Donnerstag, 12. Februar 2015

Von dankbaren Essern – und von den heiklen auch


Mein Pferd Phoenix, ein Dunkelfuchs wie aus dem Bilderbuch, ist ein dankbarer Esser. Neben Heu und Hafer frisst er mit großer Begeisterung (fast) alles, was in Küche und Garten so anfällt: Misslungene Brotbackversuche, schrumpelig gewordene Winterwurzeln, die eine oder andere Banane. Wer glaubt, das wäre bei allen Pferden so, der irrt. Sein Boxenkollege beispielsweise akzeptiert ausschließlich gekaufte Leckerlis und hin und wieder ein trockenes Semmerl. (Nein, das ist kein teures Turnierpferd mit edler Abstammung… es ist ein Haflinger!) Bei hartem Brot, Fallobst oder Feldrand-Zuckerrüben rümpft der Kerl die Nase. Ich muss wohl nicht alles verstehen.


Wenn ich so zurückblicke: Alle meine Tiere waren und sind verfressen. Keine Ahnung warum. Und ich hab auch keine Ahnung, wieso ausgerechnet ich (als Professionalistin, die es besser wissen, die es besser machen müsste) mein Minimädel zu einer derart heiklen Esserin erzogen habe. Kürzlich brachte es die Kleine auf den Punkt:

Mama, weißt du, warum ich deine Sachen so oft nicht esse und die von der Oma schon?

Warum denn?

Weil die Oma besser kocht.

Verdutzter Blick meinerseits, deshalb gleich noch mal mit Nachdruck:

Ja, wirklich! Sie kocht besser!


Na super. Die Oma hat sich natürlich schelmisch grinsend gefreut, als sie das hörte. Aber ich, was soll ich mit dieser Erkenntnis anfangen? Nichts. Ich geh deshalb weiter meinen Weg. Und koche nicht nur das, von dem ich weiß, dass es ihr schmeckt (das macht nämlich die Oma, und – HA! – das ist auch ihr ganzes, minimädelbetörendes Geheimnis), sondern auch das, von dem ich weiß, dass es MIR schmeckt. Also nicht nur Palatschinken, Apfelstrudel und Marillenknödel mit gaaaanz viel gezuckerten Bröseln, sondern auch Gemüsegerichte, jawohl, Ge-Mü-Se! Wobei, ehrlich gesagt: Im Winter tu ich mir da manchmal selbst erstaunlich schwer. In solchen Fällen ist es gut, eine Runde um den Blog zu drehen und sich für das bodenständige Wintergemüse neu zu motivieren. Fündig werde ich immer wieder bei phil in Wien, in ihre Meyer Lemon Pasta mit Peterwurz und Sellerie hab ich mich regelrecht verliebt (ich habe Pastinake statt der Peterwurz und normale Zitrone verwendet, es schmeckte herrlich …).
Es sind, wie so oft, die Details, die Winterwurzeln für mich zu Tellerlieblingen machen: Ganz klein gewürfelt und in der Pfanne gebräunt. Oder in dünne Scheibchen geschnitten, mit Olivenöl vermischt und im Backofen geröstet. So kommt ihr erdiges und doch so feines Aroma wunderbar zum Vorschein.


Spaghetti mit Wintergemüse und Maroni

Zutaten für 2 Portionen

1 Karotte (etwa 100 g)
1 kleine Pastinake (etwa 100 g)
1 kleine rote Rübe (etwa 100 g)
100 g Sellerieknolle
4 EL Olivenöl
Salz

1 EL Butter
1 EL brauner Zucker
125 g vorgegarte Maroni

100 g Schlagobers
100 g Mascarino
1 gehäufter TL Oberskren
1 EL Zitronensaft
Salz und Pfeffer

250 g Spaghetti

1. Backrohr auf 180 °C vorheizen.

2. Das Gemüse schälen und in dünne, etwa 3 mm dicke Scheiben schneiden. Die roten Rüben in einer kleinen Schüssel mit 1 EL Olivenöl und Salz vermischen. Das restliche Gemüse mit dem restlichen Olivenöl und Salz in einer hitzebeständigen Form vermischen, etwas Platz für die roten Rüben schaffen und diese auch noch in die Form geben (so umständlich deshalb, weil sonst das ganze Gemüse rote Flecken kriegt).

3. Das Gemüse ins Backrohr geben und etwa 45 Minuten rösten, bis es braune Spitzen bekommt.


4. In der Zwischenzeit in einem kleinen Topf die Butter zerlassen, den braunen Zucker dazu geben und auf mittlerer Hitze leicht karamellisieren lassen. Die Maroni hinzu fügen und einige Minuten unter Schwenken erhitzen. Warm stellen.

5. Schlagobers mit Mascarino aufkochen, mit Oberskren, Zitronensaft, Salz und Pfeffer würzen. Warm stellen.

6. Einen großen Topf Wasser aufkochen und salzen. Das Kochen der Spaghetti so timen, dass sie ungefähr zeitgleich mit dem Ofengemüse fertig sind.

7. Spaghetti abseihen und mit der Sauce vermischen. Auf Tellern anrichten, Ofengemüse und Maroni dazugeben und servieren.

Für eine vegane Variante die Sauce weglassen und die gekochten Spaghetti mit Olivenöl, Zitronensaft, Salz, Pfeffer und frisch gerissenem Kren vermischen. Für die Maroni statt der Butter Rapsöl verwenden. Ich glaube, diese Variante würde sogar noch besser schmecken.


Mango Froo Froo

Fru Fru ist ein bekanntes und beliebtes österreichisches Molkereiprodukt – es handelt sich dabei um eine Sauermilch mit etwas höherem Fettgehalt, die im Becher auf einer Fruchtschicht liegt. Es lässt sich – laut Werbung – geschüttelt, gerührt oder Schicht für Schicht genießen. In diesem spielerischen Element liegt wohl auch sein Erfolg. Aber: Es ist so leicht selbst gemacht! Das Minimädel nimmt es in einem Kunststoffbecher mit Schraubdeckel mit in den Kindergarten. Und wenn es schnell gehen muss, tut es auch fertige Marmelade.

Zutaten für 2 Portionen

1 kleine Mango
1 TL Vanillezucker
2 EL Gelierzucker (ich habe 2:1 verwendet)
1 EL Zitronensaft
250 g Sauerrahm
150 g Sauermilch
1 EL Traubenzucker

1. Mango schälen, in Stücke schneiden und pürieren. Mit Vanillezucker und Gelierzucker vermischen, in einem kleinen Topf aufkochen und kurz köcheln lassen. Mit Zitronensaft abschmecken und auf 2 Gläser aufteilen. Abkühlen lassen.

2. Sauerrahm mit Sauermilch und Traubenzucker vermischen und auf dem Mangopüree verteilen.


Rezeptinspirationen: frisch gekocht, Koch & Back Journal

Kommentare:

  1. Oh - du hast ein Pferd (seufzend-neidischer Unterton ;) Ich brauche auch ein verfressenes Pferd... ob du mir die Daumen drückst für eine Reitbeteiligung diesen Sommer?
    Ach, und dein Mädchen wird schon noch Gemüse essen... wenns dabei die Mami beobachtet, die ihren Teller mit VIEL Lust verdrückt...

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    1. Ja, ich hab eins ... Es ist nicht das erste und wird vermutlich auch nicht das letzte sein. Obwohl das Reiten schon sehr wenig geworden ist, seit die Kinder auf der Welt sind ... Dafür hat sich mein Mann zum (Halb)Profi entwickelt :-) Ich drück dir auf jeden Fall die Daumen für deine Reitbeteiligung!
      Und wegen dem Minimädel: Ich geb nicht auf :-)

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  2. Ofengemüse hab ich auch noch nie mit Nudeln gemischt, sieht wunderbar aus und würde ich auch mit Genuss essen!!

    und nein, nicht du hast dein Minimädel zu einer heiklen Esserin erzogen (das ist ein Klischeevorwurf, den höre ich auch immer noch und der Junior ist erwachsen), sondern das ist halt einfach so, da kann man sich als Mutter auf den Kopf stellen ;-))
    du machst es schon richtig!! lg

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    1. Danke für deine tröstenden Worte - Balsam für die geschundene Mama-Seele :-)
      Ofengemüse zu Pasta schmeckt übrigens wunderbar! Liebe Grüße!

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