Mittwoch, 30. Oktober 2013

Make Chocolate Fair!


An meine Kaffeemaschine lasse ich nur Wasser und Fair Trade-Kaffee. Das ist schon lange so und in meinem Haushalt sehr normal. Keine Ahnung warum, aber bei Kakao und Schokolade war ich bis jetzt nicht so wählerisch. Es ging mir dabei so gut wie ausschließlich um meinen Genuss, um Lieblingssorten, Kindheitserinnerungen und alte Gewohnheiten. Verflixte selektive Wahrnehmung.

Weil Kakao und Schokolade, das ist nicht nur Gaumenglück. Zu deren Produktion gehören auch menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, Kinderarbeit und -handel, Umweltzerstörung und eine mehr als ungerechte Verteilung der Wertschöpfung: Nur 6 % des Verkaufspreises einer herkömmlichen Tafel Schokolade fließen wieder dorthin zurück, wo das Rohprodukt eigentlich herkommt - zum Kakaobauern.


Die Kampagne Make Chocolate Fair! will genau darauf aufmerksam machen - und etwas verändern. Ich habe die Petition bereits unterschrieben. Werdet ihr auch zu FAIRnaschern?

Mehr Infos hier:
Sonntag, 27. Oktober 2013

Nachtrag / Nachschlag


Der vermutlich letzte Teil meiner Dirndl-Saga 2013. Weil: Das Kompott gehört ja auch verwerkt.

Aus Kompott und Fruchtsaft: Pielachtaler Dirndlwelle

Ich bin verliebt!!!

Für den Teig
200 g weiche Butter
120 g Zucker
5 Eier
300 g Mehl
2 TL Backpulver
1 EL Kakao
500 g Kompott-Dirndln, abgetropft

Für die Creme
1 Packung Vanillepuddingpulver oder die gleiche Menge Stärkemehl
5 EL Zucker
500 ml Dirndl-Saft
250 g weiche Butter

Schokoladenglasur (etwa 200 g)

1. Ein kleines Backblech mit Backpapier auslegen.

2. Backrohr auf 175 °C vorheizen.

3. Butter mit Zucker schaumig rühren. Nach und nach die Eier unterrühren. Mehl und Backpulver vermischen und unterheben.

4. Zwei Drittel des Teiges auf dem Backblech verteilen und glatt streichen.

5. Kakaopulver unter den restlichen Teig mischen und den dunklen Teig auf den hellen Teig streichen.

6. Die Kompott-Dirndln auf dem Teig verteilen.

7. Kuchen etwa 30 Minuten backen und auskühlen lassen.

8. Für die Creme das Puddingpulver und den Zucker in etwas Dirndlsaft verrühren. Restlichen Dirndlsaft aufkochen, die Puddingpulvermischung dazugeben und unter ständigem Rühren noch einmal aufkochen. Auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.

9. Die weiche Butter schaumig rühren, esslöffelweise den Dirndlpudding dazugeben und unterrühren (Butter und Dirndlpudding sollten die gleiche Temperatur haben).

10. Die Creme auf den Kuchen streichen.

11. Mit Schokoladenglasur überziehen, mit einer Gabel Wellen in die Glasur zeichnen. Glasur trocknen lassen.


Das Rezept stammt aus dem Buch „Die Kornelkirsche“ von Manuela Grasmann, erschienen im Leopold Stocker Verlag.
Freitag, 25. Oktober 2013

Vorrat verwerken


Ohne große Worte: Mehr Dirndlrezepte, alle mit meinem unschlagbaren Vorrat gemacht.

Aus dem Fruchtmark: Dirndlzucker

Zum Dekorieren und Aromatisieren – besonders beliebt bei kleinen Prinzessinnen.

500 g Kristallzucker
50 g Dirndlfruchtmark

1. Zucker und Fruchtmark gut vermischen.

2. Dünn auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech streichen und im Backrohr bei 60 °C trocknen lassen (dabei das Rohr einen Spalt offen lassen, damit der Wasserdampf entweichen kann). Alternative: Dörrapparat.

3. Das dauert einige Stunden – zwischendurch immer wieder verrühren.

4. Gut verschlossen, kühl und trocken aufbewahren.


Aus dem Fruchtsaft: Dirndl-Eistee

2 Liter Wasser
200 g Zucker
4 Beutel Schwarztee
500 ml Dirndlsaft

1. Wasser aufkochen, Zucker darin auflösen und den Schwarztee 8 Minuten darin ziehen lassen.

2. Teebeutel entfernen und Tee abkühlen lassen.

3. Dirndlsaft zum Tee geben und den Eistee gut durchkühlen lassen.

4. Mit Eiswürfeln servieren.


Aus der Marmelade: Dirndlkuchen

Dieser einfache Kuchen lässt sich natürlich auch mit jeder anderen Marmelade zubereiten. Köstlich!

5 Eier
150 g Zucker
150 g Dirndlmarmelade
210 g Mehl
100 g zerlassene Butter

1. Eine Kastenform mit Backpapier auslegen.

2. Backofen auf 180 °C vorheizen.

3. Eier mit Zucker schaumig schlagen (Nachtrag Jänner 2014: Sehr, sehr schaumig schlagen! Am besten in der Küchenmaschine und für mindestens 5 Minuten! Das ist notwendig, damit der Kuchen flaumig wird - es besteht sonst die Gefahr, dass die Marmelade den Kuchen speckig macht.) Marmelade, Mehl und zerlassene Butter vorsichtig untermischen. Teig in die Kastenform füllen und im Backrohr etwa 1 Stunde backen. Wird die Oberfläche dabei zu dunkel, mit Alufolie abdecken.

4. Kuchen aus dem Ofen nehmen, etwas überkühlen lassen und aus der Form stürzen. Auf einem Kuchengitter vollständig abkühlen lassen.


Aus Marmelade und Dirndlzucker: Dirndlknödel

Einen Topfenteig herstellen wie für normale Obstknödel. Den Teig mit je einem halben Teelöffel Dirndlmarmelade füllen und runde Knödel formen. Wasser in einem großen Topf aufkochen, leicht salzen und die Knödel darin ziehen lassen, bis sie an der Oberfläche schwimmen. In Butterbröseln wälzen und mit Dirndlzucker bestreuen.


Die Rezepte für Dirndlzucker und Eistee stammen aus dem Buch „Die Kornelkirsche“ von Manuela Grasmann, erschienen im Leopold Stocker Verlag. Die Idee für einen Dirndlkuchen stammt ebenfalls aus diesem Buch.
Montag, 21. Oktober 2013

Hui, dein Essen schaut aber gesund aus …


Pizza: Immer! Aber aus Vollkornmehl, mit Wildkräutern und vegan noch dazu? Das ist so gesund, das kann gar nicht gut sein.

Oder?

Ich finde es manchmal richtig schräg, wie kraftvoll der Begriff gesund beim Essen mit Attributen wie fad, geschmacklos oder unappetitlich besetzt ist. Wie haben wir (Ernährungsexperten) denn das geschafft? Haben wir uns zu sehr auf Vollkorn, Five a day und Zweiliterwassertrinken konzentriert? Wurde in der Folge die Angst um Schnitzel und Sachertorte einfach zu groß?

Bittesehr, wir sollten es anders probieren. Vielleicht so?

* Gesund ist, was mir schmeckt.
* Gesund ist, was mich und meinen Körper satt und zufrieden macht.
* Gesund sind Lebensmittel, die ich aus ethischer, ökologischer und emotionaler Sicht akzeptieren kann.
* Gesund ist immer anders.


Vollkornpizza mit Wildkräutern

Ich bin mit Vollkorn aufgewachsen. Mit Vollkornbrot, Vollkornguglhupf, Vollkornpalatschinken. Nicht immer war ich damit glücklich und oft hätte ich viel gegeben für die feine Krume einer ganz normalen Schnitte Schwarzbrot aus der Bäckerei. Heute sehe ich das natürlich anders und bin dankbar für das Bemühen meiner Eltern, uns Kinder gut zu ernähren. Aus mir ist kein Vollkornfanatiker geworden, aber auch keine ausschließliche Weißmehlköchin. Ich finde: Die Mischung macht’s!

Diese Pizza ist eine besondere. Vollkornboden: Den Gusto hab ich mir drüben bei Netzchen geholt. Wildkräuter: Quendel (würzt die Sauce), Brennnesseln (müssen sein) und Spitzwegerichknospen (schmecken champignonähnlich und passen daher perfekt). Statt Käse habe ich eine Mandelsauce ausprobiert, entdeckt bei Attila Hildmann: Ich bin echt angetan, das schmeckt ganz ausgezeichnet.

Zutaten für 8 kleine oder 2 große

Für den Teig
200 g Vollkornmehl
½ TL Salz
1 Prise Zucker
10 g frische Germ (oder 1/ 2 Packerl Trockengerm)
2 EL Olivenöl
100 – 125 ml lauwarmes Wasser

Für die Tomatensauce
1 kleine Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 EL Olivenöl
1 kleine Dose pürierte Tomaten (400 g)
Salz, Pfeffer
einige Zweige frischer Quendel (Feldthymian)

Für die Mandelsauce
30 g Mandelmus
2 TL Zitronensaft
10 ml Mineralwasser
Salz

Sonst noch
ein kleiner Strauß frische, junge Brennnesselspitzen
eine Hand voll frische oder in Salz eingelegte Spitzwegerichknospen*
Olivenöl zum Beträufeln

1. Vollkornmehl, Salz und Zucker in einer Schüssel vermischen. Germ hineinbröckeln. Olivenöl und lauwarmes Wasser dazugeben und mit den Knethaken des Handmixers oder in der Küchenmaschine zu einem glatten und elastischen Teig verkneten. Mit einem Geschirrtuch abdecken und an einem warmen Ort mindestens 1 Stunde gehen lassen.

2. In der Zwischenzeit die Sauce zubereiten: Zwiebel und Knoblauchzehen fein hacken. Zwiebeln in Olivenöl glasig anbraten. Tomaten und Knoblauch dazugeben und etwa 20 Minuten köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Die Blättchen vom Quendel abzupfen und unterrühren.

3. Für die Sauce alle Zutaten miteinander verrühren und beiseite stellen.

4. Brennnesselblätter in einen Topf mit kochendem Wasser geben und zusammenfallen lassen. Herausnehmen, gut ausdrücken und fein schneiden.

5. Das Backrohr auf 220 °C vorheizen.

6. Den Pizzateig auf einer bemehlten Arbeitsfläche gut durchkneten und in entsprechend große Stücke teilen. Dünn und rund ausrollen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen.

7. Die Pizzen mit Tomatensauce bestreichen. Von der wird sicher etwas übrig bleiben, sie hält sich aber einige Tage im Kühlschrank und kann für Pasta oder ähnliches verwendet werden.

8. Pizzen mit Brennnesseln und Spitzwegerichknospen belegen und teelöffelweise die Mandelsauce darauf verteilen. Mit etwas Olivenöl beträufeln.

9. Im Ofen in 15 – 20 Minuten knusprig backen.


*Spitzwegerichknospen haben nicht immer Saison, sie lassen sich aber gut in Salz einlegen: Dafür die Knospen mit nicht zu wenig Salz vermischen, in ein Glas mit Schraubdeckel füllen und mit Olivenöl bedecken. Gut verschließen und kühl aufbewahren.
Freitag, 18. Oktober 2013

@ Sommer: Ich vermisse dich


Erdmandeln muten exotisch an, dabei wurden sie in früherer Zeit offenbar auch hierzulande in so manchem Bauerngarten kultiviert – unter anderem als Kaffee-Ersatzpflanze. Davon wusste ich nichts, bis vor einigen Jahren vier oder fünf von ihnen sauber geputzt auf meinem Suppenlöffel lagen. Wir waren zum zweiten Mal mühlvierteln bei Georg Friedl und die ganze Stube hat sich über diese kleinen, knackigen Knöllchen den Kopf zerbrochen. Sie schmeckten süß und milchig, nach Mandeln und Kokos, fremd und doch sehr bodenständig.

Seitdem lassen mich die Erdmandeln nicht los. Ich kaufe sie gemahlen und werte Müsli oder Kuchen damit auf. Es lässt sich auch ein köstliches Getränk aus ihnen herstellen, das zwar, wie alle pflanzlichen Milchen, ein klein wenig grasig schmeckt, darüber hinaus aber vollmundig, cremig und – gut durchgekühlt - sehr erfrischend.

@ Sommer: Ich vermisse dich …


Schnelle Erdmandelmilch

Schmeckt frisch gemacht am besten.

Zutaten für etwa 1 Liter

250 g gemahlene Erdmandeln
125 g Zucker
1 Liter sehr kaltes, fast gefrorenes Wasser
Zitrone oder Zimt nach Geschmack

1. Erdmandeln mit Zucker und Wasser in den Standmixer geben und 4-5 Minuten auf höchster Stufe mixen.

2. Ein Sieb mit einem sauberen Geschirrtuch auslegen und die Erdmandel-Masse hinein geben. Gut ausdrücken (der Presskuchen schmeckt den Pferden!).

3. Nach Geschmack mit Zimt oder Zitrone verfeinern und eventuell noch zusätzlich mit Eiswürfeln servieren.


Wer seine Erdmandelmilch so richtig eisgekühlt mag, kann sie nach dem Abpressen für ein bis zwei Stunden in den Tiefkühler stellen. Herausnehmen, das entstandene Eis untermischen und servieren.

Erdmandelmilch lässt sich auch aus getrockneten, ganzen Erdmandeln machen. Dafür werden sie zuerst gewaschen und dann 24 bis 36 Stunden in kaltem Wasser eingeweicht. Abseihen, gut abspülen und wie oben beschrieben verarbeiten.


In der Gegend um Valencia übrigens hat die Erdmandelmilch Tradition. Und in seine Horchata de Chufa tunkt man dort gerne warme, buttrige, zuckerglasierte Germteigstangen, Fartons genannt. Das weiß ich (leider) nicht aus persönlicher Erfahrung, weil ich noch nie in der Gegend rund um Valencia war. Ich hab es gelesen. Und ausprobiert. Und ich sage euch: Diese Kombination ist ein Glücksfall.


Fartons

Zutaten für etwa 30 Stück

500 g glattes Mehl
1 Prise Salz
150 g Zucker
1/2 Würfel frische Hefe
100 ml lauwarmes Wasser
125 g weiche Butter
3 Eier
Für die Glasur: 100 g Staubzucker, 20 ml Wasser

1. Mehl, Salz und Zucker in einer Schüssel mischen und die Hefe einbröckeln. Die restlichen Zutaten dazugeben und mit den Knethaken des Mixers oder in der Küchenmaschine zu einem glatten und elastischen Teig verarbeiten. Der Teig ist relativ weich, lässt sich danach aber trotzdem gut formen.

2. Mit einem Geschirrtuch abdecken und an einem warmen Ort etwa 1 Stunde gehen lassen.

3. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche gut durchkneten und mit einer Teigkarte Stücke von etwa 25 g abstechen. Die Teigstücke zu länglichen Rollen von etwa 25 cm Länge formen und auf mit Backpapier ausgelegte Bleche legen (ergibt etwa 3 – 4 Bleche voll).

4. Mit Geschirrtüchern abdecken und nochmals etwa 30 Minuten gehen lassen.

5. Inzwischen den Backofen auf 200 °C vorheizen.

6. Die Fartons etwa 10 Minuten goldbraun backen, auskühlen lassen.

7. Aus Staubzucker und Wasser eine eher dünne Glasur herstellen und die Fartons damit dünn überziehen.

Gebacken nach diesem Rezept.
Samstag, 12. Oktober 2013

Die neue Ace-Klasse


Ein durchschnittlicher Agility-Turnierstart mit meinem Jagdhundmischling Spike gestaltet sich in etwa so:

Meine Startnummer wird aufgerufen, die Spannung steigt. Ich platziere meinen Hund vor der ersten Hürde, warte auf die Parcoursfreigabe des Richters. Sage: Steh! Entferne, positioniere, konzentriere mich. Bereit, voll wegzustarten, drehe ich mich um und rufe: Spike!
Spike steht da und fixiert einen Zuschauer. Meist einen, der gerade isst.
Ich rufe noch einmal.
Er gähnt.
Ich klatsche in die Hände.
Ihn reißt’s und er scheint sich zu denken: Ach so, ja, Agility.
Dann läuft er los.

Ich bin mit Spike schon viele Turniere gelaufen. Und was soll ich sagen: Er ist ein braver Hund. Dafür, dass sein Arbeitstrieb nicht ganz so ausgeprägt ist wie sein Jagdinstinkt (na gut, die Ausprägung der beiden Triebe lässt sich im Grunde nicht annähernd vergleichen), kann er schließlich nichts. Manchmal habe ich sogar das Gefühl, er würde all das sowieso nur mir zuliebe machen. In Wahrheit läge er vermutlich viel lieber unter der Ofenbank oder liefe einem Hasen nach.


Ganz anders ist es mit dem Border Collie Ace, ungefähr so:

Meine Startnummer wird aufgerufen, die Spannung steigt. Ich platziere meinen Hund vor der ersten Hürde, warte auf die Parcoursfreigabe des Richters. Sage: Steh! Entferne, positioniere, konzentriere mich. Bereit, voll wegzustarten, drehe ich mich um und rufe: Ace!
Nur einen Herzschlag später ist der Hund bei mir, versucht, meine Kommandos zu deuten, ich renne um mein Leben, er gibt alles, was er hat. Bald bin ich hoffnungslos verloren in seinem Tempo, vergesse alles, was ich mir bei der Besichtigung eingeprägt habe, verwechsle Wippe mit Wand und kann nicht mal im Slalom kurz Luft holen. Im Ziel bin ich außer mir und er freut sich einen Haxen aus.

Mit Ace bin ich nur die heurige Landesmeisterschafts-Saison gelaufen – diese sportliche Herausforderung wurde mir zu Weihnachten geschenkt. Keinen einzigen Lauf habe ich durchgebracht, nie habe ich es in die Wertung geschafft. Aber was soll ich sagen: Es war ganz wunderbar und Ace ist einfach cool.


Genauso wie sein Herrchen, der sich heuer zum zweiten Mal in Folge mit meinem Ace für die Agility-Weltmeisterschaft qualifiziert hat. Am Dienstag sind die zwei mit dem Österreich-Team und in Begleitung meines Schwesterherzerls in Südafrika gelandet. Vorher hab ich den Vierbeiner noch mit einem XXL-Hundekeks gedopt (mit Brennesselsamen für die Schnelligkeit, Karotten für wache Augen, Walnüssen für einen klugen Geist und Reis für ganz viel Kraft).

Gebt euer Bestes, ihr zwei, ich will euch jubeln sehen! Und kommt vor allem gut wieder heim …

Übrigens gibt es von den beiden ein super Video von der WM 2012 in Tschechien:


Und meine kleine Schwester, auf die ich ebenfalls sehr, sehr stolz bin, war schon 2011 in Frankreich dabei:

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Gruppenbild mit Dirndl


Dass ich auf Dirndln steh, ist ja nun echt kein Geheimnis mehr. Hier und hier und hier habe ich schon von meiner großen Liebe berichtet.  Heuer habe ich einen Blick über den Marmeladentopf hinaus riskiert – und bin verliebter als je zuvor. Schuld ist dieses Buch. Und mein Papa ein bisserl, der mich jedes Jahr wieder mit seinem Dirndlfieber ansteckt.

Wer die Sache mit den Kornelkirschen systematisch angehen möchte, der sollte sich zuerst einmal mit seinem Dirndlvorrat beschäftigen. Vier Rezepte lege ich euch ans Herz, nämlich Fruchtmark, Marmelade, Saft und Kompott. Dieses Vierergespann lässt sich wunderbar bevorraten und ist die Basis für die meisten Dirndlrezepte, die ich kenne. Und natürlich solltet ihr euch auch die Mühe machen, die Kerne der Früchte zu reinigen und zu trocknen.

Dirndln zu verarbeiten, das braucht seine Zeit. Wer die nicht hat oder, das gibt’s ja auch, wer sie sich nicht nehmen will, der fängt besser gar nicht erst an. Alle anderen: Kommt mit in die Dirndlküche!


Die Ernte

Kornelkirschen sind erst dann so richtig gut, weich und süß, wenn sie von selbst vom Baum fallen. Deshalb werden in der Regel zur Erntezeit (bei uns im Garten meist im September) unter den Bäumen Netze gespannt, aus denen die Früchte täglich eingesammelt werden sollten. Werden sie nicht gleich verarbeitet, sollten sie nach dem Waschen und Aussortieren eingefroren werden.
Für manche Rezepte wie etwa das Kompott ist es allerdings besser, Dirndln zu pflücken. So behalten sie beim Einkochen besser ihre Form.


Fruchtmark

Fruchtmark lässt sich am besten aus ganz weichen Früchten herstellen. Sie kommen in eine große Schüssel und werden mit dem Handmixer einige Minuten durchgemixt, sodass sich das Fruchtfleisch zum guten Teil von den Kernen löst. Diese Masse lässt sich danach relativ gut durch die Flotte Lotte passieren.
Das Fruchtmark lässt sich gut portionsweise einfrieren oder mit Gelierzucker zu ganz einfacher und schnörkelloser Marmelade weiterverarbeiten.
Den Rückstand aus der Flotten Lotte in eine große Schüssel geben und mit Wasser vermischen. Die Kerne sind meist gut vom Fruchtfleisch getrennt und lassen sich schön auslesen. Auf mehreren Lagen Papier trocknen.


Fruchtsaft

Auch für den Saft eher weiche Früchte nehmen. Die Kornelkirschen mit Wasser (etwa ein Drittel des Fruchtgewichts) aufkochen und die Masse dann über Nacht abkühlen lassen.
Am nächsten Tag nochmals etwas erwärmen (nicht mehr kochen, sonst verbrennt man sich beim Auspressen die Finger!). Ein großes Sieb mit einem sauberen Geschirrtuch auslegen und die Dirndlmasse hineinleeren. Durchtropfen lassen, dann das Geschirrtuch über der Masse zusammenschlagen und gut auspressen.
Den Fruchtsaft am besten gleich genießen, weiterverarbeiten oder einfrieren.

Kompott

Für Kompott verwendet man am besten gepflückte, nicht allzu weiche Dirndln. Sie lassen sich zum einen – wenn man das will – besser entkernen (geht mit einem Olivenentkerner), zum anderen platzen sie beim Einkochen nicht so leicht auf.
500 g Zucker mit 250 ml Wasser aufkochen und etwa 5 Minuten köcheln lassen. 1 TL Zitronensaft hinzufügen. 500 g gepflückte Dirndln dazugeben und einmal aufkochen lassen. In saubere Gläser mit Schraubdeckel füllen und gut verschließen.


Ach, was für ein wunderbarer Dirndlvorrat … Und die Ideen zum Verkochen, sie stauen sich schon in meinen Gehirnwindungen. Ihr werdet bald sehen!


Die Rezepte für Fruchtmark und Saft stammen aus dem Buch „Die Kornelkirsche“ von Manuela Grasmann, erschienen im Leopold Stocker Verlag.

Das Kompottrezept stammt aus dem Buch „Kraftcocktail Kornelkirsche“ von Eduard Gugenberger, erschienen im Österreichischen Agrarverlag.
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