Montag, 28. Januar 2013

Use Up Along 2013 – Simplify your kitchen



Ich bin begeistert! Davon, wie sehr mein Vorratsschrank schon geplündert, wie neuartig mancher Geschmackseindruck, wie vielfältig doch die Use Up-Küche ist! Ich habe das Gefühl, schon lange nicht mehr so abwechslungsreich gekocht zu haben. Ich fühle mich kreativ. Und gut. Weil ich Lebensmittelvorräte gesichtet und gezielt verwertet und sie nicht in der Schublade vergessen habe, bis sie nicht mehr zu gebrauchen sind (was leider auch immer wieder einmal passiert).

Eine kleine (für mich persönlich wahrscheinlich sogar repräsentative) Stichprobe der gelungenen Rezepte habe ich für euch ausgewählt, die dazugehörigen Bilder sind in der Collage farbig dargestellt. Bitteschön:

Panisse

Panisse ist ein Snack aus Kichererbsenmehl, das Rezept stammt von hier. Ich habe es genauso übernommen und die Masse mit Kreuzkümmel gewürzt. Dazu Sauerrahm-Dip und Snack-Gemüse. Panisse kann ich mir auch gut in Wraps vorstellen. Sogar dem Minimädel hat’s geschmeckt – und das will was heißen.

Apfel-Reis-Creme
(2 Portionen)

300 ml Apfelsaft aufkochen. Währenddessen 3 EL Reismehl mit einigen Esslöffeln kaltem Apfelsaft glatt rühren und ich den kochenden Apfelsaft einrühren. Eindicken lassen und nach Geschmack noch mit Reismalz oder Honig süßen. In Gläser füllen und abkühlen lassen, mit einer Schlagobershaube garniert und mit Zimt bestreut servieren.

Orangen-Hagebutten-Joghurt mit Rum
(2 – 4 Portionen)

3 Orangen filetieren, dabei den Saft auffangen. Orangenfilets und –saft in einem Topf aufkochen und auf kleiner Flamme einige Minuten köcheln lassen. 2 – 3 EL Hagebuttenmark dazugeben und nochmals kurz aufkochen. Vom Herd nehmen und mit 1 EL Vanillezucker und etwas Rum verfeinern. Fruchtsauce mit Joghurt servieren.

Buchweizen-Apfel-Kuchen
(Idee: Gusto 3/2009)

2 reife Äpfel (oder auch Birnen)
140 g Buchweizenmehl
1/2 Packung Backpulver
2 Eier
1 Prise Salz
80 g Staubzucker
1 EL Vanillezucker
Schale von ½ unbehandelten Zitrone
100 g Schlagobers
100 g zerlassene Butter

1. Den Boden einer Kastenform oder einer runden Springform mit Backpapier auslegen.

2. Äpfel (oder Birnen) schälen, vierteln, Kerngehäuse entfernen und in Spalten schneiden. Den Boden der Form dicht damit auslegen.

3. Backrohr auf 160 °C vorheizen.

4. Mehl mit Backpulver mischen. Eier mit Salz, Staubzucker, Vanillezucker und Zitronenschale schaumig rühren. Schlagobers einrühren, Mehlmischung und zerlassene Butter unterheben.

5. Masse in die Form füllen und etwa 35 – 45 Minuten (je nach verwendeter Form) backen.

6. Kuchen aus dem Rohr nehmen, etwa 5 Minuten in der Form überkühlen lassen und danach auf ein Kuchengitter stürzen.

7. Wer mag, kann den Kuchen noch mit erhitzter Marillenmarmelade einstreichen und mit Schlagobers garnieren.
Freitag, 25. Januar 2013

Lesefrucht: Machandels Gabe

Längst sind sie vorbei, die Zeiten, als man, um vom Essen und Trinken zu lesen, ein Kochbuch zur Hand nehmen musste. Kulinarisches findet sich heute in Ratgebern und Sachbüchern, Reiseberichten und Fotobänden, Romanen und Essays. So lässt sich lesend das Genießen lernen …

Ich starte deshalb heute eine (kleine) Serie: die Lesefrüchte. Literarische Häppchen, in aller Kürze vorgestellt. Den Anfang macht:


Das Buch
Ulf Geyersbach
MACHANDELS GABE
Arche Literatur Verlag 2010

Die Geschichte
Erzählt wird das Leben des Sonderlings Ignaz Machandel, der Geselle wird beim berühmten Pariser Koch Baffour, der es bald wie kein anderer versteht, die Menschheit mit seiner Kochkunst zu beglücken und der schlussendlich zwar die bouillon absolu, aber doch sein Glück nicht findet.

Ein Zitat
„Den ganzen Tag schweifte er umher, und gönnte er sich eine Pause, dann aß er an den Quais gebackenen Stint, Cremespeise, Würzbrot – er genoß das Brot. Genoß das Murmeln des Flusses; und über allem genoß er die Idee, aus diesen Facetten bald ein viel strahlenderes Geschmacksgebäude aufzumauern. Bisweilen dachte er, es gäbe Mandelhonig, Schwarzolivenöle und Morchelschaum nur aus dem einzigen Grund: daß nämlich er sich ihrer bemächtigen und sie ihrer Bestimmung zuführen würde.“

Das Fazit
Ulf Geyersbach erzählt in einer wortgewaltigen, bildhaften, überbordenden Sprache. Das muss man mögen – mir war es manchmal zu viel. Die Geschichte selbst ist kurzweilig und hält die eine oder andere kulinarische Inspiration für die eigene Küche bereit. Schade finde ich, dass sich der Autor an manchen Stellen doch sehr stark an „Das Parfüm“ von Patrick Süßkind anlehnt.
Dienstag, 22. Januar 2013

Plastilin ähm Knete, selbstgemacht


„Kann mich mal jemand aufklären, was Plastilin ist?“

Fragte die norddeutsche Kollegin in die morgendliche, traditionell eher weiblich bestückte Kaffeerunde hinein, nachdem ich bereits seit einigen Minuten von meinem Selfmade-Plastilin erzählt, von dessen Vorzügen und einfacher Herstellungsweise geschwärmt und von den Keksausstechorgien des begeisterten Minimädels berichtet hatte.

Für die Reaktion eines Österreichers auf derlei Fragen aus deutschem Mund gibt es, ganz der rot weiß roten Natur entsprechend, genau eine Möglichkeit. Nur eine, leider. Da können wir Ösis einfach nicht heraus aus unserer Haut.

Ach ja, noch was:
Knete, liebe M., das ist Knete.

 

Plastilin / Knetmasse

Das Plastilin in einem gut verschließbaren Behälter im Kühlschrank aufbewahren – so hält es sich ziemlich lange. Es lässt sich auch nach dem Trocknen ganz einfach vom Teppichboden wegsaugen.

250 g Mehl
100 g Salz
1 EL Alaun (ein weißes, kristallines Pulver, gibt’s in der Apotheke)
250 ml kochend heißes Wasser
1 EL Öl
etwa ½ TL Lebensmittelfarbe

1. Mehl mit Salz und Alaun vermischen, dann mit den restlichen Zutaten zu einer homogenen Masse verkneten (geht am besten mit den Knethaken des Handmixers).

2. Sollte die Masse zu fest bzw. bröckelig sein, kann die Textur noch mit etwas Öl verbessert werden. Dies sollte jedoch nicht nötig sein, bei mir war das Plastilin auf Anhieb perfekt.

3. Auskühlen lassen und dann kann’s schon losgehen.

Alaun
Samstag, 19. Januar 2013

Das kulinarische Unwort des Jahres 2012

 

Übers Essen reden, beim Reden essen. Dabei tauchen Wörter auf, die ich (wieder) wunderbar finde. Manche Wörter hingegen, die ich nicht (mehr) hören oder lesen kann, wollen einfach nicht verschwinden. Hier ist das Ergebnis meiner ganz persönlichen Wahl zum Kulinarischen Unwort des Jahres 2012:

Platz 5
Du bist, was du isst

Ja, es mag im Kern schon stimmen. Und schließlich wird die Aussage sogar Brillat-Savarin in den Mund gelegt – in einer etwas abgewandelten Form. Aber lassen sich für Ernährungsinformationen jeglicher Art wirklich keine kreativeren, gehaltvolleren, knackigeren Headlines mehr finden?

Platz 4
Laktosefrei

Laktoseintolerant zu sein, gehört heute irgendwie dazu. Zum Lifestyle. Bin ich böse? Vielleicht bin ich’s geworden – wenn es um dieses Thema geht. Mittlerweile wird nämlich so erschöpfend über Milchzuckerunverträglichkeit geredet und berichtet, dass sich viele Menschen selbst und auf den bloßen Verdacht hin um ein gutes Stück Lebensqualität bringen. Und die Lebensmittelhersteller produzieren laktose- und genussfreien Sauerrahm.

Platz 3
Lecker

Lecker. Ein Wort, das mittlerweile so tief in unserem kulinarischen Sprachschatz verankert ist, dass es alle anderen Möglichkeiten zu verdrängen scheint, die sensorischen Eigenschaften von Speisen zu beschreiben. Es besetzt Buchtitel (Hauptsache lecker), Kochmagazine (LECKER) und TV-Formate (Lafer! Lichter! Lecker!), es findet sich auf Brettspielen (Lecker oder Gemecker) und Katzenfutter (Whiskas® Vital & Lecker). Milchreis schmeckt nicht süß, mollig, dicht, sanft oder schlicht: gut. Er schmeckt lecker.
Ich bin gegen rhetorisches Fastfood, ich mag kein Glutamat in meiner Buchstabensuppe. Weil aber so viele, mir liebe Menschen (allen voran das Minimädel) dieses Wort ganz selbstverständlich verwenden, hat es „lecker“ nicht zum Unwort des Jahres geschafft.

Platz 2
Espuma

Wenn mir jemand mein Essen espumieren will, dann ist es aus. Ich brauch keine Schäumchen oder Häubchen und auch keinen dekadenten Zierrat. Ich will echtes, gutes Essen. Und eine iSi-Flasche, dank der die schicken Espumas mittlerweile auch in der Alltagsküche Einzug gehalten haben, kommt mir auch nicht ins Haus.

Platz 1 und somit Unwort des Jahres 2012
Fleischproduktion

Wie es kommen konnte, dass fühlende Wesen ihr viel zu kurzes Leben in beklemmenden Gefängnissen verbringen müssen? Dass sie in unnatürliche Körper gezüchtet und gezwungen werden, auf so traurige, respektlose und beschämende Art und Weise zu Tode zu kommen? Und dass sich all das hinter einem ganz und gar harmlosen, fast schon nett klingenden, gesellschaftlich akzeptierten und genutzten Wort verstecken darf?

Genau so, wie es auch kommen kann, dass sich alles wieder ändert:


Sind nicht die größten Wahrheiten immer auch simpel?
André Kostolany
Mittwoch, 16. Januar 2013

Von coolen Frauen und hippen Speisen

Man nehme ein altbackenes, traditionelles Gericht, verpacke es in modernem Design, benenne es auf unkonventionelle Weise und schon ist der neue Trend-Snack geboren. Aber Leute, das kann ich auch! Bei mir gibt es jedoch kein Foxy Porridge, sondern



Das schmeckt, das weckt,
das tut gut, das macht Mut,
hey, hou, jey, jou…

Ok, bitte verzeiht mir diesen unglaublich schlechten Rapversuch. Konzentrieren wir uns auf das Wesentliche, nämlich das Essen.

Habermus ist eines der bedeutendsten Gerichte in der so genannten Hildegard-Küche. Ja, das klingt verstaubt, nicht wahr? Aber genau darum ist Habermus heute auch wieder so hip. Lasst es mich erklären: Hildegard von Bingen lebte zur Zeit des Mittelalters. Sie war eine überaus faszinierende und für damalige Verhältnisse recht moderne und coole Frau. Sie gründete Klöster und reformierte den Klerus, hauptsächlich ist sie aber für ihr umfassendes natur- und heilkundliches Werk bekannt. Der Kern der Gesundheit lag für sie in einem Leben im Einklang mit der Natur, in gutem, wertvollem Essen und im diskreten Maß, wie sie es nannte. Wenn das nicht zeitgemäß ist …


 


Als Habermus werden sowohl die geknackten Dinkelkörner (Schrot oder Flocken) selbst als auch das fertig gekochte Gericht bezeichnet. Habermus ist ein traditioneller, warmer Frühstücksbrei aus Dinkel, der mit den typischen Gewürzen verfeinert und mit Äpfeln und Rosinen gegessen wird. Ganz hab ich es noch nicht durchschaut, dieses Wort, aber offenbar bedeutet es so etwas wie Lebensspender. Ob es vielleicht auch mit dem bei uns sehr gebräuchlichen „habern“ verwandt ist?
Egal. Habermus wirkt. Es wärmt, schenkt Energie und hält locker bis zum Mittagessen satt. Wenn ich Habermus esse, überkommt mich immer das Gefühl, meinem Körper das (alles!) zu geben, was er gerade braucht.




Habermus

Zutaten für 2 Portionen

1 Tasse Dinkelhabermus (Schrot oder Flocken)
2 Tassen Wasser
1 TL Honig (oder Agavensirup für die vegane Variante)
1 Apfel, gewürfelt
Rosinen nach Geschmack
1 Msp. Galgant, gemahlen
1 Msp. Bertram, gemahlen
½ TL Zimt
etwas abgeriebene Zitronenschale
½ TL Flohsamen
Mandelblättchen zum Bestreuen

1. Dinkelhabermus mit Wasser unter ständigem Rühren zum Kochen bringen. Mit Honig oder Agavensirup süßen, Galgant, Bertram und Zimt dazugeben und etwa 5 – 10 Minuten bei schwacher Hitze und unter gelegentlichem Umrühren ausquellen lassen.

2. In den letzten 4 Minuten die Apfelwürfel und die Rosinen dazugeben.

3. Mit Zitronenschale würzen.

4. Mit Flohsamen und Mandelblättchen bestreuen und servieren.

5. Ein Glas Wasser dazu trinken, mindestens. Das brauchen die Flohsamen, um quellen und die Verdauung ankurbeln zu können.


Dann geht’s los, das geht rein,
der letzte wird der erste sein …

Ja. Jaha. JAAAA! Ich hör eh schon auf.




Die Hildegard-Illustrationen stammen aus einer Broschüre von Sonnentor.
Montag, 14. Januar 2013

Use Up Along 2013 – Kochgrübeleien


Manches ist schon gekocht, vieles hab ich noch vor. Zu viel, mit Sicherheit. Denn realistisch gesehen werde ich (aus Zeitgründen) nur einen Bruchteil dessen schaffen, was eigentlich (aus Vorratsgründen) möglich wäre. Die genaue Auflistung meiner Notizen, die beim Durchforsten meiner Rezeptmappen und To cook-Listen entstanden sind, möchte ich euch ersparen (solche Listen liest sich ja wirklich keiner mehr durch). Bestimmt habt ihr mehr Freude mit meinen Use Up Top Ten:

Panisse – ein mediterraner Snack aus Kichererbsenmehl

Kasha – gerösteter Buchweizen mit Früchten

Messir Wott mit Injera – ein äthiopischer Eintopf mit dem typischen Fladenbrot

Würzige Brennnesselkekse – mit Käse und Brennnesselsamen

Easy Jam Tarte – Mürbteig oben, unten und an der Seite, in der Mitte die Marmeladenreste

Indische „Currywurst“ – aus Kichererbsenmehl, mit einer Fülle an Gewürzen

Joghurt mit Hagebutten, Orangen und Rum – für die zwei Löffel Hagebuttenmus, die ich beim Passieren aus den Früchten herausquetschen konnte

Weichselmichl mit Vanillecreme – darauf freu ich mich besonders, das Rezept ist nämlich erprobt

Walnuss-Süppchen – das von der Küchenschabe

Kürbisbrot – mit Hokkaido, da wird’s dann schön bunt

So, genug gegrübelt… Gute Nacht!
Freitag, 11. Januar 2013

Read Up 2013


Inspiriert durch den Use Up Along, bei dem ich gerade begeistert mitmache, habe ich auch mein Buchregal durchstöbert. Die Erkenntnis: Beim Lesen / den Buchvorräten geht es mir wie beim Essen / den Lebensmittelvorräten. Ich bin eindeutig überversorgt.

Hach, ich liebe es halt einfach, Bücher einzukaufen! Manchmal zwar verfluche ich amazon für das permanente Neu-für-Sie, Bald-verfügbar, Das-könnte-Sie-auch-interessieren oder (mein Liebling) Gönnen-Sie-sich-was. Aber Bücher sind einfach so was Schönes.

Richtig Sinn machen sie freilich erst dann, wenn sie auch gelesen werden, das ist klar. Gleichzeitig mit meinen Essensvorräten soll daher im kommenden Monat auch mein Stapel ungelesener Bücher schrumpfen. Merklich. Mal sehen, was aus diesem Vorhaben wird …

 
Mittwoch, 9. Januar 2013

Rettet das Tiramisu!


Ohne ist das neue Mit: Im modernen Lebensmittelmarketing geht offenbar gar nichts mehr ohne die vielen Frei von-Botschaften, die derzeit die Produktaufmachungen dominieren: Schaut her, ruft unser Essen heute, ich bin ohne Konservierungsmittel hergestellt, ohne Aromen und Geschmacksverstärker! Kauft mich, denn ich bin frei von Verdickungsmitteln und Farbstoffen!

Ja, es gibt Menschen, für die derlei Informationen aus gesundheitlichen oder anderen Gründen wichtig sind. Ich persönlich aber finde, dass sie das negative Image, das industriell hergestellten Lebensmitteln heute sowieso schon anhaftet, noch ganz massiv verstärken. Sie tunken mich mit meiner Nase regelrecht hinein in die Erkenntnis, dass es besser wäre, natürliche und ursprüngliche Produkte zu kaufen, solche, die von vorne herein frei sind von all diesen Dingen. Aber ok, selber schuld, kein Mitleid.


 


Schließlich ist es doch so: Wer sich nur auf das konzentriert, was in einem Produkt nicht enthalten ist, verliert den Blick für das Wesentliche, nämlich das Gute, das enthalten ist. Darum kaufen wir auch Schlagobers ohne Fett, Kaffee ohne Koffein, Bier ohne Alkohol, Süße ohne Kalorien. Weil wir seltsamerweise manchmal das Gute nicht mehr erkennen.

Im klassischen Tiramisu beispielsweise, dem italienischen Wohlfühldessert, findet sich eigentlich viel Gutes: Starker Espresso, Fett und Zucker, frische Eier. Doch die meisten der Tiramisurezepte, die heutzutage kursieren, sind wahre Schlappi-Versionen, nur mehr Schatten ihrer selbst. Frische Eier? Gott bewahre uns vor den Salmonellen. Mascarpone? Am besten den fettreduzierten oder sonstigen Rahmersatz verwenden. Zucker? Nicht mehr, seitdem es Stevia gibt. Und Espresso? Ja, aber besser koffeinfrei.


 
 

Tiramisu bedeutet wörtlich: Zieh mich hoch. Gut! Das kann es aber nur mit den richtigen Zutaten:

Tiramisu

Richtiges Tiramisu besteht aus vollfettem Mascarpone, frischen Eiern, starkem, koffeinhaltigem Kaffee, weißem Zucker und ein bisserl Alkohol. Deshalb schmeckt es auch so gut. Selbst gemachte Biskotten wären noch das Tüpferl auf dem i, aber dafür hat mir einfach die Zeit gefehlt …

Zutaten für 6 Portionen

2 Häferl starker Kaffee
1 Stamperl Rum
6 frische Dotter oder 3 frische Eier
100 g Zucker
1 Becher Mascarpone (500 g)
1 Packung Biskotten (40 Stück)
Ungesüßtes Kakaopulver zum Bestäuben

1. Kaffee mit Rum in einem tiefen Teller vermischen.

2. Dotter oder Eier mit Zucker hell schaumig rühren, dann den  Mascarpone untermischen.

3. Abwechselnd die Creme und die im Kaffee getränkten Biskotten in eine flache Schüssel schichten, dabei mit Creme abschließen. Dick mit Kakaopulver bestäuben.

4. Einige Stunden im Kühlschrank rasten lassen.


Sonntag, 6. Januar 2013

Use Up Along 2013

Etwa 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel gehen jährlich verloren oder werden entsorgt. Das entspricht einem Drittel der gesamten Weltjahresproduktion. Einem Drittel!
Auf der anderen Seite der Erde hingegen verhungern Menschen. Dabei würde das, was wir allein in Europa in die Tonne schmeißen, zwei Mal reichen, um alle Hungernden der Welt zu ernähren. Wie kann so was nur sein? Tagtäglich passieren?

Lebensmittel werden weggeworfen: Weil überproduziert wird, damit Groß- und Einzelhändler für alle Konsumentenwünsche gerüstet sind. Weil viele Menschen immer noch bevorzugt dort essen gehen, wo Schnitzel und Pizza groß genug sind, um über den Tellerrand zu hängen. Weil Obst und Gemüse oft nicht schön genug ist. Weil wir uns von Sonderangeboten verführen lassen, die wir eigentlich gar nicht brauchen. Weil wir meinen, wir wären nur dann gute Gastgeber, wenn es uns gelingt, auch überraschenden Besuch jederzeit kulinarisch verwöhnen zu können. Weil wir auch noch zum Ladenschluss vor vollen Brotregalen stehen wollen.

Wir müssen bei uns selbst anfangen. Unser Verhalten ändern und achtsamer werden. Lebensmitteleinkäufe planen. Fachgerecht lagern. Vorräte im Blick behalten. Kreativer werden im Umgang mit Essensresten. Bei bereits abgelaufenen Lebensmitteln mehr dem eigenen Urteil trauen (das Mindesthaltbarkeitsdatum ist der Tag, bis zu dem der Hersteller MINDESTENS garantiert, dass sein Produkt verzehrt werden kann, meist halten Nahrungsmittel aber bedeutend länger). Lieber eine Spur zu wenig kochen als zu viel (wie die Tante Jolesch – das Geheimnis ihrer Kochkunst: „Ich hab immer ein bisserl zu wenig gemacht.“).

Anfang des Jahres bin ich über den Use Up Along von Carola gestolpert. Sie ruft in ihrem Event dazu auf, die eigenen Lebensmittelvorräte zu sichten und dann zu versuchen, diese aufzubrauchen, bevor immer wieder Neues gekauft wird. Diese Idee finde ich toll und ich mache gerne mit. Beim Stöbern in den Laden und Schränken bin ich auf so manchen vergessenen Schatz gestoßen. Und mir ist klar geworden, dass es viel zu verkochen gibt. Sehr viel:

 

Im Vorratsschrank
Käferbohnen
Maroni, vorgegart
Hot Salsa
Purpurweizen, ganz
Reismehl
Maismehl
Kichererbsen, getrocknet
Kichererbsenmehl
Teffmehl (Zwerghirse)
Buchweizenmehl
Buchweizen, ganz
Roggen, ganz
Grünkern, ganz
Grünkernschrot
Kastanienmehl
Hirse
Tapioka
Couscous
Rote Linsen, getrocknet
Orange Linsen, getrocknet
Berglinsen, getrocknet
Wabenhonig
Dirndlzucker
Keimsaaten: Alfalfa, Mungobohnen, Keimsaatenmischung mild und pikant
Sojagranulat
Sojaschnetzel
Bulgur
Mandelmilch
Medjool-Datteln
Brennnesselsamen
Löwenzahnhonig
Carobpulver
Mischpilze, getrocknet
Sauerkirschen, getrocknet

Im Tiefkühler
Hagebuttenmus
Bratwürstl
Weichseln
Hendlbrust
Spinat
Pastateig
Walnüsse
Himbeermark
Saibling
Hokkaidokürbisspalten

Im Kühlschrank
Sanddornmus
Eiklar
Rote Currypaste
Mangochutney
Apfelchutney
Eingelegter Pfeffer
Kapern
Sambal Oelek
Orangen-Rosmarin-Dressing
Leinöl
Traubenkernöl
Dirndlessig
Reisessig


In der Gewürzlade
Ras el Hanout
Flower Power Gewürzmischung
Gute Laune Gewürzmischung
Blütenhäubchen Gewürzmischung
Ingwer-Lemongrass-Suppe
Süße Geisha Gewürzmischung
Alles Liebe Gewürzmischung
Bertramwurzel, gemahlen
Das äthiopische Gewürz meiner Kollegin B, dessen Name mir hier und jetzt nicht einfallen will
Alio, Olio & Peperoncini-Mischung
Mutterkümmel, gemahlen
Galgant, gemahlen
Bärlauch, getrocknet
Ayurvedisches Zaubersalz
Flohsamen
Indische Gewürzmischung
Asiatische Gewürzmischung
Süß Sauer Gewürzmischung
Zitronengras, ganz und gemahlen

Der Use Up Along erstreckt sich über den gesamten Jänner – in der ersten Woche gibt es eine Bestandsaufnahme der Vorräte. Der erste Schritt ist also geschafft.
In der zweiten Woche geht’s ans Überlegen, was daraus gekocht werden könnte. Und dann geht’s ans Tun. Ende Jänner sollte sich der Vorrat dann spürbar verkleinert haben – das ist zumindest das Ziel.

Es gibt übrigens in der Zwischenzeit schon viele Initiativen rund um das Thema Lebensmittelverschwendung, wie zum Beispiel wastecooking. Viele davon stammen auch aus dem englischsprachigen Raum: Love Food Hate Waste, Too Good To Waste, Food Waste oder Stop Food Waste.
Weitere Infos zum Nachlesen findet ihr hier oder auch in der Global Food Waste and Food Losses-Studie der FAO.
Freitag, 4. Januar 2013

Der Schlehdorn hatte recht

Hier sollte ein Foto sein, eins von drei Schlehen am Zweig, blau und kugelrund. Aber Blogger lässt mich grade, aus welchem Grund auch immer, keine Bilder hochladen. Der Upload-Button ist verschwunden.

Hier ist es nun, das Bild. Ich bin auf der Fehlersuche über eine Meldung in meinem Blogger-Dashboard gestolpert, ich wäre ganz schön veraltet, was meinen Browser betrifft (Internet Explorer, na und?) und solle doch bitteschön einen modernen Browser verwenden, einen wie Google Chrome, damit alle Funktionen ordnungsgemäß angezeigt werden können. Habe ich dann auch getan (Google Chrome ist auf meinem PC installiert, keine Ahnung, wieso) - und jetzt bin ich erschüttert, wie mein Blog mit Google Chrome aussieht. Anders gefällt er mir weit besser...


Zwar senkt sich jetzt, da ich diese Zeilen schreibe, eine zarte Schneedecke übers Land, aber hart ist er ganz und gar nicht, der heurige Winter. Der Schlehdorn meines Vertrauens, den ich jedes Jahr besuche, um ihm ein paar seiner Früchte abzubetteln, hatte also tatsächlich recht. Da gibt es nämlich diese alte Bauernregel: „Viele Schlehen, viele Seufzer“. Sie besagt, dass auf eine reiche Schlehenernte ein harter Winter folgt. Mein Strauch war heuer aber eher spärlich behangen, daher werden sich die Seufzer wohl in Grenzen halten. Ist ja auch nicht unbedingt was Schlechtes.


Nein, ich war nicht zu spät dran mit dem Sammeln. Es war Ende Oktober oder Anfang November, so genau weiß ich das nicht mehr. Schlehenkundige wissen, was das heißt: Dass die schönen blauen Kugeln nicht draußen in der Natur gefrostet wurden, sondern bei mir daheim, im Tiefkühler. Zugegeben, diese Methode ist die zweite Wahl, was Süße und Aroma betrifft, aber erstens habe ich doch immer ein wenig Angst, dass mir die vielen Vögel meine Schlehen wegknabbern. Und zweitens richtet sich mein Erntekalender derzeit vor allem nach einer Größe: dem Minimädel und den Zeitfenstern, die es mir lässt. Daher lieber gleich / früher, als gar nicht. So ist das eben.

Schlehen sind die Urahnen unserer heutigen Zwetschken bzw. Pflaumen. Das Wort Schlehe ist ein Amalgam aus dem slawischen „sliva“ (Zwetschke) und „sleha“ (stumpf). Damit ist auch schon alles über den Geschmack dieser Wildfrüchte gesagt: Wie eine Mischung aus Zwetschken und Heidelbeeren, überraschend gut. Allerdings brauchen sie frostige Tage und Nächte, um ihren sauren, stark adstringierenden Geschmack in süße Fruchtigkeit zu verwandeln. Das überlässt man am besten Mutter Natur und Väterchen Frost, aber zur Not tut’s auch der Tiefkühlschrank.

Schlehen werden häufig zu Likör verarbeitet, nachzulesen beispielsweise in diesem grandiosen Post von Frau Ziii. Ich verarbeite sie aber am liebsten zu Fruchtpüree, das ich dann für Eis verwende, für Tortenfüllungen oder Nachspeisen. So wie diese hier:

Hier eigentlich ein Bild von der Nachspeise: Altrosa gefärbte Creme, darauf ein Tupfen Schlag und etwas Schlehenpüree, alles mit Sternanis garniert. Aber leider, leider...


Grießdessert mit Schlehen und Hagebutten

Diese Nachspeise habe ich für das Großfamilienevent am Heiligen Abend vorbereitet, von dort kommen auch die ungewöhnlichen Mengenangaben.

Zutaten für 14 Portionen

450 – 500 g Schlehenfrüchte, nach dem Frost geerntet oder für einige Tage im Tiefkühlschrank gelagert
120 g Hagebuttenmarmelade
Honig nach Geschmack

400 ml Wasser
400 ml Milch
125 g Grieß
6 EL Zucker
1 EL Vanillezucker
2 Becher Schlagobers

Schlagobers zum Verzieren

1. Die Schlehen in wenig Wasser weich dünsten und durch die Flotte Lotte passieren. Ergab bei mir 330 g Schlehenpüree.

2. Das Schlehenpüree mit dem Hagebuttenmarmelade vermischen und nach Geschmack mit Honig süßen.

3. Milch mit Wasser aufkochen, Grieß und Zucker einrühren und dick einkochen. Abkühlen lassen.

4. Das Grießkoch mit 300 g vom Schlehenpüree glatt rühren. Den Rest des Pürees für die Dekoration aufbewahren. Schlagobers steif schlagen und unter den Grießbrei heben. In kleine Schalen füllen und im Kühlschrank fest werden lassen.

5. Das Dessert mit Schlagobers und dem restlichen Schlehenpüree verzieren.
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