Mittwoch, 13. August 2014

Gegenseitigkeit


Der respektvolle Umgang mit den Pflanzen an sich hat schon eine Heilwirkung – die Erkenntnis, dass alles Leben miteinander verbunden und voneinander abhängig ist, hilft sich selbst als Mensch im Universum wieder zu finden, hilft das Leben, woher es auch kommen mag, mit einem Sinn zu belegen – nämlich der Gegenseitigkeit.
Christian Rätsch

Schafgarben-Hühnerspieße mit Wildkräuter-Taboulé

Vor dem Kochen geht es erst einmal ans Wildkräuter sammeln: Man braucht schöne und kräftige Schafgarben für die Spieße und das Würzsalz, eine gute Handvoll Quendel und gemischte Kräuter für das Taboulé. Die klassischen Kräuter im Taboulé sind Petersilie und Minze, weshalb hier vor allem deren wilde Geschmacksgeschwister Giersch und Gundelrebe gut passen.
An diesem Rezept mag ich besonders die Idee, die Schafgarbe als essbare und dekorative Spieße zu verwenden. Ihre Stängel sind so stabil, dass sie das Aufspießen und Braten leicht überstehen. Sie geben außerdem noch zusätzliche Würze an das Fleisch ab. 
Wer mag, kann übrigens noch klein gewürfelte Tomaten unter das Taboulé mischen.

Zutaten für 4 Portionen

Für das Schafgarbensalz
3 blühende Schafgarben
Salz

Für das Wildkräuter-Taboulé
200 g Couscous
1 kleines Körbchen voller frischer Wildkräuter (Giersch und Gundelrebe sollten den Hauptanteil ausmachen, dazu noch Schafgarbenblättchen, Quendel, Knoblauchsrauke, Sauerampfer, …)
4 Frühlingszwiebeln
Olivenöl
Zitronensaft
Salz, Pfeffer

Für die Hühnerspieße
400 g Bio-Hühnerfleisch (gekauft bei Sonnberg, dort gibt es das Bio-Hühnerfleisch aus dem Waldviertel nur auf Bestellung, was ich super finde)
etwa 12 kräftige und blühende Schafgarben
Schafgarbensalz (siehe oben)
frischer Quendel (Feldthymian)
Olivenöl

1. Für das Würzsalz Blüten und Blättchen von 3 blühenden Schafgarben mit etwa der gleichen Menge Salz fein mörsern oder vermahlen (Schafgarbensalz lässt sich natürlich auch gut in größeren Mengen für den Vorrat herstellen, in dem Fall das Kräutersalz vor dem Abfüllen in Gläser noch trocknen lassen).

2. Couscous in eine Schüssel geben und mit mindestens der doppelten Menge an kochendem Wasser übergießen. Abdecken und etwa 20 Minuten ziehen lassen.

3. In der Zwischenzeit für die Spieße das Hühnerfleisch in etwa 2 x 2 cm große Stücke schneiden. Die Schafgarben auf eine Länge von etwa 20 cm zurechtschneiden und die unteren Blättchen abstreifen – sie kommen dann mit den anderen Wildkräutern zum Taboulé. Die Hühnerfleischstücke aufspießen und von beiden Seiten mit Schafgarbensalz, Quendelblättchen und Olivenöl einreiben. Im Kühlschrank kurz durchziehen lassen.


4. Für das Taboulé die Wildkräuter fein hacken und die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. Couscous bei Bedarf abseihen und mit den Wildkräutern, den Frühlingszwiebeln und reichlich Olivenöl vermischen. Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer würzig abschmecken.

5. Die Hühnerspieße in Olivenöl von beiden Seiten goldbraun braten.

6. Währenddessen vier Puddingförmchen oder andere passende Formen (z. B. runde Kaffeetassen) mit kaltem Wasser ausspülen, Taboulé einfüllen und mit dem Löffelrücken gut andrücken.

7. Taboulé auf Teller stürzen, die Hühnerspieße ebenfalls auf den Tellern anrichten, mit etwas Schafgarbensalz bestreuen und mit frischen Wildkräutern garnieren.


Das Rezept für die Schafgarben-Hühnerspieße habe ich während meiner Ausbildung zur Kräuterpädagogin am LFI kennen und lieben gelernt.

Kommentare:

  1. Man kann Schafgarbe essen? Immer wieder erstaunlich, was man bei dir alles lernen kann.

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    1. Na sicher! Oder daran schnuppern, oder die süßen Blütendolden als Mini-Puppenstuben-Blumensträuße verwenden, oder oder oder ;-)

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  2. mir ist Schafgarbe in Verbindung mit süß ja irgendwie zu intensiv und "scharf", aber von diesen Hühnerspießen hab ich schon irgendwo gehört, gefällt mir!!
    lg

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    1. Ich finde den honigartigen Duft der Schafgarbe sehr interessant, deshalb auch zum Beispiel für Sirup sehr gut geeignet. Eine richtige Nachspeise mit Schafgarbe habe ich noch nie gemacht - na, wird ja vermutlich Zeit :-)

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    2. ich weiß schon, die Spieße habe ich bei Elisabeth Mayer gesehen im Buch über Wildfrüchte, -gemüse, -kräuter, die wollte ich auch schon probieren, sie spießt auch noch Paprika und Paradeiser auf und nimmt Thymian statt Quendel, aber die sind ja sowieso verwandt.
      Ich hab einmal einen Schafgarbensirup gemacht (Rezept wie Hollerblüten), aber er hat mir nicht so geschmeckt.

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    3. Ja, möglicherweise ist es besser, Schafgarbe in süßen Gerichten zu mischen - meinen Schafgarbensirup habe ich ja auch mit Rotklee und Hollerblüten angesetzt!

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  3. klingt köstlich das Rezept!
    Leider hat die Schafgarbe im meinem Garten noch nicht so viele Stängel....Aber bestimmt nächstes Jahr. Also werde ich derweil das Taboulé kosten. Lieben Gruß aus dem herbstlichen Wuppertal

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    1. Die lieben Grüßen gehen aus dem Mühlviertel prompt zurück :-)

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