieder da: Kreativer, offener, bunter als zuvor.
Montag, 29. Oktober 2018

Spontanes Nachstriezeln


Geht es ums Striezeln, bin ich dabei. Kompromisslos, sofort, ohne Wenn und Aber! Äh, WENN da nur das kleine Käferlein nicht wär samt seinem minimalen Schlafbedarf (wie schafft der das, wie?). ABER: Ich striezle nach, ein Rezept aus meinem Fundus, ein ganz traumhaftes, wolkenträumeliges, damit seid ihr bestens gerüstet für Patenkinder aller Art und andere liebe Menschen, ganz wie ihr wollt. Ich reihe mich damit nachträglich in die Riege der rot-weiß-roten Genussmädels ein, deren Striezelrezepte ihr weiter unten verlinkt findet. Fröhliches Striezeln!
Mittwoch, 24. Oktober 2018

Meins!?


Der Sprachschatz des Käferleins entwickelt sich – und ähnlich wie bei meinen älteren Kindern nehmen auch hier Wörter wie mir oder meins vorderste Stellungen ein. Das ist doch bemerkens- und überlegenswert: Das Erlangen und Bewahren von Hab und Gut (und das Streben nach Autonomie, das wohl damit verbunden ist), es scheint irgendwie in uns einprogrammiert zu sein.

Mir fällt das auch beim Blättern durch Foodblogs, Kochbücher (sogar von Haubenköchen!) und Rezeptmagazine auf. Da wird kopiert, geklaut und abgeschrieben, nachgemacht und recycelt, was das Zeug hält. Und in den allermeisten Fällen ohne Angaben zu Urhebern oder Inspirationsquellen. Das ist nun vielleicht vielen egal und fällt auch nicht jedem auf. Einem Foodie mit einem gewissen Sinn für Gerechtigkeit, der viel, oft und gerne in der Szene unterwegs ist, aber schon.
Montag, 22. Oktober 2018

Die drei Fragezeichen


Vollmilch 3,5 % Fett – 1 Liter: € 1,19
Wasser mit Geschmack (Birne Melisse) – 1 Liter: € 1,25

– ???
Donnerstag, 18. Oktober 2018

Vüle Hönde, schnölles Önde


Ehrlich, wäre ich genötigt, einen Wordrap über mich ergehen zu lassen, bei zumindest einer Frage käme die Auflösung aus mir heraus geschossen wie der Pfitzipfeil aus dem Bogen des Minimädels:

Welcher Spruch aus deiner Kindheit hat dich am meisten geprägt?

Pfoooooo … schon wäre sie da die Antwort, die Reaktionszeit läge bei Null, wohlgemerkt, wir reden hier nicht von etwaigen Nachdenk-Sekundenbruchteilen oder anderweitigen Mini-Verzögerungen knapp um die Nachweisgrenze, wir reden von: Null. 

Dienstag, 16. Oktober 2018

#worldbreadday2018: Mühlviertler Erdäpfelbrot


Bereits zum 13. Mal (!) lädt Zorra alle Brotbackbegeisterten ein, den heutigen World Bread Day mit ihr gemeinsam zu feiern. Ich bin wieder einmal dabei, das freut mich sehr! Danke, Zorra!

Donnerstag, 11. Oktober 2018

CCCC


Mama!
Die Mutter vom Tobias, die hat heute Schokokekse mitgebracht, die schauen genauso aus wie deine!
Aber sie schmecken so viel besser…

Ach, Freud und Leid, sie liegen eng beieinander. So eng, dass sie eigentlich nicht mehr nebeneinander, sondern übereinander liegen. Niemand weiß das besser als eine täglich kochende Mutter. Eine Mutter wie ich. Aber hey, diesen Spruch des Minimädels konnte ich nun wirklich nicht auf mir sitzen lassen. Bei meiner Ehr‘! Herausforderung angenommen: Auf zur Chocolate Chip Cookie Challenge!

Dienstag, 9. Oktober 2018

Vielfalt ist besser als Einfalt


Längst hat sich glutenfreies Essen als trendtaugliche Ernährungsform etabliert, in den meisten Fällen jedoch ohne medizinische Notwendigkeit. Nur etwa 1 % der Bevölkerung sind von Zöliakie oder der noch selteneren Weizenallergie betroffen. Die restlichen 99 % müssten grundsätzlich nicht verzichten.

Tun sie es trotzdem, so hat das Folgen: Eine glutenfreie Ernährung für Nichtbetroffene bringt Zusatzkosten, Umstände, weniger Nährstoffe und einen höheren Verarbeitungsgrad der konsumierten Lebensmittel. Sie bewirkt nicht viel und ist, sag ich es mal so: ziemlich sinnlos. Aber eh, wie heißt es so schön: Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht?

Samstag, 6. Oktober 2018

Die Sache mit dem schiachen Obst und Gemüse


Der Drang der Menschheit, die Natur zu verändern, er treibt kuriose Blüten. Blüten, aus denen dann skurrile Früchte erwachsen, wie etwa quadratische Wassermelonen, Äpfel in Herzform, Totenkopf-Kürbisse oder Buddha-Birnen. Die Buddhas mit ihren Birnen-Bäuchen sind zwar ebenso niedlich wie die Birnen mit ihren Buddha-Bäuchen, aber: Muss das denn sein, Plastik zu produzieren, das Buddhas produziert? Noch mehr Plastik? Für sowas?

Dienstag, 2. Oktober 2018

#wirrettenwaszurettenist: Gutes von da Wies’n


Oktoberfest, o‘zapft is … Es ist Zeit für die Wies’n! Aber nicht so, wie ihr vielleicht denkt. Nein, es ist Zeit für meine Wies’n, auf meiner Wies’n und mit Zutaten von meiner Wies’n. Ohne allzuviele Worte habe ich heute eine vegetarische, frische, kräuterreiche Jause für euch, die mir keine Wünsche offenließ: Knusprige Laugenbrezen, ein wunderbarer Käferbohnensalat, Mühlviertler Topfenkas nach alter Tradition, dazu Würziges wie Radieschen, Rettich und Essiggurkerl (die ich nicht selbst gemacht hab) und feine Tomaten. Wer mag, reicht noch Butter und hartgekochte Eier dazu, vielleicht auch einen Tomatensalat mit Zwiebeln oder Erdäpfelkas. Hau di hera, dann samma mehra!

Sonntag, 30. September 2018

Buttertag!


Briochebrötchen, die sich Butterzwerge nennen, gehören einfach ausprobiert. Allerliebst ist das. Noch dazu, wenn man selber kleine Butterzwerge zuhause hat, die sich von Butter mit ohne ernähren könnten …

Dienstag, 25. September 2018

Eine Knolle ganz für mich allein


Stillen ist toll. Was hab ich es geliebt, meine Kinder zu stillen! Am meisten gefallen hat mir dabei wohl die Gewissheit, zu jeder Zeit für mein Baby sorgen zu können, egal wo, egal wann. Stets war die perfekte Nahrung verfügbar, in der gewünschten Menge, mit der genau richtigen Temperatur, ohne Zubereitungsaufwand, ohne Verpackungsmüll. Herrlich!

Sonntag, 23. September 2018

Alte Hüte


Zuerst war da das Savoir vivre der Franzosen und das Dolce Vita der Italiener. Sehnsüchtig schielten wir gen Süden, rückten unsere Stühle nach und träumten von einem Leben voller Genuss, Leidenschaft und Liebe. Aber dann kamen sie, die Scandis, und jetzt starren plötzlich alle in die komplett andere Richtung, weil uns das heimelige Lebensgefühl der Nordländer so gut gefällt: Das Hygge und Lykke der Dänen, das Lagom und Döstädning und Fika der Schweden, das Friluftsliv der Norweger und das Sisu der Finnen. Und auch die Japaner zogen nach mit ihrem Igikai. Oder die Schotten: Còsagach.

Mittwoch, 19. September 2018

signature dish


Es sollte wohl, so las ich, jedes Restaurant und jeder Koch, der etwas auf sich hält, ein signature dish haben. In einem signature dish spiegelt sich die Signatur des Kochs, also seine Handschrift, wider und damit seine kulinarische Phantasie, seine Individualität und Kreativität. Der Vorteil eines solchen Alleinstellungsmerkmals liegt auf der Hand: Es soll mehr Gäste – und diese im Idealfall immer wieder – ins Restaurant locken.

Brauchen auch wir Blogger signature dishes? Lohnt es sich, darüber nachzudenken, was mich als Koch/Köchin ausmacht? Welche Gerichte ganz besonders ICH sind? Und warum?

Sonntag, 16. September 2018

Sonnenstund‘ hat Gold im Mund


Mit einer feschen Sommerbräune auf der Haut und viel Sonne im Herzen bin ich zurück. Zurück aus dem Urlaub, zurück vom Strand. Der Sand in der Badehose, er wird mir nicht fehlen. Aber das ungläubige Staunen meiner Kinder beim allerersten Blick auf das große, weite Meer. Das verzückte Nichtstun, die Unbeschwertheit, das völlig sinnlose Burgen bauen, weil ehrgeizige Patschehändchen es sich nicht nehmen lassen, jeden mühsam aufgestapelten Wehrturm, jede gefinkelt erdachte Brücke, jeden noch so tiefen Graben unmittelbar nach Errichtung wieder dem Erdboden gleichzumachen.

Donnerstag, 23. August 2018

#wirrettenwaszurettenist: Blechkuchen!


Es soll ja Leute geben, die das gerne mögen, das aufdringliche Aroma, die pickige Süße, die klebrige Textur von gekauftem, cellophanverpacktem Kuchen. Arghhh …. irxxx …. spuck. Pfuiteufel! Sorry, das musste sowas von raus. Gekaufte Kuchen aus dem Supermarkt sind allesamt superreich an Zusatzstoffen und superarm an gutem Geschmack. Das kann doch niemandem egal sein! Oder doch? Dabei wär doch nix dabei, ganz ehrlich. Und ein sinnliches Vergnügen ist Kuchenbacken doch auch – für Groß & Klein.

Mittwoch, 22. August 2018

Nervositäten


Im Juni 2017 hat der Europäische Gerichtshof in einem Urteil entschieden, dass Bezeichnungen wie Milch, Käse, Butter oder Joghurt nicht für pflanzliche Produkte verwendet werden dürfen. Interessanterweise auch dann nicht, wenn zusätzliche erklärende oder beschreibende Begriffe wie Veggie, pflanzlich, Vegan oder Soja auf der Verpackung aufscheinen. Argumentiert wird vielfältig, vor allem aber mit dem Schutz des Verbrauchers vor Irreführung und Täuschung.

Moment mal … echt jetzt? Wie passt das denn zusammen mit dem Leitbild des aufgeklärten und informierten Verbrauchers? Nun müssen wir also geschützt werden vor Bezeichnungen wie Mandelmilch oder Veggie-Käse, weil nicht davon ausgegangen werden kann, dass der durchschnittliche Konsument versteht, was er kauft, wenn er sich für Produkte wie diese entscheidet? Hey, das nehm ich persönlich!

Sonntag, 19. August 2018

Ach, ich hab immer noch keine Meinung zu Palmöl!


Das mit dem Palmöl, das ist so ein verzwicktes, verflixtes Ding. Es ist mir klar, dass eine rein emotionale Diskussion wie in den meisten Fällen auch hier wenig hilft, aber ich kann mir nicht helfen: Palmöl löst hartnäckigen Widerstand in mir aus. Gerodete Regenwälder, verlorene Biodiversität, immer weniger Lebensraum für Tiere und indigene Völker und fragwürdige Arbeitsbedingungen in den Anbaugebieten – das sind die Probleme, die ich mit Palmöl habe.

Freitag, 17. August 2018

Herzschmelze


Schau doch Mama, schau nach draußen!

Der kleine Mann nimmt mich an der Hand und zieht mich zum Fenster.

Die Nacht, sie ist kohlrabischwarz!

Prompt hat die Herzschmelze eingesetzt.

Mittwoch, 15. August 2018

alt│ba│cken – Resteküche für altes Brot


Ganz regelmäßig wird in unserem Haushalt Brot alt, das ist der normale Lauf der Dinge. Sobald frisches Brot nachgebacken oder –gekauft wird, bleibt das ältere links liegen. Das ist manchmal ärgerlich, verständlich aber auch. Frisches Brot schmeckt einfach zu gut!
Solange es keinen Schimmel angesetzt hat, werfen wir altbackenes Brot aber nicht weg. Trockenes Weißbrot schneide ich zu Knödelbrot, Schwarzbrot würfle ich grob und röste es in wenig Öl knusprig – eine Suppeneinlage, die meinen Kindern wundersamerweise lieber ist als diese vermaledeiten Backerbsen (die eine Plage sind, btw…). Und über einen guten Teil freut sich auch unser Pferd Phoenix, der alte Kerl.

Montag, 13. August 2018

Ich lass für dich das Licht an …


Komisch, was man für seine Kinder alles macht. Tragikomisch. Ehrlich, bevor ich selbst Kinder hatte, war ich wenig verständnisvoll, wenn wieder mal einer dieser verzogenen Fratzen plärrend am Boden lag, weil er nicht genau das bekommen hatte, was er wollte. So etwas wird mir nicht passieren, dachte ich dann immer. Meine Kinder werden anders. Und: Ich mach das alles seeeehr viel besser, geschickter und klüger.

Samstag, 11. August 2018

Megatrend Tierwohl


Für den dritten Ernährungsreport des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) wurden 1000 Deutsche zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt. Unter anderem gaben 90 % der Befragten an, sie wären bereit, für mehr Tierwohl höhere Preise für Lebensmittel zu bezahlen. Oh wie schön! Einfach vorbildlich! Ein ähnliches Bild hätte vermutlich auch eine Befragung in Österreich ergeben.
Allerdings: Wohin verschwindet sie eigentlich, diese Bereitschaft von 90 % der Konsumenten, wenn sie dann wirklich an der Kasse stehen? Wenn keiner zusieht, keiner fragt? Möglicherweise wird sie vertagt aufs nächste Mal. Oder sie verpufft im Nirgendwo. Denn die Wahrheit im Einkaufswagen, die sieht ganz anders aus.

Donnerstag, 9. August 2018

Erstaunlich


Dieses Selbstbewusstsein, das die Jugend von heute an den Tag legt … erstaunlich.

Montag, 6. August 2018

In den Heidelbeeren


Wo bin ich gewesen? Nun rat‘ einmal schön!
Im Wald bist du gewesen, das kann man ja sehn:
Spinnweben am Kleid, Tannennadeln im Haar,
das bringt doch nur mit, wer im Tannenwald war.

Was tat ich im Walde? Sprich, weißt du das auch?
Hast Beeren gepflückt, vom Heidelbeerstrauch.
Oh, sieh nur, wie blau um das Mündchen du bist!
Das kriegt man doch nur, wenn man Heidelbeeren isst!
Johannes Trojan

Samstag, 4. August 2018

Influencer-Influenza


Was hast du? Influenza?

Nein, ich habe nicht Influenza, ich bin Influencer! Hier steht‘s!

Warum bist du Influenza? Weil du einen Blog hast und mit ihm deine Botschaften viral verbreitest im Netz?

Influencer! Nicht Influenza.

Ich versteh’s nicht.

Donnerstag, 2. August 2018

Regional war gestern


Der neueste Trend heißt: Mikroregionalität. Foodies pfeifen auf Österreich als Region – viel zu unübersichtlich, viel zu weit weg. Ihr Essen soll aus der unmittelbaren Nähe kommen, am besten vom Nachbarn und sowieso immer aus erster Hand. Eine Entwicklung, die gut ist, die Bewusstsein schafft, die Konsumenten und Produzenten wieder zusammenbringt. Die auch Erfolg hat, betrachtet man beispielsweise die Kundenfrequenz bei Grünhilde*: Hier gibt es nicht alles, aber vieles, was das Herz begehrt – und das von Bauern und Herstellern aus einem Umkreis von nur 30 km. Die Produktvielfalt kann sich sehen lassen.

Dienstag, 31. Juli 2018

Stolz drauf


Ich sehe das Mädchen vor mir gehen, als wäre es gestern gewesen. Alles ist da, der schmale Gehweg, die warme Luft, ich spüre meine Schultasche am Rücken, ich höre ihre Stimme und diesen einen Satz: Was sind denn Bauern schon, die verstehen ja nicht einmal was von der Politik.
Damals war ich etwa 10 oder 11, das Mädchen vielleicht zwei Jahre älter als ich. Sie hatte natürlich keine Ahnung, wovon sie da sprach, es war die ganz normale Besserwisserei einer Halbwüchsigen. Ich aber wurde rot im Gesicht, ich fühlte mich schlecht, ich meinte sogar, ich müsse mich schämen. Ich, die Tochter eines Bauern.

Donnerstag, 26. Juli 2018

Shit happens


Es ist passiert. Es ist. Tatsächlich. Passiert. Dieses eine Gericht, bei dem ich mir geschworen hatte, meine Kinder würden nienieniemals davon essen – sie haben davon gegessen:

Nudeln mit Ketchup.

Nudeln mit Ketchup, das ist grausam. Es ist abartig, sinnwidrig, zum Davonlaufen. Ach, es geht einfach sowas von gar nicht.

Dienstag, 24. Juli 2018

Wolke 7


Hier stand einst ein Zitat und weil das nun nicht mehr da steht, um einem Rechtsstreit zu entgehen, kennt sich im Folgenden keiner mehr aus. Sowas.

Na das will ich doch hoffen, dass ich da daheim bin, wenn ich diese himmlische Torte auf den Nachmittagskaffeetisch zaubere. Stellt euch das bloß mal vor: Ich würde sie backen – und dann wär ich nicht da! Ewig schad.

Sonntag, 22. Juli 2018

Huldigt ihm, dem Himbeergeist!


Das Bild vom Himbeergeist, der unter seinen Sträuchern hockt und auf die edlen, tiefroten Früchtchen mit der hübschen kugeligen Gestalt und dem verlockenden Duft aufpasst – es ist einfach wunderschön. Ich frage mich, ob es vielleicht sogar Unterschiede gibt zwischen den Himbeergeistern selbst, zwischen jenen, die kultiviert und fein gemacht durch den von Menschenhand gepflegten Garten geistern und jenen, die verwildert und mit groben Gesten ihr Waldhimbeergestrüpp verteidigen?

Freitag, 20. Juli 2018

An Begegnungen wachsen


Gestern Nacht trat ich noch kurz mit meinem Hund Chi vor die Tür. Da kam ein Glühwürmchen auf mich zu, vollführte drei Loopings vor meinem Gesicht und landete elegant auf meiner rechten Schulter. Hell erleuchtet saß es da, zauberhaft, magisch, dann löschte es sein Licht. Und eine Sekunde später war es spurlos verschwunden. Eine Weile noch habe ich über diese Begegnung nachgedacht. Und über die Sache mit den Krafttieren und so:

Wenn das Glühwürmchen als Krafttier in Ihr Leben fliegt, dann gilt es, das innere Licht zu finden und das eigene Leuchten zu entdecken. Denn so wie das Licht in der Dunkelheit leuchtet, so hilft Ihnen auch das Krafttier Glühwürmchen dabei, die Nacht zu erhellen und in der Dunkelheit Ihren Weg zu finden. […] Wer einmal Glühwürmchen in lauen Sommernächten beobachtet hat, weiß um ihre magische Ausstrahlung und dass sie einen richtig verzaubern können. Deshalb will das Krafttier Glühwürmchen auch, dass Sie sich der Magie des Alltags bewusst werden und erkennen, dass alles seinen Zauber hat. Denn in Wirklichkeit kann alles magisch oder zauberhaft erscheinen – man muss einfach nur den richtigen Blick dafür haben. […] Machen Sie es den Glühwürmchen nach und entdecken Sie die Schönheit, Freude und Hoffnung neu. Staunen Sie, halten Sie inne und erfreuen Sie sich an jedem kleinen Alltagszauber, denn die Welt ist einfach zauberhaft!

Hm, ja, da ist was dabei für mich. Danke für den Impuls, du zauberhafte Feuerfliege!


Ringelblumensalbe

Unser Garten ist derzeit über und über mit leuchtend orangenen Ringelblumen bestückt. Das ist Alltagszauber pur! Diese Fülle habe ich für ein kleines Wochenendprojekt genutzt und gemeinsam mit dem Minimädel und einem ihrer Cousins, der bei uns übernachtet hat, eine Ringelblumensalbe hergestellt. Das Minimädel rennt seither sehr begeistert mit ihrer Zaubersalbe durch die Gegend und verarztet alle möglichen und unmöglichen Wunden – ob man nun will oder nicht.
Es ist ein weiterer kleiner Schritt in die Autonomie meiner Tochter, eine schöne und wohltuende Möglichkeit, ihr bewusst zu machen, dass sie sich selbst helfen kann.
Bei dieser Salbe habe ich mich für die Herstellung mittels schonendem Heißauszug entschieden und Sonnenblumenöl statt Olivenöl verwendet.

Zutaten für etwa 5 kleine Döschen oder 2 kleine Schraubgläser (zu je 125 ml)

1 großer Strauß Ringelblumen
250 ml kalt gepresstes Sonnenblumenöl
25 g Bienenwachsblättchen


1. Die Ringelblumenblütenblätter von den Blütenköpfen zupfen. Es sollen dann etwa 2 – 3 Doppelhandvoll Blütenblätter sein.


2. Das Öl zu den Blüten in den Topf gießen.


3. Die Mischung erhitzen, dabei aber nicht zu heiß werden lassen. Bei gelegentlichem Umrühren etwa 5 Minuten ziehen lassen. Von der Hitze nehmen, abdecken und mindestens 2 Stunden oder noch besser über Nacht ruhen lassen.


4. Das Öl durch ein sauberes Tuch oder ein feines Sieb abseihen.


5. Pflanzenteile gut auspressen.


6. Den Topf säubern. Die Bienenwachsblättchen zum Öl geben.


7. Das Öl mit dem Bienenwachs zurück in den Topf geben. Alles vorsichtig erhitzen. Sobald das Bienenwachs geschmolzen ist (dies geschieht bei etwa 40 °C), von der Hitze nehmen.


8. Kurz überkühlen lassen, nochmals gut durchrühren und dann in saubere Gefäße abfüllen. Mit einem Küchentuch abdecken und aushärten lassen. Erst dann verschließen (so bildet sich kein Kondenswasser).

Zubereitet nach diesem Rezept.


Tipps und Infos:
* Die Salbe ist bei Zimmertemperatur eher weich und gut aufzutragen. Sie hält sehr lange, im Kühlschrank aufbewahrt noch länger (etwa 1 Jahr).
* Gesammelt werden sollten die Blüten bei vollem Sonnenschein, da dann ihre Heilkraft am größten ist.
* Die Ringelblume wird auch Regenblume genannt, weil sie das Wetter vorhersagen kann: Ist sie morgens zwischen 6 und 7 Uhr schon offen, wird es schönes Wetter geben. Sind die Blütenköpfe jedoch nach 7 Uhr morgen noch geschlossen, so wird es wohl ein regnerischer Tag.
* Man kann die Blütenblätter übrigens auch trocknen und dann daraus erst später die Salbe wie angeführt herstellen.
* Ringelblumensalbe wirkt als Wund- und Heilsalbe antiseptisch und adstringierend und kann bei rauer und entzündeter Haut, aufgeschürften Kinderknien, kleinen Schnittwunden, harmlosen Insektenstichen, kleineren Brandwunden oder Sonnenbrand oder zur Lippenpflege eingesetzt werden. Sie ersetzt jedoch keinen Arztbesuch!
Mittwoch, 11. Juli 2018

Für Omi


Alles verändert sich, aber dahinter ruht ein Ewiges.
Johann Wolfgang von Goethe

Fehlen wirst du uns, liebe Omi, so sehr fehlen. Die gemeinsamen Sonntagsessen werden uns fehlen und die Berge an Eierschwammerln, die du nachhause gebracht hast. Der Schoko- und Eisvorrat, der immer aufgefüllt war, die Kohlrabisuppe, die nur bei dir so richtig gut schmeckte. Die scheinbar unspektakulären Kleinigkeiten, die doch so unendlich köstlich waren aus deiner Hand: Frische Heidelbeeren aus dem Wald, mit ein wenig Staubzucker vermischt. Die Gemütlichkeit und Wärme in deinem Wohnzimmer, deine Herzlichkeit, deine Liebe. Das alles wird uns fehlen. Du wirst uns fehlen.


Denk dir ein Bild – weites Meer.
Ein Segelschiff setzt seine weißen Segel und gleitet hinaus in die See
Du siehst, wie es kleiner und kleiner wird.
Wo Wasser und Himmel sich treffen, verschwindet es.
Da sagt jemand: „Nun ist es gegangen!“
Ein anderer sagt: „Es kommt!“
Der Tod ist ein Horizont, und ein Horizont ist nichts anderes als die Grenze des Sehens.
Wenn wir um einen Menschen trauern, freuen sich andere, die ihn hinter dieser Grenze wiedersehen.
Peter Streiff
Freitag, 6. Juli 2018

Neu erfunden


Immer wieder einmal kommt es vor, dass die Natur sich neu erfindet. Oder dass der Mensch die Natur neu findet, sprich: Neues an ihr entdeckt. Colobopsis explodens beispielsweise. Also allein dieser Name! Stellt euch den mal als kryptisches Körpertattoo vor: Der Typ darunter wäre In-der-Sekunde um Welten interessanter, oder etwa nicht? Mindestens genauso faszinierend ist aber auch das, was dahintersteckt: Explodierende Ameisen nämlich. Ja, echt – wenn Gefahr droht, jagen die sich über einen eingebauten Sprengmechanismus in Attentäter-Manier selbst in die Luft, um den Bau und die Gemeinschaft zu schützen! Was es nicht alles gibt … Verbl…puff!..end.

Und hin und wieder passiert es auch, dass so archaische Dinge wie das gute alte Brot neu erfunden werden. Oder zumindest so als ob. Josep Pascual, der Kreativbäcker aus Barcelona, geht derart innovativ mit dem Thema um, dass es sich für mich tatsächlich wie eine Neuerfindung anfühlt. Dabei ist es vor allem der spielerische Umgang mit dem Teig, die phantasievolle Formgebung, die sein Brot so besonders macht. Also wirklich, wer möchte nicht solche Kunstwerke aus dem Ofen holen? Und das Wundervolle dabei ist: Viele seiner Techniken haben durchaus das Potential, auch daheim zu funktionieren. Ich hör sie schon, die Aaahs und Ooohs … Ihr auch?



Millers Bread │ Pane Josep

Dieses Brot von Dietmar wird mit zwei verschiedenen Sauerteigen hergestellt. Durch deren unterschiedliche Eigenschaften hinsichtlich Trieb und Aromabildung entsteht dabei ein geschmacklich abgerundetes, saftiges Brot mit starker Triebleistung und guter Frischhaltung. Gerade letzteres konnte ich bei mir jedoch leider nicht feststellen, eher, dass das Brot relativ schnell trocken wird. Aus den Kommentaren bei Dietmar konnte ich herauslesen, dass das nicht nur mir so ergangen ist, daher werde ich beim nächsten Mal Dietmars Vorschlag beherzigen, den Brotteig mit gekochten Kartoffeln oder Topfen zu versetzen (10 – 15 % des Mehls ersetzen und eventuell die Wassermenge etwas reduzieren). Bis auf diesen kleinen Makel schmeckt es nämlich ganz wunderbar – und frisch natürlich am besten.
Die Blätterform habe ich mir von Josep Pascual abgeschaut – und eine Anleitung dazu hier entdeckt. Sieht das nicht fantastisch aus? Und fantastisch einfach hergestellt ist sie noch dazu.

Zutaten für zwei Laibe

Für den Roggenvollkornsauerteig
150 g Roggenvollkornmehl
200 g Wasser
7 g Anstellgut (aufgefrischt)

Für den Weizensauerteig
190 g Weizenmehl Type 700
190 g Wasser
20 g Anstellgut (aufgefrischt)

Für den Hauptteig
reifer Roggenvollkornsauerteig
reifer Weizensauerteig
300 g Weizenmehl Type 700
200 g Weizenmehl Type 1600
150 g Weizenvollkornmehl
300 g Wasser
22 g Salz

Zeitplan
12:00: Anstellgut auffrischen und bei Raumtemperatur reifen lassen
18:00: Beide Sauerteige ansetzen, über Nacht reifen lassen
10:00: Hauptteig ansetzen, Gare
12:15: Rund wirken, Gare
14:00: Formen, Gare
14:45: Backen

1. Die Zutaten für die beiden Sauerteige gut vermischen, abdecken und bei Raumtemperatur über Nacht reifen lassen.

2. Am nächsten Tag alle Zutaten für den Hauptteig in die Rührschüssel der Küchenmaschine geben und 5 – 8 Minuten bei mittlerer Geschwindigkeit zu einem glatten Teig auskneten.

3. Den Teig in eine leicht geölte Schüssel geben und abdecken. 120 Minuten reifen lassen, dabei nach 40 und nach 80 Minuten falten.

4. Nach der Teigreife wird der Teig geteilt und dann zu runden Laiben geformt. Beide Teigstücke auf mit Backpapier ausgelegte Bleche geben und mit einem Geschirrtuch abgedeckt bei Raumtemperatur zur Gare stellen. 90 Minuten gehen lassen. [Alternativ kann das rundgewirkte Brot auch kalt im Kühlschrank reifen. Dann beträgt die Reifezeit zwischen 15 und 25 Stunden.]

5. Den Backofen auf 250 °C vorheizen.



6. Die Blätterform des Brotes herstellen: Einen Teigling auf die leicht bemehlte Arbeitsfläche legen. Mit einem Nudelholz das obere Drittel des Teiglings von der Mitte weg nach oben hin flach auswalken. Mit runden Ausstechern in zwei verschiedenen Größen die Blattform herausarbeiten. Das Blatt zurück über den restlichen Brotlaib klappen und leicht andrücken. Den gesamten Laib mit reichlich Mehl bestäuben. Dann noch mit einem scharfen Messer die Blattadern einritzen.

7. Das Brot vorsichtig wieder zurück auf das Backblech legen und weitere 30 Minuten gehen lassen.

8. Das Brot in den Ofen geben und mit Schwaden kräftig anbacken. Nach 10 Minuten die Hitze auf 230 °C reduzieren und die Ofentüre für etwa 10 Sekunden weit öffnen, um den Schwaden abzulassen. Die gesamte Backzeit beträgt etwa 40 Minuten. 5 Minuten vor Ende der Backzeit nochmals kurz Schwaden ablassen und dann einen Kochlöffelstiel in die Ofentüre klemmen, um die Krustenbildung zu verstärken.

9. Während das Brot im Ofen ist, den zweiten Brotlaib formen, dann ebenfalls ausbacken wie angegeben.