Freitag, 31. Juli 2015

Ein ungestyltes Türkisches Fladenbrot für den BBD # 76


Ähnlich wie Micha gehöre wohl auch ich den AFB, den Anonymen Food-Bloggern, an – ihre Beschreibung, wie das Ablichten eines sich oftmals zierenden Gerichts des Öfteren vor sich geht, trifft den Nagel auf den Kopf. Autsch!

Auch ich mag dabei keine Zuseher, das macht mich nervös und lässt mich vorschnell den Auslöser drücken. Es ist paradox: Ich weiß, dass ich ganz passable Fotos mache – beim Fotografieren selbst komme ich mir trotzdem selten unbeholfen und sogar ein bisschen komisch vor. Ist es eigentlich normal, sein Essen zu fotografieren?

Stressig wird’s, wenn ich Gäste habe und das Essen – das gute Essen! – am Tisch fotografieren möchte. Meine Freunde wissen natürlich um meine Leidenschaft, gute Bilder werden es aber trotzdem nicht – denn dazu brauche ich ganz definitiv (m)eine intime Sphäre … Meine Ruhe also.

Vom orientalischen Abend vor einiger Zeit zu Ehren der Geburt des kleinen Mannes an meiner Seite gibt es daher nur ein einziges Bild, das ich freigeben will und kann: das vom Türkischen Fladenbrot, das bei unseren Gästen sehr gut ankam und recht einfach herzustellen ist. Und das trifft sich sogar ganz gut, denn Zorra hat für den BBD # 76 das Thema Fladenbrote gewählt. Ich bin ganz erstaunt, wie viele Arten von Fladenbroten es eigentlich gibt!

Türkisches Fladenbrot (Pide)

Zutaten für 4 Fladen

1 kg glattes Weizenmehl
1 Würfel frische Hefe oder 2 Packerl Trockenhefe
600 ml lauwarmes Wasser
1 TL Zucker
2 gehäufte TL Salz
8 EL Olivenöl

Zum Bestreichen
1 Ei
1 EL Wasser
1 EL Olivenöl

Zum Bestreuen
heller und schwarzer Sesam

1. Aus den Teigzutaten in der Küchenmaschine mit dem Knethaken zuerst auf langsamer, dann auf mittlerer Stufe in insgesamt etwas 10 Minuten einen weichen Teig kneten.

2. Ein sauberes Tuch über die Rührschüssel legen und den Teig 45 Minuten gehen lassen.

3. Weitere 5 Minuten auf mittlerer Stufe kneten.

4. Rührschüssel wieder abdecken und nochmals 45 Minuten gehen lassen.

5. Den Teig auf eine großzügig bemehlte Arbeitsfläche geben und kurz durchkneten. Teig vierteln.

6. Aus jedem Teigviertel einen Fladen von etwa 25 cm Durchmesser formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Abdecken und 15 Minuten gehen lassen.

7. In der Zwischenzeit das Backrohr auf 200 °C Umluft vorheizen.

8. Ei, Wasser und Olivenöl gut versprudeln und die Fladen damit bestreichen. Mit den Fingerspitzen ein Rautenmuster in den Teig drücken. Mit hellem und schwarzem Sesam bestreuen.

9. Die Fladenbrote (2 auf einmal) im vorgeheizten Rohr etwa 20 – 25 Minuten goldgelb backen.

10. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Variante: Der Teig kann auch zu Sesamringen verarbeitet werden und reicht dann für 8 Stück. Den Teig in acht Teile teilen, diese zu Strängen ausrollen und zu Ringen legen, mit Wasser bestreichen, mit Sesam bestreuen und goldgelb backen.

Grundlage für mein Rezept war das Fladenbrot-Rezept aus dem Buch Oriental Basics von Cornelia Schinhardl und Sebastian Dickhaut, erschienen bei GU.

Und ab mit dem Rezept zu Zorra in ihren kochtopf!


P.S.: Was es an besagtem orientalischem Abend sonst noch gab? Lauter Klassiker: Baba Ghanoush aus Auberginen, Hummus nach Ottolenghi, Muhammara aus roten Paprika, Labneh aus Schaf- und Kuhmilch, Dukkah (diese trendige ägyptische Gewürzmischung – ein Stück Fladenbrot wird erst in Olivenöl, dann in Dukkah getaucht – sehr interessant), Schafkäse, Gurken, Tomaten und Oliven. Als Dessert habe ich eine sehr gute Joghurtcreme mit Safran vorbereitet, dazu Mandelkekse. Es war das erste Mal seit längerer Zeit, dass ich wieder einmal fast den ganzen Tag in der Küche zubrachte. Das hat wirklich Spaß gemacht!

Kommentare:

  1. Wir AFBler könnten durchaus professionelle Hilfe gebrauchen. Zumindest etwas psychologischen Support. Wobei ich das eigene Essen zu fotographieren nach wie vor irgendwie nerdy finde. Naja, solange wir nicht sonst auf Abartigkeiten kommen ;). Dein Fladenbrot sieht auf jeden Fall zum Anbeißen aus! Und ich bin mir sicher, da standen noch viele weitere Köstlichkeiten zu dem schönen Anlaß auf dem Tisch!

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    1. Genau - da könnten einem ja wirklich viel abstrusere Blödheiten einfallen. Dagegen ist Foodbloggen HARMLOS ;-))) Liebe Grüße!

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  2. Ja genau so geht es mir auch! Wobei ich, wenn ich alleine bin, auch nicht so ein schönes Foto hinkriege wie du oben gemacht hast. Dafür klappt es meistens mit dem Brotbacken. ;-) Dein Fladenbrot-Rezept ist notiert.

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    1. Vermutlich gibt es da eh so etwas wie eine Foodblogger-Krankheit, oder? Und wegen der Fotos: Das bin nicht ich, das ist meine Kamera ;-) Liebe Grüße vom Mädel ...

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