Dienstag, 12. April 2016

Rezension: Das Mixer Kochbuch


Vor etlichen Jahren wäre das das absolute Gehtgarnicht gewesen. Vielleicht kein wahrer Trennungsgrund, aber zumindest Anlass, einmal ordentlich über meine Beziehung nachzudenken: Ein Mixer zu Weihnachten. So was von spießig nämlich, so klischeebehaftet, so unvorstellbar anti. Tja, ich kann euch sagen, die Zeiten ändern sich. Ich hab mich sehr über meinen Mixer zu Weihnachten gefreut. Spießer, ich.

Der Mixer ist mittlerweile im Dauereinsatz und die ganze Familie ist begeistert. Plötzlich liebt das Minimädel Smoothies und kreiert ihre eigenen Rezepte. Der kleine Mann kann sich nicht an den vielen blinkenden Tasten satt sehen. Und ich probiere natürlich grade sehr viel aus. Braucht es aber dafür ein eigenes Kochbuch*? Ein Mixer-Kochbuch? DAS Mixer-Kochbuch?

Tess Masters, die Autorin von Das Mixer Kochbuch, bezeichnet sich selbst als Mixoholic. Auf ihrem bekannten Blog the blender girl stellt sie gesunde Rezepte vor, ihr wichtigstes Küchengerät ist dabei der Mixer. Ihr Buch folgt diesem Konzept. Neben Suppen, Drinks und Smoothies, die klarerweise in ein Mixer-Kochbuch gehören, finden sich viele weitere Kapitel und Rezepte, die immer zumindest eine gemixte Komponente enthalten.

Nach einem Grundlagen-Teil gibt es folgende Rezeptkapitel im Buch:

* Smoothies & Shakes
* Appetithäppchen, Snacks, Dips & Aufstriche
* Salate
* Suppen
* Hauptgerichte
* Desserts
* Drinks, Säfte & Tonics
* Würzmittel, Saucen & Cremes

Was mir besonders gut gefällt

* Die Fotografien im Buch sind ebenso wie die Rezepte selbst bunt und farbenfroh und machen wirklich Appetit auf frisches, pflanzliches Essen – genau, wie ich es mag.
* Die Kapitel über Pflanzenmilch- und Smoothie-Basics sind übersichtlich und sehr interessant geschrieben.

Was mir nicht so gut gefällt

* Leider geht es auch hier nicht ohne Superfoods.
* Grünkohl mit magischer Mango-Massage, Rendezvous mit Chia, Linsen-Liebe, Spinat-Traum, Butternuss-Wonne – ach, manchmal ist weniger einfach mehr.

Nachgekocht


Raffinierte Veggie-Sauce für Pasta und Pizza

Diese Veggie-Sauce ist eine tolle Alternative zur herkömmlichen Tomatensauce. Sie lässt sich sehr schnell zubereiten, weil die Zutaten durch das nachfolgende Mixen nur grob geschnitten werden müssen (das hab zumindest ich so gemacht). Die Sauce schmeckt etwas gemüsiger und deshalb etwas anders als Tomatensauce, gerade deshalb aber sehr interessant. Ich habe sie mittlerweile für Pasta, Pizza und Lasagne ausprobiert und sie funktioniert in allen Gerichten sehr gut. Das heikle Mini-Mädel war von der Sauce zu Pasta nicht ganz so überzeugt, auf Pizza und in Lasagne hat sie jedoch gemundet. Ich habe die Sauce portionsweise eingefroren, was ich sehr praktisch finde. Sie hält sich aber auch gut verschlossen im Kühlschrank erstaunlich lange.

Zutaten für 2,5 Liter (ich habe nur die Hälfte davon gemacht)

1 EL Oliven- oder Traubenkernöl
4 Knoblauchzehen, gehackt
1 rote Zwiebel, grob gehackt
¼ TL Natursalz und 1/8 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
2 Stangen Sellerie, gewürfelt
1 Karotte, geraspelt
je 1 grüne und 1 gelbe Zucchini, geraspelt oder gehackt
1 große rote Paprika, entkernt und gewürfelt
10 mittelreife Tomaten, grob gehackt
2 Dosen stückige Tomaten (je 400 g)
2 EL Tomatenmark
1 EL frischer oder 1 TL getrockneter Oregano, gehackt
1 EL frischer oder 1 TL getrockneter Thymian, gehackt
1 Bund glatte Petersilie, gehackt
½ Bund Basilikum, gehackt
360 ml Gemüsebrühe

1. Das Öl in einem großen Topf bei mittlerer Temperatur erhitzen. Knoblauch, Zwiebel, Salz und Pfeffer dazu geben und etwa 5 Minuten dünsten, bis die Zwiebelwürfel weich und glasig sind.

2. Sellerie, Karotte, Zucchini und Paprika hinzufügen und weitere 5 Minuten dünsten, dabei gelegentlich umrühren.

3. Frische Tomaten, Dosentomaten mit Saft, Tomatenpüree und Kräuter zugeben, die Gemüsebrühe zugießen.

4. Kurz aufkochen und dann bei mittlerer Hitze 15 Minuten ohne Deckel köcheln lassen.

5. Den Topf vom Herd ziehen und die Sauce etwas abkühlen lassen.

6. In mehreren Portionen im Mixer auf höchster Stufe 1 – 2 Minuten pürieren, bis eine glatte, cremige Konsistenz erreicht ist.

7. Nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Apfelkuchen im Glas

Probiert diesen Smoothie, er schmeckt als Alternative zu einem Dessert wirklich außergewöhnlich gut!

Zutaten für 2 Personen

240 ml ungesüßte Mandelmilch
270 g ungesüßtes Apfelmus oder gedünstete Äpfel
70 g Cashewkerne, eingeweicht (ich habe die Cashewkerne gemeinsam mit den Datteln für etwa 20 Minuten in heißem Wasser eingeweicht)
2 TL natürlicher Vanilleextrakt (ich habe 1 TL Vanillezucker verwendet)
½ TL Zimt, gemahlen
2 Datteln, entsteint und eingeweicht (siehe oben) oder 2 EL Ahornsirup
125 g Eiswürfel

1. Alle Zutaten in den Mixer geben und auf höchster Stufe 30 – 60 Sekunden pürieren, bis eine glatte, cremige Konsistenz erreicht ist.

2. Nach Belieben nochmals mit etwas Vanille, Zimt oder Süßungsmittel abschmecken.

To Cook-Liste

Cremiger Veggie-Käse
Fruchtleder
Rohe Himbeer-Blitzkonfitüre
Wassermelonen-Gazpacho
Mein Lieblings-Gemüseauflauf
Ananas-Vanille-Sangria
Traumhafter Schlummertrunk

Fazit: Ich muss sagen, das Buch gefällt mir - obwohl (oder gerade weil?) ich noch immer nicht restlos vom Konzept Mixer-Kochbuch überzeugt bin. Tess Masters hat es trotzdem geschafft, mich mit ihrem bunten, abwechslungsreichen Mixer Kochbuch für sich zu gewinnen.

Das Mixer Kochbuch
von Tess Masters
Broschiert, 224 Seiten
AT Verlag, 1. Auflage 2015
ISBN: 978-3038008392
Preis: € 19,90

Ein herzliches Dankeschön an den AT Verlag, der mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

*Diese Frage habe ich schon einmal versucht zu beantworten, nämlich hier.

Kommentare:

  1. Als Besitzerin eines etwa 20 Jahre alten Mixers (der aber immer noch 1A läuft), kann ich mit Kochbüchern, die sich rund um das Thema Hochleistungsmixer drehen, eher wenig anfangen. Bei meiner letzten Rezension stand ich dauernd vor dem Problem, die Rezepte so umzumodeln, dass sie mit meinem Maschinenpark umsetzbar waren. Alles irgendwie schon machbar, aber ich bräuchte eher ein Buch mit dem Titel "Wie sie 100 Smoothies/Sossen/Desserts etc. auch ohne Vitamix und Co. zubereiten können". ;-)

    Trotzdem Danke für die, wie immer, sehr interessante Rezension.

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    1. Bitte gerne, meine Liebe :-)
      Mein alter Mixer ist mindestens genauso alt wie deiner, und da er ja noch immer funktioniert, darf er noch bleiben - für den Notfall ;-)
      Da ich ja jetzt den direkten Vergleich kenne: Es wird schon alles feiner und glatter. Es ist halt alles eine Frage der persönliche Vorlieben ...
      Liebe Grüße!

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