Dienstag, 20. Oktober 2015

Rezension: Vegan Chocoholic


Erinnert ihr euch an die grandiose vegane Sachertorte? Ja, ihr erinnert euch? Die Torte war so köstlich, so umwerfend, dass Profiköche, Akademiker unterschiedlichster Grade, selbst geistliche Würdenträger vor ihr nieder knieten. Na ok, ich übertreibe. Was aber auf jeden Fall der Wahrheit entspricht: Sie war einfach unglaublich gut. So gut, dass mir die Kombination aus Vegan und Schokolade wenn schon nicht als unfehlbar, so zumindest als unschlagbar gilt. Das Buch Vegan Chocolate von Fran Costigan, aus dem das Rezept zur veganen Sachertorte stammt, hatte mich schon beim ersten Durchblättern. Ob es auch bei Vegan Chocoholic von Philip Hochuli so war? 

Das Buch

Vegan Chocoholic ist rein optisch betrachtet definitiv zum Anbeissen. Edles Braun prägt die Seiten, ein schönes Layout und wunderschöne Bilder machen Freude beim Durchblättern. Nach einer kurzen Einführung und einigen grundsätzlichen Informationen zu Herstellung und Verarbeitung von Schokolade startet der Rezeptteil:

* Aufstriche und Marmeladen
* Kekse, Muffins, Cupcakes und Brownies
* Kuchen, Torten, Tartes und Cheesecakes
* Chocoholic Favorites (z. B. Cremeschnitten, Schoko-Zimt-Knuspermüsli, Marzipan-Schoko-Riegel, Schokoladen-Focaccia mit Rosmarin und Meersalz)
* Schokolade Verführungen ohne Backen
* … die salzige Variante (hier finden sich drei pikante Rezepte, beispielsweise Maronen-Tofu-Schnitzel an Rotwein-Schoko-Sauce)

Danach folgt ein Register, geordnet nach Zutaten und Rezeptnamen.

Die Rezepte

Philip Hochuli legt großen Wert auf Alltagstauglichkeit und stellt in seinem Buch rund 60 Rezepte ohne allzu lange Zutatenlisten und extravagante Zutaten vor.
Die Backrezepte gefallen mir gleich sehr gut, überhaupt bin ich mittlerweile ein kleiner Fan des veganen Backens geworden. Das hat zwei Gründe: Zum einen geht das Herstellen des Teiges sehr schnell, weil im Grunde einfach alle Zutaten miteinander vermengt werden. Kein Eier trennen, kein Abtrieb machen, kein Schnee schlagen, kein behutsames Unterheben nötig. Zum anderen lässt sich die Menge beliebig anpassen, die Umrechnerei wird nicht durch die Anzahl der Eier verkompliziert (5 Eier lassen sich ja nicht ohne weiteres halbieren…).
Rezeptauswahl: So sieht Vielfalt aus! Neben veganen Klassikern wie Schokokuchen, Chocolate-Chip-Cookies oder Schokoaufstrich finden sich übrigens auch so genannte Healthy lifestyle-Rezepte im Buch, Gerichte, bei denen nicht nur der Genuss, sondern auch die Gesundheit eine Rolle spielt. Ja, genau: Da brauchen wir dann jede Menge Datteln, Kakaopulver, Bananen und Cashewkerne J.

Einige kritische Anmerkungen seien mir aber dennoch erlaubt:

Etwa die Hälfte der Rezepte sieht Margarine, veganen Rahm oder Sojajoghurt als Zutat vor – das geht besser! Alternativen gibt es nämlich auf jeden Fall und Rezepturen, die ohne Ersatzprodukte dieser Art auskommen, sind aus meiner Sicht um einiges jünger, hochwertiger, kreativer und ansprechender als ihre Geschwister der alten Kochschule.

Einige Rezepte finde ich entbehrlich, wie beispielsweise die Super-easy Schoko-Croissants, bei denen gehackte dunkle Schokolade in fertigen Blätterteig eingeschlagen wird.

Und dann wäre da noch die Sache mit dem Wasser. Warum steht Wasser nicht in der Zutatenliste, sondern findet sich immer erst – Überraschung! – bei den Zubereitungsschritten selbst? Ich weiß, das sieht und liest man öfter, aber für Menschen wie mich, die Rezeptanweisungen gerne einmal quer lesen, hat das unter Umständen Küchenpannen-Potential …

Nachgekocht

Der Praxistest geriet ordentlich. Am besten haben mir die Himbeer-Schoko-Brownies gefallen, die sehr feinporig und zart aus dem Ofen kamen. Köstlich!


Himbeer-Schoko-Brownies

Zutaten für ein kleines Blech (etwa 20 – 30 Stück)

280 g helles Weizen- oder Dinkelmehl (ich: glattes Weizenmehl)
80 g schwach entöltes Kakaopulver
2 Päckchen Vanillezucker (ich: 2 EL selbst gemachter Vanillezucker)
1 gestrichener TL Salz (ich: nur eine Prise)
150 g Zucker
2 TL Backpulver
130 g dunkle vegane Schokolade, 45 – 55 % Kakaoanteil, geraspelt oder fein gehackt (ich: gehackt)
250 g kernlose Himbeermarmelade
200 g neutrales Öl (ich: Rapsöl)
1 TL Weißweinessig
220 g Himbeeren, frisch oder tiefgekühlt (ich: tiefgekühlt)

1. Den Backofen auf 180 °C vorheizen.

2. Alle trockenen Zutaten in einer Schüssel mischen.

3. Marmelade, Öl, Essig und 200 ml Wasser zu den trockenen Zutaten geben und alles gründlich verrühren.

4. Zum Schluss vorsichtig die Himbeeren unter den Teig heben.

5. Ein kleines Backblech (meines ist etwa 20 x 30 cm groß) mit Backpapier auslegen und den Teig darauf verstreichen. Im vorgeheizten Ofen etwa 25 – 30 Minuten backen.  Nicht zu lange backen, damit die Brownies innen noch leicht feucht sind.

6. Aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen. Dann in Stücke von gewünschter Größe schneiden.


5-Minuten-Mikrowellen-Tassenkuchen: Ha, mein erster Mikrowellenkuchen! Kuchen backen in zwei Minuten kommt mir ja immer noch etwas spooky vor, aber das Ergebnis war wirklich gar nicht schlecht. Beim nächsten Mal noch etwas Schokosauce darüber – mjam!

Schoko-Ananas-Creme: Geschmacklich ok, von der Konsistenz her aber viel zu flüssig für eine Creme. Trotz drei Packerl Sahnesteif!?

To Cook-Liste

Da steht einiges, unter anderem ein Healthy lifestyle-Rezept:

Schoko-Kokos-Aufstrich
Death by Chocolate (der ultimative Schokoladenkuchen)
Healthy lifestyle Chocolate Cheesecake
Schoko-Hefebrötchen
Mandel-Schoko-Pannacotta mit Beerensauce
Himbeer-Eis-Shake mit Kakao

Fazit: Philip Hochuli ist Schweizer – beste Voraussetzungen also für ein Schokoladen-Kochbuch. In seinem dritten Buch Vegan Chocoholic stellt er eine bunte Mischung an bekannten, aber durchaus auch neuen Schokoladenkreationen vor. An meine Bibel von Fran Costigan reicht es zwar nicht heran, es ist aber dennoch den einen oder anderen Seitenblick wert.

Vegan Chocoholic
von Philip Hochuli
Gebundene Ausgabe, 128 Seiten
AT Verlag, 1. Auflage 2015
ISBN: 978-3038008569
Preis: € 19,95

Ein herzliches Dankeschön an den AT Verlag, der mir ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Kommentare:

  1. Ich stimme dir gerne zu. Das Buch von Philip Hochuli ist ganz okay, hält einem Vergleich mit dem Werk von Fran Costigan aber nicht stand. :-)

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  2. Vegan und Süßes war bisher bei mir ein "Gibt es nicht", bis du mit deinem Schokokuchen dahergekommen bist. Und es scheint ja tatsächlich in mehreren Fällen zu funktionieren. Ich werde deinen Himbeerkuchen sicher bald ausprobieren.

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    1. Das solltest du mal überdenken, es gibt tatsächlich Superfeines aus der süßen veganen Küche :-)

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