Dienstag, 21. Juli 2015

Grün knuspern


Ein Paradebeispiel, ein Lehrstück, will man wissen, wie das geht, das Hypen:

1. Man nehme ein olles Ding, sagen wir mal: Grünkohl.
2. Man schaue, was es kann: Grünkohl ist reich an Antioxidantien? Volltreffer, es ist ein Superfood!
3. Man gebe ihm einen schicken Namen … Kale? Perfekt.

Der Rest ist dann eigentlich schon ein Selbstläufer. Sobald nämlich der erste Promi mit dem neuen Wunderwuzzi gesichtet wird, ist er auch schon da, der Hype. Und lässt sich nicht mehr aufhalten.


Hip ist es gerade auch, kohlenhydrathaltige Zutaten wie Nudeln, Getreideprodukte oder Kartoffeln durch Gemüse zu ersetzen. Karotten oder Zucchini werden zu Spaghetti gespitzt, Karfiol (wohl das nächste Supergemüse, die amerikanischen Lifestyle-Vollwert-Spatzen pfeifen es schon von ihren Dächern) wird geschreddert, bis er als Couscous oder Pizzateig durchgeht und Chips werden aus dem ollen Grünkohl, Verzeihung, aus Kale gemacht.

Ob das alles dazu führt, dass wir uns gesünder ernähren? Hm. Warum eigentlich nicht? Trends kommen und inspirieren uns, sie führen uns vor Augen, was alles noch nicht angedacht war, was alles möglich ist, vielleicht schubsen sie uns sogar an, Gewohntes zu überdenken. Und irgendwann gehen sie dann wieder. Oder auch nicht.


Green Chips aus Brennnesseln und Beinwell

Grüne Chips dieser Art habe ich einmal bei Georg Friedl in seinem (leider mittlerweile geschlossenen) Salzamt als appetizer getroffen. Sie waren sofort weggeknuspert.

Zutaten für etwa 2 Portionen

2 Handvoll frische, junge, eher kleinere Brennnessel- und Beinwellblätter
2 EL Olivenöl
Fleur de Sel

1. Backofen auf 140 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.

2. Die Brennnessel- und Beinwellblätter säubern und darauf achten, dass sie ganz trocken sind (nasse Blätter werden im Ofen eher gedünstet denn gebacken).

3. Die Blätter in eine Schüssel geben und Olivenöl sowie Salz dazugeben.

4. Alles mit Hilfe eines Salatbestecks gründlich vermischen – die Blätter sollten gut mit dem Öl überzogen sein.

5. Die Blätter auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech verteilen und im Ofen etwa 15 Minuten backen, bis sie knusprig sind.

Kommentare:

  1. Mich machen solche "Trends" eher extrem misstrauisch...
    Und das mit der Knusprigkeit klappt wirklich? Ich habe es einmal mit Ruccola probiert und die Blättchen waren nach wenigen Minuten leider wieder schlapp. Werde es aber noch einmal probieren!
    Liebe Grüße,
    Eva

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Die Chips bleiben super knusprig! Also, ob sie am nächsten Tag noch knusprig sind, kann ich nicht sagen - da waren sie alle schon weg ;-) Liebe Grüße!

      Löschen
  2. Gehört habe ich es noch nie aber interessant... und das bleibt wirklich knusprig?

    AntwortenLöschen
  3. Wenn ich Superfood höre wird mir schlecht, das ist seit mindestens Anfang des Jahres mein Unwort des Jahres.
    Wie schön hingegen deine schönen Rezepte ohne Super und ohne Food, einfach nur so aus Wildgemüsen und Kräutern!

    Liebe Grüße Sina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke, liebe Sina :-) Aber heimisches Superfood geht schon, oder? Leinsamen, Wildkräuter, etc... ;-)

      Löschen
  4. Liest sich gut. Muss ich mal ausprobieren. Mit diesen grünen Chips kann man bestimmt einiges anstellen :)

    Gruss, Tanja

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Lass es mich wissen, was du damit angestellt hast ;-)
      Liebe Grüße!

      Löschen
    2. Mach ich auf jeden Fall. Bin noch am überlegen, wie und wo ich sie einbauen kann. Aber ich denke sie geben einem Gericht bestimmt einen Überraschungseffekt. :)
      Gruss, Tanja

      Löschen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...