Sonntag, 16. Juli 2017

Phantastisch!


Schau mal, Mama, sagt der kleine Mann, da ist ein Maulwurf drin! Er gräbt mit dem Löffel in seinem Schokoladeneis. Tatsächlich, ein Loch. Ein Loch in der Erde! Er sieht mich mit kreisrunden Augen an und dieser Mischung aus Verblüffung, Freude und dem klitzekleinen Funken der Erkenntnis, dass diese Geschichte vielleicht doch nur eine Geschichte sein könnte, die mein Herz noch mehr wärmt als sein unwiderstehliches rrrrollendes R.

Für jedes Kind beginnt die Welt von Neuem* – und ja, in Sachen Phantasie steht der kleine Mann dem Minimädel um nichts nach. Lediglich die Themen sind verschoben. Hier geht es nicht um Fabelwesen und Zauberwerk, um geflügelte Einhörner, Feen und Regenbögen. Nein, es geht um Maschinen, um gefährliche Tiere und Dinosaurier, wie könnte es auch anders sein.

Da wird die Hand zur Baggerschaufel, mit der es sich hervorragend Backerbsen in die Suppe schürfen lässt. Eine Schwimmnudel wird zum Kreiselheuer, eine verbogene alte Stange zum Pflug. Und der kleine Mann selbst, der ist der Traktor. Wie schön ist es, ihn bei diesem Spiel zu beobachten – und wie schön, dass er Menschen um sich hat, die seine Vorstellungskraft noch beflügeln: Mein Vater und mein Bruder beispielsweise, das sind Kindsköpfe, wie es sie kein zweites Mal mehr gibt – und zwar im allerbesten Sinn des Wortes.



So fahren wir dann am Traktor sitzend und mit einem der beiden am Lenkrad durch den (Ur-)Wald und rufen: Schau mal, eine Giraffe! Oder: Da, ein Elefant! Es ist ein bisschen so wie mit diesen psychedelischen Bildern, bei denen man versuchen muss, Unschärfe zuzulassen, den Blick nicht zu fokussieren, nicht hin- sondern hindurchzusehen: Macht man es richtig, tauchen plötzlich ganz phantastische 3D-Bilder auf. Und irgendwann fange also auch ich an, den Tiger zu sehen, der vorsichtig zwischen den Bäumen hervor schielt und die vielen kleinen Affen, wie sie an den Ästen im Efeu hängen und uns neckisch zuwinken.



Und da! Hilfe! Ein grüner, riesengroßer Dinosaurier! Er verfolgt uns mit schnellem Schritt, sein Maul klappt auf und zu. Gib Gas, Opa Sepp, gib Gas!


Schokoladeneis nach David Lebovitz

Ein wirklich ganz köstliches Schokoladeneis – die Attribute ultimativ und endgültig kann ich vermutlich auch unterschreiben. Leicht abgeändert nach der Rezeptur von David Lebovitz bin ich ganz verliebt in Konsistenz und Geschmack. Und den Maulwurf hab ich auch entdeckt – ich hab halt wirklich ganz genau geschaut …

Zutaten für etwa 1 Liter Eis

250 ml Vollmilch
4 TL Speisestärke
250 ml Schlagobers
250 ml Kondensmilch (ich habe kondensierte Kaffeemilch mit 7,5 % Fett verwendet)
100 g Zucker
35 g Kakaopulver
40 g Vollmilchschokolade
45 g Zartbitterschokolade 70 %
1 Prise Fleur de Sel
½ TL Vanilleextrakt

1. Die Speisestärke mit einigen Esslöffeln von der Milch glattrühren.

2. Restliche Vollmilch, Schlagobers, Kondensmilch, Zucker, Invertzuckersirup und Kakaopulver in einem Topf glattrühren, aufkochen und etwa 4 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Das führt dazu, dass ein Teil des in den Zutaten enthaltenen Wassers verdampft, damit das Eis später nicht kristallin wird.

3. Die Stärke-Milch-Mischung einrühren, nochmals aufkochen und etwa 1 Minute köcheln lassen, bis die Masse andickt. Von der Hitze nehmen.

4. Die Schokolade grob hacken und gemeinsam mit dem Salz zur heißen Milchmischung geben. Mit einem Schneebesen rühren, bis die Schokolade vollkommen geschmolzen ist.

5. Vanilleextrakt hinzufügen.

6. Die Schokoladenmasse in eine Schüssel umfüllen und ein Stück Frischhaltefolie direkt auf die Masse legen, damit sich keine Haut bildet. Abkühlen lassen.

7. Die Eismasse in der Eismaschine gefrieren.

8. Das fertige Eis in einen vorgekühlten Kunststoffbehälter füllen und noch etwa für 2 Stunden in den Tiefkühler geben, damit es gut fest werden kann.

*von Henry David Thoreau

Kommentare:

  1. Ohhh, ich will auch Kind bei euch sein: mit Schokoeis, mit Traktorfahren und mit versteckten Tieren - also 1x bitte das volle Programm!!... herzliche Grüße

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