Donnerstag, 19. Oktober 2017

Glutenfrei mit Gurkenmehl


Meine jüngere Schwester und ich standen im alten Heustadl unseres Elternhauses und plauderten über das jüngste Ausbauprojekt unseres Bruders, als sich unser Vater, der Ausprobierer, dazugesellte. Euphorisch erzählte er uns von einer neuartigen Mehlmischung, eben erst erstanden, supergesund, alleskönnend, mit ausschließlich vollwertigen Zutaten wie zum Beispiel Gurkenmehl. Während ich mit meiner Schwester darüber diskutierte, ob es überhaupt möglich (und sinnvoll?) ist, Mehl aus Gurken herzustellen, machte er sich auf den Weg, seinen frisch daraus gebackenen Gugelhupf in Scheiben zu schneiden und uns zu präsentieren.


Der Gugelhupf schmeckte gut. So gut, dass das Minimädel, das normalerweise über eigentlich jeden Kuchen schnell einmal die Nase rümpft, ganz begeistert vier Stück am Stück wegschnabulierte und sich darüber hinaus diesen, genau diesen Kuchen zum Geburtstag wünschte. Prompt hatte ich ihn auch schon in der Hand, den angebrochenen Beutel Mehlmischung, aus der ich nach Packungsanleitung noch vier davon würde backen können: Glutenfreien Gugelhupf. Ich.


So kam es also, dass mein Minimädel und seine zahlreichen Partygäste einige Wochen darauf, zum siebten Geburtstag (der nun auch schon wieder eine ganze Weile her ist), glutenfreien Gugelhupf serviert bekam. Die Kinder waren glücklich, aßen artig und bemerkten wohl keinen Unterschied. Und das Minimädel? Nun, es wäre nicht mein Minimädel, wäre es anders gewesen: Sie aß keinen Bissen.
Ach ja, die Sache mit dem wunderlichen Gurkenmehl stellte sich bald als lustiger Lesefehler heraus: Guarkernmehl, Papa. Guarkernmehl!



Glutenfreier Gugelhupf zum siebten Geburtstag

In meiner Mehlmischung waren Kartoffelstärke, Maismehl, Maisstärke, Reismehl und Guarkernmehl als Verdickungs- und Bindemittel dabei und der relativ hohe Anteil an Stärke mit seiner rauen, körnigen Struktur ist es auch, den ich relativ deutlich herausspüre und der mir nicht ganz so gefällt. Im Großen und Ganzen aber, ich hab’s schon erwähnt, schmeckte der Kuchen gut. Die eigentliche Sensation, finde ich jedoch, ist die Seiltänzerin aus Papier von One Charming Party. Sie hängt kopfüber! In Netzstrümpfen! Was für eine superhübsche Idee, so einfach und richtig beeindruckend.

Zutaten für einen Gugelhupf

Für den Teig
200 g weiche Butter
225 g Zucker
1 EL Vanillezucker
5 Eier
250 g glutenfreie Mehlmischung
2 TL Backpulver
60 g gemahlene Mandeln
150 g Milchschokolade (ich habe Osterhasenreste verwertet)

Für die Form
Butter
Mehl

Zum Bestreuen
Staubzucker

Zum Dekorieren
Seiltänzerin aus Papier (hier downloaden, ausdrucken und ausschneiden)
2 Papierstrohhalme
ein zweifärbiges Seil aus verschiedenfarbigen Wollresten

1. Eine Gugelhupfform mit Butter befetten und mit Mehl bestäuben.

2. Den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

3. Butter mit Zucker und Vanillezucker hell und cremig rühren.

4. Nach und nach die Eier unterrühren.

5. Mehl mit Backpulver und Mandeln vermischen. Die Mehlmischung unter die Butter-Ei-Masse rühren.

6. Schokolade grob hacken und unter den Teig heben.

7. Den Teig in die Form füllen und etwa 60 Minuten backen (Stäbchenprobe!).

8. Kuchen aus dem Ofen nehmen, überkühlen lassen, auf ein Kuchengitter stürzen und vollständig auskühlen lassen.

9. Mit Staubzucker bestreuen.

10. Die Strohhalme leicht schräg in den Kuchen stecken und das Seil daran befestigen. Die Seiltänzerin an den Knien umknicken und ans Seil hängen.

Kommentare:

  1. Erster Gedanke: Ist es wirklich sinnvoll, aus Gurken Mehl zu gewinnen?
    Zweiter Gedanke: Sollte sicher Guarkernmehl heissen.
    Dritter Gedanke: Egal, Hauptsache Kuchen! :-)

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  2. So ein hübscher Geburtstagsgugl - und selbst wenn er aus Gurkenmehl gewesen wäre: ich hätte auf jeden Fall ein Stück essen müssen. Wie witzig, der Verleser (wer kennt das nicht?). Nur über das Minimädel wundere ich mich doch ein wenig... warum die Verweigerung? Sie hat sich den Kuchen doch extra gewunschen?!

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    1. Micha, du Liebe, du kennst doch sicher ein Goethe-Zitat von wegen Fähnchen im Wind und so? :-)
      Überhaupt ist es beim Minimädel so: "Hunger ist der beste Koch". Bei großem Hunger isst sie sehr, sehr vieles. Ist er hingegen auszuhalten, wird sie heikel. So ist sie, meine Kleine ;-))))

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  3. Haha, ich habe jetzt sogar "Gurkenmehl" gegoogelt, weil es sich wirklich spannend angehört hat. Danke an deinen Papa, dass er uns interessierte Bäcker so auf Trab hält :-D

    Liebe Grüße, Julia

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