Donnerstag, 3. September 2015

71


Nun sitze ich hier seit einer gefühlten Ewigkeit und versuche, Worte zu finden, die irgendwie einen Sinn ergeben. Ich schaffe es nicht. Es schmerzt zu sehr, dass die Flüchtlingskatastrophe 2015  ihren so tragischen Höhepunkt im Erstickungstod von 71 Menschen in einem Kühl-LKW finden musste, mitten in Europa, hier in Österreich. Und dass es auch jetzt noch Menschen gibt, die hetzen und hassen und warten und zuschauen. Die meinen, der Krieg auf dieser Welt gehe uns nichts an.

Er geht uns etwas an. In der Stunde der Not ist es unsere Pflicht, Menschen, die vor Tod und Elend flüchten, beizustehen. Ihnen zu helfen, wo wir können. Zusammen zu rücken, nicht nur im übertragenen, sondern auch im ganz konkreten Sinn. Langsam bewegt sich etwas. Doch es hat so lange gedauert, viel zu lang.

Auch viele Foodblogs nehmen sich dieser Tage des Themas an und berichten von Möglichkeiten, wie geholfen werden kann. Schaut vorbei auf esskultur, phil in wien, #bloggerfuerfluechtlinge, undundund …

Oder bei der Initiative Österreichs Blogger für ein buntes Miteinander, die von Sina, der giftigenblonden mit den Hashtags #österreichbloggtbunt #österreichisstbunt ins Leben gerufen wurde. Inspirieren ließ sie sich dabei von der Aktion #Deutschlandisstbunt von der Seelenschmeichelei, das Logo stammt von Yvonne von Freude am Kochen.

Und jetzt? Ein Rezept? Weitermachen wie bisher? Ja:

Nothing – not a conversation, not a handshake or even a hug – establishes friendship so forcefully as eating together.
Jonathan Safran Foer

Danke, liebe Conny, dass ich dieses wunderbare Zitat bei dir finden durfte.


Shiny Salad

Ein Salatrezept, für das es mehrere Inspirationsquellen gab: Den Regenbogensalat aus dem neuen Krautkopf-Kochbuch. Das Sunshine-Dressing von flowers on my plate. Und Shiny happy people von R.E.M., eine meiner Jugendzeithymnen und immer wieder schön.

Zutaten für 4 Portionen

Für den Regenbogensalat
3 Karotten
200 g Rotkraut
1 Fenchelknolle
4 EL weißer Balsamico-Essig
2 EL Olivenöl
1 Schuss Wasser
Salz & Pfeffer
2 Äpfel
1 kleine rote Zwiebel
½ Bund glatte Petersilie
4 EL geröstete und gesalzene Kürbiskerne

Für das Sunshine-Dressing
75 g Sonnenblumenkerne
150 ml Wasser
Saft und Schale von 1 Zitrone
1 EL Olivenöl
1 kleine Knoblauchzehe
¼ TL gemahlener Kurkuma
1 TL Honig oder Agavensirup
Salz & Pfeffer

Zum Garnieren
Fenchelgrün
Blütenblätter von Ringelblume oder Sonnenblume (diese Idee ist mir leider erst im Nachhinein gekommen)

1. Am Vortag die Sonnenblumenkerne für das Dressing in kaltem Wasser einweichen.

2. Am nächsten Tag zuerst den Salat vorbereiten: Die Karotten schälen und in Spiralen oder dünne Stifte schneiden. Das Rotkraut und die Fenchelknolle fein schneiden. Das Fenchelgrün beiseite legen.

3. Karotten, Rotkraut und Fenchel in eine Schüssel geben und mit weißem Balsamico, Olivenöl, Wasser, Salz und Pfeffer marinieren. Für eine Stunde im Kühlschrank ziehen lassen.

4. Währenddessen das Dressing zubereiten: Die Sonnenblumenkerne abgießen und gut abtropfen lassen. Mit den restlichen Dressing-Zutaten in einen Standmixer geben und auf hoher Stufe pürieren, bis eine halbwegs glatte Masse entstanden ist. Pikant abschmecken, eventuell noch mit etwas weißem Balsamico nachhelfen.

5. Die Äpfel vierteln, das Kerngehäuse entfernen und in dünne Scheiben schneiden. Die rote Zwiebel in feine Ringe schneiden. Die Petersilienblätter von den Stielen zupfen.

6. Die marinierte Gemüsemischung aus dem Kühlschrank nehmen und auf Tellern anrichten. Äpfel, Zwiebel und Petersilie sowie die Kürbiskerne darauf verteilen.

7. Großzügig mit dem Dressing beträufeln und mit Fenchelgrün und Blütenblättern garnieren.


Zum Abschluss noch einmal Worte aus fremdem Mund. Sie stammen von meiner lieben Bloggerkollegin Katha, die mit einem ihrer Statements wie so oft den Nagel punktgenau auf den Kopf getroffen hat und mir direkt aus der Seele spricht:

ich bin sicher, jede und jeder findet für ihr oder sein (zeit-)budget eine passende initiative, ein passendes projekt – oder beginnt eines. völkerwanderungen bringen wohl zuerst einmal unendliches und für uns unvorstellbares leid, angst und aufs erste schier unlösbar scheinende probleme. sie sind aber auch eine große chance fürs miteinander und neugierig sein aufeinander – nicht zuletzt auf die küchen jener länder, die die menschen verlassen mussten und mit hilfe der vertrauten speisen sie vielleicht ein wenig trost – und wir einen von vielen möglichen zugängen zu ihnen – finden können. bitte helfen wir einander.

Kommentare:

  1. Die beste Idee hatte eine Helferin am Münchener Hauptbahnhof, die für die durstigen syrischen Ankommenden die gesamten Ayranvorräte im Bahnhofsviertel zusammenkaufte. Auf die Essgewohnheiten der Flüchtenden einzugehen, ist sicher ein guter Weg zu helfen - vor allem für uns Foodblogger.
    ♥ deinen Regenbogensalat!

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    1. Du hast recht, meine Liebe, eine schöne Idee :-)
      Liebe Grüße!

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  2. Vielen Dank für diesen Beitrag, liebes Mädel :-)
    Ich habe ihn geteilt auf unserer Facebook Seite!
    Lg. Sina

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    1. Schön! Und ich danke dir, für die Idee :-) Liebe Grüße!

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