Samstag, 18. Juli 2015

Kochen mit Wildkräutern ist …


… nachhaltig
Keine Kilometer in der Luft oder auf der Straße, kein Ressourcenverbrauch durch industrielle Aufbereitung, kein Verpackungsmüll. Reif geerntet, regional und saisonal sind Wildpflanzen sowieso.

… vielfältig
Weltweit gibt es etwa 400.000 Pflanzenarten, doch der Großteil der Menschheit schafft es, sich von gerade einmal 20 (Kultur)Pflanzen zu ernähren. Bei soviel selbst gewählter kulinarischer Armut und Monotonie sorgt wirklich jedes zusätzliche Kräutlein für eine willkommene Abwechslung.

… authentisch
Wildpflanzen müssen keine von menschlicher Hand auferlegten Auslese-, Kreuzungs- oder Züchtungsverfahren über sich ergehen lassen. Sie verändern sich mit uns, nicht durch uns.



 … sinnlich
Der Akt des Kochens an sich ist schon sinnlich, ja, aber es geht noch besser. Wie schön ist es doch, die Zutaten für das mittägliche Gericht bei einem kleinen Spaziergang an der frischen Luft zu sammeln, umgeben von den Geräuschen der Natur und ihren Düften … So viel schöner, als in aller Eile plastikverpackte Produkte in den Einkaufwagen zu klauben!

… belebend
Ich bewege mich, ich nehme wahr. Ich entdecke Neues, staune hin und wieder, freue mich an meiner Ernte. Komme leichtfüßig und mit geröteten Wangen nach Hause und fühle mich jünger als noch vor einer Stunde, als ich vor die Tür getreten bin.


Sauerkleecreme mit Walderdbeeren und Sauerkleeblütenzucker

Sauerklee und Erdbeeren sind Traumtänzer. Sie passen so perfekt zusammen wie … wie dieses Dessert und ich.

Zutaten für 4 Portionen

2 Handvoll frischer Sauerklee
3 EL Milch
200 g Mascarino
250 g Magertopfen
2 EL Gelierzucker

Zum Garnieren
4 Handvoll Walderdbeeren
1 – 2 EL Sauerkleeblütenzucker*

1. Sauerklee verlesen und mit Milch und Mascarino im Mixer fein pürieren.

2. Die Sauerkleecreme mit Magertopfen und Gelierzucker vermischen und auf 4 Gläser oder Schalen verteilen. Kalt stellen.

3. Walderdbeeren verlesen und mit dem Sauerkleeblütenzucker vermischen. Kurz im Kühlschrank durchziehen lassen.

4. Die marinierten Walderdbeeren auf der Creme verteilen, mit Sauerklee oder Walderdbeerblättern oder –blüten garnieren und servieren.

Variation: Leichter wird die Creme, wenn man einen Teil vom Mascarino durch Sauerrahm und / oder Joghurt ersetzt. Prinzipiell kann hier jedes Milchprodukt zum Einsatz kommen, das sich gerade im Kühlschrank befindet und aufgebraucht werden muss.


*Sauerkleeblütenzucker
Sauerkleeblüten (nur die feinen Blütenblätter verwenden) mit derselben Volumenmenge an Kristallzucker in eine elektrische Kaffeemühle geben und pulverisieren. Es entsteht ein leicht feuchter Zucker, den man auf einem Teller trocknen lässt. Dabei den Zucker immer wieder einmal wenden. Sobald der Zucker gut durchgetrocknet ist, in ein Schraubglas abfüllen. Sauerkleeblütenzucker hat eine hellbeige Farbe und schmeckt zart und fein-säuerlich.

Kommentare:

  1. Da ich immer einen Grund brauche, um gehen zu wollen, ist es mir immer sehr willkommen, wenn die Jahreszeit beginnt, in der man in der Botanik ernten kann. Und deine Postings sind mir immer eine große Inspiration, wonach ich auf Pirsch gehen könnte.

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    1. Einen Grund, um gehen zu "wollen" - das ist super formuliert ;-)
      Danke und liebe Grüße ...

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  2. naja, nachhaltig nur bedingt, denn ich zB. müsste mit dem Auto zu den Wildpflanzen fahren...
    vielfältig ja, wenn man sich auskennt... (ich denke mir oft, was wäre, wenn ich plötzlich steinzeitliche Sammlerin wäre...arg)
    sinnlich und belebend auf jeden Fall!!
    Sauerklee ist immer gut!!
    lg,
    so einen Sauerkleezucker hab ich auch einmal ausprobiert, meiner wurde sehr grün, aber ich hab ein paar Wipferl mitgemahlen (so Anfang Juni voriges Jahr)

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    1. ach so, du hast die Blüten genommen... seh ich erst jetzt

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    2. Deinen Sauerkleezucker kenne ich, hab ich mir sogar rauskopiert :-)
      Eh, wenn man mit dem Auto zu den Wildpflanzen fahren muss, ist es wieder ein bissl anders!
      Liebe Grüße!

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  3. Das sieht nicht nur toll aus das klingt auch super erfrischend jetzt bei dieser Sommerhitze!
    LG, Michaela

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