Sonntag, 21. Februar 2016

Wintermärchen


Jetzt aber hurtig, bevor die Orangensaison wieder vorbei und der Frühling hier endgültig angekommen ist: Die Fortsetzung der Jahreszeitenreihe in Sachen Galette (erster Teil: Herbst – hier entlang), Hand in Hand mit einigen paradewinterlichen Impressionen unseres Jänner-Kurzurlaubs in Ramsau am Dachstein.



Ramsau am Dachstein: Was für ein malerisches, schmuckes Plätzchen! Was für liebe Menschen und Tiere (allen voran die fleißige Haflingerstute Babsi, die uns gemeinsam mit ihrer Kollegin Chiara fröhlich-flott um den Kulm chauffierte). Aber leider auch: Was für grottenschlechtes Essen … Halbpensioniert untergebracht hatten wir diesbezüglich großes Pech. Ich war echt überrascht, dass es so etwas noch gibt (weil lange nicht mehr gesehen): Ein Abendessen, komplett aus Fertigkomponenten bestehend. Die Tomatensuppe mit Pulvergeschmack, zum Hauptgang gleichförmige Schnitzerl mit Pommes, Tiefkühlkuchen als Dessert. So. Schade.



Nichtsdestotrotz ist ein Besuch in der Ramsau lohnend, Sommer wie Winter. Der mächtige Dachstein als Leinwand für ungezählte wunderschöne Augen-Blicke entschädigt wahrlich für vieles. Der Ort sieht uns definitiv wieder! Das Hotel allerdings nicht mehr, denn: Das Leben ist zu kurz, um (so) schlecht zu essen. Und ein Urlaub erst recht.


Wintergalette mit Blutorangen und Schokolade

Grundgerüst für meine Wintergalette ist natürlich wieder die Sommerfrüchte-Tarte von Micha. Dieses Mal sind Blutorangen und Bitterschokolade mit dabei, die ganz ohne Übertreibung als echtes Dreamteam bezeichnet werden können.

Für den Teig
160 g Weizenvollkornmehl
80 g Buchweizenmehl
80 g Staubzucker
1 EL Kakaopulver
125 g Butter in Flöckchen
75 g Crème fraîche (gesalzen)
etwas Wasser (nach Bedarf)

Für die Füllung
4 – 5 Blutorangen und / oder Halbblutorangen
2 EL gemahlene Erdmandeln
einige Butterflöckchen
2 EL grob gehackte Bitterschokolade

Zum Bestreichen
etwas Schlagobers

1. Für den Teig die beiden Mehlsorten mit Zucker und Kakaopulver vermischen. Butter dazu geben und gut abbröseln. Zum Schluss noch die Crème fraîche einarbeiten und alles zu einem glatten und homogenen Teig verkneten. Bei Bedarf noch etwas Wasser hinzufügen. Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und etwa 1 Stunde im Kühlschrank rasten lassen.

2. Von den Blutorangen oben und unten die Kappen abschneiden. Nun mit einem scharfen Messer rundherum die Schalen großzügig wegschneiden, sodass mit der Schale auch die weiße Haut entfernt ist. Blutorangen quer in etwa 1 cm dicke Scheiben schneiden.

3. Backrohr auf 190 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.

4. Auf einer bemehlten Arbeitsfläche den Teig etwa 5 mm dick ausrollen. Das ergibt einen Durchmesser von etwa 35 cm. Die Teigplatte auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech ziehen. Den Ring einer Springform (26 cm Durchmesser) leicht in die Mitte des Teiges drücken, um so den inneren Kreis zu markieren, der dann mit den Früchten belegt wird. 

5. Den markierten Kreis mit den gemahlenen Erdmandeln bestreuen und mit den vorbereiteten Blutorangenscheiben belegen. Butterflöckchen und Bitterschokolade darüber streuen.


6. Den überstehenden Teigrand nach innen klappen und mit Schlagobers bestreichen.

7. Die Galette im Ofen etwa 35 Minuten goldbraun backen.

Kommentare:

  1. Zufälle gibt's! Meine Familie hat in den 90ern mehrmals hintereinander Ferien auf einem Bauernhof in Ramsau gemacht und wir sind jedes Mal total begeistert gewesen, weil es dort so schnuckelig war. Und erst gestern habe ich Herrn C. davon erzählt, nachdem ich sicher mehr als 10 Jahre nicht mehr an Ramsau gedacht habe.

    P.S. Erdmandeln in einer Galette? Super Idee, muss ich mir unbedingt merken.

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    1. Ha, die Welt ist einfach so klein :-) Vielleicht war das ein Wink vom Universum, dass du wieder einmal Urlaub in der Ramsau machen solltest? ;-)
      Liebe Grüße!

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  2. oje, hätte mir jetzt nicht gedacht dass es am Essen scheitert also ich meine wer denkt schon daran dass hier in der Ramsau, wo echt alles noch sehr natürlich und naturbelassen wirkt, man sich es so einfach macht???

    Naja, aber wer gut kocht, der hat hald auch einen anderen Standard also man weiß dann sein eigenes Essen wieder so richtig zu schätzen ;-)

    Nichts desto trotz, deine Bilder von der schönen Ramsau - ein Traum, finde ich toll wenn du zu deinem Essen ein paar so wunderschöne Eindrücke in den Post verpackst!

    lg netzchen

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    1. Ja, ich glaub auch, dass man mit ganz anderen Ansprüchen auswärts isst, wenn man auch daheim selbst und frisch kocht ... Danke für dein liebes Fotolob :-)
      Liebe Grüße!

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  3. Die Fotos sind unglaublich stimmungsvoll! Das mit dem schlechten Essen ist ein Jammer. Mich wundert es immer wieder, dass die Gäste sich so etwas gefallen lassen. Deine Galette hingegen ist ein Wintertraum! Und ich hab noch immer keine Erdmandeln gekostet ... :(

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    1. Wir waren auch sehr verwundert, das kannst du mir glauben!
      Die Erdmandeln solltest du aber schon einmal kosten, sowas ... ;-)

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  4. Dass es in Österreich schlechtes Essen gibt! Das braucht's ja wirklich nicht. Ich denk mir schon manchmal, wenn ich essen gehe - schade ums Geld, da könnte ich daheim besser essen. Du auch!!

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    1. Jaja, auch in Österreich gibts schlechtes Essen - leider! Liebe Grüße :-)

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  5. Eine schöne Winterstimmung hast du eingefangen, die hat euch sicher getröstet nach dem kulinarischen Reinfall. Solches Essen anzubieten ist sehr kurzsichtig vom Hotel, das erinnert mich an manche Uni-Mensa... Hauptsache billig :-(
    Für die Galette habe ich alles zu Hause, sogar gemahlene Erdmandeln - ich sollte ihnen noch eine Chance geben, sie begeistern mich nicht wirklich

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    1. Das Hotel hat offenbar jede Menge Stammgäste und die scheint das nicht zu stören ... Ja, ich finde das auch kurzsichtig - wir kommen jedenfalls nicht wieder (und wir waren eine groooooße Gruppe, ca. 15 Leute ...) ...
      Die Erdmandeln schmeckt man nicht heraus, man spürt sie jedoch, sie haben so einen ganz typischen, festen Biss. Liebe Grüße!

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  6. Mmh, die Galette sieht ja zum Anbeissen aus. Und die Kulisse um den Dachstein. Ja, ja Österreich ist schon schön. Leider gibt's in der Gastronomie noch schwarze Schafe. Schade für euch.

    lg
    Ilse

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    1. Wir haben's überlebt ;-) Aber natürlich trotzdem schade, stimmt.
      Danke liebe Ilse!

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  7. Ohh schaut das schön aus, grad bei so einem Wetter wie wir es grad haben, trüb und kalt..nichts mehr zu merken vom sonnigen Montag zb.
    Erdmandeln kenne ich auch nur vom Namen her.

    Das mit der miesen Qualität beim Essen ist einfach nur traurig, ich glaube nicht dass das unbedingt günstiger ist für ein Hotel, wage aber mal die These aufzustellen, dass sie an (Küchen)personal einiges einsparen wenn man so etwas serviert.
    Dafür hat euch die wunderbare Gegend sicher ein bissl entschädigen können.

    lg. Sina

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    1. Ja, die Gegend hat uns wirklich entschädigt, so schön dort ...
      Ich glaub auch, dass sie dadurch vor allem am Küchenpersonal sparen. Hin und wieder hab ich ja rein gestierlt in die Küche - eigentlich muss man für so ein Essen nur Rühren, Frittieren und Auftauen können ;-(((
      Liebe Grüße!

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  8. Mhhh mit Blutorangen, köstlich! Die Bilder machen richtig Winterstimmung, bei uns war nie richtig Schnee, nur Flocken die kaum liegen geblieben sind!
    LIebe Grüsse,
    Krisi

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    1. Jetzt würd sie auch wieder gut passen, die Wintergalette! Heute Schnee den ganzen Tag ;-)
      Liebe Grüße!

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