Donnerstag, 29. Januar 2015

Winter, lieber Winter


Endlich noch mal Winter. Richtiger Winter, mit Schlittenfahren und Schneemann bauen, mit Schneeballschlachten und Engerl in den weißen Glitzer hampeln, mit den ersten zaghaften Skifahrversuchen und dann doch lieber ohne Ski den Hügel runter wutzeln. Liebe Frau Holle, das hast du fein gemacht. Schüttel nur weiter deine Federbetten so kräftig aus!


Alles still, so still, dass ich im Wald den Schnee in sein Laubbett rieseln höre. Die Natur scheint verschlafen. Aber sie ist es nicht! Wer genau hinschaut, erkennt: Sie steht bereits in den Startlöchern für einen Neubeginn. Die Blütenknospen des Schlehdorns warten schon! Sie gehören zu den ersten, die im zeitigen Frühjahr ihre duftende Pracht entfalten, lange bevor der Strauch seine Blätter austreibt. Mit dieser Gewissheit lässt sich der Winter gleich noch mehr genießen.


Draußen genießen, natürlich, aber auch drinnen. Vielleicht ein fruchtiges, geschmacklich und optisch betörendes Schlehdornmousse? Ich liebe es – und bin glücklich, dass mir mein Vater vergangenen Herbst meinen Vorrat ordentlich aufgestockt hat.


Schlehdornmousse

Zutaten für 4 Portionen

250 g Schlehdornmus (Rezept dazu hier, meines aus dem TK-Vorrat)
75 g Zucker
200 g Vollmilchjoghurt
1 EL Schlehdornblütenlikör (oder auch mehr, Rezept hier)
4 Blatt Gelatine
150 g Schlagobers

1. Das Schlehdornmus mit Zucker verrühren, von der Masse 50 g abwiegen und beiseite stellen.

2. Das restliche gezuckerte Schlehdornmus mit Joghurt und Schlehdornblütenlikör vermischen.

3. Gelatine in kaltem Wasser einweichen, dann in wenig Wasser erhitzen und auflösen und unter ständigem Rühren in die Schlehdornmasse einarbeiten.

4. Die Schlehdornmasse kalt stellen.

5. Schlagobers steif schlagen.

6. Sobald die Schlehdornmasse zu gelieren beginnt, das steif geschlagene Obers unterziehen und in eine größere oder vier kleinere Schüsseln füllen.

7. Das beiseite gestellte, gezuckerte Schlehdornmus darüber träufeln und mit einer Gabel leicht unterziehen, sodass im Idealfall eine Marmormierung entsteht (das hat bei mir nicht ideal funktioniert - ich hab dann aus dem Rest, der noch aus dem Schüsserl tropfte, eine kleine filigrane Verzierung gezaubert).

8. Schlehdornmousse im Kühlschrank fest werden lassen, das dauert, je nach Schüsselgröße, 2 – 3 Stunden.


Ich falle vom Himmel
in wirrem Gewimmel.
Ich schimmre
und flimmre
und decke das Land
zahllos wie Sand.

Doch unversehens
im Sonnenschein
schleich ich
und weich ich
und schlüpf ins Dunkel
der Erde hinein.

Friedrich Wilhelm Güll

Kommentare:

  1. Schlehenmus hab ich auch noch und danke für die Erinnerung an den Likör, den merk ich mir nocheinmal vor!
    aber "lieber" sag ich nicht zum Winter...
    lg

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  2. Dein Posting macht sogar mir ein wenig Lust aufs Landleben! Wenn ich mir so vorstelle, da hätte ich ein kleines Häuschen und im Keller wäre Platz für eine Gefriertruhe, in der ich solche Schätze wie Schlehdornmus bunkern könnte. Und jetzt seufze ich einmal ganz tief und beneide dich ...

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    1. Hihi, "sogar mir" :-)
      Ich beneide aber auch dich manchmal - für dein Stadtleben! Seit meiner Studienzeit bin ich ja immer wieder liebend gern in Wien - Gottseidank hat meine Schwester dort ihr Domizil!

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  3. Ich liebe Schlehen und habe noch nie ein Mus gemacht.Bisher gabs immer nur Aufgesetzten nach einem Eifler Rezept meiner Tante Maria.
    Das ist Medizin ;-)
    Leider habe ich hier im Bergischen noch keine Schlehenhecke entdeckt, so dass wir immer in die Eifel pilgern an den Waldrand vom Büschebüsch. Ist ja auch ein feiner Ausflug.
    Auch hier ist Winter und die Vögel zwitschern schon fleißig und frühlingshaft jeden Morgen.
    Lieben Gruß
    a.

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    1. Was ist denn ein Aufgesetzter? Das, was bei uns ein "Angesetzter" ist, also Schlehen in Schnaps eingelegt? Das ist ja dann eh perfekt, wenn man das Schöne mit dem Nützlichen verbinden kann :-) Liebe Grüße!

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    2. ja Angesetzter =Aufgesetzter......
      Liebe Grüße
      a.

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  4. Schaut das köstlich aus!
    Ansonsten bin ich absolut kein Winterfan..auch wenn ich am Land lebe tue ich das im Sommer, Frühling und Herbst lieber ;-)

    lg. Sina

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    1. Alles hat seine Zeit - ich finde jede Jahreszeit schön ... Wobei mich das "Anpackeln", wenn man rausgehen will, manchmal schon ein wenig nervt. Ich glaub, das dauert bei uns (mit den Kindern) schon gute 10 Minuten, bis alle angezogen sind :-) Liebe Grüße vom Mädel!

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  5. So ein schöner Beitrag.........richtig zum Träumen! lg URSI

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