Donnerstag, 5. Dezember 2013

Sonnenschein


Jedes Mal, wenn ein Kind zum ersten Mal lächelt, wird eine kleine Fee geboren.

Das hab ich mir jetzt nicht selbst ausgedacht, nein, ich hab es aufgeschnappt. Als ich mit meinem Minimädel Zeichentrick schaute. Ich fand den Gedanken irgendwie schön – und er passt im Moment auch besonders gut. Denn irgendwann dieser Tage wird wohl der kleine, neu geborene Zwerg meiner lieben Freundin S. genau das zum ersten Mal tun: Lächeln. Und ihr wird das Herz aufgehen, ganz weit.

Als ich von S. erfahren habe, dass sie ein Kind unter ihrem Herzen trägt, habe ich begonnen, Kräuter zu sammeln – immer in guter Stimmung und begleitet von vielen positiven Gedanken. Labkraut, Johanniskraut, Quendel, Frauenmantel, Gänsefingerkraut, Schafgarbe, Rotklee, Beifuß, Waldmeister, Himbeere, Kamille und Engelwurz fanden im Laufe des Frühjahrs und Sommers ihren Weg zu mir nach Hause, wurden getrocknet, vermischt und verwandelt: In ein Kindbettkräuterkissen.

In früheren Zeiten war es üblich, das Bettstroh von Gebärenden und Wöchnerinnen mit bestimmten Kräutern zu versehen. Sie alle hatten die Aufgabe, der Frau die Geburt und die Wochen danach zu erleichtern und Kind und Mutter zu schützen. Die Kräuter regten die Wehentätigkeit an, gaben Kraft und Zuversicht, wirkten blutstillend, desinfizierend und reinigend.

Auch heute noch lässt sich diese Tradition fortführen – zumindest in Form eines kleinen Kissens, das sich gut unter dem Becken platzieren lässt. Durch die Körperwärme entweichen die ätherischen Öle der Kräuter und entfalten ihre Wirkung.


Das Kindbettkräuterkissen für S. habe ich aus einem alten Leinenstoff meiner Uroma genäht – in der Hoffnung, dass sie die Kraft spürt, die uns Frauen innewohnen kann. Und ja, sie hat sie gespürt: Die Welt hat einen Sonnenschein mehr …

Anleitung: Kräuter wie oben beschrieben sammeln und sorgfältig trocknen. Aus einem Baumwollstoff in der Größe von etwa 30 x 30 cm ein Kissen nähen. Die Kräuter von den harten Stielen abrebeln und eventuell mit einer Hand voll Dinkelspelzen mischen (hab ich hier nicht getan). Das Kissen flach damit füllen und zunähen. Aus einem schönen Leinenstoff einen Überzug nähen, das Kräuterkissen hineingeben und verschließen.

Kommentare:

  1. So eine Kräuterfee in der Verwandschaft oder im Bekanntenkreis wär schon was. Ich liebe solche Sache, Kräuter und altes Wissen. Im kommenden Jahr möchte ich einen Weinviertler Kräuter-Kurs besuchen, der eigentlich schon für dieses Jahr geplant war. Mit Zwergi ist es sich aber leider nicht ausgegangen.
    Ach, das erste Lächeln ist wirklich was unglaublich Schönes und darauf folgen noch so viele, mir geht jedes mal das Herz auf!
    Ich hoff dein Kissen begleitet & beschützt deine Freundin und das Kindlein gut.

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    1. Das tut es, liebe Kärntnerin :-)
      Bei wir war es übrigens auch so ähnlich - auch ich musste meinen Kräuterkurs wegen dem Zwergi unterbrechen! Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Mach den Kurs! Er wird dir bestimmt gefallen.

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  2. Bei uns heißt es, wenn ein Baby lächelt, es fliegt ein Engel vorbei.

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  3. Das ist eine wunderschöne Idee.

    Viele liebe Grüße
    Astrid

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  4. Es ist schön, dass dieses uralte Wissen weitergetragen wird! Ganz liebe Grüße mt einem Hauch von Zimt und Kardamom!
    Beate

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    1. Mmmh, Zimt und Kardamom - was hast du gemacht??? :-)

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