Freitag, 2. Oktober 2015

Die Quadratur des Kreises und ein kleiner Zwetschkendieb


Die Quadratur des Kreises gehört zu den Celebs unter den mathematischen Problemen. Vermutlich ist sie sogar deren ungekrönte Königin. An ihr haben sich schon viele Leut’ – berühmte, g’scheite - die Zähne ausgebissen. Ach, hätten sie nur uns gefragt, uns Mühlviertler. Wir hätten ihnen gerne bei der Kreisquadratur geholfen. Dazu hätten sie nur mit uns in die Küche marschieren müssen, wir hätten ihnen dann schon gezeigt, wie das geht. Hätten wir halt Knödel gemacht, Mühlviertler Zwetschkenknödel. Die waren noch nie rund, wie es sich für Knödel eigentlich gehört. Immer schon eckig waren die und sind es noch heute. Hätten wir dann zur Feier des Tages auch noch was Feines zum Essen gehabt. Hätten sie nur uns gefragt!


Mühlviertler Eckige Zwetschkenknödel

Eckige Zwetschkenknödel werden oft als bochane, also gebackene, Zwetschkenknödel bezeichnet. Ihre Zubereitung variiert sehr stark. Meine Mutter packt die Zwetschken zum Beispiel in Brandteig ein und übergießt mit Schlagobers, meine Schwiegermama verwendet Erdäpfelteig und packt gleich zwei Zwetschken auf einmal ein. Den Guss macht sie aus Milch und / oder Schlagobers und Ei. Georg Friedl übergießt seine Knödel mit einer Mischung aus Sauerrahm, Eiern und Zucker. Und ich mache die Knödel dann wieder ein bissl anders. Als eckig werden sie übrigens deshalb bezeichnet, weil sie durch das Schlichten in der Rein eine viereckige Form erhalten.



Zutaten für 4 Personen (16 Knödel)

Für den Erdäpfelteig
400 g mehlige Erdäpfel
100 g griffiges Mehl
2 Dotter
1 EL Speisestärke

Zum Füllen und Schlichten
16 Zwetschken, gewaschen und entkernt
2 EL Butter

Zum Übergießen
1/8 l Schlagobers
1 EL Zucker

Staubzucker zum Bestreuen

1. Für den Erdäpfelteig die Erdäpfel in der Schale kochen oder dämpfen, schälen und noch heiß durch die Kartoffelpresse drücken. Etwas überkühlen lassen.

2. Die lauwarmen, gepressten Kartoffeln mit Mehl, Dotter und Speisestärke rasch zu einem glatten Teig verkneten.

3. Das Backrohr auf 180 °C vorheizen.

4. Butter in eine hitzebeständige Form geben (meine hat eine Seitenlänge von ca. 20 cm) und die Form kurz in den Ofen stellen (der sich gerade aufheizt), damit die Butter schmilzt.

5. Den Kartoffelteig auf einer bemehlten Arbeitsfläche zu einer Rolle formen und diese in 16 Stücke teilen.

6. Jede Zwetschke mit einem Teigstück umhüllen und zu runden Knödeln formen.

7. Die Form mit der geschmolzenen Butter aus dem Ofen nehmen. Die Knödel in die Form schlichten, dabei jeden Knödel rundum in der geschmolzenen Butter wenden.

8. Die Knödel in das Backrohr geben und etwa 45 Minuten backen. Nach dieser Zeit sollten die Knödel schon leicht gebräunt sein.

9. Schlagobers mit Zucker verrühren und über die Knödel gießen.

10. Weitere 15 – 30 Minuten backen. Die Knödel sind fertig, wenn sie gut gebräunt sind und sich der Zwetschkensaft mit dem Schlagobers zu einem superfeinen, karamelligen und buttrigen Sirup eingekocht hat.

11. Die Knödel aus dem Ofen nehmen, nach Belieben mit Staubzucker bestreuen und heiß servieren.

Variante: Wer es noch süßer mag, füllt die Zwetschken vor dem Einschlagen in den Teig mit etwas Zucker oder einem Stück Marzipan.

Abgewandelt nach einem Rezept aus dem Buch Mühlviertler Küche von Georg Friedl, erschienen im Verlag Bibliothek der Provinz.

Kommentare:

  1. Hihi, was für ein witziges Intro! :D
    Gebackene Zwetschkenknödel kenn ich gar nicht. Muss ich mal nachkochen, ist ja eh jetzt die beste Zeit.

    AntwortenLöschen
  2. ;-)
    Ja, unbedingt probieren. Auch gebackene Apfelknödel - die mach ich aber mit Brandteig - sooooo gut! :-)

    AntwortenLöschen
  3. Für mich bitte eine Portion von dem Zwetschgendieb, der zum Anknabbern ist :)

    AntwortenLöschen
  4. jö, das ist für mich die totale reminiszenz an meine oma (allerdings aus dem traunviertel, nicht mühlviertel)!
    zwetschkenknödel aus erdäpfelteig (bei ihr allerdings nicht überbacken, sondern in gezuckerten bröseln gewendet).
    und ich hab genau so eine (allerdings rechteckige, nicht quadratische) auflaufform aus glas mit diesem blumenmuster von der oma geerbt. :-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Meine Form ist auch von der Oma :-) Zwetschkenknödel werden ja überall ein wenig anders gemacht, die gebackenen sind aber definitiv eine Variante, die ausprobiert gehört!

      Löschen
  5. der Kleine ist ja lieb :-))
    und diese bochanen Knödel sind ein Traum, die gibts nur bei euch in OÖ (leider),
    ich hatte eine Kollegin aus dem Innviertel, die hat auch so ähnliche Knödel, aber doch wieder anders, gemacht...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dann musst du sie halt ausprobieren, so holst du sie dir nach Haus, liebe Friederike!

      Löschen
  6. Einfach mmmmmhm...und diese pummeligen Fingerchen! zum Anbeißen.

    AntwortenLöschen
  7. Ich nehm von allem, was ich da so sehe :-)

    lg. Sina

    AntwortenLöschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...