Sonntag, 11. Dezember 2016

Lussekatter 2.0

 
Julgalt / Weihnachtseber | Julvagn / Weihnachtswagen | Pojke / Bub | Lilja / Lilie | Julbock / Weihnachtsbock | Julhärta / Weihnachtsherz

Es gibt so Dinge, die lassen mich nicht los, sie verfolgen mich, ich verliebe mich irgendwann und kann mich dann endlos mit ihnen beschäftigen und an ihnen rumrecherchieren. So Dinge wie die wunderbaren kleinen Goldteilchen, das skandinavische Safrangebäck, das zum Luciafest am 13. Dezember gebacken wird: Lussekatter. Nicht, dass ich weiter an einem anderen, besseren Rezept dafür suchen würde – ich für meinen Teil habe meins gefunden und halte es für perfekt so wie es ist. Nein, es ist etwas anderes, das mich fesselt, nämlich die Tatsache, dass diese Luciakatzen in einer derartigen Vielgestalt bestehen, dass es für Flecht- und Formfetischisten wie mich eine wahre Freude ist.

In aller Eile, zwischen Windelbergen (Bergen!), Kinderbespaßung und haushälterischen Pflichten gebe ich euch für den heurigen Luciatag einige Anregungen mit auf den Weg, wie Lussekatter geformt werden können. Die Auflistung ist lange nicht vollständig, die Bezeichnungen und Übersetzungen vermutlich ganz und gar nicht korrekt – und immer noch warte ich auf den Sensationsfund im Internet: Eine Seite, ein Buch, irgendwas, das sich in aller verlässlicher Ausführlichkeit mit Tradition und Brauchtum, mit Rezepturen und Formengebung beschäftigt. Bis dahin: Ich bleib dran, versprochen. Ich bin schließlich verliebt.

Lyran / Lyra | Sockerbulle / Zuckerbrötchen [wird nach dem Backen mit flüssiger Butter bestrichen und in Zucker gewälzt] | Soldatgutt / Soldatenjunge | Julkuse / Weihnachtspferd | Julfagel / Weihnachtsvogel | Krans / Kranz

 
Lussekatt / Luciakatze | Krona / Krone | Lussekatt / Luciakatze [weitere Form]

Die Gebilde auf den Fotos habe ich an einem trüben Nachmittag gemeinsam mit dem Minimädel geformt und fotografiert. Der Teig ist selbst gemachter Playdough, eine Art Salzteig nach einem Rezept von Emmanuel Hadjiandreou, dessen Buch Making bread together ich nach wie vor sehr gerne habe (Rezeptekostprobe hier). Er verwendet diesen Teig, um seine Fingerfertigkeit im Kneten und Formen zu trainieren – ist das nicht eine schlaue Idee! Alternativ lässt sich natürlich auch selbst gemachtes Plastilin gut verwenden. Oder ein einfacher Teig, der aus gleichen Teilen Maismehl und kochendem Wasser zusammengeknetet wird. Sobald er nicht mehr heiß ist, lässt er sich ganz wunderbar formen, ohne zu kleben - sonnengelbe Farbe inklusive!

Playdough

Dieser Playdough nach dem Rezept von Emmanuel Hadjiandreou wurde bei mir etwas zu trocken, dementsprechend ließ er sich nicht ganz so perfekt formen. Beim nächsten Mal werde ich etwas mehr Wasser dazu geben, bis der Teig gut geschmeidig und flexibel ist. Für die gelbe Färbung habe ich noch etwas Kurkuma hinzugefügt. Beim Spielen selbst ist es dann gut, den nicht benötigten Teil des Teiges in Folie einzuwickeln, da er relativ schnell austrocknet.

360 g Mehl
1 Packung Backpulver
2 EL Rapsöl
400 ml Wasser (beim nächsten Mal etwas mehr)
180 g feines Salz

1. Mehl mit Backpulver und Öl vermischen.

2. Das Wasser mit dem Salz aufkochen, bis sich das Salz aufgelöst hat.

3. Das heiße Salzwasser zur Mehlmischung geben und mit dem Knethaken des Mixers verrühren, bis ein glatter Teig entstanden ist.

4. Den Teig abkühlen lassen, dann nochmals gut durchkneten, bis er weich und formbar ist. Los geht’s!

Das Rezept stammt aus dem Buch Making bread together von Emmanuel Hadjiandreou, erschienen bei Ryland Peters & Small.

Kommentare:

  1. Ich hätte gerne zwei Weihnachtslebern...
    Und ja, ich leide anscheinend unter Sonntagsdyslexie. ;-)

    AntwortenLöschen
  2. Ließ sich nicht ganz perfekt formen? Ja sag! Das ist ein Wahnsinn, was du dir da für Arbeit gemacht hast. Sockerbulle und vielleiiiiiicht gerade noch Soldatgutt wären meine Lussekater der Wahl.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ;-)
      Naja, Arbeit war das ja nicht ... Eher so was wie ein Plastillin-Nachmittag mit den Kindern :-)
      Liebe Grüße!

      Löschen
  3. ich nehme das Weihnachtsherz... vielleicht komm ich noch zum Backen dieser Luciakatzen, dann eben zur Wintersonnenwende.
    Was sind das für Sternchen auf den Formen?

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Friederike, die Sternchen, die deuten die Rosinen an ... Hab vergessen, das im Post zu erwähnen ;-) Aber wie immer gibt es da so Leserinnen mit Argusaugen, die halt einfach nachfragen ... Das gefällt mir!
      Alles Liebe!

      Löschen
  4. oh so schöne Formen! am besten gefällt mir Herz und Krone

    AntwortenLöschen
  5. Der Kranz und die Krone sind ja super, aber das gilt auch für alle anderen :-) Das war mal wieder ein schöner Ausflug :-) Das Luciafest kannte ich vorher noch garnicht! Liebe grüße vom Wellness Schenna :-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke liebe Hannah :-)
      Hm, Südtirol, so schön ...

      Löschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...