Freitag, 25. April 2014

Danke! Und tierfreitag Nr. 4


Der Platz wird knapp. Der Platz in meinen Kochbuch-Regalen. Trotzdem miste ich nicht aus, hach, ich kann einfach nicht. Sicher: Ob ich das Vegetarische Kochbuch aus den 1990er Jahren mit den gelbstichigen Bildern nochmal mit in die Küche nehmen werde, ist fraglich. Auch, ob das kleine gelbe Kartoffel-Kochbuch, in dem jedes zweite Rezept nach Kartoffelpüree-Pulver verlangt (fragt nicht), jemals zum Klassiker werden wird. Und ich bin mir sicher, ich werde für das Minimädel nie im Leben ein Zebrabrot machen, für das Maggie zwischen Toastbrotschreiben gestrichen wird (aus einem Buch über Kinderparty-Rezepte, ganz ohne Schmäh).

Aber: Kochbücher sind Schätze. Und auch wenn sie nicht mehr zeitgemäß sind, so sind sie doch aussagekräftige (und mitunter sehr unterhaltsame) Zeugen ihrer kulinarischen Zeit. Sie bleiben also da.

Sie bleiben da. Und vermehren sich. Sie wollen einfach zu mir. Sie kommen sogar ganz unverhofft. So wie das Buch „So schmeckt Glück“ von Volker Mehl, das ich beim Blogevent Winter-Soulfood in bushcooks kitchen gewonnen hab. Danke noch einmal, liebe Dorothée, für diese feine Überraschung!

Und gleich daraus gekocht: Superflauschige Apfel-Ingwer-Muffins mit sehr knuspriger Kruste, ganz schnell gemacht und perfekt für den tierfreitag, weil noch dazu vegan. Mjam.


Apfel-Ingwer-Muffins

Beim nächsten Mal verdoppele ich die Apfelmenge, mir waren bei diesem Rezept fast zu wenig Stücke drin.

Zutaten für 24 Stück

2 Äpfel (ich nehme beim nächsten Mal 4)
2 EL neutrales Pflanzenöl
1 EL Rohrzucker
300 g Mehl
1 Packerl Backpulver
200 g Zucker
1 EL Vanillezucker
150 ml Wasser mit Kohlensäure (weil wir selten Mineralwasser daheim haben, habe ich es hier durch Mandelmilch ersetzt)
150 ml neutrales Pflanzenöl
200 ml Mandelmilch oder andere Pflanzenmilch
5 g frischer Ingwer, ganz fein gehackt

1. Das Backrohr auf 200 °C vorheizen.

2. Zwei Muffinsbleche mit Papierförmchen auskleiden.

3. Die Äpfel schälen (oder auch nicht), vierteln, entkernen und in kleine Stücke schneiden. In einem kleinen Topf das Öl erhitzen, die Apfelstücke und den Rohrzucker dazugeben und karamellisieren lassen.

4. Mehl mit Backpulver, Zucker und Vanillezucker vermischen.

5. Wasser, Öl, Mandelmilch und Ingwer sowie die Apfelstücke unter die Mehlmischung rühren.

6. Den Teig in die Muffinsförmchen füllen (die Förmchen sollten zu etwa 2/3 gefüllt sein) und etwa 20 Minuten backen.


P.S.: Mittlerweile habe ich schon so manches Büchlein in die Kinderküche vom Minimädel ausgelagert. Das ist zugegebenermaßen keine besonders nachhaltige Lösung, aber immerhin (über das Kinderparty-Rezepte-Buch hat sie sich sehr gefreut) …

Samstag, 12. April 2014

Blütenrausch


Heuer mal ganz anders: Kein Schlehdornlikör im Herbst. Sondern jetzt, schon viel früher: Schlehdornblütenlikör. Und Likör sowieso. Wo ich doch normalerweise jedem Likörchen verwehren kann.


Aber: Da ist dieses eine Rezept, das verlangt danach. Es geht um ein Schlehdornblüten- und –frucht-Tiramisu. Klingt das nicht schön? Das Schlehdornmus vom letzten Jahr wartet jetzt also noch zwei Monate lang im Tiefkühler, bis der Likör fertig ist und dann geht’s los.

Für einen guten Likör braucht man guten Schnaps. Zwetschkenschnaps in diesem Fall (was, wie ich finde, sehr stimmig ist, denn sowohl Schlehdorn als auch  Zwetschke sind Pflanzenarten der Gattung Prunus). So stieg ich also in die Untiefen des ziemlich gut gefüllten väterlichen Schnaps-Kellers ab, um einen Zwetschkernen zu holen.


Dieser Keller ist berüchtigt. Einige junge Männerbekanntschaften von uns drei Töchtern des Hauses konnten ihn nur noch auf allen Vieren kriechend verlassen, erzählt man sich. Wurde bei uns nämlich ein Bursch vorstellig, so musste er, ob er wollte oder nicht, unseren Vater in den Keller begleiten – um dann nach einer oder zwei Stunden lallend und sehr gut gelaunt wieder nach oben zu wanken. Es war gewissermaßen die Einstandsprüfung, jeder musste da durch. An Ausnahmen erinnere ich mich nicht.


Schlehdornblütenlikör

Das Originalrezept verlangt nach 4 Handvoll Schlehdornblüten und 2 Handvoll Blüten von der Traubenkirsche. Beides blüht im Moment. Ich hab mich dann aber dazu entschlossen, nur Schlehdorn zu verwenden, um das unverfälschte, bittermandelartige Aroma dieser wunderbaren Blüten einzufangen – ich hoffe, es gelingt.
Durch den warmen Winter hatten die Vögel heuer wohl genug zu fressen, es finden sich – gleichzeitig mit den Blüten – noch jede Menge halb vertrocknete Beeren auf den Ästen.

1 Liter guter Zwetschkenschnaps
6 Handvoll Schlehdornblüten
350 g brauner Kandiszucker

1. Den Kandiszucker in eine Flasche füllen.

2. Die Schlehdornblüten dazu geben.

3. Mit Schnaps auffüllen.

4. Für zwei Monate an einem warmen Platz ziehen lassen, dabei ab und zu durchschütteln.


Das Rezept stammt aus dem Buch Zauberhafte Blütenküche von Elisabeth Mayer, erschienen im Bucher Verlag.

Und so blüht die Traubenkirsche, falls sich jemand an das Original-Rezept halten möchte:

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