Dienstag, 28. Februar 2017

Charakterköpfe


Ein kleines Gör' mit Taschengeld,
beim Bäcker Tag für Tag,
dort kauft sie viele Krapfen ein,
obwohl sie die nicht mag.

Die Kleine streicht sich Brote stolz,
an jedem Morgen fein,
die Füllung aus den Krapfen kommt,
die Füllung ganz allein.

Die Brote sie im Keller schlemmt,
die Mutter soll's nicht seh'n,
denn wenn sie all die Krapfen sieht,
wird sie am Rade dreh'n.

Doch eines Tages kommt sie doch,
die Kellertrepp' herab,
da sieht sie ihre Tochter dort,
und fällt vom Glauben ab.

Die Mutter sah den Berg von Krapf',
nein Kind, du machst mir Spass,
die Marmelade gibt es doch,
die gibt es auch im Glas.

(Friedhof der Krapfen von s.cornella)


Krapfen sind allerwichtigstes österreichisches Esskulturgut! Jeder liebt sie, doch kaum einer macht sie noch selbst. Wie wundervoll, dass sich da wieder eine kleine Runde österreichischer Foodies gefunden hat, die es sich zur Aufgabe machen will, genau solch kost-bares Kulturgut auf- und/oder hochleben zu lassen. Alles unter der Prämisse:


Die Idee stammt von meinen lieben Bloggerkolleginnen Susi und Sina, das Logo hat Christina für uns gestaltet.
Schön, dass ich dabei sein darf! Für Tradition und Brauchtum bin ich ja immer zu haben. Und unsere Krapfen, soviel trau ich mir jetzt schon zu sagen, werden bestimmt nicht am Friedhof landen …


Vollkornkrapfen aus dem Ofen mit Hagebuttenmarmelade

Die Idee für die Vollkornkrapfen mit Hagebuttenmarmelade entdeckte ich drüben bei Madam Rote Rübe und ich fand sie sofort nachahmenswert. Für das untenstehende Rezept habe ich mein Ofenkrapfenrezept entsprechend abgewandelt und mit Vollkornmehl und Honig gearbeitet. Und ja, die Krapfen haben eindeutig Charakter – sie haben Biss, sind aber trotzdem fluffig und leicht. Ich mag sie gern!

Zutaten für 12 Krapfen

Für den Teig
200 g Vollkornmehl
115 g glattes Mehl
20 g frische Hefe (oder 1 Packerl Trockengerm)
55 g Honig
160 ml lauwarme Milch
50 g weiche Butter
1 Ei (Gewichtsklasse L)

Zum Einstreichen und Wälzen
etwa 50 g Butter
Feinkristallzucker

Zum Füllen
etwa 12 TL Hagebuttenmarmelade oder andere Lieblingsmarmelade

Zum Bestreuen
Staubzucker

1. Aus den Teigzutaten in der Küchenmaschine einen glatten und geschmeidigen Germteig zubereiten.

2. Die Teigschüssel abdecken und den Teig etwa 1 Stunde an einem warmen Ort gehen lassen, bis er sein Volumen verdoppelt hat.

3. Den Teig auf der unbemehlten Arbeitsfläche kurz durchkneten und in 12 Teile teilen. Die Teigstücke zu Kugeln schleifen.

4. Zwei Backbleche mit Backpapier auslegen und die Teigkugeln mit genug Abstand darauf verteilen (sechs Kugeln pro Blech passen prima). Sie gehen beim Backen noch einmal gut auf!

5. Die Backbleche mit Geschirrtüchern abdecken und nochmals 1 Stunde gehen lassen.

6. Das Backrohr auf 200 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

7. Die Butter zum Einstreichen schmelzen.

8. Die Teigkugeln rundherum mit flüssiger Butter einpinseln, ins vorgeheizte Rohr schieben und in etwa 15 Minuten goldbraun backen.

9. Den Kristallzucker zum Wälzen in ein Suppenteller geben.

10. Ofenkrapfen aus dem Rohr nehmen und noch heiß nochmals mit Butter einstreichen. Oberseiten leicht in den Kristallzucker drücken, nicht anhaftende Reste abschütteln.

11. Krapfen auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.

12. Marmelade glatt rühren und in einen Spritzsack mit Fülltülle füllen. Die Tülle seitlich in die Krapfen stechen und ein wenig von der Marmelade in jeden Krapfen spritzen.

13. Die Krapfen kräftig mit Staubzucker bestreuen.


Ganz klassische Krapfen gefällig? Bitte hier entlang.

Und diese Mädels haben auch noch Krapfenrezepte für euch vorbereitet:


Zum Anbeißen, ich sag’s euch … Schaut vorbei, es lohnt sich!

Ich wünsche gutes Gelingen!
Dienstag, 21. Februar 2017

Drama, Baby!


Buhuuuu … Jetzt lachst du mich auch noch aus … Mama!!! … Meine Hände sind jetzt … buhuhu … so schmierig … buhuhu … dass ich nicht mal mehr … ehehe … SCHNIPSEN KANN!!! Das Minimädel kreischt hysterisch in meine Richtung, wirft mir ihre Hände entgegen, sieht mich so vorwurfsvoll an, als hätte ich ihre geliebte Hüpfpferde-Menagerie zum Altstoffsammelzentrum gefahren.


Ja ja, ich bin schuld. Aber der Reihe nach.

Alles hatte ganz harmonisch begonnen: Dem Minimädel kam beim Spaziergang im Wald die Idee, Baumharz von den Fichten zu sammeln, um daraus eine Salbe anzurühren. Ich fand ihren Einfall toll und bewunderte ihr scharfes Auge für die kleinen und mitunter gut versteckten Harzbröckelchen, die hier und da an den Bäumen zu finden waren. Schnell hatten wir eine kleine Handvoll zusammen und wir schlenderten heim. Kurz im Netz nach einem Rezept gestöbert und schon ging es los. Das Minimädel war voll bei der Sache und sehr begeistert. Als die Salbe fertig war, waren wir beide richtig stolz auf unser gemeinsames Werk.

Aber von da an, herrje, nahm das unbarmherzige Schicksal seinen Lauf.


Die Mama musste nämlich die Salbe fotografieren. Natürlich. Muss ja alles fotografieren, die. Da fasste sich das Minimädel ein Herz, dachte an das versprochene Stück Schokolade hinterdrein und tat, was die Mama wollte. Aber ach – einmal aufgetragen, wollte die Salbe nicht mehr so schnell weg. Und mein Vorschlag, sie vom Handrücken aus auf beide Hände zu verteilen, war folgenschwer: Schnipsen nunmehr unmöglich. Sofortige Wiederherstellung der Schnipsfähigkeit längst nicht in Sicht. Und das ihr, der Schnipsmeisterin.

Kreischanfälle vom Minimädel sind nicht ohne, das kann ich euch sagen. Ein mickriges Stück Schokolade hat da nicht gereicht. Mein Gott nein, ein Stück hat so was von nicht gereicht.



Baumharz-Salbe

Da denkt man, man ist im Wald. Diese Salbe duftet so herrlich! Ich verwende sie gerne bei Husten und Schnupfen und trage sie abends vor dem Schlafengehen auf die Brust auf. Offenbar hilft sie aber auch bei Knochen- und Gliederschmerzen, Sonnenbrand, unreiner Haut und als Zugsalbe bei eingezogenen Holzsplittern.
Wer mag, gibt vor dem Abfüllen noch einige Tropfen ätherisches Öl dazu. Bei der Wahl des Öls richtet man sich nach dem Zweck, für den die Salbe verwendet werden soll oder auch ganz einfach nach den persönlichen Vorlieben. Bei Erkältungskrankheiten passt zum Beispiel Thymianöl, bei unreiner Haut Teebaumöl, bei Sonnenbrand Pfefferminzöl, bei Verwendung als Zugsalbe Latschenkieferöl.

Zutaten

Baumharz (am schonendsten für den Baum ist es, nur bereits auskristallisiertes und hartes Harz abzunehmen)
Olivenöl
Bienenwachs (in Blättchenform)

1. Das heilsame Harz von Nadelbäumen wie Fichten oder Tannen sammeln und mit nach Hause nehmen.

2. Um es verarbeiten zu können, muss es zuerst von Pflanzenrückständen gereinigt werden. Dazu wiegt man es in eine saubere und trockene Aluminiumdose ein und gibt die gleiche Gewichtsmenge Olivenöl dazu. Die Dose stellt man nun in einen kleinen Topf mit Wasser und erhitzt Harz und Öl im köchelnden Wasserbad so lange, bis sich das Harz im Olivenöl gelöst hat. Das dauert seine Zeit, ich hatte das Harz etwa 2 Stunden im Wasserbad. Danach hatte sich noch immer nicht alles Harz von den Rindenstückchen gelöst, der Großteil aber schon.

3. Alles durch einen Kaffeefilter abseihen und das Öl abmessen.

4. Pro 100 ml Harz-Öl-Gemisch werden 20 g Bienenwachs verwendet. Beides gibt man in einen kleinen Topf und erwärmt es bei mittlerer Hitze vorsichtig, bis sich das Bienenwachs aufgelöst hat.

5. Wer möchte, gibt nun ätherisches Öl dazu und füllt die Mischung in Salbendosen ab. Ich habe meine Salbe ohne Zusatz von ätherischem Öl abgefüllt.


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